Papst verlangt Gehorsam

Es passt nicht so recht ins Bild des lieben und freundlichen Franziskus, was sich da seit Ende vergangener Woche abspielt. In einem beispiellosen Akt verlangt der Papst Gehorsam vom Klerus der nigerianischen Diözese Ahiara. Die rund 70 Priester des Bistums sowie viele Laien verweigern seit mehreren Jahren die Anerkennung des noch von Papst Benedikt XVI. ernannten Bischofs für ihr Bistum, Peter Ebere Okpaleke. Der 54-Jährige musste außerhalb seines Bistums geweiht werden und konnte bisher nicht von diesem Besitz ergreifen. Franziskus forderte die Priester des Bistums nun auf, binnen 30 Tagen in einem Brief, den sie das Kirchenoberhaupt persönlich richten müssen, um Vergebung für das bisherige Verhalten zu bitten sowie die Entscheidung seines Vorgängers anzuerkennen. Wer das Schreiben nicht in der geforderten Frist schicke, werde suspendiert.

Papst: Es geht nicht um ethnischen Konflikt

Lange hat sich Franziskus das Treiben in der nigerianischen Diözese angesehen. 2013 ernannte er den Erzbischof von Abuja, Kardinal John Onaiyekan, zum Administrator von Ahiara, verbunden mit der Hoffnung, dass dieser die Situation befrieden könnte. Doch das scheint nicht gelungen. Ende vergangener Woche empfing Franziskus eine Delegation aus Ahiara. Ihr gehörten neben Kardinal Onaiyekan der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Metropolit der zuständigen Kirchenprovinz, der ernannte Bischof von Ahiara sowie zwei Priester, eine Ordensfrau und ein Stammesoberer der Bistums Ahiara an. Die Gruppe hatte zudem Gespräche mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und den Spitzen der zuständigen Missionskongregation geführt. Am Ende der Beratungen kam der Papst zu dem Schluss, dass es sich bei den Auseinandersetzungen um den Bischof nicht um einen ethnischen Konflikt handle, sondern um eine widerrechtliche „Aneignung des Weinbergs des Herrn“.

In der Vergangenheit hatten die Gegner der Ernennung von Bischof Okpaleke ihren Widerstand unter anderem damit begründet, dass dieser nicht aus dem Diözesanklerus stamme und nicht der Ethnie der Mbaise angehöre, die die meisten Katholiken im Bistum Ahiara angehören. Sie sahen zudem im Hintergrund Kardinal Francis Arinze am Werk, der versuche, mit Okpale ein weiteres Mitglied seines Stamms der Igbo in eine kirchliche Führungsposition zu bringen. Papst Franziskus ließ das Argument nicht gelten. Er sieht als Ursache nicht die unterschiedliche Ethnie, sondern eine Manipulation der Priester „vielleicht auch aus dem Ausland und außerhalb der Diözese“. Er kam zu dem Schluss: Wer sich der Amtsübernahme von Okpaleke widersetze, wolle „die Kirche zerstören“. Als Papst könne er daher nicht gleichgültig bleiben. Die Kirche sei eine Mutter und wer sie verletzte, „begeht eine Todsünde“. Er habe zwischenzeitlich darüber nachgedacht, das Bistum aufzulösen, so Franziskus in seiner Ansprache an die Delegation. Doch er habe sich für das jetzt angeordnete Verfahren entschlossen. Das bedeutet: Bischof Okpaleke bleibt im Amt und der Klerus muss Abbitte leisten.

Seit Papst Paul VI. ist es durchaus üblich, dass der Vatikan im Bereich der „jungen Kirchen“ für ein Bistum einen Bischof auswählt, der nicht der Mehrheitsethnie angehört. Damit möchte man dem universalen Charakter der katholischen Kirche Ausdruck verleihen, und ein Übertragen des Stammesdenkens in kirchliche Strukturen und kirchliches Handeln hinein vermeiden. Im vorliegenden Fall sahen die Priester des Bistums Ahiara eine Art „innernigerianische Kolonisierung“ durch eine andere Ethnie. Ob Franziskus durch seine Gehorsamsforderung den Konflikt wird befrieden können, ist ungewiss. Der Vorgang zeigt aber, am Ende fordert auch dieser Papst einen absoluten Gehorsam gegenüber der obersten kirchlichen Autorität.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

24 Kommentare

  • Silvia
    12.06.2017, 17:13 Uhr.

