Alles nur ein Missverständnis?

Benedikt XVI. hat heute durch seinen Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein dementieren lassen, dass er Co-Autor des Buches von Kardinal Sarah zum Zölibat ist. Sarah sei gebeten worden, das Foto vom Titelblatt des Buches zu entfernen sowie die Unterschriften Benedikts bei Vor- und Nachwort. Benedikt XVI. habe nie Co-Autor sein wollen, so Gänswein. Zwar habe er Sarah einen Text zur freien Verfügung zukommen lassen und auch gewusst, dass dieser in einem Buch veröffentlicht werden soll. Doch über die tatsächliche Form und Aufmachung des Buches habe Benedikt keine Informationen gehabt. Kardinal Sarah wiederum twitterte heute mehrfach zu seiner Verteidigung und gab an, im November ein komplettes Manuskript des Buches an den emeritierten Papst geschickt zu haben.

Aussage gegen Aussage

Die Weltöffentlichkeit wird einmal mehr Zeuge eines Vatikankrimis. Wusste Benedikt XVI. nun von dem konkreten Buchprojekt und den Texten oder nicht? Sein Privatsekretär sagt nein. Kardinal Sarah sieht das anders. Dennoch teilte er mit, dass künftig nur noch er als Autor des Buches firmieren wird mit dem Zusatz „unter Beteiligung von Benedikt XVI.“ Es steht nun also Aussage gegen Aussage. Für Erzbischof Gänswein ist das Ganze ein „Missverständnis, ohne dabei die guten Absichten von Kardinal Sarah in Zweifel zu ziehen“.

Der Privatsekretär von Benedikt XVI. betont zugleich, dass der Text zum Zölibat, der in dem Buch von Sarah enthalten ist, zu „100 Prozent Benedikt“ sei. Nicht aber das Vor- und das Nachwort, weil diese der Emeritus nicht mitverfasst habe. Benedikt XVI. habe den Text im vergangenen September geschrieben und dem Kardinal auf dessen Bitte zur freien Verfügung gegeben. Wer die jüngsten TV-Bilder des geschwächten Emeritus gesehen hat, kommt allerdings doch zu der Frage, ob und wie dieser die Kraft hat, einen längeren theologischen Text zu verfassen.

Gefahr der Instrumentalisierung

Benedikt XVI. ist vom Amt des Papstes zurückgetreten, um eine Situation wie in der Endphase des Pontifikats von Johannes Paul II. zu verhindern. Da war nicht mehr klar, wer die Hand des kranken und schwachen Pontifex führt, sprich letztendlich die Kirche führt. Der damalige Kardinal Joseph Ratzinger hat das als einer der engsten Vertrauten des polnischen Papstes aus nächster Nähe miterlebt. Jetzt droht ihm dasselbe Schicksal.

Es fällt auf, dass die öffentlichen Äußerungen und Aktivitäten eher zu- als abnehmen, je älter er wird. Jüngst sorgte die Gründung einer Medienstiftung durch den Emeritus für Aufsehen, die unter anderem den journalistischen Nachwuchs fördern soll. Im vergangenen Jahr der Text zum Missbrauch und den Ursachen in den 1968er Jahren, 2018 ein Text über das Verhältnis von Christentum und Judentum. Es scheint niemanden zu geben, der den Emeritus davor schützt, von interessierten Kreisen instrumentalisiert zu werden. Das schadet ihm selbst, dem Papstamt und letztlich der katholischen Kirche.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

25 Kommentare

  • ZufälligerGastleser
    14.01.2020, 18:11 Uhr.

    Weltöffentlichkeit? Gibt es sowas? und wer konstruiert daran? Viel Gerede darüber – aber warten wir die Texte doch ab. Dann sollten die, die sie angehen, gläubige katholiken, sie – wohlwollend und im Gebet, mit Respekt für den ehemaligen Papst – lesen. Dann zurückhaltend, in kluger Unterscheidung der Geister, kritisch urteilen und wenn es sein muss, kommentieren.

    • Carla Maltese
      14.01.2020, 22:46 Uhr.

