Sondersynode für Amazonasgebiet

Nun ist es offiziell. Im Oktober 2019 wird in Rom eine Bischofssynode zu Amazonien stattfinden. Das kündigte Papst Franziskus am Wochenende an. Er gab auch schon einige Themen vor, die bei der Spezialsynode behandelt werden sollen. „Vorrangiges Ziel dieser Zusammenkunft ist es, neue Wege der Evangelisierung des Volkes Gottes dort zu finden, besonders der Indigenen, die oft vergessen werden und ohne eine Perspektive einer unbeschwerten Zukunft, auch wegen der Krise des Regenwalds, der Lunge von kapitaler Bedeutung für unseren Planeten.“ Das Thema Evangelisierung bietet angesichts des Priestermangels in der Region spannende Perspektiven für die anstehenden Diskussionen. Mit einer Sondersynode für einen Teil Südamerikas wird auch die Befreiungstheologie ein Thema sein. Seit dem Amtsantritt des ersten Papstes aus Lateinamerika ist die Diskussion darum entemotionalisiert und auch ein wenig entideologisiert.

Papst Franziskus nutzte den Anlass der Heiligspechung mehrerer Brasilianer, um die Amazoniensynode anzukündigen. (Quelle: ap)

Spannende Diskussionen erwartet

Schon länger war darüber spekuliert worden, wann und wo Franziskus zu einer solchen Versammlung einladen werde. Mehrfach hatte der Papst bei Treffen mit Bischöfen aus den betroffenen Ländern davon gesprochen. Unklar war beispielsweise, wo die Synode stattfinden soll. Es gab durchaus Kirchenvertreter, die mit einer Tagung vor Ort geliebäugelt haben. Es wäre spannend gewesen, wenn der Papst sich zwei oder drei Wochen Zeit genommen hätte, um irgendwo im Amazonasgebiet mit Bischöfen und Experten zu diskutieren. Jetzt kommt es anders. Der Ort ist der altbekannte: die Synodenaula im Vatikan. Entscheidend wird sein, wer die Teilnehmer sein werden. Das kirchliche Leben in der betroffenen Region wird zu einem großen Teil von Laien getragen. Wie werden die beteiligt werden?

Es fällt auf, dass sich beim Format „Bischofssynode“ immer wieder dieselbe Frage stellt: Wie kann das Gesamtbild der katholischen Kirche für den diskutierten Bereich abgebildet werden? Im vergangenen Jahr feierte die Bischofssynode ihr 50-jähriges Jubiläum. Sie ist ein positives Ergebnis des II. Vatikanischen Konzils, gedacht, um die Kollegialität der Bischöfe zu stärken und dem Papst ein Beratungsgremium an die Hand zu geben. Das Format ist streng katholisch, dogmatisch gedacht. Die Bischöfe als Nachfolger der Apostel beraten über die drängenden Fragen von Kirche und Zeit. Doch das kirchliche Leben im 21. Jahrhundert hat sich gewandelt. Bei der Familiensynode stellte sich die Frage, bei der Jugendsynode, die im Oktober 2018 stattfinden wird, stellt sich die Frage und auch bei der Spezialsynode 2019 wird sich die Frage stellen, wie können alle die beteiligt werden, die in den behandelten Themen verantwortlich mitarbeiten?

Unabhängig von der Frage der Zusammensetzung bietet die Amazonassynode die Chance, einmal exemplarisch durchzubuchstabieren, wie Franziskus sich die Dezentralisierung der Kirche vorstellt. Mit Sicherheit wird in diesem Kontext über das Thema Viri probati diskutiert werden, das der Papst ja schon mit dem bekanntesten Bischof der Amazonasregion, Erwin Kräutler, besprochen hatte. Ihm hatte Franziskus den Auftrag gegeben, ein Konzept dazu auszuarbeiten – abgestimmt mit möglichst vielen Bischöfen der Region. Es steckt also Sprengkraft in dieser Spezialsynode. Das Format ist nichts Neues. Rund um das Jahr 2000 hatte Johannes Paul II. zu mehreren Kontinentalsynoden geladen. Doch die kirchlichen Uhren ticken seit 2013 anders. Daher dürfte es wohl bei dieser Spezialsynode nicht nach dem Motto ablaufen: „Same procedure as last time“.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

40 Kommentare

  • Silberdistel
    16.10.2017, 11:24 Uhr.

