Papst mahnt zu Offenheit und Frieden

„Pacem in terris – Frieden auf Erden“ lautet das Motto des Papstbesuchs in Bulgarien. Der zweitägige Aufenthalt gipfelte am Dienstagabend in einem Friedensgebet im Zentrum von Sofia. Dass es schon innerhalb der Christenheit am respektvollen Miteinander fehlt, wurde bei dem Treffen einmal mehr deutlich. Die bulgarisch-orthodoxe Kirche nahm nicht teil. „Mit dem Feuer der Liebe wollen wir das Eis der Kriege schmelzen“, so der Papst bei der Begegnung. Zuvor hatte Franziskus am Morgen die katholische Minderheit des Landes zur Offenheit aufgerufen – mit Blick auf die Ökumene, mit Blick auf Migranten und mit Blick auf neue pastorale Wege. „Ein offenes Haus zu sein verlangt auch heute, auf den Spuren von Cyrill und Methodius, mutig und kreativ zu sein“, so das Kirchenoberhaupt beim Treffen mit Katholiken des Landes im südbulgarischen Rakowski. Am Morgen besuchte Franziskus ein kleines Flüchtlingszentrum der örtlichen Caritas in Sofia. Dabei bezeichnete er Migration als „ein Kreuz der Menschheit“.

250 Kinder feierten am Morgen beim Gottesdienst mit Papst Franziskus in der Katholikenhochburg Rakowski ihre Erstkommunion. (Quelle: dpa)

Papst als Brückenbauer unterwegs

Die Reden des Papstes am zweiten Tag in Bulgarien machten einmal mehr deutlich, wie Franziskus sich die katholische Kirche vorstellt. Sie haben damit auch Bedeutung über das osteuropäische Land hinaus. Kritiker werden sagen, Franziskus habe einmal mehr nichts Neues gesagt. Positiv gewendet könnte man darin auch den Antrieb für die vielen Reisen erkennen, die dieser Papst, der als Erzbischof nur wenig gereist ist, in seinem Pontifikat macht. Er will den Menschen vor Ort seine Vision der Kirche vorstellen und vorleben. Das ist eine Kirche des Dialogs, die versucht Brücken zu bauen zwischen Menschen unterschiedlicher Nationen, Religionen und Kulturen.

Als Beispiel stellte Franziskus den bulgarischen Katholiken die engagierten Christen im Caritas-Flüchtlingszentrum vor, das er am Morgen besucht hatte. Dort gebe es viele Christen, „die gelernt haben mit den Augen des Herrn zu sehen, der sich nicht bei den Adjektiven aufhält, sondern jeden mit den Augen des Vaters sucht und erwartet“. Mit den Augen des Glaubens sehen, lade dazu ein, „sein Leben nicht damit zu verbringen, den Leuten Etiketten umzuhängen, je nachdem, ob jemand liebenswert ist oder nicht“. Dahinter steckt die zutiefst christliche Überzeugung, „dass jeder Mensch ein Kind Gottes ist, unabhängig von der ethnischen Herkunft oder dem religiösen Bekenntnis“. Die Mahnung des Papstes: „Um jemanden zu lieben, brauche ich nicht nach seinem Lebenslauf zu fragen.“

Frieden erfordert Dialog

Diese Idee ist auch leitend beim Engagement des Papstes im interreligiösen Dialog und für Frieden und Versöhnung. Inspiriert ist er dabei von seinem Namensgeber, dem heiligen Franz von Assisi, „der ganz von der Liebe zu Gott, dem Schöpfer und Vater aller, erfüllt war“. Daran erinnert der Pontifex beim Friedenstreffen am Nachmittag in Sofia. Immer wieder erinnert Franziskus in diesen Tagen an das „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen“, das er bei seinem Besuch in Abu Dhabi Anfang Februar zusammen mit anderen Religionsvertretern unterzeichnete: „Der Friede erfordert und verlangt, dass wir den Dialog als Weg nehmen, die allgemeine Zusammenarbeit zu unserer Verhaltensregel und das gegenseitige Verständnis zur Methode und zum Maßstab machen, um uns in dem, was uns vereint, zu begegnen, um in dem, was uns trennt, einander zu respektieren und um einander zu ermutigen, die Zukunft als Raum der Chancen und der Würde zu betrachten, insbesondere für die künftigen Generationen.“