      „Respekt“, ein interessanter Punkt…
      Wem steht er zu?
      Es gibt in den Kirchen, auch in der römisch-katholischen Kirche, nicht nur die hohen Geistlichen sondern auch viele viele einfache Helfer, z.B. bei der Bahnhofsmission oder in den Gemeinden, Gemeinderäte oder Meßner, es gibt Ministranten die sich, was heutzutage schwierig ist, unter Gleichaltrigen noch dazu bekennen daß sie das machen, und das IST heutzutage eine Überwindung, und es gibt normale bescheidene Christen die sich dazu bekennen, noch zu ihrer Kirche gehören zu wollen, trotz allem.

      Wir sehen als Öffentlichkeit gerade den ersten Papst seit Roncalli, der davor Respekt hat und das ist nicht der ehemalige, das ist der amtierende Papst.

      • Carla Maltese
        16.01.2020, 13:13 Uhr.

        PS: Unsere liebe Kirchenvorstandsvorsitzende macht neben einem anstrengenden Vollzeitjob fast jeden Tag irgendwas für die Gemeinde. Und, lassen wir mal beiseite dass wir ohnehin altkatholisch sind und nichts mit Papst und Vatikan zu tun haben: Wer unsere Gemeinde lebendig macht und inspirierend und Kraft gebend, auch irgendwie Heilung, das sind Leute wie sie, oder zb unser Gospelchor, nicht irgendwelche päpstlichen bzw vatikanischen Enzykliken und Erlasse und Papiere.

        Kein Papst, kein Kardinal, kein Erzbischof hat mehr Respekt verdient als sie und solche Leute wie sie.
        Lediglich Franziskus kommt für mich in diese Liga, er beeindruckt mich wirklich.

    • neuhamsterdam
      15.01.2020, 0:16 Uhr.

      Ich frage mich immer noch, was Benedikt damals am 28. Februar 2013 ausdrücken wollte, als er sich überschwänglich dem künftigen Papst unterzuordnen versprach. Es ist seine Formulierung an jenem Donnerstag, „unter euch ist“, die mich nachdenken läßt, wie das denn gemeint gewesen sein könnte.
      Wie wenn jemand sich in sein Schicksal fügt und es mit Humor erträgt. Wäre er dieses Jahr zurückgetreten, läge genau zwischen Ankündigung und Monatsene der Unsinnige Donnerstag am 20.02.2020.
      Zwei Päpste — lange Zeit eine Faschingsidee.

    • Novalis
      15.01.2020, 10:28 Uhr.

      Respekt verdient nur jemand, der sich diesen Respekt erarbeitet hat. Joseph Ratzinger hat gelogen, sein Versprechen gebrochen, ein pädophiles Monster im Amt gelassen und die Sehnsucht de überwältigen Mehrheit der gläubigen Katholik*innen nach moderaten Reformen mit Füßen getreten. Wo bitte hat dieser Mann, der nur noch senil ist, Respekt verdient?

      • ZufälligerGastleser
        16.01.2020, 14:56 Uhr.

        Sehen Sie, eine Wendung wie „der nur noch senil ist“ würde ich nicht gebrauchen. Auch nicht gegenüber denen, die ganz andere Meinung vertreten als ich. Im zeitgenössischen Jargon, das ist „ageism“, oder? „Respekt“ gebührt m.E. jedem Menschen, jedem Mitkatholiken besonders und schon erst recht einem ehemaligen Papst gegenüber. Und auch ein Ausdruck wie „mit Füßen getreten“? Wenn Sie das schon so sagen, hat dann nicht auch Paul VI. und haben mehr noch die übereifrigen Reformexekutoren seiner Zeit die in der alten Messe Verwurzelten Gläubigen „mit Füßen getreten“? Aber ich würde es nicht so ausdrücken. Mit allem Respekt, auch Ihnen gegenüber, warum diese harte und verletzende Sprache?

        • Novalis
          17.01.2020, 11:05 Uhr.

          Paul VI. hat nichts falsch gemacht und „Reformexekutoren“ gab es auch nicht. Wer glaubt, dass ein Gottesdienst eine und nur eine Form aus dem 16. Jahrhundert haben darf und nie etwas geändert werden darf, der verwechselt Liturgie mit Magie […]*

          * Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

        • Novalis
          17.01.2020, 11:07 Uhr.

