Papstgeflüster – Das Vatikan-Blog

Interessantes und Hintergründiges aus dem Vatikan

Papst in Rumänien – Tag 3

Zum Abschluss seines Besuchs in Rumänien hat Papst Franziskus die Roma um Vergebung gebeten, „wenn wir [die Kirche] euch im Laufe der Geschichte diskriminiert, misshandelt oder falsch angeschaut haben“. Das Kirchenoberhaupt hatte als letzten Programmpunkt seiner Reise in Blaj Vertreter der Roma getroffen. Dabei betonte er, „in der Kirche Christi ist Platz für alle“. Die Kirche sei ein Ort der Begegnung. Am Morgen hatte er bei der Seligsprechung von sechs Bischöfen, die während der kommunistischen Zeit als Märtyrer starben, noch einmal betont, dass die Vielfalt der Religionen und Kulturen eine Bereicherung darstelle. Er warnte vor „neuen Ideologien“, die „auf subtile Weise Macht gewinnen und unsere Mitbürger von ihren reichen kulturellen und religiösen Überlieferungen entfremden wollen“.

Papst Franziskus hat zum Abschluss seines Besuchs in Rumänien Vertreter der Roma getroffen. (Quelle: ap)

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Papst in Rumänien – Tag 2

Den zweiten Tag seines Besuchs in Rumänien hat Franziskus genutzt, um gegen nationalistische Tendenzen und für „gelebte Brüderlichkeit“ unter den verschiedenen Traditionen und Kulturen im Land zu werben. Bei einem Gottesdienst am Heiligtum von Sumuleu-Ciuc in den Ostkarpaten mahnte er, „keine Furcht davor zu haben, uns zu vermischen, einander zu begegnen und zu helfen“. Am Nachmittag rief er bei einer Begegnung mit Jugendlichen und Familien nochmals zum Miteinander der Generationen und Volksgruppen auf. Das „Schlimmste“ sei, wenn Menschen keine Wege mehr zueinander fänden und „wenn wir mehr Schützengräben als Straßen sehen“, mahnte Franziskus. „Wir gehören einander, und das persönliche Glück kommt daher, dass man die anderen glücklich macht. Alles Übrige sind Märchen.“

Papst Franziskus wird in Iasi begeistert empfangen. (Quelle: reuters)

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Der Papst in Rumänien – Tag 1

Binnen weniger Wochen besucht Papst Franziskus zum zweiten Mal Osteuropa. Bis Sonntag dauert seine 30. Auslandsreise. Ziel ist Rumänien. Mit seinem Besuch möchte er Mut machen auf ganz unterschiedlichen Ebenen: Mut zu mehr Rechtstaatlichkeit und Demokratie, Mut zu mehr Ökumene, Mut für die Katholiken, die in dem mehrheitlich orthodoxen Land eine Minderheit sind, Mut für die Rumänen, die ausgewandert sind und in ihrer neuen Heimat oft nicht akzeptiert werden und schließlich Mut für die Rumänen, die Zukunft im eigenen Land zu suchen. Damit hat er sich seinen Koffer einmal mehr voll bepackt, der Pontifex.

Die neue orthodoxe Kathedrale in Bukarest ist noch eine Baustelle – wie die Ökumene. (Quelle: ap)

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Papst verschärft Kampf gegen Missbrauch

In der katholischen Kirche gibt es künftig eine Anzeigepflicht im Falle von Missbrauch oder dem Verdacht von Missbrauch, Vertuschung oder Verschleppung von Verfahren. Das geht aus einem Dekret hervor, dass der Vatikan heute veröffentlicht hat. Es regelt auch das Vorgehen gegen Kirchenhierarchen, wenn diese Fälle nicht konsequent aufgearbeitet und verfolgt haben. Mit dem Papier setzt Franziskus erstmals weltweite Standards im Umgang mit Missbrauchsfällen. Dabei greift er Ergebnisse des Missbrauchsgipfels Ende Februar im Vatikan auf; aber auch Vorschläge aus den Ortskirchen. Denn der Umgang mit den Hierarchen erinnert sehr an ein Modell, dass die US-Bischöfe im vergangenen Jahr entwickelt hatten, bei der Umsetzung dann aber vom Vatikan gebremst worden waren.

Am Morgen traf sich Papst Franziskus im Vatikan mit rund 500 Sinti und Roma. Dabei verurteilte er Übergriffe und Hetzen gegen Angehörige dieser Volksgruppen scharf. (Quelle: VaticanMedia/reuters)

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Träumt der Papst vom Diakonat der Frau?

Papst Franziskus hat noch keine Entscheidung getroffen darüber, ob es künftig in der katholischen Kirche Diakoninnen geben wird oder nicht. Noch sind aus seiner Sicht zu viele Dinge unklar. Das erklärte er auf dem Rückflug von Skopje nach Rom gestern Abend. Zuvor hatte er die Jugendlichen Nordmazedoniens aufgefordert, nicht aufzuhören zu träumen. „Die Träume helfen uns, die Sicherheit wachzuhalten zu wissen, dass eine andere Welt möglich ist und das wir berufen sind, uns darin involvieren zu lassen“, so Franziskus. Man könne nie genug träumen. Dabei solle man immer mit den anderen träumen, nie gegen sie. Aus Sicht von Franziskus zeigt sich gerade in Nordmazedonien, dass das Miteinander von Kulturen und Religionen gut gelingen kann.

