Barmherzigkeit als Brücke zwischen den Religionen

Ist Kardinal Kasper ein Muslim? Wenn es nach dem Münsteraner islamischen Theologen Mouhanad Khorchide geht: ja. Allerdings nicht im formalen Sinne der Zugehörigkeit zu einer Religion. Muslim ist, so Khorchide, dem Wort nach derjenige, der die Einladung Gottes zur Liebe und Barmherzigkeit annimmt und bereit ist, ein Medium der Verwirklichung dieser Liebe und Barmherzigkeit zu sein. So schrieb es Khorchide 2012 in seinem Buch „Islam ist Barmherzigkeit“ und so wiederholte er es gestern beim Abendgespräch zum Thema „Barmherzigkeit im Christentum und im Islam“ in der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom. Gesprächspartner war Kardinal Walter Kasper, der ebenfalls im Herbst 2012 sein Barmherzigkeitsbuch veröffentlichte. Im Gespräch wurde deutlich, bei aller Verschiedenheit von Christentum und Islam könnte die Barmherzigkeit eine Brücke für den Dialog sein – ganz konkret in der praktischen Zusammenarbeit bei Werken der Nächstenliebe, aber auch im theologischen Dialog. Mitte Oktober werden sich beide wieder im Vatikan treffen. Dann gibt es dort eine Tagung zur Barmherzigkeit im Christentum und im Islam.

Kardinal Walter Kasper (l) beim Gespräch mit dem Islamtheologen Mouhanad Khorchide (r). (Quelle: Dt. Botschaft beim Hl. Stuhl)

Kardinal Walter Kasper (l) beim Gespräch mit dem islamischen Theologen Mouhanad Khorchide (r) – Moderation: Jürgen Erbacher (m). (Quelle: Dt. Botschaft beim Hl. Stuhl)

Historisch-kritische Koranauslegung ist möglich

Innerhalb von vier Wochen erschienen im Herbst 2012 die beiden Barmherzigkeitsbücher von Khorchide und Kasper im selben Verlag. Knapp vier Jahre später haben sie sich nun zum ersten Mal getroffen auf Initiative der deutschen Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan. Schnell wurde deutlich, dass die Koranauslegung und das Islamverständnis des Leiters Instituts für islamische Theologie an der Universität Münster gute Anknüpfungspunkte bieten für den Dialog mit dem Christentum. Viele Gemeinsamkeiten taten sich auf; auch wenn natürlich entscheidende Unterschiede bleiben. Es zeigte sich, dass die Barmherzigkeit vielleicht die Sprachlosigkeit an vielen Stellen im theologischen Dialog zwischen den beiden Religionen beenden könnte.

„Gott ist Barmherzigkeit“, schreibt Papst Franziskus als Titel über sein Interviewbuch zum Außerordentlichen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit. „Gott ist Barmherzigkeit“, lautet auch die Quintessenz Mouhanad Khorchides, wenn er nach dem Studium des Korans unter Anwendung einer „humanistischen Koranhermeneutik“ das zentrale Charakteristikum Gottes aus muslimischer Sicht formuliert. Gott will einen freien Menschen, der in Freiheit seine Entscheidungen fällt, sind Kasper und Khorchide sich einig. Unterschiede gibt es bei der Frage nach dem Gottesbild. Wer ist Christus und wie steht es mit der Trinität? Wenn, wie Mouhanad Khorchide sagt, die „konfessionelle Vielfalt gottgewollt ist“, wie steht es dann um die Religionsfreiheit, fragte Kardinal Kasper wiederholt. Für Khorchide ist diese selbstverständlich. Doch er sieht auch, dass der Islam an dieser wie auch an anderen Stellen noch „Hausaufgaben“ zu machen hat. Bei der Frage, ob der Islam fit für die Demokratie sei, unterstrich der im Libanon geborene und in Saudi Arabien aufgewachsene Theologe, dass man hier differenzieren müsse. Der Islam sei dann kompatibel mit der Demokratie, wenn man ihn in erster Linie als spirituelle Religion verstehe, um das transzendente Bedürfnis im Menschen zu stillen, sowie seine ethische Dimension betone. Einen Islam, der sich als Gesetzesreligion versteht, sieht Khorchide nicht mit der Demokratie vereinbar.

Reformkräfte unterstützen

Die Frage ist, wie man den Islam dabei unterstützen kann, seine „Hausaufgaben“ zu machen. Da gibt es einerseits die Möglichkeit der Konfrontation, des Schürens von Vorurteilen und der Verbreitung von Klischees. Oder man kann versuchen, Kräfte wie den Münsteraner Islamtheologen zu stärken. Dass sich Letzteres lohnt, hat der Abend gezeigt. Mit seinen Positionen zieht Khorchide innerhalb des Islam immer wieder viel Kritik auf sich. Nach der Veröffentlichung seines Barmherzigkeitsbuchs etwa war aus den Reihen der Ditib zu hören, das Konzept Khorchides sei nicht nur eine „klare Absage an die klassisch-islamische Lehre“, sondern auch „eine Beleidigung der muslimischen Identität“. Man forderte, ihm den Lehrauftrag für Islamische Religionspädagogik an der Universität in Münster zu entziehen. Das ist nicht passiert. Man darf gespannt sein, wie die Reaktionen auf den historisch-kritischen Korankommentar sein werden, an dem der gestern 45 Jahre alt gewordene Islamtheologe derzeit arbeitet.

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

42 Kommentare

  • Silvia
    07.09.2016, 20:44 Uhr.

    Meines Wissens nach gibt es gegen Prof. Korchide eine Fatwa, die ihn zum Tode verurteilt wegen seiner Interpretation des Islams, der die Mehrheit muslimischer Theologen und Repräsentanten des Islams nicht zustimmen.

    Das sollte Kardinal Kasper nicht vergessen. Bemerkenswert auch, dass diese Fatwa keine Erwähnung in obigen Artikel findet.

    Da stellt sich mir die Frage nach dem Warum!