    Leider geht aus dem Bericht nicht hervor, ob die verbliebenen Indigenen Völker Amazoniens für ihre römisch-katholische Evangelisierung eingeladen hatten. Ob diese von ihnen erwünscht ist und ob sie denn dahingehend wenigstens überhaupt befragt wurden. Oder ob hier nicht wieder der imperiale Machtanspruch einer religiösen Auffassung eines fernen Kontinentes ganz einfach und mehr oder weniger brachial durchgesetzt werden soll.
    Aufgrund historischer Erfahrungen indigener Völker liegt es nämlich durchaus im Bereich des Vorstellbaren, das man auf jegliche Evangelisation recht gerne verzichten mag. Vielleicht schickte man sogar einmal eine Botschaft in den Vatikan in der unmissverständlich der Wunsch geäußert wird, das man sich dort doch bitte erst einmal selbst um die Vervollkommnung des eigenen Seelenheils kümmern solle, bevor man sich daran macht andere zwangsbeglücken zu wollen.

    • Alberto Knox
      16.10.2017, 22:48 Uhr.

      1) haben sie eine vorstellung davon, wie mission heute abläuft? ich glaube kaum, denn was sie so zeichnen, ist sogar noch ein zerrbild der schlechtesten indiomission.
      2) kein mensch sollte etwas dagegenhaben dürfen, über die wahrheit aufgeklärt zu werden. ich glaube fest, dass jesus christus die fleischgewordene wahrheit ist. und dafür gibt es auch gute argumente (lesen sie dazu mal die üblichen fundamentaltheologischen schriften. besonders hansjürgen verweyens gottes letztes wort lege ich ihnen ans herz). also, wo ist das problem?

      • Wanda
        18.10.2017, 16:10 Uhr.

        Alberto Knox 22:48 Uhr
        – Jeder hat so seine eigene Wahrheit, selbst jene die der gleichen Konfession angehören.
        Dazu fällt mir die Kantische Lehre ein…“habe den Mut Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“… und ziehe dann mittels tiefer Kontemplation (auf Grundlage eigener Wahrnehmungen) Deine Schlussfolgerungen! Insbesondere begegne allen vorgegebenen, feststehenden oder dogmatischen Lehren mit Skepsis und lasse sie ausser Acht. Deren eigene Historie wird Dich zur Feststellung gelangen lassen, dass sie untauglich sind…
        – Möchte dazu anzumerken: in diesm Blog kommt es öfter zu Diskussionen zwischen Gläubigen der gleichen Religion, die sich nicht selten zu einem handfesten Streit auswachsen. Interessant besonders deshalb, weil die Glaubensgrundsätze dieser Religion dogmatisch festgelegt sind, demnach also eigentlich überhaupt nicht zur Diskussion stehen (sollte man meinen).
        Oder liege ich da falsch ?

        • Silvia
          18.10.2017, 18:28 Uhr.

          Wanda
          18.10.2017, 16:10 Uhr.

          Das, was dogmatisch festgelegt ist, sollte tatsächlich nicht zur Diskussion stehen.

          Aber längst nicht alles ist dogmatisch festgelegt. Das 2. Vaticanum z.B. war ein Pastoralkonzil und hat keine Dogmen erlassen, ist aber nichtdestotrotz verbindlich, zumindest was die Richtung im großen und Ganzen angeht.

          Andererseits können die Beschlüsse dieses Konzils, eben weil sie keine Dogmen sind, hinterfragt werden. Was vor gut 50 Jahren richtig war, daf durchaus heute auf den Prüfstand gestellt werden.

          Auch die Konzilsdokumente können interpretiert werden, und da haben Theologen naturgemäß unterschiedliche Auffassungen. Auch was den Grad der Verbindlichkeit jedes einzelnen Konzilsdokumentes angeht, kann man unterschiedlicher Meinung sein, dahingehend hat sich ja auch der Papst schon geäußert.

          Und nicht umsonst gibt es die Glaubenskongregation, die zumindest bisher verbindlich in Richtungsstreite eingreifen konnte.

          • Alberto Knox
            19.10.2017, 22:15 Uhr.