          Warum die Sprache? „Die Wahrheit wird Euch befreien“, steht das nicht in Joh 8? Ratzinger ist senil – und es gab keine zurechnungsfähigen Gläubigen, die der alten Liturgie nachgetrauert haben.

        • Alberto Knox
          17.01.2020, 13:22 Uhr.

          „Dann sollten die, die sie angehen, gläubige katholiken, sie – wohlwollend und im Gebet, mit Respekt für den ehemaligen Papst – lesen.“
          1) warum sollten priester gegen laien ausspielende texte nur katholiken angehen? sie bestimmen sicher nicht, wer hier diskutiert und wer nicht.
          2) warum sollten spaltende texte mit wohlwollen gelesen werden.
          3) warum gehen sie auf den von @novalis durchaus auch schon öfter vorgebrachten fall murphy in den usa nicht ein? joseph ratzinger hat einen predatoren gedeckt!

        • Carla Maltese
          17.01.2020, 17:49 Uhr.

          „Übereifrige Reformexekutoren“ *hust*
          Nach dem 2. Vatikanum wurde am neuen Ritus mehrere JAHRE gearbeitet.
          Wenn man die alte Messe mit Lateingenuschel und den Priester in der die-Gemeinde-kann-mich-mal-Haltung, der rückwärtigen, also eine Messe die wirklich nur für die Priester ist, haben will, kann man sie wieder haben. Sie ist als außerordentliche Form wieder zugelassen. Wie z.B. der Mozarabische Ritus in Spanien. Aber nirgends zeichnet sich eine Mehrheit ab, die das wieder generell haben wollen würde. Die Leute sehnen sich nach vielem, aber nicht danach.
          Ein Recht darauf, der Mehrheit in den Gemeinden die alte lateinische Messe wieder generell aufzuzwingen, gibt es NICHT.

          • Novalis
            18.01.2020, 17:29 Uhr.

            Kleine Korrektur: Der Mozarabische Ritus in Spanien wurde selbstredend nach dem Konzil gemäß den Vorgaben des Konzils reformiert, außerdem sinnvollerweise übersetzt. Er ist eigen (und gerade beim Hochgebet eher schwer genießbar), ist aber nie abgeschafft worden im Gegensatz zum Missale von 1962. Wissen Sie, dass B16 erwartete, dass 20% der Katholik*innen begeistert zur unreformierten Messe rennen würden? Es waren dann 2 Promille. Das ist wohl auch der Grund, warum die ANGEKÜNDIGTE Evaluation der Wiedereinsetzung des unreformierten Ritus nie stattgefunden hat bzw. veröffentlicht wurde – man hätte sich ja eingestehen müssen, dass der ganze Aufwand inklusive Zulassung judenfeindlicher Texte in der vorsintflutlichen Liturgie für die Katz war. Niemand wollte und will das – außer ein paar Leuten, von denen ich meine, dass ihnen professionelle psychologische Betreuung besser täte als eine ranzige leise gemurmelte Liturgie.

  • Erasmus
    14.01.2020, 22:46 Uhr.

    Man sagt Benedikt wohl zurecht nach, dass er keine gute Menschenkenntnis habe. Man erinnere sich zum Beispiel des Kammerdieners Paolo Gabriele, der vertrauliche Unterlagen gestohlen und weitergegeben hat. Die von Erbacher konstatierte Zunahme von öffentlichen Äußerungen und Aktivitäten des Emeritus hat nichts mit einem zweiten Frühling Benedikts zu tun, sondern damit, dass ein über 90-Jähriger nicht ausreichend abgeschirmt wird. Für mich liegt der Verdacht sehr nahe, dass Benedikt über das Einfallstor Gänswein von bestimmten Kreisen instrumentalisiert wird.

    • Carla Maltese
      16.01.2020, 12:56 Uhr.

      „Man sagt Benedikt wohl zurecht nach, dass er keine gute Menschenkenntnis habe.“
      Er hat sich wohl recht bald nach dem Konzil entschieden, nurnoch in hochtheologischen Texten, in Kirchenhierarchie usw zu leben. Dabei kam nicht nur die Menschenkenntnis abhanden. Sondern auch allgemein das Gefühl für die Realität da draußen. Zunehmend hat er wohl alles außerhalb der Vatikanmauern nur noch als verwerflich und verdorben wahrgenommen und sich psychisch vollkommen hinter die Vatikanmauern zurückgezogen.

