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Nachlese
Kaum ist man mal ein verlängertes Wochenende außer Gefecht gesetzt, überschlagen sich die Ereignisse, und unsereiner muss nach der Zeitungslektüre am Dienstag mühevoll nacharbeiten. Nehmen Sie nur mal den Herrn Wolfgang Böhmer, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und ehemaliger Facharzt für Geburten aller Art. Kaum passe ich mal nicht auf, äußert selbiger die Ansicht, dass die relativ liberale Abtreibungspraxis in der DDR dafür verantwortlich sei, dass ostdeutsche Eltern ihre Kinder signifikant häufiger töten als westdeutsche Eltern. Die Erregung über diese Aussage scheint allenthalben groß zu sein und ich frage mich jetzt: Warum eigentlich? Es ist doch nun mal so, dass der Ossi an sich seine DDR-Prägungen einfach nicht ablegen will. Als ich beispielsweise neulich im Ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg ins Kino wollte, musste ich endlos in der Schlange stehen, um schließlich zu erfahren, dass es nur noch Plätze in den ersten beiden Reihen gebe. Herr Böhmer wird mir zustimmen, dass auch das an der DDR-Prägung des Ossis liegt. Kaum gibt es irgendwo eine Kasse, wird erst einmal eine lange Schlange gebildet und am Ende ist ausverkauft.
Kommentieren | 25. Februar 2008 | 15:39 Uhr |
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