Dirk Niebel, der Entwicklungshilfeminister wider Willen von der FDP wurde kürzlich gefragt, ob er seine Hand dafür ins Feuer legen würde, dass der Etat seines Ministeriums bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigt. Hintergrund der Frage ist die Unterstellung, dass Niebel, der ja bekanntlich das ganze Entwicklungsministerium vor der Wahl noch abschaffen wollte, eventuell das auf EU-Ebene 2005 festgelegte Ziel nicht ganz so ernst nehmen könnte. Und was antwortete der ehemalige FDP-Generalsekretär: Ich würde meine Hand niemals ins Feuer legen, das tut nämlich höllisch weh." Als ich das nun meiner Frau erzählte, Herr Niebel, da vertrat sie die Ansicht, sie seien ein kindischer Sprücheklopfer, der schlicht nicht die Reife für ein Ministeramt besitze. Umgehend, Herr Niebel, dass kann ich Ihnen versichern, umgehend wollte ich eine Lanze für Sie brechen, aber, was soll ich sagen, ich hatte gerade keine Lanze zur Hand.


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Anton Schlecker, der recht medienscheue Chef der Drogeriekette mit den Hungerlöhnen, hat nun auf die Frage geantwortet, ob die Kette sich vielleicht zu spät von ihrer Idee verabschiedet habe, über eine eigene Zeitarbeitsfirma die Löhne noch weiter zu drücken: „Ich glaube nicht, dass unser Image beschädigt ist", sagte er. Was man denn getrost als Neuauflage eines altbekannten Sprichtworts werten darf: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's doppelt ungeniert.


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In Weiterstadt rief vor Kurzem eine 24jährige Frau kurz nach Mitternacht bei der Polizei an. Die nicht ganz nüchterne Frau klagte, ihr Bekannter sei vor dem Sex eingeschlafen und wohl auch nicht mehr aktivierbar. Die Freunde und Helfer zögerten keine Sekunde und schickten eine Streife, die den ebenfalls angetrunkenen Schläfer weckte und ins heimische Bett bugsierte, was nicht so schwer war, da der Mann eine Etage über der enttäuschten Frau wohnte. Die Polizei sprach von einer heiklen, aber erfolgreichen Mission. Sag mal, liebe Weiterstädter Polizei, nehmen wir mal an, meine Schwiegermutter käme zu Besuch und wäre nicht die nette Frau, die sie in Wahrheit ist, könnte ich Dich dann auch anrufen? Und würdest Du auch bestimmt nur dann kommen, wenn meine Frau gerade nicht zuhause ist? Nein, Schwiegermütter sind dann doch zu heikel? Kann es sein, dass Deine Beamten seit der Gefängnissprengung durch die RAF in den 90ern ein bißchen gelangweilt sind?


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Eine persönliche Nachfrage heute mal an Helen Mirren. Frau Mirren, Sie sind wahrlich eine tolle Schauspielerin, die mir schon vor ihrem Erfolg als Queen im gleichnamigen Spielfilm sehr gut gefallen hat (erinnert sei nur „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber"). Und ich bin mir absolut sicher, dass Sie, Frau Mirren, als Sofia Tolstoi in dem in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen gedrehten Film „Ein russischer Sommer" auch ganz wundervoll sind. Aber mussten Sie bei der Vorstellung des Films wirklich behaupten: „Ich finde das Land wirklich sehr sexy. Es war wunderbar, Ostdeutschland, die Landschaft und die Menschen kennenzulernen." Mal im Ernst, Frau Mirren, dass es in Ostdeutschland schöne Landschaften gibt, will ich ja nicht bestreiten und wenn Sie das Glück hatten, in diesen entvölkerten Landstrichen auf Einheimische zu treffen, umso besser. Aber: Ostdeutschland ist sexy? Ich bitte Sie! Es ist ja freundlich, zu solchen Anlässen etwas Nettes zu sagen, aber es sollte doch glaubhaft bleiben. Sie werden doch bei der Präsentation von „Die Queen" auch nicht behauptet haben, sie fänden die Queen sympathisch, weil sie so ungeheuer locker und ungezwungen sei.


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In ihrer Regierungserklärung zum Afghanistaneinsatz hat Angela Merkel (CDU) dankenswerterweise etwas klargestellt: „Unsere Soldaten erleben vor Ort hautnah, was es bedeutet, wenn wir von kriegsähnlichen Zuständen dort sprechen. Und das sollten wir hier, die wir hier im fernen, sicheren Berlin debattieren, zu keiner Sekunde vergessen. Wir müssen uns der Größe der Aufgabe bewusst sein." Gut, dass die Kanzlerin da so insistiert. Umgehend habe ich mir das hier im fernen und sicheren Berlin bewusst gemacht. Und wissen Sie, was mir dabei bewusst wurde? Mir wurde bewusst, was unsere Soldaten da erleben und was es bedeutet, wenn wir von kriegsähnlichen Zuständen sprechen. Wenn so ein Soldat mit dem unzureichend gepanzerten Gefährt auf eine Mine fährt, dann erlebt er tatsächlich, was es bedeutet, wenn die Regierung von „kriegsähnlichen" Zuständen spricht. Das bedeutet, dass man ihn total verarscht und überhaupt nicht ernst nimmt, nur weil man immer noch nicht Krieg sagen will.


