Kirchenaustritte auf hohem Niveau

Jedes Jahr im Sommer veröffentlichen die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland ihre Statistikzahlen. Seit Jahren ist das Ergebnis eher deprimierend. Denn die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland schrumpfen weiter. Auch 2017 sind die Mitgliederzahlen gesunken – bei den evangelischen Landeskirchen mit 390.000 mehr noch als bei der katholischen Kirche mit 270.000 Mitgliedern weniger. In beiden Kirchen sind die Austrittszahlen gegenüber dem Vorjahr wieder leicht gestiegen. Aus der katholischen Kirche sind rund 168.000 Mitglieder ausgetreten (2016: 162.000), aus den evangelischen Landeskirchen rund 200.000. Die Kirchen führen die Entwicklung vor allem auf den demografischen Wandel zurück. Doch alleine damit dürften sich die hohen Austrittszahlen nicht begründen lassen.

Beim Abschlussgottesdienst des Katholikentags in Münster Mitte Mai war der Platz gut gefüllt. In den Gemeindegottesdiensten hingegen sieht es meist anders aus. Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist 2017 weiter gesunken auf 9,8 Prozent. 2016 waren es noch 10,2 Prozent der Katholiken, die regelmäßig am Gottesdienst teilnahmen, 2010 sogar 12,6 Prozent. (Foto: dpa)

Zahlen müssen aufrütteln

660.000 Mitglieder haben die beiden großen christlichen Kirchen im vergangenen Jahr verloren. Das sind 25 Prozent mehr als 2016. Damit gibt es 21,5 Millionen Protestanten und 23,3 Millionen Katholiken in Deutschland. Das sind 54 Prozent der Gesamtbevölkerung von 82,7 Millionen. 2005 waren noch 62 Prozent der Bevölkerung Mitglied in einer der beiden großen Kirchen.

Nun ist es zunächst einmal nichts negatives, wenn die Menschen die Möglichkeit nutzen, sich für oder gegen eine Kirche respektive Religionsgemeinschaft zu entscheiden. Zieht man aber Untersuchungen heran, die in den vergangenen Jahren in mehreren Diözesen zum Thema Kirchenbindung, Austrittsmotiven etc. gemacht wurden, gibt das schon zu denken. Im Bistum Essen etwa wurde dabei deutlich, dass vor allem jüngere Menschen mit den Moralvorstellungen der katholischen Kirche nicht übereinstimmen und sie auch für wenig glaubwürdig halten. Die „Arroganz der Bischöfe“ wurde von Einzelnen ebenso kritisiert, wie eine fehlende Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Das Argument, viele der üblichen Reformforderungen an die katholischen Kirche seien doch in der evangelischen Kirche realisiert und dort sehe es bezüglich des Mitgliederschwunds nicht besser, sondern eher schlechter aus, ist zu kurz gegriffen. Denn beide Kirchen sollten sich fragen, was an ihrem jeweiligen Kirche-Sein mangelhaft ist. Können die sinkenden Zahlen nicht auch schlicht ein Ausdruck sein für die Tatsache, dass eben in beiden Formen nicht der Kern von Kirche sein in der Welt von heute getroffen ist? Sicher ist auf jeden Fall, dass die Zahlen die Verantwortlichen beider großen Kirchen aufrütteln müssten.

Eine ganze Reihe der Faktoren, die für Menschen zur Entfremdung von Kirche führen, gehören nicht in den Bereich der so genannten „heißen Eisen“, die angeblich nicht verändert werden können. Da geht es für viele Menschen um Glaubwürdigkeit, Authentizität, eine Kommunikation auf Augenhöhe und der Blick für die Nöte der Menschen. Dass auch bei den „heißen Eisen“ ein „weiter denken“ möglich ist, zeigen die Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit in Bezug auf wiederverheiratete Geschiedene oder die konfessionsverschiedenen Paare. Warum nicht auch beim Thema Pflichtzölibat? Die Kirchen haben es also durchaus in der Hand, etwas zu verändern, ohne dabei gleich das Kind mit dem Bad auszuschütten und die Grundfesten des christlichen Glaubens über Bord zu werfen. Dass man bisweilen auf die Aussage trifft: Papst ja, aber die Kirche eher nein, müsste allen Seiten zu denken geben: den Verantwortlichen in der Kirche, inklusive dem Papst, aber auch denen, die diese Aussage treffen. Denn auch einen Papst gibt es nicht ohne Kirche.

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Jürgen Erbacher

Seit Juli 2018 leite ich die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben katholisch", für die ich seit 2005 über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche berichte. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

52 Kommentare

  • Novalis
    20.07.2018, 22:41 Uhr.

    Wenn denn die Kirchenoberen tatsächlich halten würden, was sie so predigen… dann würde man ihnen auch glauben, vorausgesetzt, dass Gepredigte ist auch mit der Vernunft nachvollziehbar. Der Ausschluss von Verheirateten und Frauen vom Amt, die pathologische Homophobie und auch die neuantijudaistischen Anwandlungen von Benedikt und Co. sind jedenfalls nicht nachvollziehbar. Schlimmste Beispiele wie Tebartz oder Gerhard Ludwig Müller sind ja auch bezeichnend abschreckend.

    • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
      25.07.2018, 18:33 Uhr.

      Bislang habe ich Sie zugegebenermaßen nicht ernst genommen, was Benedikt und evtl Antijudaismen angeht.

      Zum einen sind Sie echt fixiert auf ihn, Sie packen ihn bei jedem einzelnen Thema aus.

