Petersplatz in 360 Grad

Aus Anlass der Heiligsprechung von Mutter Teresa an diesem Sonntag gibt es ungewöhnliche Einblicke in den Vatikan. Mit einem 360 Grad-Video können sich die User auf dem Petersplatz umschauen, ohne selbst nach Rom kommen zu müssen. Gleiches gilt für das Zimmer, in dem Mutter Teresa immer wohnte, wenn sie sich in der Ewigen Stadt aufgehalten hat. Die 360 Grad-Filme sind für VR-Brillen (Virtual Reality) optimiert, können aber auch auf dem normalen Rechner (Desktop) geschaut werden. Technische Informationen dazu gibt es hier. Die Filme gibt es zudem auf der VR-Seite des ZDF.

Das ZDF-Team beim Dreh für die 360 Grad-Filme auf dem Petersplatz. (Quelle: Erbacher)

Das ZDF-Team beim Dreh für die 360 Grad-Filme auf dem Petersplatz. (Quelle: Erbacher)

Autorenbild

Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

20 Kommentare

  • Wanda
    04.09.2016, 0:46 Uhr.

    Es ist schon schwierig sich einen Gott als heilig vorzustellen, welcher der Bibel zufolge seinem auserwählten widerspenstigen Volk mal im Zorn, mal rachsüchtig, mal strafend, mal parteiisch, mal eifersüchtig, mal gewogen, mal anstiftend und (erst im NT) liebend daherkommt…
    Dass aber normale, fehlerhafte, eben menschelnde Menschen von Ihresgleichen kraft (Papst-)Amtes oder göttlicher Eingebung zu Heiligen erklärt werden, ist tatsächlich nur in der röm.-kath. Kirche möglich.
    P.S. und es wäre doch gelacht, wenn sich die zwingende Voraussetzung der erforderlichen Wunder nicht bewerkstelligen liesse

    • Wrightflyer
      04.09.2016, 22:05 Uhr.

      @Wanda:
      Niemand würde heute ernsthaft behaupten, daß Atome zwischen irgendeinem antiken Griechen und John Dalton nicht existiert hätten, dann eine Art Rosinenkuchen gewesen wären (Rutherford), dann aus positiv geladenen Kernen und Elektronen auf festen Bahnen (Bohr) bestanden hätten und sich schließlich heute die Elektronen in etwas verschwommenen „Orbitalen“ um den Kern bewegen würden, oder?
      Oder daß in früheren Zeiten die Sonne die Erde umkreist hätte bis beide plötzlich mit Kopernikus die Position getauscht hätten, oder?
      Oder daß die Kontinente erst mit Alfred Wegener zu wandern begonnen hätten, oder?

      So wie das Verständnis von der matreiellen Welt ist auch das Verständnis von Gott und dem was richtig und falsch ist langsam gewachsen. In der Bronzezeit, damals waren die Zeiten sehr rauh, gewalttätig und hart, gab es noch ein sehr grob geschnitztes rachsüchtiges Gottesbild. Vorstellungen von Gerechtigkeit waren auch oft noch wie im Kindergarten, aber es waren erste Vorstellungen von Gerechtigkeit und Moral.
      Später gab es das Evangelium, aber nicht einmal die Christen verstanden es und stellten sich einen Gott wie einen damals üblichen menschlichen Herrscher vor. Ein falsches Wort, schon Rübe ab!
      Die Bibel erzählt einen Lernprozess, der bis heute noch nicht abgeschlossen ist.

      • Wanda
        05.09.2016, 18:14 Uhr.

        – ach so, ja dann: mir wurde nämlich als kleiner Katholik beigebracht (oder besser eingetrichtert), die Bibel sei das Buch der Wahrheit. Und das habe ich dann natürlich auch immer geglaubt…
        Nur so eine Frage: wenn die Bibel (Ihren Worten zufolge) einen noch frotschreitenden Lernprozess beschreibt, wieso liegt sie uns dann als ein abgeschlossenes Werk vor ? Das ist sie doch, oder hat man vielleicht noch einige Evangelisten und Propheten in petto ?

        • Wrightflyer
          06.09.2016, 9:30 Uhr.

          Ich glaube schon lange nicht mehr daß die Bibel wirklich ABgeschlossen ist.
          Die Geschichte geht weiter. Bemerkenswerte Christen vom Frühmittelalter bis heute schreiben die Bibel weiter.

          • Silberdistel
            06.09.2016, 11:06 Uhr.