            „Aber längst nicht alles ist dogmatisch festgelegt. Das 2. Vaticanum z.B. war ein Pastoralkonzil und hat keine Dogmen erlassen“

            gleich zweimal falsch. selbstverständlich war es nicht einfach nur ein pastoralkonzil. es hat sehr wohl gelehrt und zwar definitives. daher ist allein die insinuierung „war ein Pastoralkonzil und hat keine Dogmen erlassen“ falsch.
            in der tat hat es sogar zwei dogmen erlassen, nämlich die kollegialität des bischofsamtes und die sakramentalität der bischofsweihe. (…)*

            *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

          • Silvia
            20.10.2017, 9:48 Uhr.

            Alberto Knox
            19.10.2017, 22:15 Uhr.

            Meines Wissens nach wurde das letzte Dogma 1950 erlassen.

            Nicht alles Lehramtliche ist ein Dogma!

          • Suarez
            20.10.2017, 11:28 Uhr.

            Danke für den Hinweis auf die beiden Dogmen des 2. Vatikanums. Die sachgerechte Ausführung erspart mir eine solche. Erstaunlich, dass so eine simple Einsicht noch nicht überall angekommen ist.

          • Alberto Knox
            20.10.2017, 19:57 Uhr.

            gern geschehen, @suarez.
            1950 war das letzte sollemne iudicium – also der das letzte mal, dass ein papst von seiner vollmacht, allein unfehlbar zu entscheiden gebrauch gemacht hat (wenn man von heiligsprechungen absieht, die in der mehrheitsmeinung der neuscholastischen theologen ebenfalls als sollemne iudicium gelten). aber nicht jede verkündung eines dogmas muss durch den amtsgebrauch des papstes geschehen, sondern auch ein konzil kann mit und unter dem papst ein dogma verkünden. und eben das ist auf dem 2. vatikanum geschehen. insofern, […]*

            *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Wanda
      17.10.2017, 17:09 Uhr.

      Wirklich zu hinterfragen: wenn man sich ganz neutral vor Augen führt, wieviele der indigenen Völker durch die Christianisierung ihre Wurzeln, ihre kulturelle Identität und ihre Würde verloren haben. Plötzlich waren ihre herkömmlichen Bräuche, Sitten und Gewohnheiten sowie kulturellen Eigenleistungen nichts mehr wert sondern oft sogar des Teufels. Als ethnische Gruppen begann damit vielfach der Abstieg und zwar in jeder Hinsicht und die Abhängigkeit von „Segnungen“ fremder Gesellschaftsformen und Mächte, die mit ihnen nicht das Geringste gemein hatten. Resultat war der Beginn einer Verarmung kulturell, geistig und materiell. Insofern durchaus fragwürdig, ungebeten zur Missionierung aufzufordern…

      • bernardo
        18.10.2017, 16:49 Uhr.

        Bei allem Respekt, Wanda, aber ich glaube, Kulturwandel ist nicht einfach eine kulturelle Verarmung. Man sollte auch nicht vergessen, dass die indianischen Gesellschaften, vor allem in Mexiko, vor Ankunft der Spanier durch ein extrem hohes Maß an Gewalt geprägt waren. Man denke an den Opferkult der Azteken.

        • Wanda
          19.10.2017, 16:01 Uhr.

          Bernardo 16:49 Uhr
          – Gar keine Frage: alle präkolumbianischen Hochkulturen Amerikas, vor allem die Mexicos, praktizierten die Menschenopfer als überaus wichtigen Teil ihrer Religion, wobei das Opfer übrigens (schau an) vorzeitig in den Genuss des angenehmen Jenseits kam und mit dem Ehrenanrede „lieber Sohn“ vom Priester ausgezeichnet wurde…
          Erlaube mir anzumerken: die spanischen Eroberer haben dann die indigene Bevölkerungszahl mit Kreuz und Schwert in einem Ausmass dezimiert, welches weder durch die religiösen Menschenopfer noch durch Kriege untereinander je erreicht worden war/wäre…
          Interessant die alte Inschrift an einer schönen Franziskanerkirche in Queretaro, der zufolge sich die Kirche arrogant und selbstgefällig auf die Schulter klopft „mit der Eroberung durch Spanien kam die Kultur nach Amerika“…
          Man musste die Indios halt zu ihrem religiösen Glück zwingen, wollten sie das nicht – ab auf den Scheiterhaufen…
          Wie´s in Altbayern auf dem Land heisst „de wern bei uns schon noch katholisch“…

    • Silberdistel
      18.10.2017, 11:51 Uhr.

