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Pflügers Meisterstück
Für alle Nicht-Berliner: Der Flughafen Tempelhof ist wahnwitzig historisch, weil er so alt ist und weil während der Berlin-Blockade dort die Luftbrücken-Flieger gelandet sind. Er ist also total gut dafür geeignet, nostalgischen Erinnerungen an das alte West-Berlin nachzuhängen. Ansonsten eignet er sich allerdings für so ziemlich gar nichts. Allerdings nur “so ziemlich”, denn als der Berliner CDU-Polit-Profi Friedbert Pflüger ob desaströser Ergebnisse in seiner eigenen Partei in Kritik geriet, da entdeckte er, dass so ein Flughafen total gut geeignet ist, eine witzige Kampagne zu starten. Seither kämpft er für den Erhalt des Flughafens, der aufgrund seiner Nutzlosigkeit geschlossen werden soll. Sogar einen Volksentscheid hat Pflüger schließlich zustande gebracht. Das alte West-Berlin zeigt sich begeistert und fiebert dem Volksentscheid-Sonntag entgegen. Sollte selbiger erfolgreich verlaufen, wird Pflüger demnächst vermutlich fordern, den Bahnhof Zoo in West-Berlin mit seinen vier Gleisen wieder zum Hauptbahnhof der Stadt zu machen. Schließlich sind wir hier Weltstadt.
3 Kommentare | 24. April 2008 | 18:16 Uhr |
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Ich hatte immer gedacht, Tempelhof wäre hauptsächlich dazu da, die Mieten im Stadtteil Neukölln auf ALG II Niveau zu halten. Wie man sich irren kann.
Am Anfang hab ich ja gedacht, ok der Pflüger läuft in ein Fettnäpfchen, als er bei der Abgeordnetenhauswahl mit seinem “Wir sind wieder da” ankam. Aber inzwischen kann ich nur noch sagen: Der klebt ja da dauerhaft fest mit seinem Schuh. Ich sehe mich gezwungen über ihn immer wieder lustig zu machen, weil das keiner besser hinbekommt als er (von den Politikern)…
Pflügers Faible für den Erhalt von Relikten westlicher Machtdemonstrationen gegenüber der SU (Wer meint, die USA hätten die ganze tolle Luftbrücke nur gemacht, weil sie die Westberliner so nett fanden, möge sich bitte bei mir melden)macht mir Sorgen. Demnächst: Friedbert Pflüger kämpft für die Wieder-Aufstockung des NATO-Atomwaffenarsenals in Deutschland, Friedbert Pflüger kämpft gegen die touristische Erschließung der ehemaligen Atomtest-Gebiete (Südsee), Friedbert Pflüger will auf dem Mond landen…
Letzteres könnte, sollte sich Pflüger für einen dauerhaften Wohnsitz dort entscheiden, durchaus von Nutzen für die Berliner CDU sein.