Herr Ministerpräsident Althaus, …

ich muss mich bei Ihnen entschuldigen, dass ich mich erst jetzt um sie kümmere. Hier in Berlin war mit Volksentscheid und dem ganzen Drumherum so viel los, dass ich nicht dazu gekommen bin, Ihnen kurz zu Ihrer Kabinettsumbildung zu gratulieren. Vor allem die Berufung des CDU-Landtagsabgeordneten Peter Krause zum neuen Kultusminister – großartige Entscheidung. Gut, der Mann hat 1998 mal ein paar Monate für die Wochenzeitung “Junge Freiheit” gearbeitet, die seit langem vom Verfassungsschutz beobachtet wird, weil sie – und das ist jetzt vorsichtig formuliert – “Rechtsextremisten ein Forum bietet”. Aber das ist ja schon lange her, so lange, dass Krause0430 Krause.jpg das nicht mal mehr auf der eigenen Internet-Seite erwähnt. Dort steht nur etwas von einer “Arbeit als Publizist”. O.K., noch 2004 hat er die JF als “anerkanntes Medium der deutschen Presselandschaft” bezeichnet und das mit dem anerkannten Medium auch später noch mal wiederholt. Wann war das noch? Ach ja, vergangene Woche! Aber deswegen kann der Mann als Kultusminister doch trotzdem Gedenkstätten wie das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald problemlos verwalten. Außerdem hat Krause angesichts des Protestes gerade erst gesagt, die JF verträte “eine politische Linie, die ich als CDU-Politiker nicht teile”. Ist doch fein! Und welche Linien er teilt, wenn er nicht als CDU-Politiker unterwegs ist, sondern als Privatmann oder gar Publizist, das kann uns ja egal sein.

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

Kommentieren | 30. April 2008 | 08:53 Uhr | Twittern | Facebook

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