      Zum anderen dachte ich, dass es schon längst hohe Wellen geschlagen hätte, wenn er wirklich etwas antijuedisches verzapft hätte, ich weiß ja was ich abbekommen habe, weil ich gegen die israelische Besatzung in Palästina bin, dabei ist das nicht antijuedisch. Ich bezweifle dass die Brutalität der Soldaten an den Checkpoints mit den Werten des Judentums vereinbar ist.

      Aber gestern kam da was auf katholisch.de… Da hat einer beschrieben, dass Benedikt wohl doch einen bösen Hammer in der Hinsicht vom Stapel gelassen hat.

      Ich frage mich: Warum macht er das?? Was soll das, was hat ihn geritten??

      • Alberto Knox
        26.07.2018, 13:13 Uhr.

        ich habe auch immer die stirn gerunzelt, wie man ratzinger für einen großen theologen halten kann. da ist kein einziger eigener gedanke, nicht ein dogma auf anregende weise neu durchdacht, erschlossen. nur eine potemkinsche sprache. michael böhnke schreibt hierzu klar und deutlich

        „Mit im Gewand frommer Unschuld auftretender teuflischer Verschlagenheit wird dabei die Komplizenschaft von Geist und Macht unter den Tisch gekehrt.“

        und außerdem schreibt er, dass gleich drei legenden damit widerlegt werden: ratzinger habe VERSPROCHEN, still zu sein. dieses versprechen BRICHT er laufend und sabotiert seinen nachfolger damit. die tatsache, dass ratzingers antisemitischer traktat nicht für die öffentlichkeit bestimmt war, zeigt dies mehr als deutlich!
        die zweite legende ist die des uninformierten ratzinger. seit den siebziger jahren treiben die piusbrüder ihr antisemitisches unwesen und ratzinger will, wiewohl ständig von den piussen beschimpft NIE etwas davon mitbekommen haben? obwohl er noch lange jahr als honorarprof in regensburg veranstaltungen gab und die universitätsbibliothek benutzte, in der das mitteilungsblatt der piusse ausliegt? ich persönlich halte das für eine lüge. und GELOGEN hat b16 mindestens nachweislich einmal in seinem pontifikat in summorum pontificum. ratzinger hat übrigens bei der karftreitagsfürbitte keinen eigentext gestrickt, sondern hat auf eine vorfassung aus der erprobungszeit des neuen messbuches zurückgegriffen. diese vorfassung der fürbitte ist schlicht nicht in einklang mit nostra aetate, und deswegen auch abgeschafft worden.
        „Drittens aber ist die Veröffentlichung der Anmerkungen dazu geeignet, mit der Legende aufzuräumen, dass Joseph Ratzinger ein großer Theologe genannt werden müsste. Sie offenbaren in kaum zu überbietender Klarheit die unter dem Mantel frommer Unschuld daherkommende Methode einer Hermeneutik der Kontinuität, die in der Lage ist, die Tradition in eine neue, längst überwunden geglaubte Richtung zu lenken. Der Wiener Oberrabbiner Arie Folger hat das in der Jüdischen Allgemeinen zutreffend als ‚ahistorischen Revisionismus‘ bezeichnet.“

        • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
          28.07.2018, 15:03 Uhr.

          Ich kann das mit den theologische natürlich nicht so beurteilen, ich bin keine Theologin.
          Aber auf jeden Fall bin ich mir in einem sicher: Was Ratzinger ganz entschieden fehlt, ist Einfühlungsvermögen. Er hat kein Gefühl für Lebenssituationen die nicht so ganz brav römisch-katholisch geprägt sind. Das zeigte sich in eklatantester Weise in seiner Ansprache, als er tatsächlich behauptete daß die Indianer kindlich darauf gewartet hätten, daß die Weißen das Evangelium bringen.
          Wer so etwas sagt, obwohl längst bekannt ist, daß die Eroberung beider Amerikas und die Zwangschristianisierung unglaublich brutal ablief, mit scheußlichsten Verbrechen die durchaus mit dem Holocaust in einer Reihe stehen, der hat ein persönliches Defizit. Er kann sich nicht in andere kulturelle Hintergründe, in andere Lebensumstände einfühlen.

        • @ bernando
          29.07.2018, 19:12 Uhr.

          An Jesus Christus führt kein Weg vorbei – außer für Juden, Muslime, Buddhisten, Hindus, Schamanisten, Shintoisten, Konfuzianer, Atheisten, Agnostiker uvam. Und überhaupt : Nicht Christus erlöst, sondern der Dialog…

      • Alberto Knox
        26.07.2018, 13:16 Uhr.

        p.s.: warum ratzinger das macht, was ihn da geritten habe, fragen sie. das müssen sie ihn selber fragen.
        aber als erklärungen bleiben senilität oder – ratzinger war schon immer der, als der er sich eben jetzt outet: ein reaktionär, der mit seiner sprache viel vernebelt hat. ein reaktionär, der in einem rechtsradikalen verlag publiziert hat. ein reaktionär, der nach 30 jahren immer noch nachtragend, kleinliche fehden mit einem guten deutschen dogmatiker (peter hünermann) noch auszutragen meinen muss.

        • @ bernando
          29.07.2018, 11:10 Uhr.

          Endlich haben wir den Schuldigen an der Misere gefunden – den uninformierten, den großen Hünermann angreifenden theologisch dilettierenden Joseph Ratzinger.

          Was die Migrationsdebatte angeht: Es geht nicht um die Frage, ob die Migranten gut oder schlecht sind, sondern ob es eine bedingungslose Aufnahme gibt oder eine Kontrolle und Steuerung und ob wir bei begrenzten finanziellen Mitteln mehr für Flüchtlinge in ihren Heimat- bzw. Nachbarländer erreichen – siehe Paul Collier. Die Bischöfe, die auf das moral boasting und virtue signaling nicht verzichten können, sollten nicht vergessen, dass das Gegenteil von gut in der praktischen Politik das gut gemeint ist.