    “ Der Vorgang zeigt aber, am Ende fordert auch dieser Papst einen absoluten Gehorsam gegenüber der obersten kirchlichen Autorität.“

    Alles andere wäre auch unlogisch, schließlich ist und bleibt er der Papst. Er lässt offenbar Dinge so lange laufen, wie er es für sinnvoll (Prozess bei AL) oder für tragbar hält, aber wenn er der Meinung ist, nun lange genug zugeschaut zu haben, greift er genauso hart durch wie seine Vorgänger.

  • Silberdistel
    12.06.2017, 21:15 Uhr.

    Nunja, unter der gesamten Christenheit gab und gibt es auch 2000 Jahre nach Auftreten des Heilandes noch genügend Stammesdünkel. – Sofern man die Konfessionen als „Stämme“ ansieht, was ich hiermit gerne tun will 🙂
    Das Ansinnen von Jesus Christus war es wohl per se nicht („…ihr aber seid alle Brüder und Schwestern“ – sinngem. Matth. 23,8).

  • Wrightflyer
    16.06.2017, 16:26 Uhr.

    So, jetzt erstmal zum Thema:

    Ich bin schockiert von dem was Franziskus da fabriziert.
    Er reagiert hochemotional und irgendwie emotional unreif, fast schon trumpesk.

    Ich bekomme da ehrlich gesagt Angst um Franziskus…
    Ich frage mich, ob das Amt ihn gerade verändert. Im schlechten Sinn.

    Nun, da gab es auch einen König Juan Carlos. Er hat seine Macken, aber Spanien hat ihm unendlich viel zu verdanken. 20 Jahre hatte er sich dumm gestellt, dann starb endlich […]* und promt packte Juan Carlos mit Hilfe eines absolut loyalen Handlangers namens Suárez seinen Plan zur Demokratisierung Spaniens aus. Im Alter jedoch verließen Juan Carlos jedoch das Gespür für die Situation und das Einfühlungsvermögen, die Dinge ihn ihn vorher ausgezeichnet hatten, und er tat Dinge die man nicht nachvollziehen kann, z.B. mitten in der Wirtschaftskrise Elefanten in Botswana jagen.

    Nun, ich habe schon früher vermutet daß mit Franziskus wohl nicht immer gut Kirschen essen ist und ich habe, glaube ich, schon früher geäußert, bin jedenfalls ziemlich sicher daß ich das geäußert habe, daß ich froh bin daß er nicht mein Chef ist.
    Er ist mit 4 jüngeren Geschwistern aufgewachsen und das hat ihn offensichtlich derart geprägt daß er immer und überall ständig davon ausgeht daß er ganz selbstverständlich überall der Chef ist.
    Das war ich bislang bereit, ihm großzügig nachzusehen. Jeder hat Macken, ich selbst schließlich auch.
    Jetzt ist er aber deutlich zu weit gegangen. SEHR deutlich. Ich würde sagen: Er sollte nach Mailand gehen, angekommen ist er in Nowosibirsk.

    „Sie sahen zudem im Hintergrund Kardinal Francis Arinze am Werk, der versuche, mit Okpale ein weiteres Mitglied seines Stamms der Igbo in eine kirchliche Führungsposition zu bringen. Papst Franziskus ließ das Argument nicht gelten. Er sieht als Ursache nicht die unterschiedliche Ethnie, sondern eine Manipulation der Priester „vielleicht auch aus dem Ausland und außerhalb der Diözese“.“
    Wenn er sich da mal nicht täuscht…
    Ich habe vor einiger Zeit etwas ausführliches über Nigeria gelesen. Tatsache ist: Da HABEN die auch ethnische Probleme. Die Leute im Nigerdelta, wo das Öl liegt, beklagen sich schon länger daß alle wichtigen Positionen von Leuten des Nordens übernommen werden. Den Leuten im Süden bleiben nur Dreck, Fischsterben und Hoffnungslosigkeit, die ganzen Jobs gehen an Leute aus dem Norden.
    Nun, ich habe gerade auf der Karte nachgesehen, wo dieses Bistum liegt: Es LIEGT im Nigerdelta…