      Alberto Knox 16.10., 22:48 h
      Also ist es wahr, da die Indigenen (mal wieder) nicht gefragt wurden… Sondern man in Rom, fern ihrer Heimat, beabsichtigt nur über sie zu sprechen und nicht mit ihnen (mal wieder). Wäre dieser möglicherweise grundlegende Kommunikationsfehler denn nicht geeignet eine erfolgreiche Evangelisation bereits im Keim in Frage zu stellen ?
      Ansonsten stimme ich in der Analyse bzw. Fazit von @wanda 17.10. 17:09 h bis auf´s Jota überein.
      Im Übrigen ist die ´Frohe Botschaft´ durchaus in der Lage aus sich selbst heraus zu überzeugen, – falls sie denn authentisch vorgelebt wird. Ob sie´s wohl von den Zölibatären aus Rom wird?

      • Jürgen Erbacher
        Jürgen Erbacher
        18.10.2017, 16:41 Uhr.

        Bisher ist überhaupt nicht klar, wie das Vorgehen bei dieser Spezialsynode sein wird. Es wurde vom Papst nur das Anliegen formuliert, dass die Indigenen besonders im Blick sein sollen. Die Art und Weise, wie Franziskus etwa mit den sozialen Volksbewegungen umgeht und immer wieder das Thema Indigene anspricht, lässt vermuten, dass er gerade nicht über den Kopf dieser Menschen hinweg reden oder gar etwas entscheiden will.

        • Silberdistel
          18.10.2017, 17:08 Uhr.

          Jürgen Erbacher
          18.10., 16:41 h
          Wie bereits erwähnt und wohl allseits bekannt gibt es nicht gerade rühmliche Präzendenzen von Evangelisationen Indogener. Das die Sondersynode in Rom stattfinden soll und nicht, wie alternativ vorgeschlagen in Amazonien selbst, ist nicht nur ein „Gschmäckle“; sondern eine Eröffnung in einem Spiel, von dem zumindest Schachspieler wissen das diese oft spielbestimmend ist.

  • Novalis
    17.10.2017, 17:05 Uhr.

    Endlich gibt es eine Solidaritätswelle für den Papst und gegen seine niederträchtigen und kirchenfeindlichen Gegner: „pro-pope-francis.com“

    • bernardo
      18.10.2017, 16:44 Uhr.

      Wieso sind die Gegner „kirchenfeindlich“? Vielleicht handeln sie aus Sorge um die Kirche so. Ich bin kein Gegner des Papstes, aber dieses intellektuelle Mittelmaß und der Populismus dieses Papstes, der in seiner Jugend ein glühender Peronist war, stoßen auch mich ab.

      • Silvia
        19.10.2017, 13:32 Uhr.

        bernardo
        18.10.2017, 16:44 Uhr.

        Geht mir ganz genauso. Zumal wir bisher von Päpsten weder intellektuell/theologisches Mittelmaß noch Populismus gewohnt waren, da stößt einem das besonders auf.

        • Suarez
          20.10.2017, 11:22 Uhr.

          „‚Pro Pope Francis‘ ist eine Initiative, die sich positiv zur Amtsführung des Papstes äußert. Das ist besser als ständige Nörgelei an seinem Kurs…

          Kritiker dagegen DIFFAMIEREN [m.Herv.; S.] den Papst als theologischen Bruder Leichtfuß, was er nicht ist. Für sie bleibt die zugewandte Art der Amtsführung ungewohnt. Das gilt auch für seinen unkomplizierten Umgang, der in der Kirche selbstverständlich sein sollte. Viele deutsche Bischöfe – und nicht nur sie – sind dagegen heilfroh über den Kurs von Franziskus. Was sie in der Pastoral seit Jahren bewegt, können sie endlich öffentlich aussprechen…

          Den Papst-Kritikern dagegen fällt es offenbar schwer zu akzeptieren, dass Barmherzigkeit zur christlichen Botschaft zwingend dazugehört.“

          Da hat Christof Haverkamp sehr genau verstanden, worum es geht. Ich hab gerade die Liste der Unterstützer durchgeschaut und google so stichprobenartig die Namen: da sind Künstler, Naturwissenschaftler, Neurobiologen, etc. dabei – Franziskus zieht echt die Intellektuellen und schafft das, was der „Professor“ Ratzinger nicht geschafft hat. Und es sind Leute dabei wie die ehemalige Haushälterin von Ratzinger Ingrid Stampa oder der Regensburger Generalvikar unter Gerhard Ludwig Müller, der als scharfer Rechter galt.