    • Wanda
      08.09.2016, 13:46 Uhr.

      – Sie haben natürlich Recht und das trifft leider auf viele prominente Wissenschaftler und Autoren zu. Aber das übergeht man gern und rührt nicht dran. Dabei hat es noch nie Probleme gelöst wenn man sie aus falsch verstandener political correctness totschweigt. Wie in diesem Fall vorauseilend devot…
      Dïe führenden Imame sollte endlich einmal erklären warum der Islam dieses enorme Potenzial zur Gewaltmobilisierung hat.
      Soeben erst hat sich wieder ein höchst gefährlicher Disput zwischen Schiiten und Sunniten an der blossen Kritik wegen des Zugangs zu den hl. Stätten in Saudi-Arabien entzündet, der durchaus einen Fächenbrand auslösen kann.

  • bernardo
    07.09.2016, 21:25 Uhr.

    Ich habe Khorchide gehört und bei allem Respekt ihm gegenüber kann ich nur Goethe zitieren: „Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“

    • Alberto Knox
      08.09.2016, 11:58 Uhr.

      das legt goethe einer figur in den mund, die die auferstehung jesu nicht glauben will. bemerkenswert, wer solches für sich übernimmt.

      • bernardo
        09.09.2016, 14:05 Uhr.

        Ach Gott, jetzt darf man nicht mehr Goethe zitieren, weil Goethe das in einem anderen Zusammenhang genannt hat. […]* (Allerdings bezeichnend, die Benedikt-Kritiker – heute ein Jesuit im DLF – sind allesamt viel kleineres Karo als der papa
        emerito.

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

        • Novalis
          13.09.2016, 23:22 Uhr.

          Hm, da bellt ein getroffener Hund. Davon, dass man den Goethe nicht zitieren darf, steht bei @Alberto Knox kein Wort. Es geht doch, wenn ich recht sehe, dass just das Wort eines Auferstehungszweiflers angewandt wird von jemandem, der sonst ein mir ziemlich reaktionär scheinendes „Christentum“ vertritt.

          Zu P. Batlogg: Der hat genau ins Schwarze getroffen. Ein wirklich spirituell wie theologisch tiefsinniger Mann. Was man vom verbitterten Expapst ja wirklich nur behaupten kann, wenn man in einer Parallelgalaxis lebt. Die Unterstellung, P. Batlogg sei ein kleineres Karo (implizite heißt das doch: auch Vater Benedikt sei kleinkariert, nur nicht so wie P. Batlogg – erstaunlich) sagt weniger aus über P. Batlogg selbst als über @bernardo.

      • Wanda
        09.09.2016, 16:12 Uhr.

        – wieso nicht ? Ist literarisches Allgemeingut…

    • Silvia
      08.09.2016, 12:29 Uhr.

      bernardo
      07.09.2016, 21:25 Uhr.

      Geht mir ganz genauso. Prof. Khorchide respektiere ich als Mensch. Er bemüht sich, einen menschenfreundlichen Islam zu schaffen, nur leider folgt ihm dabei die Mehrheit seiner Glaubensgeschwister nicht.

      Man sollte sich meiner Meinung nach davor hüten, ihn als verbindlichen Repräsentanten „des Islams“ zu betrachten, der er nun mal leider nicht ist.

      Man kann – bestenfalls – sagen, dass er seiner Zeit (weit) voraus ist und für ihn hoffen, dass er der Todesfatwa entgeht.

      Ansonsten habe ich keine Lust auf weitere Schlammschlachten hier zum Thema Islam, die Fronten erscheinen mir zu verhärtet zu sein, um eine sachliche Diskussion zu führen.

      Jeder der Mitblogger, mich eingeschlossen, hat schon x- mal seine Meinung geäußert und außer Polemik, Unterstellungen und gegenseitigen Angriffen ist nichts dabei heraus gekommen.

      Diesmal also ohne mich.

      • Wrightflyer
        10.09.2016, 11:24 Uhr.

        Zum einen gibt es „den Islam“ garnicht, man findet von Algier über Bosnien, Dubai und Bangladesch -zig Auslegungen!
        Zum anderen geht es nicht, den Islam heute zu betrachten ohne die Dinge zu sehen die den islamischen Ländern im Lauf von Kolonialismus und Kaltem Krieg angetan wurden! Das zeigt schon ein Blick auf sehr alte Bilder aus den islamischen Ländern wo man… Überraschungen erlebt.

  • Silberdistel
    07.09.2016, 22:07 Uhr.

    Als die 3 monotheistischen Religionen haben Islam, Christentum und Judentum mehr miteinander zu tun, als das das heute noch bewusst ist. – Wenn man denn auf das originale Sprachrohr dieser drei Weltreligionen, nämlich den gemeinsamen einen Gott, hören wollte. Und nicht auf das, was über Jahrhunderte Menschenwerk daraus gemacht hat.

    Im Kern sind sie sich wirklich einig, liegt Weisheit vor seit Jahrtausenden geparkt. Es gibt daher genügend Berührungspunkte für alle dieser drei Weltreligionen diese auszubauen. Und hier liegt die Marktlücke: Die vom Menschen erdachten Heilsversprechen, die -ismen und -logien, sind in ihren gesellschaftlichen Realexperimenten furios gescheitert. Den „bodycount“ dazu darf man sich in Geschichtsbüchern ruhig mal zu Gemüte führen. Die zeitgenössische Welt da draußen von ´failed states´ und kollabierenden Finanzsystemen geplagt, giert nun förmlich nach Weisheit wie es denn in der Zukunft weiter gehen soll.

    Doch die Kirche sollte sich nicht zu schnell auf den Lehrstuhl setzen um für andere Hausaufgaben zu verteilen. Oder gar so zu tun, als hätte man´s mal wieder erfunden. Wie war das beispielsweise noch mit Galileo Galilei, bei dem man es erst nach 450 Jahren schaffte Ihn zu rehabilitieren… Den anderen Untaten wie Hexenverbrennungen, Inbesitznahme von materiellen Gütern, die mit dem göttlichen Wort aber auch rein überhaupt nichts zu tun haben??