    „Ob Franziskus durch seine Gehorsamsforderung den Konflikt wird befrieden können, ist ungewiss.“
    Das haben Sie aber SEHR dezent ausgedrückt, Herr Erbacher!!
    Tatsache ist: Franziskus wird dadurch das Problem auf keinen Fall lösen! Die Leute werden sich fügen und den Bischof widerwillig akzeptieren, er wird aber nie beliebt sein sondern unterschwellig eher verhasst.

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Wrightflyer
      16.06.2017, 18:15 Uhr.

      Letzten Endes bleibt die Erkenntnis, daß es mit den aufgezwungenen Bischöfen aufhören muss, d.h. auch die rk-Bistümer MÜSSEN ein Mitpsracherecht erhalten, wer denn ihr Bischof wird!!
      Es geht so einfach nicht weiter!

      Was Franziskus da fabriziert hat, nennen Segler übrigens „Patenthalse“:
      Eine Halse ist eine Richtungsänderung bei der das Heck und nicht der Bug durch den Wind gedrückt wird. Man kann auch leicht versehentlich halsen, das nennt man „Patenthalse“ und die schmeißt sehr leicht das ganze Boot um, d.h. man kentert dabei schnell.

    • Silvia
      16.06.2017, 23:52 Uhr.

      Wrightflyer
      16.06.2017, 16:26 Uhr.

      Diese naive Erwartung an Papst Franziskus habe auch ca zwei Jahre lang geteilt.

      Die Realität ist aber, dass irgendwann JEDER Papst hart durchgreift, wenn er es für nötig hält. Die jeweils von päpstlicher Härte Betroffenen sind dabei austauschbar, abhängig davon, welchen Kurs der Papst verfolgt, die Methoden sind aber immer dieselben.

      Franziskus ist Jesuit, dieser Orden ist stramm militärisch ausgerichtet. Davon abgesehen, fordert JEDER Papst Gehorsam da, wo es ihm wichtig ist.

      Die rk Kirche ist eine Papstkirche und der Papst ist eine Art absolutistischer Monarch.

      Franziskus wird SEINE Ziele genauso knallhart verfolgen wie seine Vorgänger die ihren.

    • alberto knox
      18.06.2017, 17:53 Uhr.

      @wrightflyer,

      sorry, aber franziskus macht nur seinen job (und den macht er gut). wenn ein bischof aus gründen, die nichts mit dem glauben, einem persönlichen fehlverhalten oder nicht kommunikablen ansichten zu tun haben, nicht akzeptiert wird, dann muss man durchgreifen. oder würden sie wollen, wenn sie auf dem op-tisch liegen, dass der chefarzt zum assistenten sagt: näh zu!, der assistent aber sagt: ich will dem patienten lieber globuli geben? ich nicht. im übrigen, n.b. ist auch die altkatholische kirche eine hierarchische kirche – sie hat nur andere, aber nicht gar keine hierarchien.

      • Wrightflyer
        19.06.2017, 12:48 Uhr.

        Sooo, da heute abend wohl wieder zu ist, hält aus der Mittagspause mit dem Handy.

        Nein, ich widerspreche Ihnen!
        Vertraute n kann man nicht erzwingen. Das ist entweder da oder es muss wachsen.
        Und wenn zwischen dem Bistum und dem Bischof kein Vertrauen herrscht, ist es langfristig fatal.
        Franziskus hat hier etwas fabriziert das keine Gräben zu schüttet sondern sie im Gegenteil noch vertiefen wird.

        Er hat definitiv einen schweren Fehler begangen. Auch noch einen der nicht zu seinem frueheren Verhalten passt. Vielleicht urlaubsreif??

        In der ak-Kirche wird der Bischof auf der Synode gewählt statt dem Bistum gegen dessen Wunsch aufgezwungen.

