Der Papst, Luther und die Reform – ein Interview

„Reform“ und „Schrift“, also die Bibel, sind die beiden Begriffe für Franziskus, wenn es darum geht, von der evangelischen Tradition zu lernen. Das sagte er in einem Interview für Jesuitenzeitschriften, das heute im Vorfeld der Reise nach Lund veröffentlicht wurde. Luther habe die Kirche reformieren wollen. Aus verschiedenen Gründen sei daraus eine Spaltung geworden und nicht ein „Prozess“ der Reform. Dabei betont Franziskus, dass sich die Kirche immer reformieren müsse. Etwas ernüchternd klingen die Worte des Papstes, wenn er über die theologische Diskussion in der Ökumene spricht. Nach der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, die 1999 von Katholiken und Lutheranern unterzeichnet wurde, werde es schwierig mit weiteren Fortschritten in der Ökumene, ist er überzeugt. Dennoch müsse der theologische Diskurs weitergehen, so Franziskus. Sein ökumenisches Credo lautet: „Reden, beten und gemeinsam arbeiten: Das ist der Weg, den wir gehen müssen.“ Mit Blick auf die ökumenische Begegnung in Lund hofft Franziskus, dass sie eine weitere Annäherung der beteiligten Kirchen bringt. Welche Akzente er dabei setzen will, verrät er nicht. So bleibt die Spannung, die der vatikanische Ökumeneminister Kardinal Kurt Koch in dieser Woche mit dem Hinweis aufgebaut hat, dass es durchaus eine Überraschung geben könne am Montag in Lund. Dann werden katholische Kirche und Lutherischer Weltbund gemeinsam das Gedenken zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation eröffnen.

Bereits zweimal hat Papst Franziskus die Erzbischöfin der Schwedischen Kirche und ehemalige Bischöfin von Lund, Antje Jackelén, im Vatikan getroffen. Am Montag wird er sie ihn in Lund begrüßen. (Quelle: ap)

Bereits zweimal hat Papst Franziskus die Erzbischöfin der Schwedischen Kirche und ehemalige Bischöfin von Lund, Antje Jackelén, im Vatikan getroffen. Am Montag wird sie ihn in Lund begrüßen. (Quelle: ap)

Frage des Abendmahls beschäftigt Papst

Ausführlich hat Franziskus Ende September mit den Chefredakteuren der beiden Jesuitenzeitschriften Civiltà Cattolica, Antonio Spadaro, und Signum, Ulf Jonsson, über die bevorstehende Reise nach Schweden gesprochen. Dabei ging es neben Fragen zur Ökumene und der religiösen Situation in Schweden auch um Terrorismus, die Situation der Christen im Nahen Osten sowie die „müden“ und die „frischen“ katholischen Ortskirchen rund um den Globus. Franziskus würdigt in dem Gespräch Luthers Beitrag für die Verbreitung der Heiligen Schrift. Er habe einen „großen Schritt getan, um das Wort Gottes in die Hände des Volkes zu geben“. Das dürfte einem Papst, der zutiefst von der Theologie des Volkes, der argentinischen Variante der Befreiungstheologie, geprägt ist, nicht unsympatisch sein. Luther, so Franziskus, habe eine Reform gewollt in einem für die Kirche schwierigen Moment. „Dann ist aber diese Tat – auch aufgrund der politischen Situation, denken wir an das Prinzip des cuius regio eius religio – zu einem ‚Status‘ der Trennung geworden und nicht ein ‚Prozess‘ der Reform der ganzen Kirche, der für diese fundamental ist, weil die Kirche eine sich immer reformierende ist.“

Sehr persönlich spricht Franziskus über seine Kontakte und Erfahrungen mit Protestanten. Erstmals nahm er im Alter von 17 Jahren an einem evangelischen Gottesdienst teil bei der Trauung eines Arbeitskollegen aus dem Chemielabor, in dem er eine Ausbildung gemacht hatte. Später in seiner Zeit als Professor für Spiritualität an der Theologischen Fakultät San Miguel in Buenos Aires lud er sein Pendant in der nahen lutherischen Fakultät zu gemeinsamen Vorlesungen ein. Franziskus erwähnt schließlich auch seinen Besuch in der lutherischen Christuskirche in Rom im November 2015. Er erinnere sich an die Fragen der Gemeindemitglieder. So habe ihn unter anderem die Frage zum gemeinsamen Abendmahl sehr berührt. „Eine gute und tiefe Frage“, so Franziskus. Interessant, dass er gerade dieses Thema eigens erwähnt – nicht auf Nachfrage der beiden Interviewer, sondern aus freien Stücken.