          Abgestoßen sind nur kathnet-Freunde und Erzreaktionäre.

          • Silvia
            20.10.2017, 19:37 Uhr.

            Suarez
            20.10.2017, 11:22 Uhr

            Wird jetzt Ratzinger/ Benedikt XVI auch noch von Ihrer Seite der Professorentitel aberkannt, weil Sie diesen in Anführungszeichen setzen? In aller Barmherzigkeit, selbstverständlich.

          • Alberto Knox
            20.10.2017, 19:53 Uhr.

            das ist ein treffender kommentar von haverkamp! danke für den text.

          • bernardo
            20.10.2017, 22:17 Uhr.

            Nein, Papst Johannes XXIII. war auch zugewandt. Bei Franz geht es darum, dass er auf jeden fahrenden Zug aufspringt. Der letzte sind die „fake news“, die es immer gegeben hat und immer gibt, nur dass man sie früher Propaganda genannt hat oder Lügen – etwa der „Holocaust“ im Kosovo, das Vergessen der ukrainischen Faschisten bei den Protesten, der Zuzug von Fachkräften nach Deutschland etc. Nach der brutalen Ermordung eines 86-jährigen Priesters in Frankreich, dem Djihadisten die Kehle durchschnitten, fiel dem Pontifex nichts Besseres ein als zu sagen, auch Christen würden Verbrechen begehen; er lese von Männern, die ihre Freundinnen oder Schwiegermütter morden würden. Als ob es um Leute geht, die aus Eifersucht töten, und nicht um Leute, die für Gott / Allah morden.

          • Silvia
            21.10.2017, 15:27 Uhr.

            bernardo
            20.10.2017, 22:17 Uhr.

            Nicht zu vergessen, dass er den Evangelisierungsauftrag Jesu mit dem Dshihad des IS und damit auch mit dessen Gräultaten auf eine Stufe gestellt hat.

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            21.10.2017, 18:33 Uhr.

            Wo und wann hat er das gemacht?

          • Silvia
            21.10.2017, 19:21 Uhr.

            Jürgen Erbacher
            21.10.2017, 18:33 Uhr.

            Das war vor einiger Zeit im Internet zu lesen. Wann und wo genau weiß ich nicht mehr.Es wird ein typischer Franziskus – Ausrutscher gewesen sein.

          • Alberto Knox
            21.10.2017, 19:25 Uhr.

            „Als ob es um Leute geht, die aus Eifersucht töten, und nicht um Leute, die für Gott / Allah morden.“

            hört, hört, es gibt keine christen, die meinen für gott morden zu dürfen. dann gehe man mal in die inneren zirkel der piusbruderschaft, wie die zb über homosexuelle denken. das ist geistige schreibtischtäterei. oder nach amerika, wo regelmäßig abtreibungsärzte von „christen“ regelrecht hingerichtet werden. aber das passt halt nicht in die fakenewsweltsicht von afdlern.

      • neuhamsterdam
        19.10.2017, 21:30 Uhr.

        #!/usr/bin/perl -w
        use strict;

        my $Papst = „Ratzinger“; $Papst = y(Ratzinger)(Bergoglio); print $Papst; exit;

        Das eindeutige Ergebnis dieser Zeichenübersetzung lautet „Bergoglio“ und macht ausschließlich in dieser Reihenfolge Sinn, alles andere ist Buchstabensalat. Damit wäre rechnerisch erwiesen, daß die Papstfolgediskussion keinerlei hinterkünftige Grundlage hat.

        Zu Amazonas: Die Bezeichnung der indigenen Guaraní für Wasser ist Y, was im Namen des Iguaçu – des großen Wassers – in Südamerika aufscheint. Hab im Atlas nachgeschaut, well, Amazonas ist vielleicht etwas weit gefaßt, aber was man von Tradis vernimmt, Amazonien soll es überall werden.