        Und ich denke dass die rk-Kirche auch mittlerweile genud (schlechte) Erfahrungen gemacht hat mit unerwünschten Bischöfen. Über den Oster haben Sie sich ja selbst schon beklagt;

        Weil mir aber oben ein „naives“ Franziskusbilde vorgeworfen würfe, eine Bemerkung unter uns beiden:
        Wegen seinem generellen Kurs halte ich immer noch zu Franziskus. Trotz des für mich chronisch belastenden Gefühls, meine eigene Konfession zu verraten.
        ABER: Mir war VON ANFANG AN KLAR, ich HABE ES SEIT 2013 MEHRFACH GESCHRIEBEN, dass Franziskus sein Reformwerk nicht ohne Hilfe machen kann, AUCH weil er selbst in Sachen Synodalitaet ein absoluter Anfänger ist.
        Ganz ehrlich: ICH HABE SEIT 2013 DIVERSE MALE GESCHRIEBE. DASS ICH NICHT ERWARTE DASS FRANZISLUS MIT HARRY POTTERS ZAUBERSTAB WINKT UND PLÖTZLICH SIND ALLE REFORMWUENSCHE ERFÜLLT!!!!!
        Diese Dinge kosten sehr viel Kraft und Mühe und die rk- Kirche muss sich erstmal drüber klar werden wer sie ist uns wo sie hinwill.
        Franziskus hat die Grundlage gelegt dass es tatsächlich wieder Hoffnung für die rk- Kirche gibt. Und ich weiß noch was ich Anfang 2013 von einem neuen Papst erwartet habe: NIX!!! Ich hatte auf Facebook geschrieben: „Hand hoch wer ausser mir das Wort Papst nicht mehr hören kann!“ (Einer hatte sich gemeldet). Franziskus hat bislang unglaublich viel mehr getan ala ich damals erwartet habe. Er hat die Hoffnung wieder erwachen lassen. Aber Franziskus ist nicht Jesus selbst. Er ist nicht Gott. Man muss sich drüber klar sein dass auch ein Franziskus nicht alles wissen und könne kann und auch Fehler macht und der Korrektur bedarf.

        Und das ist der Punkt der mich masslos ärgert:
        Mich für dumm halten und belehren wollen über Dinge die ich selbst schon mehrfach betont habe. Das bringt mich auf die Palme, ehrlich.
        Ich bin unkonzentriert,ja. ABER: Ich bin nicht dumm.

        • Silvia
          19.06.2017, 14:06 Uhr.

          Wrightflyer
          19.06.2017, 12:48 Uhr.

          Wenn Sie jede Antwort von mir grundsätzlich als persönliche Beleidigung auffassen, werde ich Ihnen lieber gar nicht mehr antworten. Das schonz unser beider Nerven.

  • Wrightflyer
    16.06.2017, 18:01 Uhr.

    Jetzt noch einen Nachtrag, falls ich darf, zum Thema Klimawandel:

    Hier wurde das Waldsterben angesprochen. Das, @bernardo, war tatsächlich damals eine berechtigte Sorge!
    Sie dürfen nicht vergessen, bernardo, daß es früher im Osten die ganzen Braunkohlekraftwerke und sonstige Industriebetriebe völlig oder nahezu völlig ohne Abluftreinigung gab. Und auch hier im Westen bliesen Industriebetriebe und Autos noch sehr viel mehr Schwefeloxide und Stickoxide in die Luft. Stehen Sie mal eine Dreiviertelstunde neben einem Oldtimer im Stau, dann wissen Sie was ich meine!
    Inzwischen hat sich bekanntlich eine Menge getan in Sachen Filter, Gaswäschern usw. Gottseidank!!! Die strengen Maßnahmen des Gesetzgebers haben da Wirkung gezeigt und da bin ich sehr sehr froh drum.

    Ich habe Verfahrenstechnik studiert, nur mal als Info, auch noch mit gutem Diplomabschluss. Verfahrenstechnik ist die Ingenieurdisziplin die sich hauptsächlich um Industrieprozesse dreht, was letztendlich auf den Bau und Betrieb von Industrieanlagen hinausläuft, sie steht etwas zwischen Maschinenbau und Chemieingenieurwesen. Nur mal um meinen fachlichen Hintergrund klarzustellen.