Franziskus hält sich in dem Gespräch nicht lange mit theologischen Fragen auf. Aus seiner Sicht ist heute die Zeit der Ökumene des Gebets und der Taten. Hier sieht er vor allem im Sozial- und im Bildungsbereich Möglichkeiten, gemeinsam voranzugehen. Hier wäre es interessant zu wissen, was er konkret im Bildungsbereich meint. Stellt er sich gemeinsame Schulen und Universitäten vor? Scharf verurteilt er einmal mehr Proselytismus und erinnert an das Schicksal der Christen im Nahen Osten.

Der Papst und die Bischöfin

Ganz selbstverständlich spricht er über die Primas-Erzbischöfin von Schweden, Antje Jackelén, und ihren Mann, denen er im Vatikan begegnet ist. Jackelén habe bei ihrem offiziellen Besuch im Vatikan im Mai 2015 eine „großartige Rede“ gehalten. Diese Worte sind umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass unter Papst Johannes Paul II. evangelische Bischöfinnen im Vatikan nicht empfangen wurden. Unter Benedikt XVI. gab es ein erstes Umdenken. Er empfing auch evangelische Bischöfinnen; allerdings durften keine offiziellen Fotos gemacht werden. Unter Franziskus gibt es jetzt auch offizielle Fotos. Allerdings verzichtete die Tageszeitung L’Osservatore Romano in ihrer Berichterstattung über die Begegnung des Papstes mit Jackelén im Mai 2015 auf ein Foto und auch im offiziellen Online-Fotoarchiv des Vatikans findet man die Bilder nicht. Da scheint der Papst einmal mehr weiter zu sein als sein Apparat.

Der letzte Satz des katholischen Kirchenoberhaupts im aktuellen Interview dürfte daher sowohl für die Ökumene als auch für die eigene Kirche gelten: „Wir dürfen uns nicht in strengen Perspektiven einschließen, denn dann besteht keine Möglichkeit für Reformen.“ Und die will Franziskus haben. Er erinnert in dem Gespräch an der Stelle, an der er über Luthers Reformanliegen spricht, an die Diskussionen der Kardinäle vor dem Konklave, in dem er im März 2013 zum Papst gewählt wurde, und sagt: „Mir kommen jetzt die Generalkongregationen in den Sinn vor dem Konklave und wie stark die Frage nach Reformen war in unseren Diskussionen“. Sieht Franziskus die katholische Kirche heute in einer ähnlich „schwierigen Situation“ wie zu Zeiten Luthers?

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

20 Kommentare

  • Wrightflyer
    29.10.2016, 11:22 Uhr.

    „Aus verschiedenen Gründen sei daraus eine Spaltung geworden und nicht ein „Prozess“ der Reform.“
    Mit anderen Worten: Eine vergeigte Chance.
    Luther hat sein bestes getan, Rom hat es versemmelt. Deswegen die Spaltung.

    „„Dann ist aber diese Tat – auch aufgrund der politischen Situation, denken wir an das Prinzip des cuius regio eius religio – zu einem ‚Status‘ der Trennung geworden und nicht ein ‚Prozess‘ der Reform der ganzen Kirche“
    Ja, die Machtgier der Adligen und dieses cuius regio eius religio waren der zweite entscheidende Faktor. Der der dann auch zu einem der schlimmsten Kriege überhaupt geführt hat. Deutschland war 1648 schlimmer dran als 1945, denn 1945 waren zwar die Städte zerstört aber die Bauern im Taubertal hatten noch Kartoffeln die sie in die Tauber schmeißen konnten obwohl die Menschen in der Stadt gehungert haben (hatte meine Großmutter mütterlicherseits live und in Farbe beobachtet und ihr Leben lang nie vergessen!!), während 1648 das komplette Land verwüstet und geplündert war.