      • Novalis
        27.07.2018, 21:42 Uhr.

        Liebe Carla Maltese,

        „Zum einen sind Sie echt fixiert auf ihn, Sie packen ihn bei jedem einzelnen Thema aus.“

        Sehen Sie es mal andersherum: Der Mann hat sich allzuständig gefühlt (und tut das immer noch) und meinte alles zu wissen und das auch noch besser. Und er hat bei ganz vielen Themen eben auch Mist gebaut! Ich persönlich glaube, dass da auch vieles auf entwicklungspsychologische Fehleinstellungen zurückzuführen ist, aber das entschuldigt ihn eben nicht.

        Ratzinger schrieb aber schon 1961, dass Israel nicht dem Gottesvolk entsprach und dass die christliche Gemeinde das wahre Israel sei.

        Gottseidank wird ihm das nicht mehr durchgehen gelassen, denn das ist einfach theologischer Antisemitismus.

      • Novalis
        27.07.2018, 21:59 Uhr.

        Der evangelische Theologe Frankemölle hat bei Ratzinger übrigens schon vor einigen Jahren die Substitutionstheologie, die Ratzinger so sehr abstreitet, nachgewiesen…

  • Silberdistel
    21.07.2018, 18:10 Uhr.

    Gleichzeitig hat wie gewohnt die Esoterik ihren Zulauf, jegliche ´Verschwörungstheorie´, sowie in vor noch 2-3 Jahrzehnten nie erahnt, die islamische Religion.
    Wenn jemand an Autorität verliert, dann hat er zuvor definitiv an Glaubwürdigkeit und Authenzität verloren. So simpel kann Ursachenforschung sein! Es fängt schon an, das man das 1. Gebot nicht mehr so ganz ernst nimmt: ICH BIN DER HERR, DEIN GOTT! DU SOLLST NICHT ANDERE GÖTTER HABEN NEBEN MIR!
    Die Frage ist, ob ´Gott´ und Jesus Christus heute noch in den großen christlichen Kirchen in persona zu finden sind, oder je zu finden waren. Ob die Botschaft ´Gottes´ je verstanden wurde, man sich je wirklich die Mühe dazu gegeben hat. Oder diese im jeweiligen Zeitgeist durch Surrogate wie Finanzen, oder einer menschlich-kleingeistigen und egoistischen Theologie ersetzt wurden.
    So haben sich die großen christlichen Kirchen heute vollkommen dem Zeitgeist Commerz unterjocht, sind zu Ritualdienstleistungskonzernen mit angeschlossenen karitavien Unternehmen degeneriert, die Steuersparmodelle und automatisierte und anonymisierte Bankeinzugsverfahren, nutzen. Deren führende theologische Köpfe es zulassen, das urchristliche Feiertage in nichtssagende Allerweltsbegriffe umbenannt werden und das christliche Kreuz nicht mehr gern öffentlich gezeigt wird. Man schafft sich also langsam aber sicher im Neusprech „selbst ab“ oder „löscht sich“, indem man zuvor mit seiner Symbolik genauso verfahren ist.
    Man sollte wieder dem 1. Gebot mehr Bedeutung zumessen: Kirche gehört keinen Theologen oder Managern. Kirche gehört ganz primär und ausschließlich ´Gott´ und Jesus Christus; samt ihrer Entourage, also inklusive bis zu den Erzengeln (allen Ernstes). Letztere, die man in vergangenen Zeiten auch schon willig abgeschafft hat, zugunsten von menschlichem Denken. Dann erst werden christliche Glaubensgemeinschaften wieder en gros „das Salz der Erde und das Licht des Lebens“ sein (Matth. 5,13-16), die Zulauf bekommen wie zu Zeiten des Römischen Reiches.

  • Silvia
    22.07.2018, 12:55 Uhr.

    Silberdistel
    21.07.2018, 18:10 Uhr.

    Hundertprozentige Zustimmung meinerseits.

    Übrigens fällt mir jetzt im Sommer auf, dass viele Frauen und manchmal auch Männer eine Halskette mit einem Kreuz tragen, was mir in dieser Häufigkeit noch vor einem Jahr nicht aufgefallen ist.

    Allerdings hat sich diese Tendenz noch nicht bis zu den Gottesdienstbesucherinnen in meiner Gemeinde durchgesetzt, da ist man mit Kreuzhalskette (als Frau) immer noch eine Exotin und erntet „komische“ Blicke, was im Einklang mit den von Ihnen getroffenen Feststellungen steht.

    • Silvia
      22.07.2018, 15:13 Uhr.

      P.S:

      Der sogenannte Kreuzerlass des bayerischen Ministerpräsidenten hat ja auch gerade bei Berufskatholiken, auch hier im Forum, für Empörung gesorgt. Als „Normalkatholikin“ kann ich darüber nur den Kopf schütteln.

      • Silberdistel
        24.07.2018, 7:49 Uhr.

        @Silvia und der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm sowie Kardinal Marx legen unlängst ausgerechnet in Jerusalem ihr Kreuz ab…. – Ob der Hahn dabei gekräht hat (In Anlehnung der s.g. „Verleugnung des Petrus“), ist allerdings nicht überliefert.

        • Silvia
          25.07.2018, 12:51 Uhr.

          Silberdistel
          24.07.2018, 7:49 Uhr.