    Die Chance für die Zusammenarbeit der Religionen zum Wohl der ganzen künftigen Welt, muß daher auf das tatsächliche überlieferte Wort ´Gottes´ gerichtet sein und nicht das was Menschen daraus gemacht haben. Schwierig, aber sollte doch von wahrhaft Gläubigen, die halbwegs noch ihre Synapsen zusammen haben, machbar sein. Oder?!

    • Wanda
      11.09.2016, 0:15 Uhr.

      Siberdistel 22:07
      – Der saudische Grossmufti hat soeben (kurz vor dem Hadsch) alle Iraner, bekanntlicherweise Schiiten, exkommuniziert und damit zu Vogelfreien erklärt. Soviel aktuell zur These, die Abrahamitischen Religionen (und ihre Konfessionen) seien sich im Kern wirklich einig…
      Als Atheist (wenn auch katholisch aufgezogen) darf ich auf die de facto gravierenden kaum beachteten Unterschiede, insbesondere zur Trennung von Religion und Staat und dem des Hl. Krieges bzw. der gerechtfertigten Gewalt hinweisen:
      1. Einzig und allein in der christlichen Religion ist mit der Lehre ihres Gründers Jesus die Trennung von der weltlichen Macht festgelegt: „gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“. Dass dieses Unterscheidungsmerkmal später von der Amtskirche durch ihre korrumpierende Allianz mit der weltlichen Macht über Jahrhunderte ignoriert wurde, ist eine andere Sache. Das Gleiche gilt für die Missionierung mit dem Schwert. Auch hier ein jahrhundertelanges Fehlverhalten der Kirche, welches aber nichts an der grundsätzlich friedlichen Lehre des Nazareners ändert.
      2. Ganz anders der Islam: infolge der Aktivitäten Mohammeds war der Islam von Beginn an mit politischer Macht verknüpft, d.h. die Vereinigung der geistigen und profanen Welt. Muslimischer Ansicht zufolge ist die höchste Staatsgewalt bei Allah hinterlegt: von ihm erhielt der Prophet seine Autorität und das Gesetz, mit anderen Worten: Staats“gewalt“ und Religion sind untrennbar verbunden.
      Also lässt der Islam als jüngste der 3 abrahamitischen Religionen auch die Gewaltmissionierung Andersgläubiger zu. Etwa ca. 600 Jahre jünger als das Christentum, musste er mit den beiden (Schwester-)Religionen konkurrieren. Und das tat er erfolgreich mit seinen arabischen Reiterscharen. Zumal die Behauptung Mohammeds, jeder sei im Zustand der Fitra als Muslim geboren und nur die Eltern machten ihn zum Andersgläubigen, die Heimführung der Irregeleiteten zum rechten Glauben(= Islam) rechtfertigt.
      3. Noch befremdlicher das Judentum. Es versteht sich schon allein durch den (völkerechtlich absurden) Anspruch auf das göttlich versprochene „gelobte Land“ die These vom „auserwählten Volk“ als eine vorgegebene Einheit von Religion und weltlicher Macht, sprich Staat. Die kriegsähnliche Invasion und Greuel bei der „Eroberung“ gegen die dort ansässigen Völkerschaften wurden dann im Alten Testament als gottgewollt mythologisiert (1.Sam.15,2 …töte alles, vom Manne bis zum Weibe, vom Kinde bis zum Säugling, vom Rinde bis… – Josua 6,21 …mit scharfen Schwerter weihten sie alles was in der Stadt war, dem Untergang: Männer und Frauen, Kinder und Greise, Rinder…)
      Das Judentum hat verglichen mit den beiden anderen Religionen zudem diesen markanten Mangel an Universalität: das Prinzip der besonderen Allianz (eines gerechten) Gottes mit einem einzigen Volk ist, gelinde ausgedrückt, irritierend…

      • Wrightflyer
        13.09.2016, 22:16 Uhr.

        Und? Müssen wir uns daran halten was ein saudischer Großmufti erzählt??

        In Saudi-Arabien herrscht eine spezielle Form des Islams als Staatsdoktrin vor, sie nennt sich WAHABISMUS.
        Die Wahabiten waren eine besonderst radikale und gewalttätige Wüstensekte die nichts mit der übrigen muslimischen Welt zu tun hatte, bis zu einem machtpolitischen Bündnis mit dem Oberhaupt der Familie al-Saud.
        Die Wahabiten sind KEINESWEGS „der Islam“. Nicht einmal Mekka und Medina scheinen ihnen sonderlich am Herzen zu liegen, bei dem was regelmäßig bei der Hadsch passiert.

        Egal was wir hier vom Islam halten: weder Sie noch ich noch irgendein Mitschreiber hier im Blog hat irgendein Recht, der gesamten muslimischen Welt wahabitische Ideologie aufzuzwingen, wie Sie es gerade tun!!

        • Wanda
          15.09.2016, 2:31 Uhr.

          Was wollen Sie eigentlich ? Dieser Vorgang zeigt nur den „friedlichen“ Charakter dieser Religion einschliesslich all ihrer Konfessionen, die ständig und seit quasi Anbeginn miteinander im Clinch liegen.
          – Interessant übrigens der öffentliche Auftritt Assads, von huldigenden Imamen umringt…

  • Wrightflyer
    08.09.2016, 0:02 Uhr.

    OUH, ich weiß was jetzt wieder kommt! Hier werden die wellen wieder hochschlagen! Hier wird mit Sicherheit wieder Gift und Galle gespuckt!