    „Erstmals nahm er im Alter von 17 Jahren an einem evangelischen Gottesdienst teil bei der Trauung eines Arbeitskollegen aus dem Chemielabor, in dem er eine Ausbildung gemacht hatte.“
    Wenn ich mal kurz das Thema wechseln darf:
    Nicht falsch verstehen, natürlich bin ich sehr sehr froh und dankbar daß Gott ihn zum Priester berufen hat — aber mich interessiert auch brennend, ob tief in ihm auch noch ein kleiner Chemiker übriggeblieben ist…

    „Stellt er sich gemeinsame Schulen und Universitäten vor?“
    Das wäre sinnvoll….
    Warum der Reliunterricht heutzutage noch ab der 1. Klasse getrennt sein muss erschließt sich zumindest mir nicht.
    Gut, in höheren Klassen müssen schon getrennte Klassen sein, denn irgendwann muss man vertieftes wissen über die eigene Konfession erwerben. Was ist katholisch, was ist evangelisch? Was ist das Geheimnis der Eucharistie? Was bedeutet „sola fide“? Aber das sind Dinge die bei Grundschulkindern noch zu früh sind.
    Aber auch bei getrennten Reliklassen können katholische und evangelische Kirchen sehr wohl christliche Schulen gemeinsam tragen! Schließlich gibt es keine katholische oder evangelische Physik oder Mathematik oder Chemie, keinen katholischen oder evangelischen Sportunterricht, Geschichtsunterricht oder Englischunterricht, wäre schön wenn auch Spanischunterricht oder Russischunterricht damit wenigstens einige Leute die Dinge im Osten selbst beurteilen können.

    „Ganz selbstverständlich spricht er über die Primas-Erzbischöfin von Schweden, Antje Jackelén, und ihren Mann, denen er im Vatikan begegnet ist….. Diese Worte sind umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass unter Papst Johannes Paul II. evangelische Bischöfinnen im Vatikan nicht empfangen wurden.“
    Für Wojtywa waren weibliche Geistliche ja auch sowas wie eine Todsünde. Für Franziskus sind sie es offensichtlich nicht, sonst hätte er nicht die ak-Kirche hochoffiziell anerkannt indem er die altkatholischen Bischöfe im Vatikan empfangen hat und sein Verhältnis zum Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, der sich sehr für weibliche Bischöfe eingesetzt hat, wäre nicht so gut. Ich bin mir mit 3 Leuten mit denen ich drüber gesprochen habe insgesamt einig daß die Worte damals im Flugzeug „Diese Tür ist zu!“ nicht bedeuten daß er innerlich definitiv hinter dem Verbot der Frauenordination stehen würde. So drückt sich jemand aus der eine Anordnung befolgt und weiter befolgen wird, nicht jemand der restlos von dieser überzeugt ist.
    Allerdings ist Franziskus klug genug um zu wissen daß er seine rk-Kirche überfordern würde wenn er das Thema Frauenordination Knall auf Fall aufs Tapet bringen würde. Manche Dinge lassen sich nur durch synodale Wege klären, auch wenn lang dauern.

    Das bringt mich zum Thema, entschuldigung daß ich Abschweife, Synode.
    Sicher ist das eher leichte Thema Jugend auf den ersten Blick eine Enttäuschung. Priesteramt wäre natürlich spannender geworden.
    Andererseits ist das wohl der Punkt wo bei vielen die Angst vor Veränderung am größten ist. Ich kann mir nicht vorstellen daß die rk-Bischöfe momentan in Sachen Zölibat oder Frauenordination anderes als eine Betonierung des derzeitigen Standes beschließen würden. Daher ist es auf den zweiten Blick durchaus gut so daß Franziskus das nach hinten gepackt hat.
    Überhaupt ist deutlich, daß sich die römisch-katholische Kirche erst wieder an Synodalität gewöhnen muss, bzw. mit ihr umgehen lernen muss.
    Da wurde Franziskus bei der letzten Familiensynode die Schuld für alles in die Schuhe geschoben was einem nicht gepasst hat. Sogar das 2. Vatikanum wurde nachträglich umgedichtet zu einer reinen Infoveranstaltung über bereits fertiggestellte Anordnungen Roncallis. Dabei haben Roncalli und Franziskus im Prinzip das selbe getan: Sie haben ein Konzil bzw. eine Synode einberufen und das ganze jeweils von der Leine gelassen und dem Heiligen Geist überlassen.
    Wer aber Synodalität ablehnt weil einmal nicht ganz exakt das rausgekommen hat was er/sie sich gewünscht hat, der benimmt sich wie Donald Trump der behauptet: „Wenn ich nicht gewählt werde ist die Wahl gefälscht!“
    Sicher, manches hätte an der Familiensynode besser laufen können, vor allem breitere Beteiligung von Laien und Stimmrecht für Laienvertreter, aber: Es ist NICHT Franziskus‘ Schuld daß die römisch-katholische Kirche Synodalität aus dem Nichts raus neu lernen muss!! Er kann den Lernprozess nur anschubsen!