          Das wird den Herren auch immer wieder angekreidet. Ich denke, es sind wie schon zu Jesu Zeiten, eher die „einfachen Leute“, die sich öffentlich zu ihm bekennen als die Kirchenfunktionäre und die, die sich auch als „nur“ Ehrenamtliche in den Gemeinden zu den VIP`s zählen, was zum Glück nicht alle sind.

      • Novali
        24.07.2018, 18:01 Uhr.

        Nicht den Kopf schütteln angesichts eines Erlasses (bei einem Verstoß gegen diesen bleibt der Freistaat seltsamer Weise untätig, derselbe Freistaat, der sonst aus jeder bei Rot überquerten Ampel eine Affaire macht) kann nur, wer nicht verstanden hat, was es heißt, dass unser Staat weltanschaulich neutral ist.

        • Silvia
          25.07.2018, 12:56 Uhr.

          Novali
          24.07.2018, 18:01 Uhr.

          Unser Staat ist inzwischen weltanschaulich so „neutral“, dass muslimische Lehrerinnen mit Kopftuch unterrichten dürfen (allgemeine Fächer, nicht Religion), bei städtischen Behörden Frauen mit Kopftuch als Sachbearbeiterinnen arbeiten und Krankenschwestern mit muslimischem Kopftuch in den Kreiskrankenhäusern ( diese Krankenhäuser befinden sich in Trägerschaft der Landratsämter).

          • Brigitta
            26.07.2018, 1:15 Uhr.

            Gut so
            Klosterfrauen und -Brüder arbeiten oder haben auch in ihrer Klostertracht gearbeitet

          • Silberdistel
            26.07.2018, 10:33 Uhr.

            Brigitta
            26.07., 1:15 h
            Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, das Klosterfrauen und -Brüder ganz klassisch zu unserer abendländischen, christlichen Kultur gehören. Sowie die Ausübung der christlichen Religion in den allermeisten islamischen Ländern bishin zur Todesstrafe strafbewehrt ist.

          • Silvia
            26.07.2018, 11:37 Uhr.

            Brigitta
            26.07.2018, 1:15 Uhr.
            „Gut so
            Klosterfrauen und -Brüder arbeiten oder haben auch in ihrer Klostertracht gearbeitet“

            Sie schreiben es ja selbst. Sie HABEN in ihrer Ordenstracht gearbeitet. Das war lange, bevor die staatliche Neutralität so uminterpretiert wurde, dass christliche Symbole im Namen dieser Neutralität gar nicht gehen, muslimische aber schon.

            Abgesehen davon, dass in der Zeit, von der Sie schreiben, hier noch keine oder wenige Muslime, fast alle Gastarbeiter, lebten und unser Staat das Tragen von Ordenstrachten und christlichen Symbolen in der Öffentlichkeit ganz selbstverständlich unter Religionsfreiheit verbuchte. Diese Zeit ist aber leider vorbei.

        • @ bernando
          29.07.2018, 11:20 Uhr.

          Ed ist schon bemerkenswert, wenn ein Bischof das Abhängen von Kreuzen und Kruzifixen fordert. Aber bei DIESEM Bischof, der auf dem Tempelberg so agierte, erstaunt nichts mehr.

      • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
        25.07.2018, 16:04 Uhr.

        Nachtrag @ Silvia :

        Ich habe bei fast jeder Arbeitsstelle die ich hatte, und als Ingenieur im Leasing hatte ich einige, Wert drauf gelegt, mich als gläubige Altkatholikin zu outen, mich zum Glauben zu bekennen und sogar als einigermaßen regelmäßige Gottesdienstbesucherin (falls nicht allzu weit weg von der nächsten ak-Kirche).

        Einmal hatte ich die Situation, dass ein Kollege wirklich provozieren wollte, er hat sich wirklich erkennbar absichtlich verletzend über den christlichen Glauben lustig gemacht. Und wer kam mir zu Hilfe, wer hat gesagt dass das nicht in Ordnung ist? Der muslimische Kollege.

        Im Moment, bei meiner jetzigen Stelle, war die Sache die, dass es mit unserem zum Bürovorstand auserkorenen Kollegen eher schwierig war, er hatte keinen Bock mehr und seine Saulaune insbesondere an mir ausgelassen. Da war es auch nicht immer einfach, ein leuchtendes christliches Beispiel an Geduld und Liebe zu sein…
        Was ist da schon ein schräger Blick von Leuten denen man voraussichtlich nie mehr begegnen wird?

        Der Kollege hat jetzt überraschend etwas anderes und die Fuehrungsrolle in diesem Büro wird wohl mir zufallen.
        Und eines ist klar: Das wahre christliche Bekenntnis, das worauf es ankommt, wird sein was ich daraus mache, nicht ob ich dabei ein Kreuz trage.
        Und zwar in einer Situation wo absehbar noch sehr viel Druck kommen wird, da der Zeitplan des Großprojektes praktisch steht, wir aber noch einen Stapel ungelöste Probleme haben.
        Eigentlich habe ich von dem Leasingdasein die Schnauze voll und wollte ab September für mich eine Festanstellung suchen lassen, aber aufgrund der neuen Situation werde ich das auf nächstes Jahr vertagen und bleiben bis die größten Brocken vom Tisch sind.

      • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
        25.07.2018, 18:26 Uhr.

        Ja, es gab mal Zeiten, da hing das Kreuz hier in allen Amtsstuben. Keine Behörde ohne Kreuz.

        Aber gleichzeitig waren diese Zeiten trotz voller Sonntagsgottesdienste gottloser wie es kaum schlimmer haette sein können.

        Das Kreuz hing überall…

        … Aber ein Leben zählte kaum, es sei denn es war adlig.

