Papst: Europa eine Seele geben

Wenn die Europäische Union nicht wieder zur Solidargemeinschaft wird, wird sie „vor einer der wichtigsten Herausforderungen ihrer Geschichte versagen“ und „eine der größten Chancen für ihre Zukunft verpassen“. Davon ist Papst Franziskus überzeugt. Er nutzte eine Europatagung im Vatikan zu einer weiteren programmatischen Rede über den Alten Kontinent. Anlass der Rede war der Kongress „(Re)thinking Europe“ zur Zukunft Europas, den der Vatikan zusammen mit der Kommission der Bischofskonferenzen in der EU, Comece, gestern und heute veranstaltete. Dazu waren rund 350 Teilnehmer aus allen 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie von den EU-Institutionen in Brüssel in den Vatikan gekommen. Franziskus legte den Finger in die Wunden und versuchte, durch konstruktive Kritik Perspektiven aufzuzeigen, wie das Projekt Europa noch gelingen kann. Aus seiner Sicht sind Dialog, Inklusion, Solidarität, Entwicklung und Frieden die Bausteine für ein zukunftsfähiges Europa. Franziskus sprach von einem „beispiellosen Generationenkonflikt“, der seit den 1960er Jahren in Europa im Gange sei, der letztendlich die Jugend des Kontinents ihrer Perspektive beraube. Er forderte die Christen auf, „Europa wieder eine Seele zu geben“. Allerdings nicht in dem Sinn, „Räume zu besetzen, sondern Prozesse in Gang zu bringen, die neue Dynamiken in der Gesellschaft erzeugen.“ Der Präsident der EU-Bischofskonferenzen, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, schlug zum Abschluss des Kongresses einen neuen Europäischen Konvent über Zukunftsfragen vor. Der Kontinent brauche „Räume für Dialog“. Er stehe an einem entscheidenden Punkt seiner Entwicklung. Es stelle sich die Frage, ob der Kontinent sich wieder auseinanderentwickle und zu überkommenen Mustern zurückkehre, oder ob er Kraft zu einem neuen Aufbruch finde, erklärte Marx.

Antonio Tajani, Präsident des Europaparlaments, erklärte bei dem Treffen mit Papst Franziskus, die Völker Europas erwarteten von der Politik Antworten auf konkrete Probleme wie Arbeitslosigkeit, Terrorismus und Migration. (Quelle: ap)

Person muss im Mittelpunkt stehen

Papst Franziskus mahnt Europa, eine „inklusive Gemeinschaft zu sein“. Er appellierte bei einem Kongress zur Zukunft Europas im Vatikan erneut dafür, offen für die Aufnahme von Flüchtlingen zu sein. Zugleich kritisierte er die Haltung der Länder, die nur selektiv Flüchtlinge aufnehmen. „Vor allem angesichts des Flüchtlingsdramas darf man die Tatsache nicht vergessen, dass es sich um Personen handelt, die nicht nach eigenem Belieben, entsprechend politischer, wirtschaftlicher oder sogar religiöser Gesichtspunkte ausgewählt oder abgewiesen werden.“ Die Aufnahme knüpfte er an die Möglichkeit und Notwendigkeit der „vollen“ Integration der Flüchtlinge. Diese wiederum seien verpflichtet, „die Kultur und die Traditionen der aufnehmenden Nation kennenzulernen, zu achten und sich auch anzueignen“.

Franziskus erinnerte an den heiligen Benedikt, für den die Person im Mittelpunkt gestanden habe, keine Rolle, kein Reichtum oder Stand. „Ausgehend von diesem Grundsatz wird man Klöster bauen, die über die Zeit zur Wiege der menschlichen, kulturellen und religiösen und auch wirtschaftlichen Renaissance des Kontinents werden.“ Christen könnten Europa heute vor allem eines zeigen: es gehe in erster Linie um den Menschen und nicht um „eine Ansammlung von Zahlen und Institutionen“. Allerdings werde Europa heute gerne darauf reduziert. „Es gibt nicht die Bürger, es gibt die Stimmen bei Wahlen. Es gibt nicht die Migranten, es gibt die Quoten. Es gibt nicht die Arbeiter, es gibt die Wirtschaftsindikatoren. Es gibt nicht die Armen, es gibt die Armutsgrenzen.“ Das, so Franziskus, sei bequemer und beruhigender, weil Personen Gesichter hätten und an die „persönliche Verantwortung“ erinnerten. Zahlen hingegen nicht. Als zweites könnten Christen Europa den Sinn für Gemeinschaft geben, ist Franzskus überzeugt. Denn: „Die Christen erkennen, dass ihre Identität vor allem relational ist.“ Person und Gemeinschaft seien die Fundamente Europas, an denen Christen mitbauen wollten und könnten. „Die Mauersteine dieses Baus heißen: Dialog, Inklusion, Solidarität, Entwicklung und Frieden.“