    Ich bin sehr optimistisch daß die Frauenordination kommen wird und das Zölibat fallen wird, aber beides auf synodalem Weg, d.h. nicht morgen schon und nicht durch eine Anordnung von Franziskus mit der er seine Kirche spalten würde.
    Die rk-Kirche muss erstmal wieder lernen wie das mit der Synodalität gehen soll und das dauert.

    „Scharf verurteilt er einmal mehr Proselytismus und erinnert an das Schicksal der Christen im Nahen Osten.“
    Thema Naher Osten.
    Wir haben ja leider das genze Jahr über einen US-Wahlkrampf der an Widerwärtigkeit nicht zu überbieten war erlebt. Es wird wahrscheinlich doch nicht dazu kommen daß ein […]* gewählt wird. Aber unter dem ganzen Testosterongeblöke gingen die Positionen der anderen Kandidatin leider unter, und die versprechen Außenpolitisch auch nichts Gutes.
    LEIDER hat es in Washington Tradition, die Menschen z.B. des Nahen Ostens als eine Art „Untermenschen“ zu betrachten die „die Peitsche schmecken müssen“. Aus einem Nahen Osten der nach soviel Krieg und so vielen von den Großmächten installierten und/oder unterstützten Diktatoren wieder einmal nur „die Peitsche schmeckt“, wird wieder nur Extremismus und Hass kommen.
    Ein Bündnis zwischen Islam und Christentum wird in den nächsten Jahren oberste Priorität. Wir Europäer und die Amis müssen lernen die Welt aus den Augen der anderen zu sehen, sonst ist die Welt endgültig am Ende…

    Derweil ist der Krieg in Syrien der aus der Niederschlagung der Demokratiebewegung 2011 entstanden ist an Widerwärtigkeit nicht mehr zu überbieten. Solche menschlichen Abgründe wie sie nicht nur der IS sondern auch das Regime Assad und die Russen zeigen hat man zum letzten Mal bei Pol Pot gesehen. Oder in Vietnam, abwechselnd bei den Amis und beim Viet Kong. „Nach Syrien kommt Gott nurnoch zum Weinen.“: Ich weiß nicht wo ich diesen Satz gelesen habe, aber er stimmt exakt!
    Was für ein „heroischer Kampf gegen den Islamismus“ dort doch gekämpft wird…. gegen kranke Kinder…. gegen Schüler… gegen einfache Bürger…

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Wanda
      31.10.2016, 16:32 Uhr.

      Wie wärs’s wenn man die syrischen Rebellen mit westlicher Überredungskunst dazu brächte, zugunsten der Zivilbevölkerung Aleppos abzuziehen und so deren Leiden zu beenden ? Die Rebellen könnten ihre Widerstandsfront ja auch in weniger dicht besiedelten Gebieten neu ziehen und Assad Widerstand leisten, oder ?
      Wieso fordern die Friedensinitiativen, Hilfs- und Zivilschutzorganisationen das eigentlich nicht von den Rebellengruppen sondern nehmen die Bombardierungen in Kauf ? Das Wohl der Zivilisten, Frauen und Kinder sollte doch wohl im Vordergrund stehen, oder ?

      • Wrightflyer
        01.11.2016, 14:24 Uhr.