        Man verheizte die Leute leichten Gewissens im Krieg und in den Fabriken. Es gab keinen Mutterschutz, auch die Sozialversicherung erkämpften nicht etwa die Kirchen sondern die SPD.

        Und noch viel weniger zählten nichteuropaeische Menschenleben, Afrikaner, Indianer usw.
        Für den Kautschuk brachte man 10 Millionen Kongolesen um.

        Und Tiere?
        Ojeoje!
        Tiere waren Automaten, sie hatten zu funktionieren. Ihnen kein überflüssiges Leid zuzufügen kam niemandem in den Sinn.

        • Silberdistel
          26.07.2018, 9:27 Uhr.

          Carla Maltese
          25.07., 18:26 h
          Das christliche Kreuz in seiner Symbolik ist nicht vergleichbar mit Hammer & Sichel oder dem Hakenkreuz!
          Auch zu jenen vergangenen unseligen Zeiten, die sie so süffisant akribisch beschreiben, haben Christen im Kreuz ganz sicher und nicht zu Unrecht, primär die Hoffnung auf die ´Frohe Botschaft´, Frieden und Trost durch Jesus Christus und Gott verbunden. Auch wenn der Zeitgeist im real existierenden Leben einen Mist daraus gemacht hat.
          Ein ungeschriebenes weltliches Gesetz besagt, das man den eigenen Laden nicht selbst schlecht macht. – Insofern ist das die gute Seite eines Chauvinismus, die sich auch mal für die eigenen Reihen anempfehlen läßt.

          • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
            26.07.2018, 21:58 Uhr.

            Man muss sich schon fragen was die damalige unter den vielen Kreuzen gelebte Gottlosigkeit dazu beigetragen hat, den Glauben zu erodieren.
            Wo ist damals schon der christliche Inhalt, das überzeugende Zeugnis, die Begeisterung für das Wort Gottes, abhanden gekommen?

    • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
      25.07.2018, 13:56 Uhr.

      @Silvia:

      Vielleicht sind manch „komische“ Blicke einfach nur Ausdruck der Tatsache, dass die Leute schlicht eigene Sorgen haben und daher durchaus auch mal genervt gucken?

      Als es in letzter Zeit recht schwierig war auf der Arbeit habe ich abends in der Straßenbahn mit Sicherheit auch niemanden freundlich angelaechelt!

      Und vielleicht fängt das wahre christliche Bekenntnis auch nicht bei Leuten an denen man einfach nur ein Kreuz unter die Nase hält und denen man kaum jemals wieder begegnen wird, sondern eher da wo man das christliche Label auch mit Inhalten füllen kann? Zum Beispiel unter atheistischen Arbeitskollegen, die man jeden Tag stundenlang sieht?
      Sich dort wo es manchmal weh tut nicht nur Christ nennen sondern auch sich so verhalten?

  • Wanda
    25.07.2018, 5:14 Uhr.

    Sonne am Horizont: das muss doch angesichts der Kirchenaustritte wie Öl runtergehen:
    – die evangelisch-lutherische Dreieinigkeitskirche in Berlin-Steglitz vermeldet 1500 Zugänge, die als afghanische und iranische Flüchtlinge zum Christentum konvertiert sind.
    Zweifel des BAMF an deren Religiösität bringt nun den Pfarrer auf Hundert. Verständlich…

    • Silvia
      25.07.2018, 13:01 Uhr.

      Wanda
      25.07.2018, 5:14 Uhr.

      Meines Wissens nach handelt es sich bei der von Ihnen zitierten Kirchengemeinde um eine Art Freikirche, weil sie offensichtlich nicht der evangelischen Landeskirche angehört.

      Bei uns Katholiken muss ein Konvertit, egal aus welcher Religion oder Konfession, einen ca einjährigen Konvertitenunterricht absolvieren. Damit will ich sagen, dass die rk Kirche die Echtheit der Motivation genauer prüft.

    • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
      25.07.2018, 13:48 Uhr.

      Eigentlich lautet das Thema Kirchenaustritte und deren Ursachen, und nicht zum hundertmillionsten Mal, wie böse angeblich alle Flüchtlinge sind!

      • Wanda
        25.07.2018, 19:28 Uhr.

        Carla Maltese 15.07. 13:48
        – Sie wollen also die Kirchenaustritte von den Eintritten trennen, wieso ? Beide sind letztlich massgeblich für die Gesamtzahl der Mitglieder bzw. Gläubigen einer Gemeinde, oder irre ich mich ?
        – Abgesehen davon: lediglich das BAMF hat Zweifel an der Echtheit der Motivation, der Pfarrer natürlich nicht. Der freut sich logischerweise über den Zuwachs bei seinen Schäfchen und weist jeden auch nur leisesten diesbzüglichen Verdacht empört zurück. Die von Ihnen erwähnte Kombination „Flüchtlinge“ und böse ist für ihn absolut kein Thema.
        Man sieht: es gibt eben Traumtänzer auch unter den geistlichen Herren…

        • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
          26.07.2018, 21:53 Uhr.

          Nein, ich fühle mich nicht zur Zustimmung verpflichtet, wenn plötzlich aus einem unmöglichen Winkel schon wieder auf böse böse Flüchtlinge umgeschwenkt wird, obwohl es eigentlich generell um Kirchenaustritte und was man gegen diese tun kann geht!!

          Die Waldbrände in Griechenland oder in Schweden oder der neuste bei Potsdam, waren das auch Flüchtlinge?

    • Micaela Riepe
      25.07.2018, 14:35 Uhr.

      Ja, ja, Wanda, die Torquemadas von heute!

      • Ullrich Hopfener
        25.07.2018, 18:45 Uhr.