Dialog und Solidarität fördern

Der Papst sieht die Christen zudem in der Pflicht, den politischen Dialog zu fördern. Hier sieht Franziskus die Gefahr, dass sich die Politik von einem Ort des Dialogs zu einem „Ort des Zusammenstoßes von gegensätzlichen Kräften verwandelt“. Dialog werde durch Racheschreie ersetzt, beklagt der Pontifex. „Der Dialog wird entweder durch eine fruchtlose Konfrontation, die auch das zivile Zusammenleben gefährden kann, oder durch eine Vorherrschaft der politischen Macht ersetzt, die ein wahres demokratisches Leben eingesperrt und verhindert.“ Im ersten Fall würden die Brücken zerstört und im zweiten Fall errichte man Mauern, so die Analyse des Papstes. In diesem Kontext beklagt er ein Zurückdrängen des Religiösen in eine „rein private und gefühlsmäßige Sphäre“ und spricht von einem „laizistischen Vorurteil“ gegenüber der Religion. Franziskus ist überzeugt, dass die Religion einen positiven Wert für eine Gesellschaft hat.

Was Franziskus fordert, ist nichts Neues. Auch vor ihm haben Kirchenvertreter immer wieder angemahnt, Europa müsse mehr als nur Zahlen, Vorschriften und Transferleistungen sein. In Zeiten wirtschaftlicher Prosperität reichte das vielleicht noch aus. Doch viele Länder Europas stecken in schweren wirtschaftlichen Veränderungen. Die Schere zwischen Arm und Reich geht auch auf dem Alten Kontinent immer weiter auseinander. Dazu kommen neue Herausforderungen, die von außen herangetragen werden, darunter der Zustrom von Flüchtlingen. In diesen Zeiten sind Werte wichtiger als Geld. Schon Benedikt XVI. versuchte mit seinen großen Europareden bei den Reisen in die europäischen Metropolen auf dieses große Versäumnis in der Architektur Europas hinzuweisen. Franziskus setzt diese Tradition fort mit seinen Europareden im Straßburger Parlament, bei der Karlspreisverleihung und dem aktuellen Kongress im Vatikan. Die Päpste sind sich mit Blick auf Europa einig, die Bischofskonferenzen des Kontinents untereinander weniger. Vielleicht kann die neuerliche Mahnung die Verantwortlichen in den europäischen Kirchenhierarchien dazu ermuntern, künftig klarer und stärker Profil zu zeigen und mit einer Stimme zu sprechen, um so Entwicklungshilfe leisten zu können, damit Europa (wieder) eine Seele findet. Franziskus weist den Weg, gehen müssen ihn andere.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

13 Kommentare

  • Wanda
    28.10.2017, 23:39 Uhr.

    Aha: es geht also nicht um eine Ansammlung von Zahlen und Institutionen in Europa ?
    Dann lieber Franziskus, schau Dir erst einmal Deinen Laden an: ein absoluter Lacher: eine Institution, die sich selber durch Vorschriften, endlose Pargaraphenreiterei, dem gläubigen Laien gegenüber undurchsichtige Regeln und heilige Erbsenzählerei auszeichnet, die eine Klassengesellschaft sowohl innerhalb des Klerus als auch eine enorme Unmündigkeit und Distanz zum gläubigen Fussvolks in der Amtskirche festgeschrieben hat, wo Ungleichheit herrscht und die Frauen absolut benachteiligt sind. Von der simplen Lehre des Nazareners ist doch kaum etwas wiederzuerkennen…
    – Und wenn wir schon beim Dialog sind: Dialog war noch nie die Stärke der Amtskirche, weder aktuell noch geschichtlich: ihre Repräsentanten setzten auf Macht und wer anderer Meinung war, wurde nicht nur ausgegrenzt sondern auf oft drastische Weise zum Schweigen gebracht, obwohl er im Recht war (siehe Giordano Bruno etc.)…
    – Bezogen auf den 1. Absatz meines Kommentares: wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen und den moralischen Finger heben. Dazu ist nur eine selbst beispielhaft offene und tolerante Institution berechtigt. Und die kann ich in der Amtskirche jedenfalls nicht erkennen, auch nicht trotz oder seit Franziskus. Da braucht es wohl noch viel mehr, sowohl an Umdenken als auch an Zeit…

    • bernardo
      29.10.2017, 15:09 Uhr.