        Es ist ja auch der Standpunkt der Russen, daß die Opposition komplett aufgeben soll und Assad wie gehabt an der Macht bleiben soll.
        Die Frage ist: Lässt sich dadurch der Krieg in Syrien beenden, d.h. könnten das die Syrer so akzeptieren, nach allem was geschehen ist? Es fing damit an daß etliche von ihnen 2011 auf die Straße gegangen sind, weil sie ihn nicht mehr wollten, stattdessen von Demokratie geträumt haben.
        Könnten die Syrer heute einem Herrscher vertrauen der ganze Stadtteile mit seinen Fassbomben plattgewalzt hat? Der Giftgas eingesetzt hat? Der foltern lässt?

        • Wanda
          02.11.2016, 16:04 Uhr.

          – Sie können in keinem dieser Länder den Machthabern trauen. Die klammern sich alle an der Macht und lassen deswegen ohne weiteres einen Bürgerkrieg ausbrechen, das Volk ist ihnen egal. Assad ist daher keine Ausnahme…
          Hier geht es um das Leiden der Zivilbevölkerung in einem Krieg der alle trifft und das ist bei weitem grösser als die Herrschaft eines Diktators gegen seine vermeintlich innenpolitischen Gegner.
          Was also bleibt übrig ? Die Wahl zwischen Beelzebub und Satan ?

          • Wrightflyer
            03.11.2016, 23:34 Uhr.

            Es gab durchaus einen Verfassungsvorschlag den die Vertreter mehrerer Oppositionsgruppen bei einem Treffen in Riad ausgearbeitet haben. Den könnte man sich nochmal anschauen ob er tragfähig ist.

            Vor allem sollte mal ganz dringend nachvollzogen werden woher die Kriegsparteien, VOR ALLEM Assad, so einen steten Nachschub an Munition her haben. Übrigens fliegen Assads Hubschrauber auch nach 5 Jahren Krieg noch und schmeißen Fassbomben. Ich habe noch nie von einem Hubschrauber gehört der ohne Sprit fliegt…

      • Wrightflyer
        01.11.2016, 18:44 Uhr.

        Wenn ich ehrlich bin würde ich jetzt gern Geld auftreiben und nach Syrien fahren… Eine Autoladung Essen und Medikamente hin bringen, nach Aleppo, nach Homs, und Leute rausholen, vor allem Eltern mit Kindern. Oder junge Männer die befürchten müssen zur Armee eingezogen zu werden und nicht auf ihr eigenes Volk schießen wollen.

        Der Haken: Irgendwann ist natürlich sogar dieser Krieg vorbei und dann wäre ich wieder hier und müsste von vorn anfangen weil ich den Job hingeschmissen habe. Würde es eine Garantie dafür geben in Syrien zu sterben würde ich es machen. Aber ich möchte nicht überleben und hier nochmal vor dem Nichts stehen.

        • Wanda
          05.11.2016, 13:52 Uhr.

          – nun, eine Garantie gibt es nie – aber die Chancen mit einem privaten Hilfstransport nach Aleppo hinein umzukommen, stehen ziemlich gut. Ob durch die Einwirkung guter oder böser Bomben, in einem guten oder bösen Kugelhagel dürfte dem Opfer wohl egal sein…

  • Silvia
    29.10.2016, 14:26 Uhr.

    Wenn Papst Franziskus die Ökumene mit den Lutheranern spürbar voranbringen sollte, wäre das gerade für uns hier in Deutschland ein gewaltiger Fortschritt.

    Ein wichtiges Zeichen und eine große Hilfe für konfessionsverschiedene Ehepaar und Familien wäre ein gemeindames Abendmahl.

    In der Ökumene mit den Lutheranern hat er meine volle Unterstützung.

  • Silberdistel
    29.10.2016, 17:01 Uhr.