    • Novalis
      17.01.2020, 0:42 Uhr.

      1) Glauben Sie im Ernst, dass Paolo Gabriele EINZELtäter war? Ich glaube, dass auch hierhinter niemand anderes als Gänswein steckte, der so Ratzinger noch ein Jahr im Amt hielt. Georg Gänswein hat als Bischofssekretär von Oskar Saier eben diesen hintergangen, warum sollte er es nicht auch mit Ratzinger?
      2) Ich habe auch schon bei dem unsäglichen 68er-Pamphlet nicht recht glauben wollen, dass wirklich Joseph Ratzinger der Autor ist.

      • Carla Maltese
        17.01.2020, 17:37 Uhr.

        Wenn es nach mir persönlich geht: Ich persönlich bin von vatikanischem Intrigantenstadel nurnoch gelangweilt. Für mich selbst wäre es unerheblich on es jetzt der Sarah war oder doch Ratzinger, es hat keinerlei Relevanz für mich, außer daß ich mich mal wieder über die Prioritäten in den Medien ärgere.

        Aber meine persönlichen Vorlieben haben nicht die Hauptrolle zu spielen. Das Thema hat SOLCHE!! Wellen geschlagen, wohl gerade auch weil viele direkt oder indirekt unter dem Zölibat leiden, sei es selbst als Priester oder deren heimlicher Familie oder als Pfarrgemeinde die entweder einen guten Pfarrer verloren hat oder die ein priesterliches Doppelleben mittragen muss, oder sei es im Extremfall durch kircheliche Missbrauchstäter, denn es wurde klar daß das Zölibat gerade auch sexuell verkorkste Männer angezogen hat.
        Und gerade auch aus der Erinnerung an die letzten Jahr Wojtywa, wo ich noch römisch-katholisch war, wo einige im Vatikan das und das verbrochen haben, aber man sie nicht direkt anklagen konnte weil sie sich hinter dem Papst versteckt haben (und Sie wissen daß ich alles andere als ein Wojtywa-Fan bin…), denke ich daß es doch sehr wichtig ist, rauszufinden wer den Expapst in welchem Sinne benutzt.

        Ich halte Herrn Erbacher für glaubwürdig wenn er schreibt daß Ratzingers Zustand es nicht mehr erlaubt, einen theologischen Text zu schreiben. Ein Engel und Heiliger ist auch Herr Erbacher nicht, die Bewunderung die ich für ihn und für die Redakteurin die jetzt nicht mehr da ist, die wirkliche Zuneigung auch wenn ich sie nicht so zeigen konnte, ist vorbei. Ist durch. Der wahre Charakter der beiden, wurde mir inzwischen klar, ist nicht so gut wie ich es mal sehen wollte, bzw. nur nach oben gut, aber nach unten: Ojeoje! Wenn man kein Prof. Dr. der Theologie ist, kein hohes geistliches Amt hat, wenn man ein einfacher Leasingkrümel ist bzw. mal war, dann hat man hier zu funktionieren, tadellos, reibungslos, immer freundlich, es gibt kein Verständnis dafür wenn es einem mal nicht so gut geht, auch längere Zeit nicht. Verständnis dafür daß es einem mal nicht so gut geht bekommt, wie Sie oben lesen können, halt ein Expapst. Aber wenn Herr Erbacher schreibt daß Ratzinger zu einem theologischen Text nicht mehr imstande ist, glaube ich das.

        In dem Sinne halte ich es schon für wichtig, daß der Charakter von diesem Gänswein offengelegt wird.
        Wenn Sie etwas belastbares haben, wenn Sie glaubwürdige Details nennen können was er Òscar Saier angetan haben soll, wäre das an dieser Stelle wohl nützlich. Nicht um eine niedere Lust an Lynchjustiz zu befriedigen, wie die BLÖD und deren Leser, sondern weil es für die Öffentlichkeit wohl doch wichtig wäre, wer der Mann dem der Expapst blind vertraut wie einem Ehepartner wirklich ist, denn Äußerungen wo „Benedikt der XVI.“ drunter steht scheinen noch Einfluß zu haben.