    Nun folgendes:
    Hier wurden von silberdistel diverse Punkte angesprochen, die man, denke ich, fachlich klarstellen muss, daher wärme ich das Thema wieder auf, auch wenn es schon geschlossen wurde.

    1.) Die Veränderung der Erdumlaufbahn um die Sonne, Veränderungen der Sonne selbst.
    Der etwa 11jährige Sonnenfleckenzyklus ist gut dokumentiert, und zwar schon deswegen weil niemand das Leben von sauteuren Satelliten leichtfertig riskieren möchte. Allerdings hat die durchschnittliche Sonnenfleckenaktivität in den letzten Jahren sogar abgenommen, so daß der nichts zur Erklärung des Klimawandels taugt.
    Die Veränderung der Erdumlaufbahn um die Sonne ist zum einen eine Sache die sich innerhalb von Jahrtausenden abspielt, nicht innerhalb weniger Jahrzehnte, wie der gegenwärtige Klimawandel. Zum anderen stimmt es durchaus daß die Erdumlaufbahn kein Kreis ist sondern eine Ellipse, die sich regelmäßig verschiebt. Momentan verändert sie sich jedoch in der Richtung, daß die Nordhalbkugel, wo die größere Landmasse ist, im Sommer weiter von der Sonne entfernt ist. Übrigens liegt die Exzentrität der Erdachse derzeit bei 0,0167.

    Das ist das was ich kritisiere: Ohne nennenswerte eigene naturwissenschaftliche Bildung ominös irgendwelche wichtig klingenden Schlagworte in den Raum schmeißen und meinen daß sich noch nie ernstzunehmende Wissenschaftler mit diesen Dingen befasst hätten.
    Die Astronomen berechnen derzeit aus winzigkleinen Bahnschwankungen von fremden Sternen die Umlaufbahn und Masse von Exoplaneten, da ist es schon ein wenig… merkwürdig, anzunehmen daß ausgerechnet die Erdbahnparameter noch nie berechnet worden wären.

    silberdistel bringt einen Punkt, in dem er Recht hat, nämlich die Wolkenbildung.
    Der Einfluss der vermehrten Wolkenbildung wurde tatsächlich lange Zeit in den Klimamodellen vergessen. Das hat man jedoch inzwischen korregiert, neue Klimamodelle rechnen selbstverständlich mit der vermehren Wolkenbildung.
    Diese wirkt in zwei Richtungen, sowohl positiv als auch negativ: Zum einen lassen die Wolken bekanntermaßen weniger Licht auf die Erdoberfläche auftreten, jeder weiß daß es an einem bewölkten Tag weniger heiß ist. Zum anderen bestehen die Wolken aber aus Wasserdampf und der ist noch ein erheblich stärkeres Treibhausgas als CO2.

    Was silberdistel hier mit „kosmischen Einstrahlungen“ meint, muss er noch erklären.

    „Dies alles sind keine Konstanten, sondern Variablen, die insbesondere in ihren >chaotischen< Wechselwirkungen nicht prognostiziert werden können. So entstehen auf ganz natürliche Weise langperiodische natürlich schwankende Klimazyklen,"
    Hier widerspricht sich silberdistel selbst.
    Er spricht gleichzeitig von "chaotischen" Wechselwirkungen die nicht berechnet werden könnten UND von langperiodischen natürlich schwankenden Klimazyklen. Das selbe System ist auf einmal gleichzeitig völlig chaotisch und unberechenbarm, andererseits langperiodisch schwankend, also sehr wohl berechenbar.

    Tatsache ist, daß es, siehe oben, diese langperiodischen Klimaschwankungen tatsächlich gibt, erstmals aufgegriffen wurden sie von einem serbischen Wissenaschaftler. ABER: Innerhalb von Jahrtausenden! Nicht innerhalb von wenigen Jahrzehnten, wie der gegenwärtige Klimawandel!