    Der Buddhismus macht es im Umgang mit der eigenen Religion wesentlich leichter: Alle die an Buddha glauben, gelten bereits als >erleuchtetFrohe Botschaft<.
    Eigentlich sind die 10 Gebote und die "Frohe Botschaft" Christi auch recht simple Botschaften, die in der Einfachheit und Schönheit dem Buddhismus sicher in nichts nach stehen, sich übrigens frappierend ähneln. Von Jesus Christus selbst reduziert auf einen knappen Satz: "Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch. Das ist das Gesetz und die Propheten". – Doch so eben nicht wenn es nach den Vorstellungen von nach dem Tode Jesu neu formierten und sich selbst institutionalisierenden ´christlichen´ Priesterkasten geht. Deren Verantwortliche in letztendlich hoffärtiger Weise allerlei Bedingungen und Auflagen erfanden, um sich selbst gesellschaftlich in den Rang der Unentbehrlichkeit zu setzen. Damit natürlich völlig unbeabsichtigt als Kollateralschaden ein nicht selten materiell angenehmes, irdisches Dasein für sich selbst, ab zu sichern.
    Dabei ist die Botschaft Christi gerade in Bezug auf die Priester eine ganz andere, überaus deutliche: Er wollte sie, ob ihres ständigen Versagens, nicht und vervollkommnete stattdessen die Religion der Geschwisterlichkeit mit ganz eindeutigen Aussagen und Botschaften, die die 10 Gebote ergänzen.

    Ja zum Glück kann man das bei dem heutigen Bildungsstand alles selbst nachlesen und verstehen. Dann versteht man auch, das um den Kern der wirklich wahren göttlichen Aussagen ein Wust an Dornengestrüpp von menschlichen Vorstellungen und Interessen, vor allem aber an den Haaren herbei gezogenen Schismen, gewachsen ist; die das Licht von Ersterem fast unkenntlich gemacht haben. Man benötigt für die einfache Botschaft der Geschwisterlichkeit, der Toleranz und des Friedens eben keine Theo – logen. So wie man zum Anziehen der Kleidung auch keine Beisszangen benötigt.

    • Silvia
      30.10.2016, 18:52 Uhr.

      Klar, Jesus hat ja auch (heutiges) Deutsch gesprochen, die Jünger haben eifrig mitgeschrieben und neuerdings sollen sogar technisch gute Tonaufnahmen der Reden Jesu aufgetaucht sein, natürlich auf Deutsch.

      Alles ganz easy!(Ironie off).

    • Wrightflyer
      01.11.2016, 14:08 Uhr.

      Silberdistel, ich distanziere mich ausdrücklich von Silvias Tonfall, den ich mit Verlaub als unmöglich empfinde, aber in der Sache muss ich ihr Recht geben.
      Theologen sind heute sehr nötig um das in der Bronzezeit geschriebene Wort Gottes ins 21. Jahrhundert zu übersetzen. Manches versteht man tatsächlich heute noch ohne Übersetzung wie die 10 Gebote oder die Bergpredigt, da haben Sie Recht, aber andere Teile, gerade die brachialeren Worte Jesu oder manche Stellen bei Paulus, erfordern Profis die über das Wort Gottes reflektieren und auch den geschichtlichen Hintergrund von damals kennen.

      Ich weiß wovon ich rede, ich habe nämlich mehrere Jahre in einem evangelikal geprägten Diskussionsforum mitgeschrieben. Wo sehr viele Leute jede theologische Forschung abgelehnt haben und die Bibel möglichst wörtlich verstehen wollten. Da kamen schon ziemliche Bolzen vor: Der Mann ist der Chef und die Frau hat zu gehorchen, Darwin hatte unrecht und Gott hat das Universum an 6 Tagen wie das Karnickel aus dem Hut gezaubert (einer meinte sogar daß die ganzen Sterne nur als Positionslichter für uns an den Himmel gesetzt wurden)… und fragen Sie mich lieber nicht nach dem Thema Homosexualität!

      • Silvia
        02.11.2016, 11:19 Uhr.

        Ohne Übersetzung würde NIEMAND auch nur die 10 Gebote und die Bergpredigt verstehen, weil Jesus Aramäisch gesprochen hat und das NT in einem speziellen, biblischen Altgriechisch geschrieben worden ist, und zwar das Evangelium nach Markus ca 70 nach Christi Geburt, die anderen Evangelien später.

        […]*

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

        • Silvia
          02.11.2016, 12:27 Uhr.