    Tja, was soll ich sagen?
    Ich wurde damals als ich noch sehr jung war von meiner Großmutter darin erzogen, den Islam generell zu verabscheuen und allen Muslimen zu misstrauen.
    Heute bin ich wesentlich klüger als damals und habe vor allem zwei Dinge gelernt:
    a) Der Islam ist komplex. Es gibt nicht DEN Islam. Ein Muslim ist nicht automatisch ein köpfeabschneidender Irrer, er kann ein hochgebildeter sehr demokratisch gesinnter Mitbürger sein, besser integriert als so mancher Sachse der Flüchtlingsheime abfackelt. Und gerade in Arabien gibt es die sehr konservative Beduinenkultur neben der offenen und neugierigen Händlerkultur. Und das arabische Händlergeschick ist legendär. Natürlich gibt es auch starke ewiggestrige Strömungen im Islam, einen stark rückwärtsgewandten Islam an dem nichts sympathisch ist, es gibt auch den notorischen Hass zwischen Sunniten und Schiiten und teilweise eine grässliche Frauenverachtung.
    b) Hilflosigkeit, Ausweglosigkeit, Angst führen in die Radikalisierung. Man sieht es in MeckPomm, wo die AfD zweitstärkste Kraft wurde, was ganz sicher nicht an den wenigen Flüchtlingen liegt die dort untergebracht wurden. Die Geschichte des Nahen Ostens seit Sykes-Picot und Nordafrikas ist ein Desaster voller Krieg und Diktatoren auf der Lohnliste mal des Westens mal der Sowjets. Einschließlich der Familien al-Saud und al-Assad. Die Franzosen waren in Algerien auch nicht die freundlichsten Kolonialherren aller Zeiten. Und Afghanistan verwandelte sich mit dem Einmarsch der Sowjets deutlich sichtbar in ein völlig anderes Land. Der IS besteht aus Barbaren, aber es sind nicht die ersten Barbaren die die arabische Welt überfallen haben.

    Zu b) kommt die Empfehlung
    c): Man sollte sich mal richtig alte Bilder aus Afghanistan, dem Iran oder Arabien ansehen! Da sieht man wenig von vollverschleierten Frauen!
    Zu meiner Überraschung hat vor einiger Zeit ausgrechnet die Al-Azhar-Universität in Kairo, die wichtigste sunnitische Gelehrtenstätte, einen Verdacht den ich schon lange habe bestätigt.

    Ich komme zu folgender Schlussfolgerung:
    Wir brauchen ein Bündnis zwischen Christen und Muslimen gegen diejenigen die diese ganzen Kriege wollen weil sie von ihnen profitieren!
    Daß die islamische Welt in Verbitterung und Hass versinkt wenn ihre Länder zerstört werden, ist logisch. Aber es wird auch umgekehrt ein Schuh draus: Wird aus einem US-Soldaten der gelernt hat daß er Irakis wie Dreck behandeln darf ein guter Mensch wenn er heimkommt? Nur sehr wenige. Und was ist mit der schlimmsten Sorte von allen, denjenigen die tausende Kilometer von ihrem Opfer entfernt die Leute per Drohne hinrichten? Wie prägt die Macht die sie über Wehrlose haben diese Leute, was werden sie für Menschen?

    Natürlich gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Christentum und Islam. Und ich werde ganz sicher niemals zum Islam konvertieren.

    Im Islam ist Gott mehr der distanzierte Herrscher dem man strikt zu gehorchen hat, nicht so sehr der liebende Vat…
    ….obwohl….
    ….Das Christentum war in früheren Jahrhunderten auf einem ähnlichen Trip.

    Bekir Alboga sieht das Frauenbild im Koran eigentlich als sehr fortschrittlich.
    Dem stimmt ich ganz ausdrücklich NICHT zu. Jesus, nicht Mohammed hat Frauen den Männern gleichrangig und gleichgestellt behandelt. Und vergessen wir nicht die Apostola Apostolorum Maria Magdalena!
    Im Koran wird auch nur eine einzige Frau namentlich erwähnt: Maria, die Mutter Jesu.
    Es gibt also durchaus im Koran einen gewissen Rangunterschied zwischen Männern und Frauen.
    Was aber viele Muslimas nicht daran hindert, sehr selbstbewusst und auch selbstbestimmt zu leben.
    Also auch hier ist die Sache… komplex.

    „Unterschiede gibt es bei der Frage nach dem Gottesbild. Wer ist Christus und wie steht es mit der Trinität?“
    Ganz ehrlich? Mit der Trinität haben auch wir Christen Schwierigkeiten!
    Tatsächlich sprechen wir von Jesus meistens als Gottes Sohn, wie wenn es zwei völlig verschiedene Personen wären. Wie es die Arianer glaubten. (Die Germanen wurden, wenn sie Christen wurden, meistens Arianer) Wir wollen noch immer nicht so recht kapieren daß Jesus Gott selber als Mensch war.

    Kurz: Das Christentum und der Islam sind unterschiedlich, aber wir haben durchaus gemeinsame Probleme und Feinde. Wir sollten zusammenhalten!

    Und noch was aktuelles zum Thema Flüchtlinge, die meisten die Deutschland erreichen sind nunmal Muslime:
    Es sind Märchenerzähler unterwegs!
    Neulich von einer Bekannten gehört daß ihre Arbeitskollegin wegen den Flüchtlingen nicht hierher in den Stadtteil ziehen will, weil die Flüchtlinge angeblich alle die ganze Zeit gaffen würden.
    Als jemand der gerade wieder hier lebt kann ich nur sagen: HÄH???

    • bernardo
      08.09.2016, 11:20 Uhr.

      Ich finde nicht, dass hier Gift und Galle gespuckt wird. Erst recht nicht, dass hier alle Muslime als Kopfabschneider beschimpft werden. Solche Lächerlichkeiten gehen auch am durchaus schwierigen Inhalt vorbei. Früher war ich geneigt, zu glauben, Christen und Muslime verehrten denselben Gott unter verschiedenen Blickwinkeln. Heute bin ich mir nicht mehr sicher. Ich finde es auch etwas anmaßend, Menschen fremden Glaubens einfach als Muslime zu definieren (dieselbe Anmaßung, die hinter Rahners Vorstellung von den anonymen Christen steckte).