        @Micaela Riepe

        da ,bin ich lieber mit einem anderen: BARTOLOME DE LAS CASAS…

        aus DIESEM Geist kommt die alte-neue-eine von der Bergpredigt- gelebte KATHOLOZITÄT…

        • @ bernando
          29.07.2018, 14:41 Uhr.

          Merkwürdig nur, dass der Gute las Casas nichts gegen die Verwendung von Afrikanern für Sklavenarbeiten hatte. Mit der Bergpredigt würde ich in diesem Fall nicht argumentieren.

      • Wanda
        25.07.2018, 19:29 Uhr.

        Sollte ich vielleicht besser das Wort Heuchelei in diesem Zusammenhang anwenden ?

      • Wanda
        27.07.2018, 2:12 Uhr.

        Micaela Riepe 25.07 14:35
        – Ob diese Konvertiten bei Ihrem Schritt bedacht haben, dass im Islam auf Apostasie (lt. Scharia) die Todesstrafe vorgesehen ist ? Bei den irren islamistischen Gewalttätern ein beunruhigender Gedanke. Immerhin hat es in den Flüchtlingsheimen schon tödliche Auseinandersetzungen „zwischen Muslimen“ lediglich unterschiedlicher Konfessionen gegeben…

  • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
    25.07.2018, 10:30 Uhr.

    Eigentlich wollte ich hier länger Pause machen, aber das Thema ist zu wichtig…

    Ich denke dass mit den Kirchen nicht nur irgendeine Religion auf dem Spiel steht sondern die Menschheit selbst.
    Überall kann man sehen dass bei einer Menschheit ohne Gott der Respekt vor dem Leben schwindet.

    Um die Kirchen und damit die Welt zu retten sind wir aber alle aufgefordert.
    Die Kirchenhierarchien natürlich als aller erstes, die Bischöfe und Kardinäle dürfen die brennenden Reformanliegen und die große Frage nach der grundsätzlichen Glaubwürdigkeit keinen Tag mehr auf die lange Bank schieben.

    Billigausreden wie „die Kirche denkt in Jahrhunderten“ loesen kein Problem.

    Aber auch wir alle sind aufgefordert, den Glauben zu leben, Kirche wirklich zu sein und nicht locker zu lassen bei den dringenden Reformanliegen, den „heißen Eisen“.

    Denn welche kirchlichen Gemeinschaften haben heute noch Zulauf?
    Diejenigen die einen mit Namen ansprechen, wo man nicht an der geschlossenen Tür des Pfarrbueros abprallt, wo immer jemand für einen da ist.

    Es gehört heute oft Mut dazu, sich am Arbeitsplatz als Christ zu outen, gar zu bekennen dass man mehr oder weniger regelmäßig den Gottesdienst besucht.
    Aber dass man das kann, dazu braucht man eine Kirche zu der man tatsächlich stehen kann, die einem nicht peinlich ist.

    Wir alle brauchen eine Geistlichkeit die uns den Rücken stärkt, uns Mut macht, Glaubwürdigkeit und Liebe ausstrahlt und auch notwendige Reformen, also die „heißen Eisen“ nicht scheut.

    • Wanda
      25.07.2018, 19:47 Uhr.

      Wie meine überzeugt katholische, aber der Amtskirche gegenüber sehr kritische Mutter sagte, wenn mal wieder unser Pastor Heinrich Thoneick ihre unregelmässige Teilnahme an der Sonntagsmesse tadelte: „Ich bauche keine Zwischenträger, Vermittler, Türsteher, Heilige oder Fürbeter, die sich zwischen mich und meine Gott drängen. Wenn ich etwas mit ihm auszumachen habe, dann direkt. Und das geht nur uns etwas an.“
      Bleibt anzumerken, diese vom Leben leider hart geformte Frau, hatte viel mit ihm auszumachen und sich garantiert nicht zurückgehalten. Sie benutzte auch nie die süssliche Floskel „der liebe Gott“, so wie meine überaus sanfte Grossmutter ihn nannte…

      • Wrightflyer
        26.07.2018, 21:43 Uhr.

        Inwiefern Gott ein „lieber“ Gott ist, ist auch bei uns im Glaubensgesprächskreis Thema. Ich war jetzt 3 Mal nicht da, ich bin im August wieder dabei, aber wir sind durchaus am debattieren, welches Gottesbild wir eigentlich haben.

        Persönlich denke ich, daß Gott uns auch mal bewusst fallen lässt wenn wir auf seine Hilfestellungen nicht reagieren. Und er nimmt uns keine Verantwortung ab die wir selber tragen können.

        Ich will nicht alle Geistlichen schlechtreden. Ein guter Priester kann einem schon dabei helfen, eine Beziehung zu Gott aufzubauen. Und das ist, denke ich, auch die Aufgabe der Geistlichen: Einem dabei zu helfen, mit Gott in Kontakt zu kommen, dabei zu helfen, eine eigene intensive Beziehung zu Gott aufzubauen.
        Aber nichts ist schlimmer, da haben Sie recht, als eine selbstverliebte Geistlichkeit die Gott allein für sich selber haben will.

  • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
    25.07.2018, 10:31 Uhr.

    Ich habe mich überbringens umbenannt, denn Wrightflyer fand ich nicht mehr passend.

  • Silvia
    25.07.2018, 22:23 Uhr.

    @Carla Maltese

    was haben Ihre Schilderungen vom Arbeitsplatz und Ihrer beruflichen Situation mit dem Thema Kirchenaustritte zu tun?

    • Wanda
      26.07.2018, 15:38 Uhr.

      Gute Frage…

    • Brigitta
      26.07.2018, 17:38 Uhr.

