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0630 nationalmannschaft.jpgDie deutsche Nationalmannschaft nimmt vor dem Brandenburger Tor Abschied von den Fans. Nein, nicht ganz, sie nimmt vor allem Abschied von vielen tausend Berliner Schülern, denen Bildungssenator Zöllner gegen den Willen der Lehrer frei gegeben hat. Passend zum jugendlichen Alter der Anwesenden trat denn auch Nachwuchskomiker Oliver Pocher auf und führte unter anderem den bekannten Fanspaß “Wie gehen die Deutschen, die Deutschen die gehen so…” auf. Dabei gehen die Fans dann ganz aufrecht und hampeln mit den Armen in der Luft herum. Dann wird beispielsweise gesungen: “Wie gehen die Holländer, die Holländer gehen so….” und alle gehen in die Knie und beugen sich vornüber. Die Botschaft ist klar, oder? Ja! Und weil die Aussage dieser speziellen Jubelinszenierung, bei der ausgerechnet dem Deutschen als solchem der aufrechte Gang zugeschrieben wird, so klar ist, versuche ich immer noch zu verstehen, warum Pocher und die sich beteiligenden Nationalspieler vor dem Brandenburger Tor zu “Wie gehen die Spanier, die Spanier die gehen so…”  bzw. zu “Wie geht der Torres, der Torres der geht so….” vornübergebeugt Unterlegenheit darstellten um gleich darauf wieder aufrecht “so gehen die Deutschen” zu grölen. Hallo! Nichts gegen ein bisschen Pathos, aber Ihr habt schon mitbekommen, dass die Spanier einen Tag zuvor ziemlich aufrecht auf ein Podium marschiert sind, wo man Ihnen einen Pokal in die Hand gedrückt hat? Und es sollte den deutschen Spielern und Herrn Pocher doch auch nicht entgangen sein, dass die Spanier diesen Pokal bekommen haben weil ein gewisser Herr Torres ganz aufrecht und vor allem sehr viel schneller lief als Philipp Lahm. Und dann dieser Gesang? Auf beiden öffentlich-rechtlichen Kanälen gleichzeitig? Wo bleibt der Bildausfall, wenn man ihn braucht.

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

1 Kommentar | 30. Juni 2008 | 20:06 Uhr | Twittern | Facebook

Ein Kommentar

  1. Wie wahr, diese ganze Veranstaltung war alles in allem doch etwas … sonderbar. Bei den Bildern kreischender Teenie-Horden konnte man zeitweise glatt vergessen, dass es sich hierbei nicht um einen Auftritt von Tokio-Hotel, sondern der Deutschen Fussballnationalmannschaft handelt.
    Pochers Showeinlage ist tatsächlich bestenfalls vielleicht noch als peinlich zu bezeichnen. Dieses Trauerspiel unserer Mannschaft wollte ich mir dann auch nicht bis zu Ende ansehen. Schade eigentlich.

    Kastenkopf | 12. Juli 2008 | 00:48 | Antworten

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