      Was die Dreieinigkeit angeht: Es ist keine der griechischen Philosophie geschuldete historische Skurrilität, sondern zentraler Glaubensbestandteil, den wir nicht als Peinlichkeit verstehen sollten.

      Was das Mitleid angeht: Mitleiden heißt doch nicht verachten. Mitleiden schließt auch nicht Respekt aus. Eigentlich dachte ich, ich bräuchte das gegenüber Christen nicht explizit zu betonen.

      • Wrightflyer
        10.09.2016, 11:17 Uhr.

        „Heute bin ich mir nicht mehr sicher. Ich finde es auch etwas anmaßend, Menschen fremden Glaubens einfach als Muslime zu definieren“
        ???Wo bitte soll ich DAS getan haben???
        Die Mehrheit Flüchtlinge die derzeit herkommen, stammen nunmal aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Mehrheitlich islamischen Ländern.

        „Erst recht nicht, dass hier alle Muslime als Kopfabschneider beschimpft werden.“
        Ich bezog mich auf Unterstellungen die SEHR WOHL hier im Blog zu lesen waren. Ich hatte die nicht geschrieben!
        Sogar den Syrern die Franziskus mitgenommen hatte wurde unterstellt daß die nichts besseres zu tun hätten als Christen umzubringen!

        Übrigens: Komisch, komisch, ich erinnere mich noch ganz genau wer sich hier mit Händen und Füßen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen sperrt, von wegen diese wären ja eh nicht integrationsfähig.
        Ich erinnere mich noch daß ein gewisser jemand meinte, daß die Ereignisse in Frankreich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen sprächen. Naaaa?

        „Was die Dreieinigkeit angeht: Es ist keine der griechischen Philosophie geschuldete historische Skurrilität, sondern zentraler Glaubensbestandteil, den wir nicht als Peinlichkeit verstehen sollten.“
        Ich habe NICHTS!!!! von irgendeiner „griechischen Skurillität“ geschrieben!!
        Ich habe lediglich!!! meine Beobachtung geschrieben, daß WIR CHRISTEN SELBST!!! Probleme mit der Dreieinigkeit haben!!
        […]*

        * editiert wegen des Verstoßes gegen die Netiquette

        • Novalis
          13.09.2016, 23:15 Uhr.

          Ich habe mich durchaus auch gewundert über die Unterstellung der Skurilität. Das empfinde ich als ungehörige Beleidungung – nicht der Trinität, sondern @Wrightflyers.

    • Suarez
      08.09.2016, 13:57 Uhr.

      „Bekir Alboga sieht das Frauenbild im Koran eigentlich als sehr fortschrittlich.“

      Fortschrittlich in Bezug auf was – das muss man fragen. Das Frauenbild des Koran war für die patriarchalen Gesellschaften der Spätantike auf der arabischen Halbinsel ein ENORMER FORTSCHRITT. Muhammads Einsicht, dass ein Mann nicht 100 Frauen lieben kann, sondern maximal 4, ist ein Fortschritt. Er selber war sogar, wenn man die Quellen ernstnimmt, jahrelang monogam. Frauen bekommen durch den Koran erstmals Rechte. In Bezug auf seine eigene Gegenwart war der Koran fortschrittlich (übrigens: Die unterschiedlichen biblischen Bücher ebenfalls).
      In Bezug auf unsere Gegenwart erscheint der reine Textbestand des Koran rückständig. Und hier gilt es zu fragen: Was ist das entscheidende Auslegungskriterium – den Text notfalls unverstanden zu rezitieren oder ihn in seinem emanzipatorischen Duktus zu würdigen und zu verheutigen? Das ist kein einfacher Vorgang und keine einfache Entscheidung – und wir ChristInnen haben ja mit der Bibel genau dasselbe Problem. Wir haben die Steinigung von Ehebrecherinnen und das Schweinefleischverbot (beides aus Gottes Mund in der Torah) abgeschafft, aber ein paar verrückte Ultras wollen uns einreden, dass die höchst umstrittenen Gebote zum Thema Homosexualität (trifft es tatsächlich Schwule oder nur heterosexuelle Männer, die sich für anale Praktiken hergeben, oder gar nur Familienväter, die ihre Söhne missbrauchen – all das wurde und wird in die entsprechenden Texte manchmal eher hinein- als herausgelesen) Gottes Wille seien. Auch hier gilt es den zeitgeschichtlichen Kolorit von der eigentlichen Aussage zu unterscheiden.

      • Wanda
        10.09.2016, 0:34 Uhr.

        – und die Kinderehen ? Ist das auch eine fortschrittliche Errungenschaft ? Mädchen unter 14 Jahren zwangsverheiratet mit einem erwachsenen, meist schon älteren Mann, wie es auch der Prophet praktizierte ? Und das mindesten 324 mal in Deutschland, Dunkelziffer weitaus höher. Von unseren muslimische Ankömmlingen deklariert als religiös bedingtes Brauchtum und Sitte, nicht etwa als Unzucht mit wehrlosen minderjährigen Mädchen.
        – Und die Gutmenschen ? Sie schweigen dazu. Wie auch anders, hatte sich doch der Grünen-Abgeordnete V. Beck seinerzeit für die Entkriminalisierung der Pädosexualität ausgesprochen. Er ist übrigens seit 2013 der religions- und seit 2016 der migrationspolitische Sprecher seiner Partei. Na prächtig, den Bock zum Gärtner gemacht…

        • Wanda
          10.09.2016, 1:34 Uhr.

          – Korrektur nach oben: dem Innenministerium zufolge (WELT von heute) gibt es in Deutschland 1475(!) registrierte Ehen mit Minderjährigen, 361 davon mit Kindern unter 14 Jahren…

      • Wrightflyer
        10.09.2016, 11:06 Uhr.

        @Suazez
        „Das Frauenbild des Koran war für die patriarchalen Gesellschaften der Spätantike auf der arabischen Halbinsel ein ENORMER FORTSCHRITT.“
        Das stimmt.
        Aber wirklich gleichwertig hat nur Jesus die Frauen behandelt. Er hat auch einer Frau(!) nach seiner Auferstehung den ersten Lehrauftrag erteilt.