          P.S.:

          Die 10 Gebote stammen natürlich aus dem AT, aber das könnte auch niemand lesen ohne die Übersetzung von Theologen, weil eine Fassung in Hebräisch geschrieben ist und eine, die Septuaginta, in dem 0.g. biblischen Altgriechisch.

          Letztere, also die Septuaginta, verwendet die rk Kirche, während die Lutheraner die hebräische Fassung verwenden.

          • Alberto Knox
            03.11.2016, 11:11 Uhr.

            das ist sachlich schlicht falsch. auch die katholische kirche verwendet den hebräischen, den masoretischen text des alten testaments für ihre bibelübersetzungen. selbst die vulgata wurde nachverbessert. nur dort, wo es keine hebräischen originale gibt (das ist bei fast allen deuterokanonischen büchern des at der fall), ist der septuagintatext ausschlaggebend.

          • Silvia
            03.11.2016, 16:26 Uhr.

            Alberto Knox
            03.11.2016, 11:11 Uhr.

            Ich habe das bezüglich der Septuaginta so gelernt, wie ich es oben geschrieben habe.

            Aber wie auch immer, Fakt ist, dass niemand ohne gute Kenntnisse der biblischen Sprachen die Bibel lesen könnte, wenn sie nicht von Theologen in die jeweiligen Landessprachen übersetzt worden wäre und immer noch wird, siehe die neue Ausgabe der Einheitsübersetzung, die neueste Erkenntnisse der Forschung berücksichtigt.

          • Alberto Knox
            04.11.2016, 22:44 Uhr.

            @silvia

            „Ich habe das bezüglich der Septuaginta so gelernt, wie ich es oben geschrieben habe.“

            dann sind sie exkulpiert – man hat ihnen falsches beigebracht.

            „Aber wie auch immer, Fakt ist, dass niemand ohne gute Kenntnisse der biblischen Sprachen die Bibel lesen könnte, wenn sie nicht von Theologen in die jeweiligen Landessprachen übersetzt worden wäre und immer noch wird, siehe die neue Ausgabe der Einheitsübersetzung, die neueste Erkenntnisse der Forschung berücksichtigt.“

            genau meine meinung!

        • Wrightflyer
          03.11.2016, 23:30 Uhr.

          Ich denke daß ein Mindestmaß an Respekt nicht nur Theologen zusteht. Sondern gerade auch denjenigen Berufsständen die Sie in die Lage versetzen, ein ziemlich freies Leben zu führen — statt so eines wie unsere Urgroßmütter!

      • Silberdistel
        02.11.2016, 21:50 Uhr.

        Wrightflyer
        01.11. 14:08 h
        Es ging in der Diskussion nicht um das AT der Bronzezeit, dessen Sprachgebrauch sind wir als Generation der Mondfahrer wirklich schon etwas weit weg. Sondern um die „Messages“ des Neuen Testaments. JC erklärte vieles Wesentliche über Gleichnisse, – und die lassen sich anscheinend ohne Verbauungen theologischer Vorbildung sehr viel besser verstehen.
        Und wenn man sich anschaut, was die Theologen in den jeweiligen christlichen Konfessionen nicht schon alles gerechtfertigt, an Thesen aufgestellt, letztlich an Haaren herbei gezogen, ja teils verbrochen haben…. dann kann man sich solchen Stiefel getrost auch selbst zusammen reimen. Wenn das denn überhaupt geht, wie in den von Ihnen genannten Negativbeispielen. Denn dazu muß man schon einiges weglassen und die Priorität dafür auf anderes setzen.

        • Wrightflyer
          03.11.2016, 23:21 Uhr.

          Es gibt auch die brachialeren Worte Jesu, die es einem nicht ganz so einfach machen.

          Es stimmt daß Theologen auch schon enorm viel Mist gebaut haben, da haben Sie durchaus recht. Aber so ganz ohne Theologen geht es nunmal nicht.

          […]*

          *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

        • Wanda
          04.11.2016, 22:02 Uhr.

          Vielleicht kann man sich darauf einigen:
          – alle, die über Jesus schrieben, haben ihn nicht persönlich gekannt und all jene, die ihn kannten, haben nichts über ihn geschrieben…

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