      Leider, wanda, haben Sie mit jeder Zeile, mit jedem Wort recht.

  • Alberto Knox
    29.10.2017, 0:16 Uhr.

    ja, europa muss mehr sein als eine wirtschaftsunion. es braucht einen echten staatenbund jetzt. die nationalstaaten haben doch eh schon lang abgedankt (was allerdings durchaus einer echten subsidiarität nicht widerspricht). und selbstverständlich wird nur philanthropisches und nachhaltiges handeln (das hat man ja seit dem zweiten weltkrieg nicht sporadisch gemacht) die problematiken, v.a. der südlichen hemisphäre lösen.

    • bernardo
      29.10.2017, 15:07 Uhr.

      „es braucht einen echten staatenbund jetzt. die nationalstaaten haben doch eh schon lang abgedankt (was allerdings durchaus einer echten subsidiarität nicht widerspricht). und selbstverständlich wird nur philanthropisches und nachhaltiges handeln (das hat man ja seit dem zweiten weltkrieg nicht sporadisch gemacht) die problematiken, v.a. der südlichen hemisphäre lösen.“

      So viel Falsches.
      1. Die Nationalstaaten haben nicht abgedankt, das war auch gar nicht das Ziel der europäischen Gründungsväter. Das Ziel war die Überwölbung der Nationalstaaten, nicht ihre Abschaffung.
      2. Nachdem Sie das Ende der Nationalstaaten ausgerufen haben, fordern Sie einen Staatenbund. Merken Sie den Widerspruch? Vielleicht meinen Sie ja einen Bundesstaat, aber auch ein Bundesstaat würde funktionierende Nationalstaaten benötigen, wenn man nicht der absurden Vorstellung eines „Europas der Regionen“ anhängt wie Ulrike Guérot.
      3. Die Konstruktion der EU (nicht Europas, denn Europa ist ein Kontinent) widerspricht dem Gedanken der Subsidiarität bereits jetzt. Ein Bundesstaat würde die Problematik nur noch verschärfen.
      4. Ich weiß nicht, was es mit diesem „philanthropischen“ Handeln auf sich hat. Nationalstaaten sind nicht die Inkarnation der sittlichen Idee, wie Hegel schrieb, sondern Solidar- und Interessensgemeinschaften. Sprich, sie vertreten nicht in erster Linie das „allgemeine Gute“, sondern die Interessen ihres Staatsvolks, sprich der Summe ihrer Staatsbürger.
      5. Vielleicht sollten Sie mal afrikanische Intellektuelle lesen: Wir können nicht die Probleme Afrikas bzw. der „südlichen Hemisphäre“ lösen, das können nur die dort lebenden Völker. Wir können bestenfalls unterstützend wirken, indem wir nicht dem Konzept einer Welt ohne Grenzen anhängen (freier Personen-, Güter-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr), das zu Lasten der betreffenden Länder geht, weil es für einen capital und brain drain sorgt. Hinter dieser „mal eben die Welt retten“-Haltung, die Markus Vahlefeld treffend charakterisiert hat, stecken eine gehörige Portion Paternalismus und im deutschen Fall das „am deutschen Wesen soll noch einmal die Welt genesen“.
      6. „das hat man ja seit dem zweiten weltkrieg nicht sporadisch gemacht“ – diesen Satz verstehe ich nun ganz und gar nicht. Hat man es nicht gemacht, oder hat man es gemacht, aber nicht sporadisch, oder hat man es nur sporadisch, aber nicht umfassend gemacht? Fragen über Fragen.
      Es gibt eine schöne Redewendung im Deutschen „Schuster (Theologe), bleib bei deinen Leisten“. Das würde man auch dem Papst gerne zurufen.

      • Alberto Knox
        30.10.2017, 8:58 Uhr.