        Der Islam hat ein Problem: Der Mohammed von Mekka, ein Prediger der schöne Dinge gesagt hat und auch mit einer einzigen Frau verheiratet war, hat sich mit seiner Flucht nach Medina dramatisch verändert und wurde um 180° ein anderer. Er war kein Prediger mehr sondern ein Heerführer. Und seine Sicht auf Frauen, Juden und Christen schien sich auch rückwärtsentwickelt zu haben. Der Koran stammt aber von beiden Persönlichkeiten.

        Dabei könnten die Muslime diesen Konflikt leichter lösen als wir Christen mit den Worten Jesu die heute auch schwer verdaulich sind. Mohammed ist im Islam lediglich ein Mensch, wenn auch der wichtigste überhaupt. Strenggenommen darf er noch nicht einmal verehrt werden, denn Verherung steht allein Gott zu.

        • Novalis
          13.09.2016, 23:14 Uhr.

          „Aber wirklich gleichwertig hat nur Jesus die Frauen behandelt.“

          Naja, bei der Syrophönizierin hat er auch dazulernen müssen. Aber das Entscheidende ist: Er (!) hat sich belehren lassen.

          • Wanda
            15.09.2016, 2:33 Uhr.

            Sie vergessen die Schelte, die er seiner Mutter Maria bei der Hochzeit von Kanaan hat zukommen lassen…

      • Wanda
        10.09.2016, 20:10 Uhr.

        Meine Frage: halten Sie etwa die Steinigung von Ehebrecherinnen und das Schweinefleischverbot als gerechtfertigt „weil aus Gottes Mund in der Thora“?
        – Und was Ihre Aufforderung angeht „den zeitliche Kolorit von der eigentlichen Aussage zu unterscheiden“, unterliegt das Wort Gottes etwa einem zeitlichen Kolorit ? Dachte immer, in seinen Worten läge eine ewige, unveräusserliche Wahrheit und Gültigkeit, die absolut keinen Spielraum für irgendwelche Interpretationen zulässt ? Wenn aber doch, fehlt diesen Worten dann nicht die göttliche Weisheit ?
        Alles sehr inkonsequent und nicht zu Ende gedacht…

    • Wanda
      08.09.2016, 14:13 Uhr.

      Die Kairoer Erklärung der OIC von 1990(!) zu den Menschenrechten der UNO gilt offiziell für 57 islamische Staaten „nur“ unter dem Vorbehalt der Scharia. Das heisst, dass die meisten dieser Menschenrechte de facto im Islam absolut keine Gültigkeit haben.
      Erläuternd dazu der von Koran und Hadith festgelegte Scharia Strafkatalog:
      – 1. für Ehebruch: Steinigung
      – 2. für Unzucht: 100 Peitschenhiebe
      – 3. für falsche Beschudigung des Ehebruchs: 80 Peitschenhiebe
      – 4. für Apostasie (Abtrünnigkeit von Glauben): der Tod
      – 5. für das Trinken von Wein: 80 Peitschenhiebe
      – 6. für Diebstahl: Anschneiden der rechte Hand
      – 7. für einfachen Strassenraub: Verlust der Hände und Füsse
      – 8. für Strassenraub in Verbindung mit Mord: Schwert oder Kreuzigung
      Die berühmt-berüchtigtenFatwas beziehen sich auf den 4. Punkt
      Noch Fragen ?

    • Wanda
      08.09.2016, 21:10 Uhr.

      Zur Klarstellung eine Bündelung der wichtigsten Aspekte des Islam:
      – Im Vergleich zum Christentum (welches auch nicht mit Glaubensvorschriften geizt) ist der Islam diesbzgl. derart überfrachtet, dass man ihn zur Gänze als dogmatisch bezeichnen muss. Zum Verständnis: der Koran als göttliche Offenbarung ist Mohammed sozusagen direkt in die Feder diktiert worden, demgemäss die höchste Autorität, Wahrheit und Masstab zur Lebensführung für die ganze Menschheit (ohne Ausnahme!). Dem Propheten zufolge wird nämlich jeder Mensch im Zustand der „Fitra“, d.h. als Moslem geboren. Nur seine Eltern machen ihn danach zum Juden, Christen oder Andersgläubigen, wovon der Islam sein übersteigertes Sendungsbewusstsein ableitet. Damit erklärt sich auch das in ihm angelegte Potenzial zur Gewaltmobilisierung für die Durchsetzung seines Weltbildes und seiner Wertvorstellungen, wo auch immer.
      – Der grösste Unterschied zum Westen: der Islam zweifelt nicht. Daher seine Erstarrung. Die islamischen Konfessionen sind allesamt unduldsam, düster streng und intolerant (Beweis: ihre Gewaltkonflikte untereinander).
      – Es gibt keine Weiterentwicklung: seit mehr als 300 Jahren verharren sie in sich völlig gleichförmig und unbeweglich. Was hat die islamische Welt der Neuzeit gebracht ? Wo bleiben ihre Beiträge in den Bereichen Technik, Wissenschaft, Kunst, Architektur und moderner Philosophie ?
      – Die Trennung von Staat und Religion existiert für den gläubigen Moslem schlichtweg nicht: es gibt im klassischen Arabisch keine Entsprechung für die Wortpaare säkular/kirchlich oder geistlich/weltlich.
      Nach moslemischer Auffassung wurde mit dem Koran DIE geistige Grundlage festgelegt. Dieses „göttliche“ Gesetz bzw. Recht durchzusetzen und zu verteidigen, liess sich als religiöse(!) Aufgabe nur unter Anwendung militärische Macht erfolgreich lösen. Daher das Ideal des Gottesstaates und die Überzeugung der natürlichen und rechtmässigen Überlegenheit derer, die dem Glauben Mohammeds angehören über jene,die ihn ablehnen. DAS versteht der Islam bis heute unter Rechtstaatlichkeit und daraus erklärt sich auch die in ihm angelegte Gewaltbereitschaft zur Durchsetzung seines Weltbildes. Die Verbreitung des jungen Islam durch sein Reiterheere ist der historische Beleg: die blühende kulturelle Einheit des Mittelmeerraumes seit der Antike, bei der Nordafrika eine enorme Rolle zukam (s. junges Christentum), erstarb unter den Schlägen des vordringenden, agressiven Islam.
      – Das überkommene Ideal des Gottestaates ist auch heute noch der uns unverständliche Wunsch vieler Moslems, ihr staatliches Leben und die Belange des modernen Staates sowie ihr privates Leben dem göttlichen Recht unterzuordnen:
      – „das religöse Ideal des Islam… ist mit der sozialen Ordnung die dieser geschaffen hat organisch verwachsen. Die Ablehnung des einen führt unvermeidlich zur Ablehnung des anderen“…
      Mohammed Iqbal, Präsident der All-India Muslim League