Gerade die junge Generation liegt Franziskus sehr am Herzen. Das macht er bei seinem Kurzbesuch in Bulgarien immer wieder deutlich. Mehrfach erinnerte er daran, dass viele junge Menschen das Land verlassen, weil sie keine Zukunft sehen. Deshalb ruft er auch die Katholiken im Land auf, sich gerade um die jungen Menschen zu kümmern. Sie fänden „in den üblichen Strukturen oft keine Antworten auf das, was sie bewegt, auf ihre Bedürfnisse, Probleme und Verwundungen“. Deshalb brauche es „eine erneute Ideensuche für unsere pastoralen Einsätze“.

Pessimisten bringen nichts Gutes hervor

Bei all seinem Mutmachen und Mahnen vergisst Franziskus nicht, „dass es schwierige und besonders ungerechte Situationen und Momente gibt“, doch in Erinnerung an Johannes XXIII. warnt er vor Unglückspropheten, „die um sich herum nur Böses sehen“. Sein mittlerweile heiliggesprochener Vorgänger habe vielmehr stets dazu gemahnt, Vertrauen in die göttliche Vorsehung zu haben. Er zitiert Johannes XXIII. mit den Worten: „Ich habe nie einen Pessimisten getroffen, der etwas Gutes hervorgebracht hätte“. Der Herr selbst sei kein Pessimist, so Franziskus. „Männer und Frauen Gottes sind die, welche den Mut zum ersten Schritt haben; sie suchen auf kreative Weise ein Beispiel zu geben, indem sie bezeugen, dass die Liebe nicht tot ist, sondern jedes Hindernis überwunden hat.“

„Wir dürfen nicht vergessen, dass die schönsten Kapitel im Leben der Kirche dann geschrieben wurden, wenn sich das Volk Gottes kreativ auf den Weg gemacht hat, um gegenüber der jeweiligen Herausforderung die Liebe Gottes in jeden Augenblick der Geschichte hinein zu übersetzen.“ Das ist die Botschaft von Franziskus an die Katholiken in Bulgarien – und nicht nur an sie.

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

30 Kommentare

  • Carla Maltese
    07.05.2019, 0:00 Uhr.

    Ich bin die letzte die bestreiten würde dass die römisch-katholische Kirche ganz gewaltige Probleme hat und sich von Grund auf ändern muss.
    Schließlich bin ich selbst ausgetreten, aber nicht ins Nichts sondern hin zu einem anderen Kirchenbild. Und ich bereue es keine Sekunde..

    Aber, da bin ich mit Franziskus einer Meinung: Mir geht ein gewisses Dauergenoergel, ein gewisses alles schlecht machen müssen ohne selbst irgendwas positives tun zu wollen massiv auf den Senkel. Auch hier im Blog.
    Und ich empfinde es auch als ewiggestrig, alles vom Papst zu erwarten. Als ob der eine Gottheit auf Erden wäre die einem alles rechtmachen könnte.

    Ähnlich wie eine Debatte letztens auf der Arbeit, wo ich auf der ungesattelten Sau fortreiten wollte. Klimawandel ist ganz schlimm, ja, aber: Elektroautos sind auch ganz böse, Wasserstoff geht garnicht, und etwas mehr OEPNV nutzen wollen die Kollegen ganz sicher nicht. Ja was will man denn??