        • Novalis
          18.01.2020, 17:35 Uhr.

          Liebe CM,

          wenn man sich in der Erzdiözese Freiburg umhört, dann stellt man schnell fest: Schon vor 2005 war Georg Gänswein eine Unperson. Er war Bischofssekretär von Oskar Saier. In dieser Funktion hat er Anfang der 90er dafür gesorgt, dass der von Saier, Lehmann und Kasper verfasste Hirtenbrief für die Geschieden Wiederverheirateten schneller auf dem Schreibtisch von Joseph Ratzinger lag als auf dem seines Erzbischofs zur Unterfertigung. Saier hat ihn infolgedessen nach Rom abgeschoben, unwissend, welch Unheil hier seinen Lauf nehmen würde.

  • Carla Maltese
    14.01.2020, 23:16 Uhr.

    Bevor meine Generation die Fridays for Future-Kids in die schule schickt, sollte sie lieber selbst erwachsen werden.
    Ich wundere mich immer wieder was in den Medien Priorität hat: Statt Lagemeldungen zu den Bränden in Australien, erscheinen Meldungen zu irgendwelchen Möchtegernpromis im Dschungelcamp. Statt nach der Haltung der Queen, des staatsoberhauptes, zur staatsbedrohenden Krise in Großbritannien zu fragen, gibt es Schmusibussikitschisülzi um die jüngeren Prinzen herum. Und statt dem Start des synodalen Weges erscheint in sämtlichen Medien dieses vatikanische Intrigantenstadel.

    „Es steht nun also Aussage gegen Aussage.“
    Welches Motiv hätte Ratzinger, falls Sarahs Behauptung stimmt, jetzt noch einen Rückzieher zu machen? Er selbst steht dadurch dumm da. Wenn man nach den Motiven geht, scheint ein Manipulationsversuch durch Sarah plausibel.

    „Wer die jüngsten TV-Bilder des geschwächten Emeritus gesehen hat, kommt allerdings doch zu der Frage, ob und wie dieser die Kraft hat, einen längeren theologischen Text zu verfassen.“
    Das dürfte die Frage wer von beiden lügt beantworten.

    […]*

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

  • Novalis
    15.01.2020, 10:30 Uhr.

    „Das schadet ihm selbst, dem Papstamt und letztlich der katholischen Kirche.“

    Wann hat Joseph Ratzinger der katholishcen Kirche NICHT geschadet?

  • BernhardJ
    15.01.2020, 14:21 Uhr.

    Wenn ich sehe, wie arm an geistigen und geistlichen Impulsen das Pontifikat von Bergoglio ist, wie sehr es im Politkitsch versinkt, dann sind wohl eher dem „incubent“ die Schuhe des Fischers zu groß. Ich sehne mich nach dem großen Papst Benedikt und seiner Genialität zurück. Schlimm, dass Bergoglio ihn zu einem Widerruf gezwungen hat.

    Am 13.3.2013 wusste ich bei der Wahl eines Jesuiten zum Papst, dass dies kein Freudentag für die Kirche wird und das dunkelste Zeiten auf unsere geliebte Kirche und die wahrhaft Gläubigen zukommen werden.