      • Wrightflyer
        10.09.2016, 10:51 Uhr.

        @Wanda:
        „Was hat die islamische Welt der Neuzeit gebracht ? Wo bleiben ihre Beiträge in den Bereichen Technik, Wissenschaft, Kunst, Architektur und moderner Philosophie ?“
        Z.B. im Zahlensystem das sie erst von den Indern übernommen und dann weiterentwickelt haben? „Algebra“ ist ein arabisches Wort! Und ohne die moderne Algebra wären wir noch auf dem technischen Stand des 16. Jahrhunderts.
        Außerdem war die islamische Medizin der europäischen mal weit überlegen, Stichwort Ibn Sina, gleiches gilt für die Astronomie.
        Es gab mal ein goldenes Zeitalter im Islam mit einer riesigen Blüte an Naturwissenschaft und Philosophie. Lässt sich leicht recherchieren!

        Und man braucht kein Islamwissenschaftler zu sein, ein kleines bischen Ahnung reicht um zu sehen daß eine monolithische Betrachtungsweise des Islams nicht funktioniert. In Indonesien oder in Bosnien z.B. hat man jeweils einen ganz anderen Islam als in Arabien, der von Scharia früher nichts wissen wollte. Daß da mittlerweile auch wahabitisches Gedankengut einsickert, ist eine andere Geschichte. Der türkische Islam hat auch seine eigenen Traditionen, genau wie der der Tuareg, wo die Frauen so bischen das Sagen haben und auch vor der Ehe Liebesbeziehungen haben dürfen.

        • Wanda
          10.09.2016, 16:31 Uhr.

          – Sie sollte genauer lesen: hatte die Beiträge des Islam zur „modernen“ Welt, d.h. die ca. letzten 300 Jahre abgefragt…

          • Wanda
            10.09.2016, 18:52 Uhr.

            Wrightflyer 10:51
            – warum antworten Sie eigentlich immer nur mit Allgemeinplätzen und gehen nie präzise auf die genannten Fakten ein ? Fehlen Ihnen die Argument ? Siehe meine Beiträge 08.09. 14:13, 21:10, 22:25 und 10.09.1:34

          • Wrightflyer
            13.09.2016, 21:54 Uhr.

            Eeeeeh, Wanda, die moderne Algebra IST Grundlage der modernen Welt.

          • Wrightflyer
            13.09.2016, 22:00 Uhr.

            Mit dem römischen Zahlensystem wären wir technisch aufgeschmissen. All das hier haben wir den Arabern und ihrer Mathematik zu verdanken. Natürlich weiterentwickelt und verfeinert, z.B. durch Newtons und Leibnitz‘ Integralrechnung.

            Die Errungenschaften des goldenen Zeitalters der Muslime sind durchaus bei uns gelandet! ZUM GLÜCK!!!, ich habe nämlich keine große Lust, im Europa des 16. Jahrhunderts zu leben, gerade als Frau nicht!

      • Brigitta
        10.09.2016, 16:44 Uhr.

        Das mit dem Gottesstaat im weitesten Sinne ist bei uns auch noch nicht so lange her. Erst die Aufklärung hat allmählich was geändert, z.b. das Gottesgnadentum. Und durch die französische Revolution und die Entwicklung zur Demokratie wurde er allmählich abgeschafft.

        • Wanda
          13.09.2016, 22:06 Uhr.

          korrekt !

    • Wanda
      09.09.2016, 22:25 Uhr.

      – welch ein Durcheinander ! Und das „viele“ Muslimas selbstbestimmt und selbstbewusst leben, wo haben Sie das denn her ?
      – Zur Kenntnis aus den gestrigen Nachrichten: in Deutschland sind offiziell 324 muslimische Ehen nachweisbar, wo die „Ehefrau“ unter 14 Jahren ist und die Dunkelziffer ist weit höher. Der Kinderschutzbund, die Sozialverbände und auch die Organisation der SOS-Kinderdörfer weisen immer wieder empört auf dieses Elend hin, welches der Islam als religiös bedingtes Brauchtum und Sitte ausdrücklich erlaubt.
      Tendenz in DEU übrigens steigend, vor allem in den Aufnahme-Unterkünften werden klammheimlich vor irgendeinem Imam neue dieser „Ehen“ geschlossen. Die Schulen merken es nur auf Nachfrage, wenn plötzlich eine Schülerin nicht mehr zum Unterricht erscheint.
      – Das Elend dieser jungen Dinger kann man sich nur schwer vorstellen, sie haben aber keinerlei Lobby, weder bei unseren Gutmenschen, die den Islam verharmlosen noch bei jenen Politikern, welche die merkelsche Flüchtlings- und Asylpolitik unterstützen…
      – Und unsere Justiz: uninteressiert. Dabei geht jeder nicht-islamische oder deutsche Pädophile schnell in den Knast (bis auf einige der geistlichen)…
      – Ein Skandal, der zum Himmel stinkt !

      • Wrightflyer
        11.09.2016, 18:03 Uhr.