    Ich fände etwas weniger selbstgerechte Dauernoergelei und etwas mehr konkret werden was man für eine Art Kirche eigentlich will mal eine echte Erholung.
    Und: Man sollte vielleicht auch mal kapieren dass Kirche nicht nur aus Papst und ein paar gehorsamen Handlangern besteht (so das wojtywasche Kirchenbild), sondern dass jeder getaufte und gefirmte Christ auch glaubensmuendig ist und damit auch Verpflichtungen hat! Und zu denen gehört, auch mal zu sagen was für eine Kirche man will und nicht alles nur schlecht reden, den bequemsten Weg des Dauerjammerns zu gehen, ohne irgendjemandem mal eine Chance zu geben, etwas aufzubauen!

  • Alberto Knox
    07.05.2019, 13:11 Uhr.

    pessismisten und nörgler werden die welt gottlob nie in ihrem sinne ändern. einen optimisten als papst zu haben ist ein segen an sich.

    • bernardo
      12.05.2019, 8:14 Uhr.

      @ A. Knox: „pessismisten und nörgler werden die welt gottlob nie in ihrem sinne ändern. einen optimisten als papst zu haben ist ein segen an sich.“

      Ich denke, weder Optimismus noch Pessimismus sind gefordert, sondern ein radikaler Realismus, der als einziger zu einer vernünftigen Politik befähigen kann. Zu unterscheiden ist auch ein vordergründiger Optimismus, der schnell in Pessimismus umschlagen kann, wenn er enttäuscht wird, von der eschatologischen Hoffnung eines Christen.

  • Carla Maltese
    07.05.2019, 14:43 Uhr.

    Es ist halt was mir heutzutage so auf den Senkel geht: Die anderen sollen alle irgendwas machen, man selber ist zu bequem dazu.
    Und deswegen, weil man zu bequem zu allem ist und den Hintern nicht hoch bekommt, jammert man über alles nur herum und sucht mit voller Absicht überall nur das Schlechte. (Selbst wenn römisch-katholische Bischöfe dazulernen und reformbereit sind, werden sie als „Wendehaelse“ diffamiert. D. H. Sie bekommen schonmal keine Chance)

    Da gibt es eine herrliche Karikatur zum Thema Artensterben: Ehepaar im Garten, Mann mit der Giftspritze in der Hand neben Schild mit Aufschrift „Steingarten“, im Vordergrund so ein Maehroboter und die Frau liegt auf der Gartenliege und fragt: „Warum tut niemand was?“

    Und wenn man unter „Kirchenreform“ nur versteht: Der Papst soll jetzt sofort das und das anordnen, dann will man doch eigentlich keine Kirchenreform sondern einfach nur eine Fortsetzung der alten bleiernen Zeit, nur mit ein paar Annehmlichkeiten die es unter Wojtywa noch nicht gab.

    Für eine echte Kirchenreform muss man kapieren dass Kirche nicht nur aus Papst, ein paar treuen Handlangern und ein bisschen zahlendem Publikum besteht. Sondern dass jeder einzelne Christ genauso Kirche ist und damit eine Mitverantwortung trägt.

    Und sich damit auch Fragen muss: Was wollen wir denn für eine Kirche?
    Nicht immer nur: Was soll der Papst im fernen Rom für mich tun? (auch wenn der natürlich jederzeit kritisiert werden sollte, wenn er Mist baut, wie Franziskus mit dem China-Abkommen)

    Es bringt einem z. B. Einiges bei, wenn man in einem Büro mit mehreren Atheisten die Wahl hat ob man es sich bequem macht und stumm mit dem Strom schwimmt, oder ob man sich zum Glauben und sogar mehr oder weniger regelmäßigen Gottesdienstbesuchen bekennt und damit bewusst in Kauf nimmt, der komische Vogel zu sein.

  • Silberdistel
    07.05.2019, 18:41 Uhr.

