Klettern

Alle Beiträge zum diesem Thema.

Vom Rollstuhl an die Felswand

Dunja Fuhrmann ist vom zwölften Brustwirbel an querschnittsgelähmt – und bewegt ihren Körper dennoch auf eine Art und Weise, wie es manch anderer in seinem ganzen Leben nicht schaffen kann: Die Saarländerin klettert im oberen sechsten Schwierigkeitsgrad. Ihr Beine zieht sie mit einer Art Geschirr, das sie selbst konstruiert hat, Tritt um Tritt nach. Den Rest macht sie mit Geschick und Kraft. Seht selbst.

 

Adam Ondras Sprint an der Chilam Balam

Schwerer geht’s nimmer – oder doch?: Adam Ondra klettert hier in Andalusien die legendäre und umstrittene Route “Chilam Balam”. Umstritten, weil lange Zeit unterschiedliche Vorstellungen vom Schwierigkeitsgrad herrschten.

Bernabé Fernandez bemaß die 82 Meter lange und steil überhängende Route nach seiner Erstbegehung im Jahr 2003 mit 9b+. Ein Grad, den es bis dahin noch gar nicht gab. Im April 2011 wiederholt Adam Ondra die Chilam Balam und stuft sie auf 9b ab.

Den Schlüssel zum Erfolg an der Chilam Balam hat Ondra in einem Interview mit einer “sonderbaren Art von Kondition” erklärt: “Du musst dich an den Knieklemmern schnell erholen.” Und: “Die letzten 14 Züge sind definitiv die Crux der ganzen Route: Hier musst du schnellstmöglich durchsprinten.”

Von der reinen Schwierigkeit her betrachtet, glaubt Adam, geht es noch schwerer: Die Route “Chaxi Raxi” stuft er anspruchsvoller ein.

 

Adam Ondras Erstbegehung der Chaxi Raxi

… und wieder schauen wir dem derzeit wohl weltbesten Kletterer Adam Ondra bei der Arbeit zu. Hier bei seiner Erstbegehung der Route “Chaxi Raxi” in den katalanischen Pyrenänen. Die Route (Schwierigkeit 9b) ist benannt nach dem Hund von Kletterlegende Chris Sharma, der Adam bei seinem Projekt die entscheidenden Tipps gibt.

 

Steiler als senkrecht

Kletterer sind ausgesprochene Bewegungstalente und haben auch eine blühende Fantasie. Ihren Routen geben sie oft sonderbare Namen, wie zum Beispiel “Wallstreet”,”Trottel” oder “Sautanz”. Vergleichsweise poetisch klingt “Pure Imagination”. So heißt die Route, die sich Star-Kletterin Sasha DiGiulian im Oktober 2011 kurz vor ihrem 19. Geburtstag vorgeknöpft hat.

Die Wand befindet sich im Red River Gorge (Kentucky / USA). Die Schwierigkeit beträgt 9a, nah dran am höchsten jemals gekletterten Schwierigkeitsgrad.

Sasha brauchte etliche Anläufe, bis sie’s geschafft hatte. Weltweit haben vor ihr erst zwei Frauen eine 9a geklettert, alle beide älter als Sasha.

Nun könnt ihr euch sicher schon ausmalen, was das Thema unserer nächsten Sendung am Sonntag, 15. April (23.15 Uhr auf ZDFinfo), ist. Zur Einstimmung gibt’s hier das Video von Sasha DiGiulians erfolgreichem Versuch. Und: Die Wand ist (subjektiv betrachtet) wirklich steiler als senkrecht. Keine Einbildung!

Ganz locker in der Senkrechten

Der Bursche grinst wie ein Milchbubi, und in seinem karierten Hemd sieht er aus wie ein Wandertourist. Richtig ist: Alex Honnold ist gut zu Fuß unterwegs – und zwar gerne im senkrechten Fels wie die knapp 600 Meter hohe Wand am Half Dome im Yosemite-Nationalpark. Die Grundaussattung wie Seil, Hüftgurt und Haken lässt er im Tal und klettert stattdessen “Free Solo”, Honnolds Spezialität.