            Wer glaubt denn wirklich, das das was wir ´Gott´ nennen sowie die anderen Wesen jenes anderen Universums, des Jenseits oder „Himmels“; aufgehört hätten irdisch zu wirken? Nur, weil man hier beschlossen hat ein Buch (Bibel) nicht weiter zu vervollständigen.
            Die Kirche erkennt übrigens eine Reihe von neuzeitlichen Wundern und Erscheinungen an, die denen aus der Bibel durchaus ebenbürtig sind.
            Nur eins wird richtig sein: Eine höhere Wesenheit wie Jesus Christus, wird wohl nicht mehr kommen. Deshalb ist das so möglicherweise doch ein berechtigter und sehr schöner Abschluß jenes großen Buches – wenn die Offenbarung des Johannes nicht wäre.

    • Alberto Knox
      05.09.2016, 12:42 Uhr.

      „(erst im NT) liebend daherkommt“. wer solches sagt, hegt und pflegt antijudaistische vorurteile, einmal davon abgesehen, dass es ein gewaltätiges gottesbild auch im neuen testament zuhauf gibt. das zeigt mir nur, dass es nicht um ein eigenes, verantwortetes urteil, sondern um das nachplappern von vorurteilen geht.

      „Dass aber normale, fehlerhafte, eben menschelnde Menschen von Ihresgleichen kraft (Papst-)Amtes oder göttlicher Eingebung zu Heiligen erklärt werden, ist tatsächlich nur in der röm.-kath. Kirche möglich.“

      auch wieder: ein vorurteil. auch die orthodoxen kirchen kennen heiligsprechungen – und eine solche besagt nur, dass die kirche davon mit gewissheit ausgeht, dass die/der betreffende nun in der ewigkeit bei gott selig ist.

      • Wanda
        05.09.2016, 18:20 Uhr.

        Wie sollten denn wohl auch die betreffenden Heiligen in der Ewigkeit bei Gott etwas anderes als selig sein ?
        P.S. nur zur Begriffsklärung abseits von Religion: alle und alles befinden sich in der Ewigkeit, in welchem Zustand auch immer, ob tot oder lebendig…

        • Alberto Knox
          07.09.2016, 17:32 Uhr.

          unter uns: wir befinden uns in der zeit (also einem ablauf) und nicht in der Ewigkeit (die sozusagen eine stehende Gegenwart ist).

          • Wanda
            09.09.2016, 2:13 Uhr.

            Ansichtsache: wir stehen im beweglichen Zentrum – zurück geht’s zeitlich endlos (oder ewig) und voraus ebenfalls…

          • Alberto Knox
            09.09.2016, 20:06 Uhr.

            @wanda,

            sie haben den philosophisch durchaus nicht irrelevanten unterschied zwischen fortdauernder zeit (perpetuitas) und ewigkeit (aeternitas) nicht verstanden.

      • Wrightflyer
        06.09.2016, 9:28 Uhr.

        Bitte Herr Knox, hören Sie auf mit diesem „antijudaistisch“!!

        Es ist mittlerweile ein Knüppel geworden um jemanden zum Kadavergehorsam zu zwingen, demjenigen Antijudaismus, bzw. Antisemitismus vorzuwerfen.
        MIR wurde Antisemitismus vorgeworfen, weil ich das israelische Besatzungsregime in Palästina ablehne. Tatsache ist aber: Ich habe noch NIE etwas gegen irgendjemanden gehabt nur weil derjenige Jude ist. Ich habe aber entschieden etwas gegen brutale Besatzungsregimes! Die Muster, die Einheimischen zu entmenschlichen, ihnen jede Schuld in die Schuhe zu schieben (aus Sicht von Besatzern gibt es keine rechtmäßigen Widerstandskämpfer sondern nur Terroristen, Saboteure, Pack!) und sie auf jede nur mögliche Art zu demütigen gleichen sich überall! Und machen die Besatzer auch keineswegs zu guten sondern zu immer schlechteren Menschen, je länger das Besatzungsregime dauert!

        Ich finde Wandas Betrachtungsweise der Bibel ziemlich oberflächlich aber keineswegs antijudaistisch!

        Eine prägende Gestalt meiner Jugend war übrigens ein französischer Jude und Holocaustüberlebender. Monsieur Nathan, DAS ist für mich das Judentum, nicht irgendwelche fanatischen Siedler oder brutalen Soldaten!

        • Alberto Knox
          07.09.2016, 17:34 Uhr.

          es ist leider ein antijudaistisches vorurteil den bösen gott des at dem lieben gott des nt gegenüber zu stellen. es hat nichts mit der bibel zu tun, sondern ist eine denkfigur, die an sich böse ist.

          • Wrightflyer
            08.09.2016, 17:59 Uhr.