    Außerdem gelten auch für chaotische Systeme immernoch die Hauptsätze der Thermodynamik, auch der erste.
    Eine Systemgrenze kann man in der Thermodynamik überall legen, um einen Kochtopf, einen Automotor, um einen einzelnen Zylinder in diesem Motor oder um das ganze Auto. Es ist auch vollkommen legitim, eine Systemgrenze um die ganze Erde zu legen. Das bedeutet: Die Energiemenge die die Erde von der Sonne abbekommt wird entweder ins All zurückgestrahlt (Albedo) oder als Infrarotstrahlung von der erwärmten Erde ins All abgestrahlt oder sie bleibt hier und führt zur weiteren Erwärmung von Erde, Luft und Ozeanen. "Chaotisches System" bedeutet keineswegs, daß plötzlich Wärme an jeder Thermodynamik vorbei aus dem Universum verschwindet! Man muss die Dinge schon verstehen und nicht wichtig klingende Begriffe als Ausrede vorschieben!

    Silberdistel schreibt daß es keineswegs bewiesen wäre, daß der Mensch den Anteil von CO2 in der Athmosphäre erhöht.
    Nun ja…
    Wir holen seit ca. 250 Jahren Kohlenstoff den die Erde eigentlich mal verbuddelt hatte aus selbiger raus und verbrennen ihn. In einem Maßstab von Milliarden Tonnen jedes Jahr. Auch für CO2 gelten die grundlegenden Erhaltungssätze. D.h. irgendwo bleibt das Zeug, und es hat keine Neigung, sich selbst wieder in die Erde zu verbuddeln!

    Und was die Möglichkeit angeht, daß ein geringer Anteil von weniger als 1% Treibhausgasen eine wesentliche Wirkung hat, dazu habe ich mich schon geäußert. Ich weiß aus meinen eigenen Färbeversuchen damals bei Fraunhofer daß von einem geeigneten Farbstoff auch ein kaum messbarer Miniwinzanteil genügt, um eine Färbung zu erzielen, also das Ergebnis von Absorbierter und Emittierter elektromagnetischer Strahlung, dazu gehört auch Infrarotstrahlung, zu verändern!
    Und als leidenschaftliche Teetrinkerin: Ich habe zwar den Anteil Farbstoffe die aus dem Teebeutel in die Tasse übergehen nie gemessen, aber ich bezweifel daß sie größer sind als 0,05%. Dennoch ist eine gute Tasse Tee richtig schön schwarz!!

  • Wrightflyer
    16.06.2017, 18:06 Uhr.

    @sehr geehrte Redaktion:

    Wenn ich das richtig sehe, haben Sie seit 4 Tagen nichts mehr freigeschaltet.
    Was ist los? Ernsthaft erkrankt? Also ich hoffe schon daß es Ihnen gut geht!

    Haben Sie eigentlich eine Rückmeldung von ihrer evangelischen Partnerredaktion wegen evtl. ak-Gottesdienst mit PfarrerIN übertragen?

    Und wie siehts für mich hier aus? Siehe meine Anfrage oben! Es wäre mir ehrlich gesagt schon sehr lieb wenn Sie mir schreiben würden ob meine Beteiligung hier Sinn macht, also ob Sie das was ich durchschnittlich schreibe als gewinnbringend empfinden oder als eher langweilig oder mich generell nur als Störfaktor.
    Habe ich einen Platz hier, wie z.B. Wanda oder silberdistel oder bernardo oder Herr Knox oder Brigitta oder Suárez? Oder soll ich doch lieber verschwinden?

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      16.06.2017, 21:43 Uhr.

      Wir haben hier bereits wiederholt mitgeteilt, dass jeder, der sich an die Netiquette hält, hier mitschreiben darf und herzlich willkommen ist. Es ist nicht an uns, die Beiträge Einzelner zu kommentieren oder zu qualifizieren.

      Was die Übertragung eines altkatholischen Gottesdienstes anbetrifft, konnte ich lediglich in Erfahrung bringen, dass es seit sehr langer Zeit keine Übertragugn mehr gegeben hat. Zuständig für die Auswahl der Gemeinden sind die jeweiligen TV-Beauftragten der EKD bzw. DBK für das ZDF. D.h. Sie könnten sich mit Ihrem Anliegen an den EKD-Beauftragten wenden.

      • Wrightflyer
        16.06.2017, 21:45 Uhr.