    Ist nur zu hoffen, das dem Papst nicht auch noch die „one world“, sprich die westliche Sichtweise der „Globalisierung“, vorschwebt. Welche jede Kultur auf der Nulllinie von Konsum, Mindestlohn und Arbeit in Zeitverträgen, sowie jeglicher Beliebigkeit, einebnen will. Inklusive jener Lesart der ´one world´, das jedermann/-frau überall auf der Welt als Migrant Aufnahme finden muß. Gegenteilige, traditionelle Ansicht: „Zuerst die Eigenen“ wird ja bereits als schlimmer Rechtspopulismus und Nationalsimus gebrandmarkt.

    Doch auch wenn vor ´Gott´ alle Individuen gleich (-wertig) sind, so sind sie es längst nicht untereinander. Denn manche sind nunmal untereinander gleicher als andere und „Fernstenliebe“ kann noch längst keine Nächstenliebe ersetzen.
    Vielleicht zeigte man sich in der bulgarisch-orthodoxe Kirche deshalb derart angepisst das man sich noch nicht einmal in einem einfachen Friedensgebet einfinden wollte, da der rk-Papst die westliche Globalisierung, die im Grunde doch nur wiedermal westlichen Neoimperialismus darstellt, zu vehement vertritt?? Schade drum! Denn in dem Fall wäre die Nächstenliebe unter neuen/alten Brüdern & Schwestern im Grunde an der Fernstenliebe á la Globalisierung gescheitert.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      08.05.2019, 17:18 Uhr.

      Papst Franziskus kritisiert das westliche Modell der Globalisierung scharf und warnt immer wieder vor neuen Formen des Kolonialismus. Zugleich ist er überzeugt, dass es für Christen nicht auf Nationalitäten oder religiöse Zugehörigkeit ankommt. Daher passt er nicht in übliche Schubladen.

      • Silberdistel
        08.05.2019, 20:04 Uhr.

        @Jürgen Erbacher
        08.05., 17:18 h
        Mein Beitrag hob speziell auf die Migrationspolitik ab, die in den osteuropäischen Ländern ganz anders gesehen wird als im Westen; nämlich ablehnend gegenüber dem ungehemmten Zuzug von s.g. „Kulturfremden“. Sei in der Deutlichkeit hiermit nachgetragen.

        • Novalis
          11.05.2019, 1:28 Uhr.

          „ungehemmt“ ist eine glatte Lüge. Dass Herr Erbacher ein post mit dem nationalsozialistisch profilierten Wort „kulturfremd“ (mit Hilfe dieser Vokabel wurden nämlich die deutschen Juden nach 1933 um ihre staatsbürgerlichen Recht gebracht – die Juden seien „kulturfemd“) durchgehen lässt, wundert mich.

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            11.05.2019, 9:45 Uhr.

            Für die Inhalte der Posts sind die jeweils Schreibenden verantwortlich. Wir gehen davon aus, dass die Schreibenden sich darüber bewusst sind, was sie schreiben. Die Äußerungen stellen in keinem Fall die Meinung der Redaktion dar. Das gilt auch für andere Posts, etwa wenn in verallgemeinernder Form über Angehörige von Volksgruppen, Ethnien oder Angehörigen von Religionen geschrieben wird.

          • Silberdistel
            11.05.2019, 10:00 Uhr.

            Novalis
            11.05., 1:28 h
            Vielleicht ist @Herr Erbacher vor lauter ´political correctness´ doch noch nicht, wie andere, der allgemeinen Hysterie verfallen, wenigstens gefühlt nur noch von Neonazis oder zumindest „Rechtspopulisten“ umzingelt zu sein?! Welche man am Besten mit Nazi- oder kommunistischen Zensurmethoden mundtot macht, sofern die eigene Zensurschere im Kopf nicht schon früher gegriffen hatte. Jedenfalls, solange ich selbst der Überzeugung bin die vertretbare Wahrheit zu veröffentlichen, werde ich mich auch gerne alles heißen lassen (müssen). Schönen Tag.

          • bernardo
            14.05.2019, 20:21 Uhr.