      • Alberto Knox
        19.10.2017, 22:18 Uhr.

        ich sehe da nur kirchenhass bei den papstfeinden, die nicht wollen, dass die kirche wieder gut evangelisiert. die handeln wirklich nicht aus sorge um die kirche, sondern schaden ihr.

        danke @novalis!

        ich habe schon unterschrieben, wie das gute katholiken – bislang fast 10000 und davon etliche intellektuelle, die sich sehr angesprochen fühlen, weitaus angesprochener als vom professorenpapst – tun.

    • Suarez
      20.10.2017, 11:26 Uhr.

      Sehr richtig, diese Mosebach-Fellays sind Feinde der göttlichen Barmherzigkeit. Lehramts- und papsttreue Christen sollten für deren Bekehrung beten.

      • Alberto Knox
        20.10.2017, 19:51 Uhr.

        sehr treffend! heutzutage kleidet sich der teufel eben in seide und schwingt selbst den weihrauch.

        • bernardo
          24.10.2017, 11:34 Uhr.

          „hört, hört, es gibt keine christen, die meinen für gott morden zu dürfen. dann gehe man mal in die inneren zirkel der piusbruderschaft, wie die zb über homosexuelle denken. das ist geistige schreibtischtäterei. oder nach amerika, wo regelmäßig abtreibungsärzte von „christen“ regelrecht hingerichtet werden. aber das passt halt nicht in die fakenewsweltsicht von afdlern.“

          Aha, „fakenewsweltsicht“ – was für ein Wortungetüm. Der Papst sprach allerdings nicht von ermordeten Abtreibungsärzten, deren Zahl nicht in die Zehn- oder Hunderttausende geht wie bei den fanatischen Djihadisten. Er sprach auch nicht von den Schriften der Piusbrüder über Homosexuelle. Er sprach von Männern, die ihre Freundinnen aus Eifersucht töten. Was sagte der Papst genau: „A me non piace parlare di violenza islamica, perché tutti i giorni quando sfoglio i giornali vedo violenze, quello che uccide la fidanzata, un altro la suocera, questi cattolici battezzati sono violenti cattolici e se parlo di violenza islamica devo parlare di violenza cattolica. Nell’islam non tutti sono violenti, non i cattolici sono tutti violenti è come una macedonia, comprende tutto.“ (Hier meine Übersetzung für die nicht des Italienischen Mächtigen: „Mir gefällt es nicht, von islamischer Gewalt zu sprechen, weil ich jeden Tag, wenn ich die Zeitungen aufschlage, Gewalt sehe, der eine, der die Verlobte/Freundin umbringt, ein anderer die Schwiegermutter, diese getauften Katholiken sind gewalttätige Katholiken und wenn ich von islamischer Gewalt spreche, muss ich von katholischer Gewalt sprechen. Im Islam sind nicht alle gewalttätig, nicht alle Katholiken sind gewalttätig, es ist wie ein Obstsalat, der alles umfasst.“) Abgesehen davon, dass kaum jemand je die Aussage getroffen hat, dass alle Muslime gewalttätig sind (es ist wohl wie mit den Priestern, die sich weigern, die Neugeborenen von Nichtverheirateten zu taufen, für die sich auch kein Beleg finden lässt): Die Gleichsetzung von Gewalt im Namen Gottes mit irgendeiner beliebigen Gewalttat durch einen Angehörigen einer Religion spricht nicht gerade für die Intellektualität des Papstes.

          Hier noch etwas zum Missionsbefehl: Der Papst im Wortlaut: „Non credo che oggi ci sia una paura dell’islam in quanto tale, ma di Daesh e della sua guerra di conquista, tratta in parte dall’islam. L’idea di conquista è inerente all’anima dell’islam, è vero. Ma si potrebbe interpretare, con la stessa idea di conquista, la fine del vangelo di Matteo, dove Gesù invia i suoi discepoli in tutte le nazioni“. („Ich glaube nicht, dass es heute eine Angst vor dem Islam als solchem gibt, aber von Daesh [Islamischer Staat] und seinem Eroberungskrieg, […]. Die Idee der Eroberung ist dem Geist des Islams inhärent, das ist wahr. Aber man könnte interpretieren, dass diesselbe Idee der Eroberung auch im Ende des Matthäusevangeliums zu finden ist, wo Jesus seine Jünger in alle Nationen schickt.“) Diese Gleichsetzung eines Mannes, der am Kreuz gestorben ist und der seinen Jüngern zuvor verboten hatte, ihn mit dem Schwert zu verteidigen, mit einem Mann, der Kriege geführt und Juden hat abschlachten lassen, ist natürlich – mir fehlen die Worte, um es angemessen zu benennen.