      Sehr viel. Ich könnte ähnliche Situationen aus meinem Berufsleben (und aus meinem familiären Umfeld) erzählen, die aber schon 18 Jahre her ist. Deshalb lasse ich das.
      Aber ich gehe das Thema Kirchenaustritt auch aus meinem eigenen Erleben an, weil ich der Meinung bin, dass das besser ist als irgendwelche Theorien, die nicht durch die Praxis untermauert sind.
      1. Vor ca 50 Jahren – ich saß gerade über meiner Zulassungsarbeit über ein Religionspädagogisches Thema – war ich so weit, dass ich aus der Kirche austreten wollte, denn für mich wurde von vielen Menschen – z.b. Professoren – nicht das gelebt, was im AT und im NT steht (und ich hatte mich durch beide Bücher durchgeackert), und schon gar nicht das, was als Aufbruch durch das Konzil erhofft worden war. In einem Gespräch mit einem Mitstudenten, meinte er sinngemäß: „Bleib drin und versuch selber, so zu leben.“ Viele, die austreten (wollen), haben nicht die Möglichkeit eines solchen Gespräches.
      2. Viele erleben Amtsträger und Personal (von der Sekretärin bis zum Kardinal) nicht gerade als würdige Vertreter der Kirche. Beispiel: ich brauchte eine Adresse aus dem Schematismus (Verzeichnis aller Priester einer Diözese) und geriet in meiner Pfarrei an unseren Diakon, der mir sein Leid über die „sterbende“ Kirche klagte, obwohl ich ihm völlig unbekannt war. (Ich fühle mich fremd in dieser Pfarrei, deswegen gehe ich woanders hin.) Ich fand mich also plötzlich in einem Seelsorgsgespräch wieder, in dem ich zur Seelsorgerin mutierte.
      3. Neuzugezogene werden nicht willkommen geheißen. Nicht ein Besuchsdienst wäre wichtig, das erinnert viel zu sehr an die Zeugen Jehova, sondern ein personalisierter Brief mit Angeboten für das entsprechende Lebensalter (im Zeitalter von PC und Internet kein Problem mehr) und Unterschrift eines Hauptamtlichen der Pfarrei. Die Adressen erhalten die Pfarrämter automatisch von der entsprechenden staatlichen Stelle.
      4. Kirche muss das verwirklichen, was im Evangelium steht, und Kirche vor Ort muss auch Papst Franziskus nachfolgen und ihn unterstützen, auch wenn er manchmal Fehler macht.
      5. Natürlich gehört gegen Missstände wie Missbrauch viel härter vorgegangen. Aber auch finanzielle Missstände gehören beseitigt. Solche Skandale wie z.b. in Eichstädt und in Freiburg dürfen innerhalb der Kirche nicht passieren.
      Wo bleibt die finanzielle Hilfe der reichen Bistümer für die Diäzese Hamburg, die anerkannt gute und beliebte Schulen schließen muss wegen ihrer finanziellen Notlage? Hier müsste eine Regulierung her, in der die reichen Bistümer so viel abgeben müssten, dass in allen Bistümern gleichwertige Bedingungen geschaffen sind.
      6. Ich bin zwar für eine Aufhebung des Zölibats, aber in der evangelischen Kirche sind die Austritte höher.
      7. Es muss das Gespräch gesucht werden mit den Ausgetretenen. Ich weiß zwar nicht wie, aber wenn ich mich richtig erinnere, versucht sich gerade die Diözese Essen an einem solchen Projekt.

      • Wrightflyer
        26.07.2018, 20:57 Uhr.

        „Sehr viel.“
        Vielen Dank, Brigitta! Sie haben mich verstanden!

        Drücken wirs mal so aus: Obige Reaktion darauf daß ich mir ernsthaft Gedanken mache, was ich selbst zu einem glaubwürdigen christlichen Zeugnis beitragen kann, würde mich persönlich auch eher abschrecken, einer bestimmten Kirche beizutreten. Nicht gerade einladend! Zum Glück gehöre ich gerade einer Kirche an mit der ich sehr einverstanden bin.
        Einiges könnte auch bei uns besser sein, ich sage nur: Jugendarbeit, aber alles in allem habe ich gottseidank eine Kirche gefunden zu der ich stehen kann, nachdem mir das mit der römisch-katholischen innerlich nicht mehr möglich war.

        Mal ehrlich: Wenn ich von kirchenfernen Leuten nurnoch so Sachen höre wie: „Religion ist das schlimmste auf der Welt! Alles schlechte kommt von Religionen!“ oder „Der Papst würde doch am liebsten alle Homosexuellen aufhängen!“ (was habe ich Altkatholikin mit dem Papst zu tun? Egal, ich kriege das trotzdem ab!) oder „wenn du an die Kirche glaubst kannst du auch daran [an Astrologie] glauben!“ oder blöde Sprüche über den Papst und Kondome, oder die Bezeichnung „Religioten“ für uns Christen, Unterstellungen daß wir alle naturwissenschaftlich ungebildete Idioten wären, all diese Dinge die einen langsam aber sicher zermürben: Was soll ich da mit einem Kreuz in bayrischen Landesbehörden anfangen?? Inwiefern soll mir das weiterhelfen??
        Ich brauche da ganz andere Dinge…
        Und eine eiskalte Abfuhr wie obige schonmal garnicht!!

    • Wrightflyer
      26.07.2018, 21:30 Uhr.

      Darauf daß ich mir Gedanken über ein glaubwürdiges christliches Zeugnis im Alltag mache, bekomme ich eine solche Reaktion? Was soll das??

