Doch Position bezogen


0421Vesper.jpgGestern habe ich noch den Verdacht geäußert, dass der ehemalige grüne NRW-Minister und heutige Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Sachen China und Olympia-Boykott ein wenig die Orientierung verloren hat. Kommando zurück! Vesper bekennt sich klar zur Verantwortung der Sportverbände: “Wir stellen uns ihr auch. Unser Positionspapier sagt unmissverständlich, dass wir entsetzt sind über die Gewalt in Tibet. Schon im Mai 2007 haben wir einstimmig ein Grundsatzpapier verabschiedet, in dem wir die Menschenrechtsfrage in China pro-aktiv aufgegriffen haben. Soweit ich weiß, war das das erste Mal, dass ein Nationales Olympisches Komitee so etwas getan hat.” Ganz sicher war das das erste Mal! Alle anderen nationalen olympischen Komitees wissen vermutlich gar nicht, wie man das macht, “pro-aktiv” etwas aufgreifen. Ich übrigens auch nicht. Also habe ich mal bei einer bekannten Internet-Enzyklopädie vorbeigeklickt und nachgeschaut. Proaktives Handeln, so heißt es da, kann man auch als vorausschauendes, Probleme antizipierendes Handeln bezeichnen. Aber das kann kaum gemeint gewesen sein, denn vorausschauend und Probleme antizipierend wäre es ja wohl eher gewesen, die Spiele gar nicht erst nach Peking zu geben. Weiter unten schreiben die Enzyklopädisten dann noch: “
Oft wird das Wort floskelhaft und inhaltsleer verwendet.” Das wiederum erklärt vieles.

(ZDF) Werner Martin Doye

(ZDF) Werner Martin Doye - Werner Doyé ist die vordere Hälfte des Satire-Teams von Frontal21. Oder die hintere! Das hängt ganz davon ab, wo man selbst so steht. Unabhängig von Richtungsfragen hingegen steht fest, dass Doyé 1971 geboren wurde und dreißig Jahre später bei Frontal21 anfing. Die Zeit dazwischen war angefüllt mit Abenteuern, Intrigen sowie selbstverständlich auch Sex & Crime. Aber das würde hier zu weit führen. Seit dem 27. März 2001 jedenfalls schreibt Doyé für jeden Tag einen kleinen Kommentar zur Weltlage, zur Wetterlage oder zu dieser oder jener Vorlage aus Politik und Gesellschaft. Wie lange das noch so gehen soll? Nun: Irgendwas ist ja immer!

Kommentieren | 21. April 2008 | 17:40 Uhr | Twittern | Facebook

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