            @ CM: Sie fragten, was luzide bedeutet. Es bedeutet einsichtig – und damit das Gegenteil gewisser Ausführungen hier im Blog.

            Ich schlage vor, mit Nazivorwürfen in Zukunft vorsichtiger hier umzugehen. Dies nicht an Ihre Adresse, sondern an die eines anderen Bloggers. Es trägt nicht gerade zur besseren Atmosphäre und zum gegenseitigen Verständnis bei.

        • Novalis
          11.05.2019, 3:05 Uhr.

          „Das Maß an Sehnsucht nach der Einheit des Nichtfremden, welches er aufbringen muss, um sich als verfolgtes Opfer bipolarer migrantischer Botschaften zu verstehen, mag anstrengend sein. Es ist aber nicht schlimmer als, sagen wir, für den Münchner der Anblick eines Hamburgers, der Weißwurst mit dem Löffel isst und dabei in gepflegtem Starnbergerisch von den verkannten Vorzügen des Matjes berichtet.“

          • Silberdistel
            11.05.2019, 10:20 Uhr.

            Novalis
            11.05.2019, 3:05 Uhr.
            Dann nehmen sie ganz einfach mal den bodycount jener vor, die bei der kulturellen Konfrontation eines matjesschlürfenden Hamburgers und eines Weisswurschtzuzzelnden Münchners auf der Strecke, sprich Friedhof, geblieben sind. Und jener Opfer, die aufgrund der Konfrontation von Menschen mit einer völlig anderen kulturellen Prägung und Sozialisation, zu Schaden gekommen sind. That´s it!
            Ich weiß nicht was ihren Realitätssinn und der von anderen, derart eintrübt, das sie das Ergebnis dieses bodycount nicht sehen wollen oder können? Vermutlich dürfte die Ursache Politik sein, die alles verspricht aber nichts halten muß.

          • bernardo
            14.05.2019, 20:24 Uhr.

            @ Novalis: „Das Maß an Sehnsucht nach der Einheit des Nichtfremden, welches er aufbringen muss, um sich als verfolgtes Opfer bipolarer migrantischer Botschaften zu verstehen, mag anstrengend sein.“

            Können Sie das bitte ins Deutsche übersetzen? Danke.

    • Carla Maltese
      08.05.2019, 23:48 Uhr.

      Zum Thema was Franziskus meint, hat Herr Erbacher schon genug gesagt.

      Zum Thema Wert von Menschenleben:
      Ich hoffe dass Sie nicht ernsthaft meinen dass der Wert eines Menschenlebens davon abhängt, wieviele km um Ihren Heimatort entfernt jemand geboren wurde??

      Es wäre schon viel gewonnen, wenn wir bindende Standards in gerechtem Welthandel einführen würden (Fair Trade sind noch immer Nischenprodukte), keinen Waffenhandel mehr außerhalb von NATO-Staaten mehr zulassen würden, auch nicht über eine von Heckler&Koch gern genutzte Gesetzesluecke, es unterlassen würden, durch unsere Landwirtschaftsueberschuesse andere Binnenmaerkte zu zerstören und anderen den Fisch wegzufangen.
      Doch, soviel „Fernstenliebe“ dass die Lebensgrundlagen anderer Völker respektiert werden muss sein!!.

      • Silberdistel
        10.05.2019, 10:57 Uhr.

        Carla Maltese
        08.05., 23:48 h
        Den Wert eines Menschenlebens habe ich nicht zu bestimmen, jedoch bestimmt die Entfernung um meinen Heimatort herum, wer nunmal mein Nächster ist.