          […]*

          *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

  • bernardo
    18.10.2017, 16:57 Uhr.

    Auf welche empirischen Belege stützen sich denn die Genderwissenschaften?

    Alberto Knox
    12.10.2017, 17:29 Uhr.

    „biologie, psychologie, statistische erhebungen. allein ihre frage zeigt, dass sie sich noch nie mit genderwissenschaftler*innen und ihren theorien befasst haben.“

    Wie kann die Biologie herangezogen werden, ist doch Gender nicht das biologische (sex), sondern das soziale Geschlecht (gender)? Was die statistischen Erhebungen angeht, zu welchen Fragestellungen wurden sie erhoben? Sie sind Theologe, aber soweit ich weiß, beschäftigt man sich in Theologie nicht gerade mit Statistik. Ich habe nicht nur Geschichte, sondern auch Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre studiert und musste einige Prüfungen in Statistik absolvieren. Und ich weiß auch, welches Schindluder mit Statistiken betrieben wird. Vor allem, wenn die Forscher nicht neutral sind, sondern in ihren Ideologien befangen.

    • Alberto Knox
      19.10.2017, 22:19 Uhr.

      „Sie sind Theologe, aber soweit ich weiß, beschäftigt man sich in Theologie nicht gerade mit Statistik.“

      dann gehe man mal in die sozialethik, religionspädagogik und pastoraltheologie. und wie man sich dort mit statistik beschäftigt. das nicht zu wissen verrät einen groben mangel an theologischer bildung.

      • Silberdistel
        20.10.2017, 15:21 Uhr.

        Alberto Knox
        19.10., 22:19 h
        Macht tieferen Sinn wenn das Theologiestudium mit Statistik erweitert ist! So lassen sich in der Pastoral sowie Evangelisation die jeweiligen Fragebogeaktionen wissenschaftlich fundiert durchführen.

        • Alberto Knox
          20.10.2017, 19:49 Uhr.

          ja, natürlich. es wäre fahrlässig, wollte man die daten anderer wissenschaften und genuin theologische handlungsoptionen der pastoral ohne empirie betreiben. das ist ja gerade der grundfehler von ratzinger gewesen. theologie treiben, als wenn es die welt nicht gäbe.

      • bernardo
        20.10.2017, 20:32 Uhr.

        Und? Haben Sie auch Prüfungen in Statistik absolviert?

        • Alberto Knox
          21.10.2017, 19:22 Uhr.

          bei einem theologischen vollstudium gehört das in sozialethik, religionspädagogik und pastoral dazu. erstaunlich, dass sie solches nicht wissen.

  • Silvia
    20.10.2017, 9:52 Uhr.

    Alberto Knox
    19.10.2017, 22:19 Uhr.

    Wir sind hier auch kein reines Theologenforum!

    • Alberto Knox
      20.10.2017, 19:50 Uhr.

      entschuldigen sie, aber gerade sie treten hier in einem selbstverständnis auf, als wären sie die schulmeisterin gottes UND des papstes und hätten alle theologische erkenntnis.

      • Silvia
        21.10.2017, 15:23 Uhr.

        Alberto Knox
        20.10.2017, 19:50 Uhr.

        Ich glaube, hier projizieren Sie etwas auf mich, was eher Ihre Eigenschaften sind.

        Allerdings lasse ich mir von einem (angeblichen) Universitätstheologen auch nicht ein X für ein U vormachen, wenn dieser Fake – news, wie man das neudeutsch nennt, verbreitet in der Annahme, das tumbe Volk wisse es eh nicht so genau.

    • bernardo
      20.10.2017, 22:01 Uhr.

      Gott sei Dank nicht.

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