        „Es gibt eine schöne Redewendung im Deutschen „Schuster (Theologe), bleib bei deinen Leisten“.“

        da kann man nur zwei dinge schreiben: da der papst seelsorger ist, die seele aber gleichsam alles ist (anima quodammodo omnia) ist der seelsorger auch gleichsam für alles zuständig.

        wenn denn @bernardo recht hätte, dürfte er selber als, wie er sagt historiker, sich nur zur vergangenheit äußern, da er ja weder futurologe noch staatskundler noch sozialethiker ist. er ist nicht mal theologe, dass er hinreichend die theologie eines papstes beurteilen könnte, wenn denn seine aussage wirklich stimmte.

        • bernardo
          01.11.2017, 19:27 Uhr.

          „da kann man nur zwei dinge schreiben: da der papst seelsorger ist, die seele aber gleichsam alles ist (anima quodammodo omnia) ist der seelsorger auch gleichsam für alles zuständig.“

          Schöne neoscholastische Argumentation, mit der man die Trennung von Glauben (Religion) und Politik aufheben kann.

          „wenn denn @bernardo recht hätte, dürfte er selber als, wie er sagt historiker, sich nur zur vergangenheit äußern, da er ja weder futurologe noch staatskundler noch sozialethiker ist. er ist nicht mal theologe, dass er hinreichend die theologie eines papstes beurteilen könnte, wenn denn seine aussage wirklich stimmte.“

          Ich bin Zeithistoriker und Politikwissenschaftler (Schwerpunkt internationale Beziehungen) und habe meine Dissertation über ein Thema der Integrationsgeschichte geschrieben. Ich spreche mehrere Sprachen, darunter fließend Englisch, Italienisch und Französisch und habe die Archive der EU in Florenz durchforscht? Reicht das als Ausweis?

          • Alberto Knox
            02.11.2017, 21:20 Uhr.

            um den papst zu beurteilen reicht das nicht. es fehlen wirkliche theologische kenntnisse. im übrigen haben sie ihre ausführungen zurecht mit einem fragezeichen versehen. ich erinnere mich gern an die unkenntnis in sakramententheologie.

  • bernardo
    29.10.2017, 9:19 Uhr.

    „Aus seiner Sicht sind Dialog, Inklusion, Solidarität, Entwicklung und Frieden die Bausteine für ein zukunftsfähiges Europa.“

    Reicht es nicht, dass viele Politiker die reinsten Phrasendreschmaschinen sind. Muss jetzt auch der Papst zu Floskeln und Satzbausteinen greifen? (Was für ein Unterschied zur Rede Benedikts im Bundestag, als er über den Rechtspositivismus sprach…)

  • Silberdistel
    29.10.2017, 13:35 Uhr.

    „Franziskus ist überzeugt, dass die Religion einen positiven Wert für eine Gesellschaft hat“ Zitatende.
    Die Seele Europas und die einigende Basis seit Jahrhunderten ist doch mit Händen zu greifen, seit das ´upgrade´ in Form der Lehre Jesu auf diesen Kontinent überschwappte und sämtliche vorigen Gottheiten sowie damit verbundene Gesellschaftsordnungen ersetzte. Es geht nicht nur um Religion, es geht um die Gestaltung eines positiven, lebenswerten Lebens aller Individuen. Es geht um die Erschaffung des „Neuen Menschen“ und des „Neuen Jerusalems“, wie sie die Lehre Christi im Blick hat.
    Das dies seit dem ´upgrade´ der Lehre Jesu ganz gut gelingt, zeigt wie dieser zu Jesu Lebzeiten vom Weltgeschehen vergessene Kontinent seither erblühten konnte in Kunst, Kultur, wissenschaftlich sowie wirtschaftlich. Die heutige erfolgreichste Gesellschaftsform der Demokratie ist OHNE die Christliche Lehre so auch nicht denkbar (Ihr aber seid alle Brüder und Schwestern).
    In Russland hat man nach den grausam gescheiterten gesellschaftlichen Experimenten gerade diese Seele wieder gefunden, Priester und Religion wieder in ihren alten Stand eingesetzt. Man konnte die alte Seele wieder finden, die man in Resteuropa noch vergebens sucht und im Vatikan anscheinend nur schüchtern und zögerlich beim Namen nennen kann.