        „Wir haben hier bereits wiederholt mitgeteilt, dass jeder, der sich an die Netiquette hält, hier mitschreiben darf und herzlich willkommen ist.“

        Ja, aber gilt das auch für mich??

        • Jürgen Erbacher
          Jürgen Erbacher
          16.06.2017, 21:58 Uhr.

          Auch für Sie gilt, was wir hier schon wiederholt über die Teilnahme geschrieben haben. Auch das haben wir schon wiederholt geschrieben: Entscheidend ist die Einhaltung der Netiquette.

          • Wrightflyer
            16.06.2017, 22:00 Uhr.

            Demnach ist es gleichgültig ob ich hier mitschreibe oder nicht, das wollen Sie sagen? Also daß ich hier definitiv überflüssig bin?

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            16.06.2017, 22:28 Uhr.

            Das ist Ihre Interpretation. Ich habe das nicht gesagt. Wir haben wiederholt erklärt, dass hier jeder willkommen ist, der sich an die Netiquette hält.

          • Silberdistel
            17.06.2017, 10:21 Uhr.

            Jürgen Erbacher
            16.06., 21:58 h
            @Herr Erbacher, Sie erfüllen hier noch ganz und gar das alte Klischee, das im @zdf im Hinblick auf Ihre ständigen und glaubhaften Beteuerungen, dem fleißigen gez-Zahler nur Wiederholungen serviert werden 🙂 .
            Da mein Name in diesem thread im Zusammenhang mit der vorigen Klimakatastrophendebatte mehrfach genannt wurde, sei es mir an dieser Stelle des neuen blogthemas nur noch gestattet zu bemerken, das der >anthropogene< Klimawandel in der ATMOSphäre (nicht At-h-mosphäre, wie von wrightflyer mehrfach ausgeführt) der wissenschaftliche Beweis längst nicht erbracht ist, noch gar 97% Prozent der Wissenschaftler Anhänger dieser These wären. Und letztlich, wie bemerkte Einstein bereits: "Die Wissenschaft dient der Menschheit am besten, wenn sie sich vorbehält, alle Thesen anzuzweifeln".

          • Wrightflyer
            18.06.2017, 23:18 Uhr.

            @silberdistel:

            Mit dem Klimawandel haben Sie Unrecht.
            Sie dürfen nicht vergessen daß auch ein Land wie China(!) sich am Pariser Klimaabkommen beteiligt hat. Das wäre so nicht möglich wenn die Beweise für den menschengemachten Klimawandel nicht klar wären.
            Fast die gesamte wissenschaftliche Gemeinschaft der USA rebelliert übrigens gerade gegen Trump. Den Amis taut nämlich der Permafrostboden in Alaska auf, außerdem gab es in Kaliforniern, im wichtigsten Obstanbaugebiet, bis vor Kurzem eine mehrjährige schwere Dürre!
            Die Amis werden ja auch deswegen so langsam wach, weil sie selbst im wesentlich kleineren Maßstab schonmal eine menschengemachte schlimme Klimakatastrophe durchgemacht haben. Oklahoma war das damals. Auch noch während der Weltwirtschaftskrise.
            Auch Indien hat mittlerweile Interesse an Klimaschutz. Es wäre ziemlich seltsam anzunehmen daß ausgerechnet die Inder, wegen ihren mathematischen Fähigkeiten überall in der IT begehrt, einfache (Farbstoff)Chemie nicht verstehen würden.
            Ohne das „bischen“ Treibhausgase in der Athmosphäre, eben dreiatomige Gase wie CO2 oder Methan oder Wasserdampf, läge die Oberflächentemperatur der Erde bei durchschnittlich -18°C.

            Aber ich bin Ihnen dankbar, daß Sie mein Problem mit der Redaktion verstehen.
            Die Frage die mich seit Monaten beschäftigt, nachdem damals ein paar ziemlich giftige ehrverletzende Angriffe gegen mich durchgewunken wurden, ich mich aber nicht wehren drufte, die haben die nie beantwortet.