      NATÜRLICH ist mir die Frage wie ich in einer Umgebung, in der man nicht unbedingt mit aktiven Christen rechnet ein glaubwürdiges christliches Zeugnis ablege, wesentlich wichtiger als irgendwelche Kreuze in bayrischen Landesbehörden!!

      Ich beschäftige mich mit der Frage wie ich es in meiner Position schaffen kann, daß das Christentum nicht nur als Label sondern auch als Inhalt wahrgenommen wird, also wie ich im Arbeitsalltag christliche Botschaft leben kann, und bekomme eine solche Reaktion darauf??

      Und warum mir das gerade in meinem Beruf so wichtig ist und warum ich mich auch intensiv mit meinem Beruf auseinandersetze als einfach nur meine wöchentliche Arbeitszeit abzusitzen und am Monatsende das Geld zu kassieren:
      Mein Beruf gehört zu den wichtigsten der Welt. Wenn Sie sich morgends die Zähne putzen und wenn Sie dann Ihr Frühstück aus dem Kühlschrank holen hatten Sie bereits mit industriell gefertigten Dingen zu tun. Und (Bitte, Herr Erbacher, fassen Sie das jetzt nicht als Beleidigung auf, nichts möchte ich weniger als Sie oder die zu meinem Bedauern leider von uns geschiedene andere Hälfte der Redaktion beleidigen!!) auch Herrn Erbachers Beruf ist einer der wichtigsten der Welt, aber ohne Ingenieure könnte er keinen Pieps senden. Mein Beruf hat die Macht, dem Menschen ein längeres Leben und Freiheit zu schenken. Aber gleichzeitig konstruiert mein Beruf auch Waffen. Und der technische Fortschritt der uns so viel freier gemacht hat als unsere Großeltern waren zerstört in der derzeitigen Verantwortungslosigkeit auch die Erde. Meinem Beruf fehlt also etwas entscheidendes.

      • Wanda
        27.07.2018, 18:18 Uhr.

        Wrightflyer 26.07. 21:30
        – Ihre Ausführungen erinnern mich an 3 bäuerlich […]* Hinterglasbilder aus dem 18. Jahrhundert, welche die damalige ständische Gesellschaft zum Thema hatten und personifizierten:
        – der 1. Stand als Papst mit dem Spruch „ich sorg für Euer Seelenheil“
        – der 2.Stand als Kaiser mit dem Spruch „ich halt Euch Schutz und Ehre feil“ – der 3. Stand als Bauer mit dem Spruch „ich tu nach Gottes hl. Willen, den Hunger von Euch allen stillen“…
        Was das bedeutet ? Ohne den Bauern könnte wohl niemand den geringsten Pieps von sich geben, um Ihre Worte zu gebrauchen. Mit anderen Worten: man sollte die eigene Bedeutung etwas bescheidener ansetzen.
        Genau das hat der namenlose Maler allerdings nur verklausuliert ausgedrückt, um nicht den Unwillen der damals Mächtigen zu erregen.

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

        • Wanda
          28.07.2018, 1:42 Uhr.

          An die Redaktion:
          – Wo bitte sehr wurde gegen die Netiquette verstossen ?
          Diese Hinterglasbilder werden in den Kunstkatalogen als bäuerlich „naiv“ im Sinne ihre Maltechnik und Herkunft charakterisiert. Genauso wie es den Kunstbegriff auf den wohl bekanntesten Maler diese Genres, Henri Rousseau, anwendete und ohne jedwede Bedenken in negativem Sinne, wie es hier geschieht.
          Vielleicht wäre eine Auffrischung in Kunstgeschichte und Volkskunst empfehlenswert ?

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            30.07.2018, 8:38 Uhr.

            Da der Kommentar aber missverständlich hätte aufgefasst werden können, haben wir uns zu dem Schritt entschieden.

        • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
          28.07.2018, 14:30 Uhr.

          *räusper* Wanda, von morgends bis abends nutzen Sie industriell gefertigte Dinge. Z.B. kommunizieren Sie hier per Internet mit uns. Über Seekabel. Und brauchen dazu Strom. Duschen werden Sie, denke ich, auch mit sauberem Wasser vom Wasserwerk aus der Wasserleitung und nicht mit eimerweise aus dem Dorfbrunnen geholtem.

          Es stimmt daß die Bauern für unsere Ernährung sorgen, sie erzeugen unsere Nahrung. Aber Ingenieure sorgen für Kühlketten und Konservendosen und LKWs, damit alles frisch in den Supermärkten steht.
          Nicht nur ohne Bauern, auch ohne Ingenieure und Techniker wären die Großstädte aufgeschmissen.

          Ich selbst kenne einen Maschinenbauingenieur, Sie werden nie drauf kommen wo der arbeitet: Bei einem Subunternehmer von Aldi. Die rösten und mahlen Kaffee.

  • Carla Maltese (Ex-Wrightflyer)
    26.07.2018, 22:03 Uhr.

    🙄 Falls die Redaktion das nicht korregieren kann (ich habe den Blog ja auch noch nie aus Adminsicht gesehen, weiß also nicht ob sich der Name auch ändern lässt): Mir ist eine kleine Panne passiert. Eigentlich sollte da nicht mehr Wrightflyer sondern Carla Maltese stehen.

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      27.07.2018, 8:11 Uhr.

      Wir können die Namen nicht ändern.

  • @ bernando
    29.07.2018, 14:48 Uhr.

    Was Brigitte schreibt, ist teilweise sehr berechtigt, aber das Anpacken der „heißen Eisen“ wird keinen Austrittswilligen zum Bleiben veranlassen und keinen Ausgetretenen zur Rückkehr.

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