Entwaffnende Fragen

Zwei Fragen zu einem Entscheid des Obersten Gerichtshofes
der USA. Wieder einmal musste sich selbiges mit der Frage auseinandersetzen, ob
jeder Amerikaner das Recht haben soll, eine Waffe zu besitzen, obwohl der
Amerikaner diese Waffen ständig dazu benutzt, andere Amerikaner zu erschießen.
Gerne auch mal in großer Zahl. Aber auch wenn das so ist, hat das Gericht jetzt
erklärt, das Grundrecht auf Waffenbesitz sei durch die Verfassung garantiert und könne nicht im Interesse der
öffentlichen Sicherheit beschnitten werden. Daher Frage eins: Die diversen
verfassungsmäßig garantierten Grund- und Menschenrechte, wieso durften die mit
Verweis auf die Sicherheit durch den Patriot Act und andere Maßnahmen der
Bush-Regierung eingeschränkt werden? Die nächste Frage geht an Barrack Obama:
Genau wie George Bush und sein republikanischer Gegenkandidat John McCain
begrüßte auch er ausdrücklich die Entscheidung des Richtergremiums. Wie genau
lässt es sich mit dem Obama-Schlagwort “Change” vereinbaren, wenn der
Kandidat wie alle andere Politiker vor ihm vor der einflussreichen Waffenlobby
in den USA in die Knie geht, nur weil deren Organisation NRA mehrere Millionen
Mitglieder zählt. Das hätte Hillary auch hinbekommen!

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

2 Kommentare | 23. Juli 2008 | 11:57 Uhr | Twittern | Facebook

2 Kommentare

  1. Zwei Fragen in dem Zusammenhang:
    1. Wird der Text unserer Nationalhymne bald auf “Einigkeit und Recht und Sicherheit” abgeändert? Weil, wenn weiter mehr und in gleicher Form wie jetzt für Sicherheit gesorgt wird, ist das Ziel der Freiheit nicht mehr so realistisch.
    2. Gibt’s im amerikanischen Wahlsystem nicht irgendwelche Möglichkeiten ein paar Millionen Wähler mal eben zu ignorieren? Frau Clinton scheint sich doch damit auszukennen, zumindest damit wo man die Stimmen dann wieder herholt.

    Fan | 24. Juli 2008 | 16:50 | Antworten
  2. Kommt natürlich drauf an in welchem Bundesstaat. In umsturzstaaten im gefängnis und bibel gürtel kann eine anti-waffen aussage sämtliche aussichten auf ein paar stimmen ruinieren. Wenigstens wissen wir ja jetzt das Clinton nun millionen von stimmen für ihre eigene Bonität und nicht die des Staates aus der versenkung hebt…

    Anonym | 6. August 2008 | 19:58 | Antworten

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