    • Wanda
      30.10.2017, 17:28 Uhr.

      Silberdistel 29.10. 13:35 Uhr
      – Nun ja, die Realitäten sehen doch etwas anders aus:
      Die Demokratie als Gesellschaftsform hat es schon vorher ohne Christentum in Europa gegeben: in ihrer anfangs unvollkommenen Form aus Griechenland (ausschliesslich für den sogenannte Vollbürger) war sie gemeinsam mit der abendländischen Philosophie, die statt des unergründlichen zu akzeptierenden Gotteswillen den fragenden Menschen in den Mittelpunkt stellte, „DIE“ europäische kulturelle Eigenleistung schlechthin…
      Natürlich etablierten sich in Europa erneut Imperien und Mächte, denen ihre göttliche Legitimation(!) fast immer durch die oberste Autorität der Mutter Kirche gern vor dem unmündigen Volk bestätigt wurde. Gegen entsprechende, sehr weltliche Gegenleistungen, versteht sich…
      Insofern hat das christliche Rom bezüglich einer demokratischen Entwicklung absolut eigennützig eher wie die Firma „Hemmschuh & Bremsklotz“ gewirkt.
      Was seine eigenen weltlichen Interessen anging, war es nicht einen Deut besser als diese absoluten Machtgebilde: der jahrhundertelang existierende röm.-kath. Kirchenstaat auf dem italienischen Stiefel reichte bis Venedig, unterhielt wie diese ein eigenes Heer und verpflichtete zur Durchsetzung seiner gar nicht christlichen Intentionen oft zweifelhafte Condottieri und deren Söldnerheere…
      – Und da Sie Russland erwähnen: der gesellschaftliche Aspekt von Lehre und Idee Jesu (ihr aber seid alle Brüder und Schwestern) ist ja nun bisher auch gescheitert will sagen: als Experiment von der Amtskirche erst gar nicht angegangen bzw. gewagt worden. Oder sehen Sie in der Amtskirche dessen so einfach zu verstehende Lehre auch nur ansatzweise verwirklicht ?
      – Fazit: 1. Demokratie und Kirche ist nicht und wird auch nichts…
      2. Demokratie und Christentum (bzw. umgekehrt) schon eher…

      • Silberdistel
        31.10.2017, 21:14 Uhr.

        Wanda
        30.10., 17:28 h
        Natürlich hätte es heißen müssen, das das ´upgrade´ der Lehre Jesu das sich auf diesen Kontinent Europa ergoß und sich von da aus geradezu viral auf den ganzen Globus ausbreitete, TROTZ Kirche hat stattfinden können – und überwiegend nicht wegen ihr. Im Blick hatte ich dabei besonders die Urchristen der ersten Jahrhunderte doch insbesondere auch den schlichten Volksglauben, bis zum heutigen Tag. Von hier aus gingen und gehen die segensreichen kreativen geistigen Kräfte aus, die en gros betrachtet aus diesem Kontinent eine lebenswerte Zivilisation machten und immer noch macht. Hier lebte und lebt dieses ´upgrade´, lebt der Leib Jesu, primär. Von hier aus gingen die Veränderungen, natürlich über Stock und Stein sowie wider der Gegenkräfte, zu jenem im vorigen post erwähnten neuen Menschen und neuer Gesellschaftsordnung, von denen die alten Griechen eher noch träumten.

  • Silvia
    30.10.2017, 11:57 Uhr.

    Silberdistel
    29.10.2017, 13:35 Uhr.

    Volle Zustimmung!

  • bernardo
    03.11.2017, 19:27 Uhr.

    „um den papst zu beurteilen reicht das nicht. es fehlen wirkliche theologische kenntnisse. im übrigen haben sie ihre ausführungen zurecht mit einem fragezeichen versehen. ich erinnere mich gern an die unkenntnis in sakramententheologie.“

    Nicht ich habe über Sakramententheologie geschrieben, sondern Sie haben über die EU geschrieben. Pardon, in Sachen Sakramente mögen Sie mehr wissen als ich; ich glaube allerdings, dass ich über die EU mehr weiß als Sie (und auch als der supranationalen – und damit demokratisch nicht ausreichend legitimierten – Organisationen gegenüber völlig unkritisch eingestellte Papst, der am liebsten eine „Weltregierung“ am Werke sehen würde – was für eine Horrorvorstellung.)

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