        Selbstbezichtigungen und -anklagen sind nicht immer der Wahrheit letzter Schluß. So ist im Hinblick auf Binnenmärkte von Drittweltländern durchaus die Frage erlaubt, warum diese sich nicht durch einen gesunden Protektionismus, also Zölle/Einfuhrbeschränkungen usw. schützen. So wie aktuell ein Herr Trump verfährt, der höhere Zölle auf einige chinesische Produkte erhebt. Dieser Protektionismus, d.h. Zölle, sind die standardisierten Instrumentarien des Welthandels! Doch wenn diese unterbleiben, bzw. Schürfrechte oder Fangkonzessionen nicht selten an Erwartungen von korrupten inländischen Verantwortlichen geknüpft sind, werden diese natürlich zu Lasten der einheimischen Bevölkerung ausgehöhlt. Wiegesagt, die Wahrheit liegt manchmal eben doch etwas tiefer, als nur bei der eigenen Schuld.

        • Carla Maltese
          11.05.2019, 0:06 Uhr.

          Genau das wollen sie ja!!
          Zumindest die Staaten Afrikas würden gern ihre Binnenmaerkte schützen, aber geht nicht, weil sie „Frei“handelsabkommen mit der EU aufgezwungen bekommen!

          Hinzu kommt dass die Währung von 9 afrikanischen Ländern in Paris festgelegt wird.

          Und eingerechnet sind hier nicht die Länder die ohnehin den CSA-Franc am Hals haben.

          Und was wird wohl passieren, wenn das Land Niger tatsächlich seine Uranvorkommen verstaatlicht und Areva rausjagt?
          Nun, da war ein demokratisch gewählter iranischer Premierminister, der wollte dort die Bodenschätze Verstaatlichen. Er hieß Mossadeq. Nun, die Amis und die Briten waren dann nicht zimperlich, googeln Sie mal unter „Operation Ajax“.

          Kleine Projekte in Sachen fairem Handel oder Entwicklungszusammenarbeit beweisen durchaus, dass man einiges tun kann ohne korrupte Eliten zu füttern.
          Es mangelt nicht am Willen vor Ort.
          Aber da wo ich nebenbei aktiv bin hat die staatliche Entwicklungshilfe nicht zwangsweise den besten Ruf.

        • Novalis
          11.05.2019, 1:30 Uhr.

          Jeder Mensch ist für einen Christen der Nächste. Es ist Ihnen unbenommen kein Christ zu sein. Dann sind Sie sich selber der Nächste.

          • Silberdistel
            11.05.2019, 18:39 Uhr.

            Novalis
            11.05., 1:30 h
            Schön diese Insinuation, wie sich ein Christ zu definieren hat. Im Hinblick auf die andiskutierte Massenmigration nach Europa aus völlig kulturfremden Regionen der Welt heraus, entchristianisieren sie damit jedoch praktisch alle osteuropäischen Staaten, sowie große Teile Westeuropas selbst, die die „one world“ noch nicht bei ihnen angekommen sehen wollen.
            Übrigens hat „Der Fernste“ bis vor kurzer Zeit immer professionelle Hilfe durch die UN vor Ort erfahren und anschließend beim Wiederaufbau des zerstörten Landes zur Verfügung stehen können. Anstatt in aller fremden Welt mehr oder weniger nur herum zu irren.

            Wenn Papst Franziskus in Bulgarien in ähnlichem Stil so verfahren hat wie sie mit ihrer Insinuation (Wovon eigentlich auszugehen ist, denn er ist im HInblick auf die Massenmigration ja für die „one world“), dann wird allerdings nur zu verständlich, warum man sich noch nicht einmal zu einem gemeinsamen Friedensgebet einfinden wollte. Denn dann liegt der Konfrontationswille eindeutig auf kath. Seite und solch ein „Friedensgebet“ wäre nur zur Heuchelei verkommen.

          • Carla Maltese
            14.05.2019, 23:53 Uhr.