            Genau wie Sie bin ich seit 2013 dabei, also wir gehören beide zu den Veteranen hier. Was ist da so verwerflich dabei, wenn man einfach mal wissen will ob man hier jemand ist, einen Platz hat, wie Sie, wie bernardo, wie Wanda, wie Herr Knox oder Suárez?
            Bin ich hier für die Redaktion überhaupt eine Person, nach über 4 jahren?
            Wissen die überhaupt daß ich schon lange nicht mehr römisch-katholisch bin und warum ich hier trotzdem mitschreibe? Ein paarmal habe ich es, meine ich, erwähnt. Oder bin ich denen völlig gleichgültig?
            Ich weiß nicht, aber nach der langen zeit wo wir hier sind, wo wir uns auch immer wieder gegenseitig auf die Nerven gehen, wenn wir mal ehrlich sind, haben wir es alle, meine ich, schon verdient, JEMAND ZU SEIN.
            Aber das was da gelaufen ist, vor einigen Monaten, das hat mir schon das Gefühl gegeben daß ich für die Redaktion hier NICHTS bin. Ein kleiner Krümel. Unwichtig. egal.
            Warum?? Warum musste das sein?? Es gibt die Netiquette, ja, ich weiß, und die haben mehrfach gesagt daß hier prinzipiell jeder mitschreiben darf der sich an die Netiquette hält und *bla*, aber das ist nicht das was ich meine. Was ich meine ist, daß ich seit der Geschichte das Gefühl habe daß die Redaktion EIGENTLICH NICHT WILL daß ich mitschreibe. Den Regeln nach zugelassen zu sein ist etwas völlig anderes als TATSÄCHLICH ERWÜNSCHT zu sein.
            Zugelassen war ich auch zum Studium. Trotzdem gab es einen Prof gegen den ich mich mit Widerspruchsverfahren wehren musste weil der mich echt raustreten wollte.
            Zugelassen war ich auch zum Gymnasium. Aber alles andere als erwünscht dort.
            Ich kenne also den Unterschied.

          • Wrightflyer
            19.06.2017, 12:52 Uhr.

            Ich habe ein Wort vergessen, Entschuldigung:
            Es muss natürlich heißen: MINDESTENS dreiatomige Gase. Methan ist CH4.
            War spät gestern…

  • Heilbründl
    17.06.2017, 2:08 Uhr.

    Liebe Wrightflyer, […]*
    Möchten Sie jedesmal vers ichert bekommen, dass Sie hier schreiben dürfen? Wenn Sie nicht dürften, würde es nicht freigeschaltet werden, vermute ich. Sollte Ihnen niemand antworten, könnte es vielleicht daran liegen, dass es die anderen doch nicht so interessiert hat.

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

  • Brigitta
    17.06.2017, 11:16 Uhr.

    Sie würden mir fehlen

  • alberto knox
    18.06.2017, 17:54 Uhr.

    lieber herr erbacher, hört man denn schon was über eine zweite amtszeit von kardinal müller? dessen erste amtszeit läuft doch anfang juli aus, oder?

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      19.06.2017, 8:57 Uhr.

      Bisher habe ich dazu nichts gehört.

    • Silvia
      19.06.2017, 10:30 Uhr.

      Was eine eventuelle 2. Amtszeit von Kardinal Müller angeht, da bin ich auch sehr gespannt.

      Also ich wette darauf, dass er Glaubenspräfekt bleiben wird.

      Und nein, ich bin alles andere als ein Fan von Müller. Aber nachdem Bischof Huonder in der Schweiz nach Erreichen der Altersgrenze noch zwei Jahre Verlängerung bekommen hat, obwohl er extrem unbeliebt ist, denke ich, auch Müller wird bleiben.

      • Suarez
        19.06.2017, 13:45 Uhr.

        Ich gehe auch davon aus, dass er bleibt, auch wenn ich dafür wäre, dass er den Sonderseelsorgsbereich Mars zugeteilt bekommt für die vielen schlimmen Dinge, besonders die Missbrauchsfallvertuschungen, auf die auch P. Mertens SJ hingewiesen hat.
        Das Gute ist: Sowohl Kongregation als auch Präfekt sind faktisch kaltgestellt. Viel Unheil geht im Moment nicht von ihm aus. Schade um eine Institution, die segensreich wirken könnte und sollte. Aber die Kaltstellung ist berechtigt.

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