Wie immer nahm sich Franziskus auf dem Rückflug Zeit für einige Fragen der Journalisten. (Quelle: dpa)

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Papst mahnt zu Offenheit und Frieden

„Pacem in terris – Frieden auf Erden“ lautet das Motto des Papstbesuchs in Bulgarien. Der zweitägige Aufenthalt gipfelte am Dienstagabend in einem Friedensgebet im Zentrum von Sofia. Dass es schon innerhalb der Christenheit am respektvollen Miteinander fehlt, wurde bei dem Treffen einmal mehr deutlich. Die bulgarisch-orthodoxe Kirche nahm nicht teil. „Mit dem Feuer der Liebe wollen wir das Eis der Kriege schmelzen“, so der Papst bei der Begegnung. Zuvor hatte Franziskus am Morgen die katholische Minderheit des Landes zur Offenheit aufgerufen – mit Blick auf die Ökumene, mit Blick auf Migranten und mit Blick auf neue pastorale Wege. „Ein offenes Haus zu sein verlangt auch heute, auf den Spuren von Cyrill und Methodius, mutig und kreativ zu sein“, so das Kirchenoberhaupt beim Treffen mit Katholiken des Landes im südbulgarischen Rakowski. Am Morgen besuchte Franziskus ein kleines Flüchtlingszentrum der örtlichen Caritas in Sofia. Dabei bezeichnete er Migration als „ein Kreuz der Menschheit“.

250 Kinder feierten am Morgen beim Gottesdienst mit Papst Franziskus in der Katholikenhochburg Rakowski ihre Erstkommunion. (Quelle: dpa)

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Papst wirbt für Ökumene

Am ersten Tag seines Besuchs in Bulgarien hat Papst Franziskus am Sonntag eindringlich für das Miteinander der christlichen Kirchen geworben. Der „Ökumene des Blutes“ des vergangenen Jahrhunderts müsse eine „Ökumene der Armen“ und eine „Ökumene der Mission“ folgen, so das katholische Kirchenoberhaupt bei der Begegnung mit dem bulgarisch-orthodoxen Patriarchen Neofit und dem Heiligen Synod in Sofia. Der Patriarch würdigte den Einsatz des Papstes für die christlichen Wurzeln Europas und für die verfolgten Christen. Zugleich machte er aber deutlich, dass seine Kirche keine Kompromisse in Glaubensfragen machen werde. Ein gemeinsames Gebet zwischen den beiden Delegationen lehnten die Vertreter der bulgarischen Kirche bereits im Vorfeld ab. So saß Franziskus später alleine in der orthodoxen Kathedrale beim Gebet vor dem Thron der Slawenapostel Kyrill und Methodius.

Papst Franziskus muss alleine in der orthodoxen Kathedrale in Sofia beten. (Quelle: dpa)

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Ach, du liebes Abendland!

Ein kleiner Hinweis in eigener Sache: „Ach, du liebes Abendland – ein Syrer erkundet seine deutsche Heimat“ ist der Titel einer ganz besonderen Reise durch das christlich geprägte Deutschland. Heute Abend um 18.15 Uhr im ZDF.

Deutschland ist christlich, sagen Verteidiger des „Abendlandes“. Firas Alshater – YouTuber, Autor, geflüchtet aus Syrien – will herausfinden, ob das stimmt und was es genau heißt. (Quelle: ZDF)

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Blutige Ostern

Einmal mehr hat es zu einem Hochfest Anschläge auf Christen gegeben. Die Nachrichten zu Weihnachten oder Ostern sind beinahe schon Routine. Vertreter aus Politik, Kirchen und anderer Religionen haben die Anschläge in Sri Lanka scharf verurteilt. Angesichts von Extremismus in den Religionen wird der Dialog der moderaten Kräfte umso wichtiger. Diesen Weg beschreiten die Päpste seit vielen Jahren. Aus katholischer Sicht ebnete das II. Vatikanische Konzil dazu den Weg. Seitdem suchen die Päpste den Dialog auf unterschiedlichen Wegen. Die Friedensgebete von Assisi sind ein Beispiel dafür, die päpstlichen Reiseaktivitäten eine andere. 2015 besuchte Franziskus Sri Lanka. „Zu viele Jahre lang sind die Menschen dieses Landes Opfer von inneren Unruhen und Gewalt gewesen. Was jetzt notwendig ist, sind Heilung und Einheit, nicht mehr Konflikt und Spaltung“, erklärte das katholische Kirchenoberhaupt bei der interreligiösen Begegnung in Colombo.

Ostern 2019 in Sri Lanka. (Quelle: reuters)

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Papst bekniet Führer des Südsudan

Die Geste dürfte einmal mehr für Kritik sorgen; doch wenn Franziskus Brückenbauer sein will, schreckt er auch vor ungewöhnlichen Aktionen nicht zurück. Zum Abschluss des zweitägigen Treffens der verfeindeten Führer des Südsudan im Vatikan kniete er sich vor diese und küsste ihnen die Füße. Zuvor hatte er mit einem eindringlichen Appell für die Überwindung der Gegensätze geworben und ein friedliches Miteinander gefordert. Das Volk in dem konfliktgeplagten Land habe einen „sehnlichen Wunsch nach Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden“. Unterdessen sorgt auch der emeritierte Papst für Schlagzeilen durch einen langen Text zum Missbrauchsskandal. Dieser macht einmal mehr deutlich, wie weit der Weg der Aufarbeitung noch ist.

Mit einer ungewöhnlichen Geste verstärkte Franziskus seinen eindringlichen Appell für Frieden und Versöhnung im Südsudan. (Quelle: vatican media/ap/dpa)

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