            Solange wir hier von Rohstoffen anderer Länder leben, z.B. Soja für Öl, Lezithin und Tierfutter oder Tantal (als Erz auch Coltan) für unsere Handys, und solange Geld für unsere Waren aus fremden Ländern zu uns fließt, manchmal leider gegen den Willen der bertreffenden Länder, weil sie sich gegen „Frei“handelsabkommen nicht wehren können, also solange wir von anderen Ländern noch immer profitieren, z.B. weil die anderen für einen Hungerlohn unsere T-Shirts nähen, hat sowieso niemand ein Recht drauf zu behaupten daß diese Menschen zu fern wären um ihnen zu helfen!

          • bernardo
            15.05.2019, 13:30 Uhr.

            „Jeder Mensch ist für einen Christen der Nächste. Es ist Ihnen unbenommen kein Christ zu sein. Dann sind Sie sich selber der Nächste.“

            Es gibt schon so etwas wie ein Konzept abgestufter Verantwortung: Zuerst die eigenen Eltern oder Kinder, dann die Verwandten, die Freunde, dann andere Menschen. (Wie bereits Thomas von Aquin ausgeführt hat…) Gerne wird ja in diesem Zusammenhang das Gleichnis vom barmherzigen Samariter erzählt, das allerdings damit endet, dass der Samariter, nachdem er die Wunden des Verletzten verbunden hat, diesen in den nächsten Gasthof bringt und dem Wirt Geld gibt, damit er ihn bei sich behält, bis die Wunden verheilt sind. Er nimmt den Verletzten nicht in sein Haus, wo dieser dann bis ans Ende seiner Tage auf Kosten des Samariters leben kann.

  • Carla Maltese
    08.05.2019, 10:14 Uhr.

    Zwei Dinge möchte ich noch sagen, als Zusammenfassung.

    A) Zu erwarten dass er höchstpersönlich jede kleine Pfarrei reformiert, überfordert und überlastet auch einen Franziskus.
    So bewundernswert er ist, er ist ein älterer Mann, keine Gottheit auf Erden.
    Seine Grenzen zeigen sich z. B. Darin, dass er in der Schweiz einen äußerst unbeliebten Bischof mit wirklich eigenartigen Ansichten verlängert hat. Das Problem liegt im System: Von ihm wird verlangt dass er alle infrage kommenden Priester in der Schweiz genauso kennt wie in Nigeria oder Guatemala.

    B) um das Evangelium neu zu verbreiten, braucht es vor allem Christen die von sich aus Glauben. Nicht solche die nur drauf warten was der Papst sagt.
    Der Papst ist weit weg im fernen Rom wenn man sich im nicht gläubigen Umfeld zum Glauben bekennen soll.
    Und wenn man da nur zu sagen hat was der Papst gesagt und gemacht hat oder auch nicht, dann macht man sich einfach nur hochgradig lächerlich.

    • Wanda
      08.05.2019, 23:38 Uhr.

      Carla Maltese 08.05. 10:14
      – Stehe wohl auf der Leitung. Was wollen Sie denn unter B) eigentlich sagen ?
      Etwa Missionierung (Evangelium verbreiten) oder wildern bei anderen Religionen, die ja laut Franziskus alle nur als brüderliche Varianten zu verstehen sind, die in der Verschiedenheit doch nur alle den gleichen Gott verehren ?

      • Carla Maltese
        11.05.2019, 0:16 Uhr.

        Ich denke nicht wie die Zoroastrier oder die Jesiden, deren Glaube nur für geborene Gemeindemitglieder bestimmt ist. Überlegen Sie mal: Die haben einen Glauben den sie natürlich für richtig halten, aber nur wer von der „richtigen“ Abstammung ist hat ein Recht darauf!.

        Ich halte das Evangelium für richtig, und für zu kostbar um es nur Kindern von Christen anzubieten.
        Jeder der möchte soll es hören können.
        Niemandem soll das Wort Gottes durch Zwang aufgedrueckt werden, denn das entspricht nicht Gottes Willen.
        Aber idealerweise sollen möglichst viele Menschen eine Chance erhalten, wenigstens davon zu erfahren.

  • Novalis
    08.05.2019, 10:25 Uhr.