            Sehe ich NICHT so!
            Die meisten Leute die die Bibel in der Hand haben machen sich dabei keine Gedanken drum was sie speziell vom Judentum halten. Oder von heute lebenden Juden.
            Diese Unterstellung ist, mit Verlaub, etwas weltfremd!

            Vor der Nazizeit waren die Juden hier die größte religiöse Minderheit. Die einzige nennenswerte, schließlich haben Kirche und Herrscher des Mittelalters und der frühen Neuzeit ja keine anderen zugelassen.
            Heutzutage beschäftigt die meisten Leute das Judentum hier nurnoch sehr am Rand. Der Islam ist wesentlich präsenter. In der Schickimickiszene ist Buddhismus ein bischen angesagt, außerdem hat das germanische Heidentum Zulauf, ich kenne sogar einen Heiden den ich menschlich sehr schätze.

          • Alberto Knox
            09.09.2016, 20:12 Uhr.

            dass der antijudaismus oft unbewusst ist (das gebe ich gern zu), zaubert ihn nicht hinweg. ich meine das als echte sachfrage (und bitte nicht von oben herab): haben sie sich mal nicht nur mit der geschichte des christlichen antisemitismus auseinandergesetzt, […]* sondern mit den einzelnen argumenten, die da über jahrhunderte hinweg vorgetragen worden sind? da ist unglaublich viel immernoch sublim da. ich habe vor einigen jahren einer freundin, die gerade lehrprobe ablegte im fach religion am gymnasium, fachlich beraten. der seminarlehrer wollte allen ernstes, dass das (böse) gottesbild aus der opferung isaaks (gen 22) mit dem gleichnis vom barmherzigen vater (lk 15) von den schüler*innen erarbeitet wird. einmal davon abgesehen, dass so ein konzept einfach sch***e ist, und ich der referendarin geraten hab, sie solle es einfach machen und dann um himmels willen diesen unsinn vergessen: welche geisteshaltung steckt hinter diesem seminarlehrer?

            *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

          • Wanda
            09.09.2016, 23:55 Uhr.

            – beweisen Sie doch das Gegenteil: lesen Sie was Gott (über seine Propheten) dem Volke Israel an Vernichtungsanweisungen gab, um die im gelobten Land bereits ansässigen Völker zu vernichten oder gefügig zu machen !
            Steht wortwörtlich im Alten Testament, oder etwa nicht ?

          • Wrightflyer
            10.09.2016, 11:40 Uhr.

            @Herr Knox:
            Ich denke daß man auch zuviel irgendwo reininterpretieren kann!
            Nur wenn man das Gottesbild Isaaks kritisch sieht, unterstellt man noch lange nicht heute lebenden gläubigen Juden die regelmäßig in die Synoagoge gehen, meinetwegen Kinderschänder oder irgendwowas zu sein.
            Ganz sicher würde kein geistig gesunder Jude heute mehr seinen eigenen Sohn opfern, aber das Gottesbild im AT ist teilweise schon recht brutal und grobschlächtig, daran kommt man nicht vorbei. Wenn man sich damit heute kritisch auseinandersetzt, setzt man sich einfach nur mit einem antiquierten Gottesbild auseinander. MIT den Juden, nicht unbedingt gegen sie!

            Sonst wäre man ja auch „antichristlich“, weil man frühere Irrwege und Katastrophen des Christentums ablehnt.

            Genau wie der Islam hat auch das Judentum ein recht darauf, realistisch und differenziert betrachtet zu werden.

          • Wanda
            11.09.2016, 13:18 Uhr.

            nun, diese Kontrast der Beschreibung Gottes (d.h. zwischen AT und NT) existiert aber eindeutig in der Bibel, oder ?

  • Wrightflyer
    04.09.2016, 15:59 Uhr.

    Darf ich heute abend noch was schreiben oder wird weiter unten bei den letzten beiden Artikeln wieder zugemacht bevor ich dazu komme noch was zu schreiben? Sie, liebe Redaktion, könnten mir ruhig ehrlich sagen dass ich hier nicht mehr erwünscht bin….

    • Jürgen Erbacher
      Jürgen Erbacher
      05.09.2016, 10:54 Uhr.

      Seit Angebinn des Papstgeflüsters schließt die Kommentarfunktion automatisch nach einer gewissen Zahl von Tagen nach der Publikation des Artikels. Darauf nehmen wir keinen Einfluss.

  • Silvia
    04.09.2016, 22:40 Uhr.

    Ich sehe Heiligsprechungen kritisch, seit es unter JPII eine wahre Inflation davon gegeben hat.

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