    Wer Bergolios Handlungen als Papst verstehen will, muss sich mit der Entwicklung des Jesuitenordens beschäftigen. Dieser Orden zersetz tschon seit langem die Katholizität. Die Vermengung von positivistischer Aufklärung mit einem dunklen Mystizismus im Jesuitenorden führte zu einer Theologie des totalen Relativismus. Wer sich mal die Predigten und Aussagen von Papst Franziskus anschaut, wird schnell dieses Muster erkennen. Auch da stehen ideologische Versatzstücke der positivistischen Aufklärung neben einem dunklen Mystizismus. Auf dieser „Grundlage“ lässt sich keine Lehre fundieren, weil alles im Fluss ist. Die Jesuiten pflegen daher einen Gehorsam, der sich von Inhalten völlig abkoppelt und sich lediglich aus der Hierarchie ableitet. Letztlich glauben die Jesuiten, ihr Orden sei das Werkzeug Gottes.
    Das theologische Denken in weiten Teilen des Jesuitenordens kommt dem theologischen Denken im Islam nahe. Auch da vermengt sich ein dunkler Mystizismus mit Versatzstücken positivistischer Erkenntnis. Der Irrationalismus, der diesem theologischen Denken entspringt, ist absolut und vollständig und sein Machtanspruch damit notwendig totalitär.
    Daher pochen die Jesuiten auch so strikt auf einen blinden Gehorsam gegenüber Papst Franziskus. Die Rechtfertigung zieht das jesuitische Denken aus dem mystischen Anspruch, ein Instrument Gottes zu sein, wie es im Islam Mohammed ist. In der Vermengung von positivistischem Denken und dunkelstem Mystizismus verwischt sich alle Logik. Wahrheit verliert sich im mystischen Prozess. Die Begriffe büßen ihre Eindeutigkeit ein. Besonders deutlich wird dies beim Begriff Barmherzigkeit, mit dem sich dann das Sittliche selbst beseitigen lässt.
    Die Symbiose von Irrationalismus der Aufklärung mit einem dunklen Mystizismus führt zur radikalste Form der Irrationalität. Der jesuitische Gehorsam stellt eine völlige Pervertierung des Gehorsams dar, wie ihn die Kirche den Gläubigen vorschreibt. Der Gehorsam der Kirche ist in die Tradition der Kirche als Lehre der Kirche eingebettet. Damit hat der Gehorsam seinen absoluten Bezug im Inhaltlichen und nicht im bloß Formalen. Somit untersteht auch der Papst, da er Mensch und nicht Gott ist, auch nicht ein Werkzeug Gottes, dem Gehorsam gegenüber den verbindlichen Glaubensinhalten. Die Kirche als Ganze, also in der Totalität der Zeit, stellt die letzte Autorität dar, ihr ist zu gehorchen. Gehorsam pervertiert sich also dann, wenn er sich vom inhaltlichen Bezug ablöst. Er gewinnt dann eine dämonische Kraft, die alles zersetzt, da dem jesuitischen Gehorsam das Korrektiv fehlt. Wo die Person des Papstes nicht mehr von seinem Amt unterschieden wird, sie also zur Wahrheit selbst erhoben wird, da fällt Gott und Mensch in eins. Der jesuitische Geist schwingt sich zum Gott auf.
    Dem ist kein Gehorsam zu leisten!

    • neuhamsterdam
      16.01.2020, 20:26 Uhr.

      „Daher pochen die Jesuiten auch so strikt auf einen blinden Gehorsam gegenüber Papst Franziskus.“
      Im Netz gibt oder zumindest gab es einen Ordensmann, der behauptete, jemand aus dem Umfeld von Franziskus hätte ihm versichert, durch das Pontifikat von Franziskus würde Fatima vernichtet. Man weiß nicht, wie sich die Sache zugetragen hat, aber von der öffentlichen Darstellung wäre das im Bereich des Möglichen.
      Dabei kann es sein, daß durch Franziskus eben Fatima erfüllt wird.
      „von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen.“
      Welche Soldaten? Nunja, die Jesuiten bezeichnen sich doch als Soldaten Christi. Gewehre und Pfeile sind Distanzwaffen. Genauso können es Tastaturen mit ihren einstellbaren Tastendruckwiederholraten und Mauspfeile sein. Es wird auch berichtet, mit der Medienarbeit im Vatikan seien inzwischen vor allem Jesuiten betraut worden.
      Warum sollten die Franziskus de-montieren? Es wird sicher wieder erzählt es sei gut für Franziskus und für die Kirche und für uns alle. (Und auch gut für den Mythos Franziskus.)
      Ein hoher Berg ist für den regierenden Papst mit vielen Schnauferern verbunden und deswegen ein geniales Bild.
      Das Kreuz aus rohen Stämmen von Korkeiche mag auf die Zugewandtheit des Papstes zum Volk hinweisen, denn diese wurde in Gemeinwäldern angebaut. Korkeiche hat eine äußere/männliche und eine innere/weibliche Rinde, welches auch immer wieder Thema ist. Jorge Mario Bergoglio hat eine Ausbildung im Bereich der Lebensmittelchemie gemacht, wie im Buch Kochen mit dem Papst zu lesen ist und da werden sicher Stoffe in Behältnissen aufbewahrt, die mit Kork verschlossen werden.
      „Wir sahen Leute an einem Spiegel vorbeigehen“
      Im Vatikan gibt es immer mal wieder und auch zur Zeit Leute, die aus Argentinien stammen.
      „Argentum Ar | g ẹ n | tum 〈 n.; -s ; unz. ; chem. Zeichen: Ag 〉 Silber [ lat. ]…“
      Früher hat man Spiegel aus Silber gefertigt.