    Konfrontationswille ist nie ein Signet für christliche Gesinnung; gottlob geht Franziskus christlichere Wege als manch einer seiner Vorgänger. Gut auch, dass Franziskus die junge Generation wertschätzt – schließlich zerstören die Alten durch das perverse kapitalistische Wirtschaftssystem die ökonomischen und ökologischen Grundlagen zukünftiger Generationen…

    • Silberdistel
      08.05.2019, 20:18 Uhr.

      Novalis
      08.05., 10:25 h
      Sie haben doch hoffentlich nichts gegen eine ordentliche Streitkultur?! Noch vor der Nächstenliebe kommt der Respekt und die Achtung vor dem Nächsten. Dissensegibt es immer! Und wenn eine offene, klärende Aussprache nicht möglich ist, so ist dem Nächsten selbstverständlich zugestanden „hinten herum“ seinen Unmut zu signalisieren. Alles andere wäre die Aufrechterhaltung einer Harmonie, die längst keine mehr ist sowie ein Zukleistern, das für alle Beteiligten nur angestrengend wirkt.

      • Novalis
        10.05.2019, 17:40 Uhr.

        KonfrontationsWILLE. Das sagt doch alles.

    • Wanda
      11.05.2019, 15:07 Uhr.

      Unkritisch bis zum Geht-nicht-mehr, was Franziskus angeht. Deutlich übersteigerte Fan-Bewunderung (fast groupie-ähnlich).
      Wird vermutlich zensiert obwohl es ja keine Beleidigung ist, aber mir fällt dazu kein anderer Vergleich ein. . .

      • Silvia
        14.05.2019, 10:23 Uhr.

        Wanda
        11.05.2019, 15:07 Uhr.

        Gut auf den Punkt gebracht. Genau dieses Verhalten wird auch in dem von mir erwähnten Buch gut analysiert.

        Es sind diese Fans, die es dem Papst ersparen, echte Reformen in Angriff zu nehmen, weil sie sich von seinen Worten und Gesten betören lassen.

        Ging mir am Anfang auch so, aber nach zwei Jahren bin ich allmählich aufgewacht.

  • bernardo
    14.05.2019, 20:16 Uhr.

    „Papst Franziskus kritisiert das westliche Modell der Globalisierung scharf und warnt immer wieder vor neuen Formen des Kolonialismus. Zugleich ist er überzeugt, dass es für Christen nicht auf Nationalitäten oder religiöse Zugehörigkeit ankommt. Daher passt er nicht in übliche Schubladen.“

    Okay, aber diese Kritik wird von einem Mann wie Kardinal Sarah glaubwürdiger vorgetragen, der nicht nur die globalen Konzerne und Banken, das frei flottierende Kapital, sondern auch die ungehemmte Migration kritisiert. Und dabei nicht an Mahnungen an das dekadente Europa spart. Meine Güte, was erleben wir für einen kulturellen, moralischen, politischen, wirtschaftlichen und demographischen Niedergang…

    Warum ist die Haltung Sarahs konsequenter als die des Papstes? Weil frei flottierendes Kapital und frei flottierendes „human capital“ zwei Seiten derselben Medaille sind. So ist es kein Wunder, dass ein Erzkapitalist wie George Soros, der „Philanthrop“ (wohl im Dickenschen Sinne), der mit seinen Währungsspekulationen gegen das britische Pfund die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs schwer schädigte, für eine ungehemmte Migration eintritt und über seine Stiftungen das Anliegen fördert.

    Der Mensch ist eben kein „homo migrans“, wie uns gewisse „Migrationsforscher“, die eher Aktivisten sind, weismachen wollen, sondern ein Wesen, das in seiner Kultur aufblühen soll. Wenn dann ist er im Idealfall ein „homo peregrinans“ auf dem Weg zu Gott…

Kommentare geschlossen

Dieser Beitrag kann nicht länger kommentiert werden.