Asaad, 23, Tel Aviv / אסעד, 23, תל-אביב-יפו
אסעד זועבי הוא ערבי ישראלי שגדל בכפר בצפון המדינה. השנה החל אסעד ללמוד באוניברסיטת תל-אביב והוא עובד למחייתו בלילות, בסופר-מרקט העובד סביב השעון. "בסרטים שלי אני רוצה להוביל אתכם ולהציג בפניכם את עולמי כפי שאני רואה אותו. אתם תתלוו אלי כאשר אשב לי על הספסל בפארק, בבית הקפה ובכל מקום אליו אלך.
Asaad beim Filmen für das Videoblog:
Alle Videos von Asaad:
Die Häfen von Jaffa und Tel Aviv
Mein Lieblingsessen
Mein Nachtjob im Supermarkt
---------------------------------------------------------------
Die ZDF-Redakteurin Katrin Eigendorf hat Asaad während des Filmens für das Videoblog in Tel Aviv besucht und hier ihre Eindrücke beschrieben:
Asaad ist israelischer Araber, oder Palästinenser mit israelischer Staatsbügerschaft - schon alleine die Wortwahl ist ein politisches Bekenntnis. Ist er eher Israeli - aber aus einer arabischen Familie und nicht aus einer jüdischen - oder eher Palästinenser, der zwangsweise die israelische Staatsbürgerschaft hat, weil seine Familie 1948 in Israel in ihrem arabischen Dorf blieb, anstatt zu fliehen wie Millionen anderer Palästinenser?
Wir treffen Asaad Samstag morgen in dem Supermarkt, in dem er nachts arbeitet, um sein Philosophie-Studium in Tel Aviv zu finanzieren. Seine Augen sind rot, er ist übermüdet, trotzdem scherzt er mit der Kassiererin. Zwei völllig betrunkene Russen stehen an der Kasse, draußen sitzt eine Clique von Jugendlichen in einem BMW-Cabriolet vor der Tür. Die verrückten Nachtschwärmer von der Allenby Street, Obdachlose, gescheiterte Existenzen, Prostituierte, die von der Arbeit kommen und auf dem Weg nach Haus noch schnell ein paar Kleinigkeite einkaufen. Viermal die Woche arbeitet er von 23 Uhr bis acht Uhr morgens in dem Supermarkt. Er kennt die Nachtmenschen von der Allenby, hier ist er, der Araber, akzeptiert, denn hier sind sie alle Außenseiter.
Die Seminare an der Uni hat sich Asaad alle auf zwei Tage gelegt, nach einer Nachtschicht schafft er es nicht mehr, zu studieren. Wir fahren in seine Wohnung, ein kleines Appartment in Jaffa, dem alten arabischen Teil von Tel Aviv. „Alle Straßenschilder sind auf hebräisch, es sind hebräische Namen und jüdische Helden", sagt Asaad. In einem Hinterhof liegt seine Wohnung, ein kleines Wohnzimmer, ein winziges Schlafzimmer, Bad, eine Küchenzeile. Im Flur empfängt uns seine weiße Katze Susie. „Warum habt ihr im Internet geschrieben, ich sei ein israelischer Araber?" „Was hätten wir sonst sagen sollen?", frage ich ihn. Er zuckt mit den Schultern. Neben dem Bett liegt eine israelische Tageszeitung, Haaretz, eine der wenigen liberalen Blätter. Auf seinem Schreibtisch Bücher arabischer Philosophen.
Wir machen uns auf den zweistündigen Weg zu Asaads Familie, sie leben in Naim, ein arabisches Dorf in Galiläa, im Norden Israels, ganz in der Nähe von Nazareth. Die arabischen Dörfer hier im Norden Israels haben keine Ähnlichkeit mit denen in der West Bank, die von Stacheldraht und Mauern umringt und zerschnitten sind. Hier unterscheiden sich die Dörfer der arabischen Bevölkerung nur durch die Moscheen in ihrer Mitte von den israelischen Dörfern. In Naim erwartet uns die Familie Zoabi: Asaads jüngere Schwestern und seine beiden jüngeren Brüder. Ganz selbstverständlich sprechen sie Hebräisch, es gibt ein ausgiebiges arabisches Frühstück. Ich frage die Mutter, was sie sich für ihren ältesten Sohn vorstellt. „Dass er ein Mädchen hier aus dem Dorf heiratet und hier sein Haus baut" sagt sie und weist auf das leere Grundstück direkt gegenüber. „Never ever" murmelt Asaad. Auch sein Bruder möchte das Dorf verlassen und studieren.
Während die Frauen in der Küche hantieren, sitzen Vater und Söhne im Wohnzimmer und reden mit uns. Fussball mögen Asaads Brüder, deshalb frage ich, ob es auch palästinensische Spieler in der israelischen Nationalmannschaft gibt. Sie verstehen die Frage nicht, wieso Palästinenser - sie sind Israelis. Auch Asaad stört es, dass die Israelis ihn als Araber ansehen. „Wie sollen wir uns als Staatsbürger fühlen, wenn wir immer nur die Araber sind für sie." Diesen Konflikt erlebt Asaad täglich: „Für die Araber bin ich ein Israeli - ein Feind. Für die Israelis ein Araber - auch ein Feind." Wo möchte er leben, träumt er von einem palästinensischen Staat? „Meinst du Gaza, die West-Bank?", er schaut mich fast entsetzt an. „Auf keinen Fall möchte ich irgendwo dort unter einer Hamas Regierung leben!" Europa heisst das Ziel in Asaads Träumen, Europa, wo es keinen Krieg gibt und keinen Konflikt.










Neueste Kommentare