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Seit Tagen wartet die Welt begierig darauf, zu erfahren, welche Strategie wir Deutschen für Afghanistan haben. Nun hat Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) uns alle endlich aufgeklärt: „Unser Ziel ist es nicht, gemeinsam mit den Afghanen den Poncho und die Isomatte zu teilen." Gut zu wissen! Den Afghanen hilft das jetzt zwar wenig, da sie bekanntlich nicht im Poncho durch die Gegend laufen, aber die Mexikaner dürften beruhigt sein. Fürs Erste planen wir Deutschen nicht, bei ihnen einzumarschieren. Vorausgesetzt, sie beanspruchen keinen Platz auf einer unserer Isomatten.


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von Werner Doyé und Andreas Wiemers



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Äußerst zügig hat die Linkspartei das Problem der Lafontaine-Bisky-Bartsch-und-all-die-anderen-Nachfolge gelöst. Die designierten Damen und Herren traten am heutigen Dienstag im Karl-Liebknecht-Haus vor die Presse und verkündeten, was des nächtens ausgehandelt wurde. Gesprochen hat von den Personen, die jetzt die verschiedenen freien Posten übernehmen sollen, allerdings kaum einer. Gesprochen hat vor allem Gregor Gysi. Und zu sagen hatte er in erster Linie zwei Dinge, nämlich, dass man bis vier Uhr früh gesessen und verhandelt habe und, dass er selbst keinerlei Parteiamt übernehmen wolle und werde. Zum Personaltableau sagte er aber auch was. Er sagte, dass man an der Länge der Verhandlung (bis vier Uhr früh) ja sehen könne, dass es Diskussionsbedarf gegeben habe, und dass er selbst sich auch eine andere Lösung hätte vorstellen können, aber er sei ja als einziger nicht stimmberechtigt gewesen, und seine Lösung kam denn so auch nicht zustande, aber dies sei nun mal der Beschluss und die Partei stehe da aber jetzt auch dahinter. Außerdem seien er, Lafontaine und Bisky ja nun auch nicht aus der Welt. Und all das sagte er gleich mehrfach, während die designierten Mandatsträger meist stumm im Hintergrund verharrten. Kurz zusammengefasst hieß das also: Diese Neuen sind allesamt Pfeifen, die ich eigentlich nicht wollte, aber wir werden auch ohne Parteiamt weiter bestimmen, weil es einem Gysi oder einem Lafontaine sowieso schnurz ist, wer unter ihnen Parteichef ist. Franz-Josef Strauss hätte es nicht schöner formulieren können. Nur direkter!


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Der SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagt man ja nach, sie sei eigentlich der Überzeugung, dass sie selbst ein viel bessere Parteichefin wäre als der Sigmar Gabriel. Das ist selbstverständlich Quatsch, denn die bekennende Katholikin Andrea Nahles arbeitet in Demut immer an dem Platz, an den der Schöpfer sie gestellt hat. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung wollte vielleicht auch aus diesem Grund noch mal wissen, ob Nahles das mit der Religion denn wirklich so wichtig sei und stellte die modernisierte Fassung der Gretchenfrage: „Nehmen Sie den Papst ernst?" Antwort Nahles: „Aber selbstverständlich. Er ist der Chef vom Ganzen." Und das ist nun wieder nicht ganz richtig, denn laut Jobprofil ist der Papst nur der Stellvertreter des Chefs, also eigentlich eher soetwas wie ein Generalsekretär, der für den Chef sprechen muss. Den Kollegen von der FAS ist das selbstverständlich auch aufgefallen und deshalb fragten sie nach: „Wir dachten, er sei nur der Stellvertreter Gottes und Sigmar Gabriel Ihr Chef." Darauf Nahles: „O weh, jetzt bringen Sie mich in Schwierigkeiten. Der Papst ist der "Chef" der Weltkirche. Das ist etwas Besonderes. Zudem haben wir mit Benedikt XVI. einen klugen Papst, der schon vor der Finanzkrise gesagt hat, der demokratische Sozialismus sei ein heilsames Gegengewicht gegen die radikalliberalen Positionen." Was übersetzt soviel heißt wie: seien wir doch ehrlich, eigentlich hat der Chef doch nix zu sagen. So gesehen ist es mit der Demut dann vielleicht doch nicht soweit her.


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Schnell noch eine Nachfrage an den Herrn Ministerpräsidenten von NRW. Herr Rüttgers (CDU), Sie haben ja (siehe gestern) die SPD mit einem Taumelkäfer verglichen. Laut Ihnen sind diese Käfer blind, haben große Fühler und rennen immer solang in eine Richtung, bis sie mit diesen Fühlern auf Widerstand stoßen. Eine Kurzrecherche (Wikipedia) meinerseits ergab, dass der Taumelkäfer zwei Paar Augen besitzt, kurze Fühler hat und sich in beeindruckender Weise auf der Wasseroberfläche bewegen kann. Wenn es jetzt also gestattet ist, Parteien mit Tieren zu vergleichen und gleichzeitig mit Eigenschaften zu belegen, die diese Tiere gar nicht haben, dann möchte ich hiermit die CDU gerne mit einem Warzenschwein vergleichen, weil diese Tiere so wahnsinnig sympathisch und kuschelig sind. So wie die CDU.


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