        „Und das „viele“ Muslimas selbstbestimmt und selbstbewusst leben, wo haben Sie das denn her ?“
        Ich habe z.B. welche kennengelernt?? Ich habe z.B. mit einer zusammen studiert und kenne eine türkische Ladenbesitzerin (es ist IHR Laden, nicht der des Ehemannes!) ums Eck??
        Es gibt auch in muslimischen Ländern GeschäftsFRAUEN und an der Al-Azhar-Universität offenbar genug Professorinnen um dort die Vollverschleierung für selbige zu verbieten?? Hallooooo??

        Wo ich Ihnen zustimme ist der himmelschreiende Skandal der Kinderehen!
        Ich habe im übrigen nie gesagt daß der Islam totaaal suuupi und totaaaal schön wäre, alles bestens, alles prima, ich habe gesagt, daß er komplex ist und eine monolithische Betrachtungsweise scheitert!

        Das mit den Kinderehen ist tatsächlich ein Skandal und ich finde es auch unmöglich, daß die deutsche Justiz das durchwinkt!
        Menschenrechte müssen für ALLE gelten, auch für muslimische Mädchen und Jungs (auch für einen Jungen ist es furchtbar wenn er zwangsverheiratet wird)!
        Allerdings steckt dahinter wohl weniger Religion sondern mehr Perversion!

        Nach wie vor missfällt mir allerdings die Kreuzzugsrhetorik die in diesem Blog Einzug gehalten hat.
        Kinderehen sind eine SCHWEINEREI!!!, aber ich erhebe entschieden Einspruch dagegen, daß sie als Rechtfertigung benutzt werden, das Massensterben im Mittelmeer zu dulden oder sogar zu forcieren!

        Und im übrigen haben wir selbst gesellschaftliche Abgründe. Alle 3 Tage wird ein Kind totgeschlagen.

        • Wanda
          14.09.2016, 20:04 Uhr.

          In einer Diskussion wäre normal, dass Sie auf Behauptungen und Argumente eingingen, aber offenbar können Sie diese Tatsachen nicht entkräften…
          Das allerdümmste Argument aber ist es, den einen Misstand mit einem anderen relativieren zu wollen: z.B. die 1475 offiziell bei uns registrierten muslimischen Minderjährigen-Ehen mit der Entgegnung, bei uns werde (ja auch) alle 3 Tage ein Kind totgeschlagen…
          Wie verquer ist das denn ?

    • Wanda
      12.09.2016, 2:43 Uhr.

      – Khorchide sagt zu Recht „ein Islam der sich als Gesetzesreligion sieht, ist nicht mit der Demokratie vereinbar“…
      Und genau das beweisen die berühmt-berüchtigten Fatwas; gegen ihn persönlich, gegen Salman Rushdie, gegen den Politwissenschaftler Hamed Abdel Samad und viele andere, weniger Prominente. Diese Fatwas werden ja nicht von irgendeinem Wald-und-Wiesen-Imam sondern von den höchsten und bekanntesten geistlichen Autoritäten (ua. der renommierten Al-Azhar Universität Kairo) verhängt und haben generelle Gültigkeit.
      Die Verurteilten sind vogelfrei, d.h. jeder Muslim, der die Veruteilten schädigt oder tötet, begeht ein Allah gefälliges Werk.
      Zur Erinnerung: die Scharia hat für abtrünnige Muslims (Apostasie) in ihrem Strafenkatalog die Todesstrafe vorgesehen…
      Siehe dazu meine Beiträge vom 08.09. 14:13 und 21:10

      • Wanda
        15.09.2016, 18:34 Uhr.

        – auf solch knallharte Fakten antworten die Islam-Versteher natürlich nicht. Sie schwafeln dann lieber von es gibt nicht nur „den einen“ Islam. Dann müssten sie konsequenterweise nämlich auch sagen es gibt nicht nur den einen Gott…

  • Stefan Wehmeier
    10.09.2016, 11:06 Uhr.

    Der wirkliche Name Gottes

    (NHC II,2,016) Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen.
    (NHC II,2,030) Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, – ich bin mit ihm.
    (NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.
    (NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.
    (NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.
    (NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: „Berg, hebe dich hinweg!“, wird er verschwinden.

    Die „heilige katholische Kirche“ konnte mit den originalen Worten des Jesus von Nazareth nichts anfangen und befand stattdessen das Folgende für „geistreich“:

    (Matthäus 10,34-35) Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.
    (Matthäus 18,20) Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
    (Lukas 12,10) Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben werden; wer aber den heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden.
    (Matthäus 10,37-38) Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.
    (unwissenschaftliche Übersetzung / „moderne“ theologische Interpretation von NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennt, kann der Sohn einer Hure genannt werden?
    (Matthäus 18,19) Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. (Matthäus 17,20) Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.

    Das Geschwätz im neuen Testament der Bibel ergibt keinen Sinn. Die originalen Gleichnisse im nichtbiblischen Thomas-Evangelium erklären dagegen alles und machen Jesus zum größten Genie aller Zeiten, das zwei Jahrtausende in die Zukunft dachte. Wenn Sie alles wissen wollen, fragen Sie „Google, den Allwissenden“ nach „Der Weisheit letzter Schluss“.

    • Wrightflyer
      13.09.2016, 21:52 Uhr.

      Und was hat das jetzt mit dem Thema zu tun??

      • Alberto Knox
        15.09.2016, 23:44 Uhr.

        ich habe keine ahnung.

    • Novalis
      13.09.2016, 22:42 Uhr.

      Ich habe selten so Seltsames gelesen. Nach bestem Wissen und Gewissen: Was soll „original“ beim Thomasevangelium heißen? Dass es die Worte Jesu protokollarisch wiedergibt? Das ist auszuschließen. Die Nag Hammadi Bibliothek ist spät und greift nicht auf Texte der 2. oder 3. Generation nach Jesus zurück, der – um Gottes Sohn zu sein – keineswegs ein religiöses Genie gewesen sein muss.

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