      • Carla Maltese
        17.01.2020, 16:55 Uhr.

        Man sollte sich davor hüten, in jeden Zufall, in jedes Wortspiel eine „höhere Bestimmung“ reinlesen zu wollen. Schnell landet man bei der Wahrsagerei.

    • Carla Maltese
      17.01.2020, 17:10 Uhr.

      Es kann sich natürlich jeder seinen Lieblingspapst aussuchen, sofern er einen braucht.
      Ich jedoch frage mich gerade bei Ratzinger, wo die tollen „geistigen und geistlichen Impulse“ gewesen sein sollen. Außer Gekeife von wegen „Diktatur des Relativismus“, der unsäglichen Behauptung daß die Indigenos „wie die Kinder“ auf die Missionare gewartet hätten und edelsteinverzierten Mitren bei Papstmessen.

      Franziskus dagegen, der einfache Worte und deutliche Gesten wählt, tut das gerade weil er sich bewusst in erster Linie als Priester versteht, nicht als Theologieprofessor. Als jemand der zu täglich hart arbeitenden oder auch arbeitslosen Menschen spricht, nicht zu einem Prüfungsausschuss der eine Professur zu vergeben hat.

      Und vor allem:
      Unter Franziskus sieht man endlich mal Dinge voran kommen. Nicht in dem Tempo wie man es am liebsten hätte, aber es kommen die Dinge voran.

  • Eva KF
    15.01.2020, 15:42 Uhr.

    Wenn man den Film im Bayrischen Fernsehen „Klein Bayern im Vatikan“ gesehen hat, dann kann man sich kaum vorstellen, dass der emeritierte Papst Benedikt einen theologischen Beitrag zu einem Buch geschrieben hat. In diesem Film machte er den Eindruck eines Mannes am Ende seines Lebens, blind, schwerhörig und kaum mehr fähig zu sprechen. Erzbischof Gänswein versuchte verzweifelt, Benedikt ein paar Worte abzuringen. Auf einen außenstehenden Gläubigen, wie mich, macht die ganze Angelegenheit den Eindruck, dass Benedikt, ohne sein Wissen, institutionalisiert wurde, um Papst Franziskus bei der Endfassung zu seinem Schreiben über die Amazoniensynode zu beeinflussen. Für mich ist es erschreckend zu sehen, wie sich die Feinde von Papst Franziskus organisieren, um ihm zu schaden. Dass dieses Buch gerade jetzt erscheint, erscheint mir als kein Zufall, nachdem Papst Franziskus sein Amazonienschreiben für Ende Jänner oder Februar angekündigt hat. Dario Viganó musste im Jahr 2018 zurücktreten, weil er einen Brief vom emeritierten Papst Benedikt manipuliert hatte. Wie geht es jetzt mit Kardinal Sarah weiter?
    Heute wurde bekannt, wie stark die Kirchenaustritte in Österreich im letzten Jahr gestiegen ist. Solche Ereignisse sind sicher nicht dazu geeignet, die Zahl der Gläubigen zu steigern.

  • Carla Maltese
    16.01.2020, 13:06 Uhr.

    @Herr Erbacher:
    Es gibt Nachrichten zum Thema Südsudan. Wenn Sie etwas darüber?

    […]*

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      17.01.2020, 8:55 Uhr.

      Bisher ist mir nur bekannt, dass am Mittwoch Vertreter der verschiedenen politischen Parteien in Rom ein neues Abkommen unterzeichnet haben, das neben einer Feuerpause auch die Garantie für humanitäre Organisatoren geben soll, im Land den Menschen zu helfen.

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