Noch mehr Spielerteile

Was spricht dagegen, dass deutsche Fußballclubs für einen Fußballer zweistellige Millionensummen ausgeben? Die Vernunft? Die Moral? Die Angst vor Fehlinvestitionen? Quatsch! Der Geldmangel! Deutsche Fußballvereine sind laut eigener Auskunft einfach zu knapp bei Kasse, um international mitzuhalten, weil sie wegen des bösen Kartellamts nicht genug Fernsehgelder bekommen. Der Hamburger Sportverein hat jetzt eine großartige Idee, wie man dieses Problem lösen kann: Die Fans sollen die Möglichkeit bekommen, in einen Fonds zu investieren, um damit prozentuale Anteile an bestimmten Spielern erwerben zu können. Mitspracherecht bei der Frage, wer ge- und verkauft wird ist damit allerdings nicht verbunden. Immerhin wird der Investor aber prozentual beteiligt, wenn ein Spieler mit Gewinn weiterverkauft wird. Interessanter Vorschlag, aber ich sehe dennoch einige Komplikationen. Was, wenn gleich mehrere Investoren sich für den rechten großen Zeh von Frank Rost interessieren, wird der dann mehrfach verkauft? Mehrfachverkauf von Körperteilen ist meines Wissens eigentlich seit dem schwunghaften Reliquienhandel im Mittelalter aus der Mode gekommen. Und wie sucht man sich die Teile eigentlich aus, gibt es in der Stadionzeitung dann einen Star-Schnitt wie früher in der Bravo? Und wenn ich einen Unterarm von Marcel Jansen bezahle und der lässt sich dann tätowieren, das machen diese Fußballer doch jetzt immer, dann beschädigt der doch mein Eigentum. Und wenn ich das Spielerteil erwerben möchte, um welches sich schon der Blogeintrag vom 19. September drehte? Und wenn Mladen Petric mit der von mir finanzierten Stirn ein Tor köpft, bekomme ich dann die Sieg-Prämie? Fragen über Fragen! Kann mir aber egal sein, ich kaufe eh keinen Hamburger, ich kaufe Poldi für den 1. FC!

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

Kommentieren | 24. September 2008 | 12:41 Uhr | Twittern | Facebook

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