Is klar!

Die Freiwillige Feuerwehr von Groß Gaglow in Brandenburg, also die Jungs, die zu einem Feuerwehrwettkampf mit T-Shirts antrat, auf denen der Satz “Flink wie Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl” zu lesen stand, diese Feuerwehr hat jetzt gesagt, dass sie gar nicht wusste, dass es sich bei diesem Spruch um ein Hitler-Zitat handelte. Der Satz passe einfach gut zu stressigen Löscheinsätzen und zum Teamgeist der Truppe, eigne sich wunderbar als Aufdruck für Mannschaftshemden. Auf den T-Shirts der Gaglower Wehr ist das Zitat in altdeutscher Schrift gedruckt – so wie man es heute häufig bei Rechtsextremen sieht. Der Spruch, so einer der  Feuerwehrleute, sei “jemandem von uns eingefallen”, wahrscheinlich “in lockerer Bierrunde”. Is klar! Krupp-Stahl ist im Cottbusser Raum, wo Stahlproduzent EKO gleich um die Ecke in Eisenhüttenstadt liegt, ja auch ein derart geläufiger Begriff, dass er einem am Biertisch genauso einfach in den Sinn kommt wie die Idee, den Satz in Frakturlettern zu drucken. “Das war keine Absicht”, sagt der Feuerwehrmann, “sondern sah einfach schick aus”. Na dann ist ja gut!

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

2 Kommentare | 28. Mai 2008 | 11:16 Uhr | Twittern | Facebook

2 Kommentare

  1. Das ist das große Problem, dass wir in Deutschland haben. Wir werden uns einfach nicht bewusst, was da wieder aufkommt, wir bieten immer mehr Nährboden.
    Auf lange Sicht wechseln sich die Extrema in der Geschichte immer wieder ab. Wenn wir nicht bald umschalten zu einem “normalen” (falls es den in Deutschland je wieder geben wird) Kurs im Umgang mit Migranten, werden wir diese Strömungen immer weiter begünstigen.
    Fragen sie mal jemanden auf der Strasse, ob er glaubt, dass wir ein Integrationsproblem und ein Problem mit Gewalt jugendlicher Migranten haben?
    Ich tippe in den Städten sagen 90% der Leute ja, die anderen verstehen die Frage nicht.
    Und dann heißt es das wäre Populismus, so was zu sagen. Damit stößt man aber die 90% vor den Kopf und scheucht sie den Nazis zu!!!

    Entsetzt | 11. Juni 2008 | 23:20 | Antworten
  2. das wird nur durch unsere geschichte als deutsches problem gesehen. jeder bewohner eines jeden landes hat mehr oder weniger nationalstolz. wir haben nur das pech, dass sich die deutsche masse aufgrund damaliger begebenheiten auf so ein entsetzliches massaker eingelassen hat. so etwas darf sich nie wiederholen.
    die ansicht, dass es ein problem mit migranten gibt, ist sehr eingeschränkt. was ist mit solchen, die sich nicht integrieren wollen? ich spiele doch auch nicht mit den köpfen von griechischen senioren fußball…
    letztendlich sollten wir alle begreifen, dass wir nur diese eine welt haben und sie uns teilen müssen, ob wir wollen oder nicht. und dazu gehört gegenseitige achtung und respekt. und wie wir sehen, helfen solche sprüche diskussionen zu entfachen.
    uns wär mehr geholfen, wenn daraus auch taten erfolgen und wir nicht nur alles verdammen und dann in wieder in die tägliche routine wechseln…

    kleriker | 9. Juli 2008 | 21:04 | Antworten

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