Papst wird Abteilungsleiter

Und wieder dreht sich das Rad der Kurienreform ein Stück weiter. Zum 1. Januar gibt es eine neue Behörde: das Dikasterium für „den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen“. Was sich kompliziert anhört ist die Fusion der sozialen und caritativen Päpstlichen Räte zu einem neuen Megaministerium, das sich künftig auch explizit um Ökologiefragen kümmern sowie neben den bisherigen Themen besonders Arme und Bedürftige, Arbeitslose und Opfer von Sklaverei und Folter in den Blick nehmen soll. Eine Besonderheit ist, dass Papst Franziskus selbst „ad tempus“ die Leitung der Sektion für Migration übernimmt. Chef der neuen Behörde wird der bisherige Präsident des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Peter Turkson. Der Vatikan gab heute zudem bekannt, dass Papst Franziskus den Friedensschluss zwischen Regierung und den FARC-Rebellen zwar ausdrücklich begrüße. Er wolle aber keinen kirchlichen Vertreter für das Komitee benennen, das die Richter eines Sondergerichts im Rahmen des Friedensprozesses nominieren soll.

Bei der Generalaudienz heute hat Papst Franziskus vor Vorurteilen gegenüber Frauen gewarnt: "Wir alle, auch die christlichen Gemeinden, sollten uns vor abwertenden Frauenbildern hüten". (Foto: reuters)

Bei der Generalaudienz hat Papst Franziskus heute vor Vorurteilen gegenüber Frauen gewarnt: „Wir alle, auch die christlichen Gemeinden, sollten uns vor abwertenden Frauenbildern hüten“. (Foto: reuters)

Fusion von vier Behörden

Aus vier mach eins. Das passiert durch die Fusion der Päpstlichen Räte für Gerechtigkeit und Frieden, Migranten, Cor unum (Entwicklungshilfe) und Krankenpastoral. Die Statuten waren schon lange vorbereitet. Jetzt ist es offiziell und am 1. Januar nimmt die neue Behörde ihre Arbeit auf. Interessant ist, dass über die Binnenstruktur des Dikasteriums wenig in dewn jetzt veröffentlichten Statuten steht. Anders als bei der neuen Behörde zu „Laien, Familie und Leben“. Da wurde gleich gesagt, dass es je eine Sektion für jedes Thema geben werde. Es wird lediglich gesagt, dass eine Sektion sich speziell mit Migration beschäftigen wird und diese „vorübergehend“ vom Papst selbst geleitet.

Was den Rest anbetrifft heißt es allgemein, das Dikasterium beschäftige sich mit Fragen von „Gerechtigkeit und Frieden, eingeschlossen die Fragen der Migration, der Gesundheit, die caritativen Werke und die Bewahrung der Schöpfung“. Eigens erwähnt wird dann noch, dass sich das Dikasterium um die „leidende Menschheit“ kümmern soll, darunter die Bedürftigen, die Kranken und Ausgeschlossenen, die Opfer bewaffneter Konflikte und der Naturkatastrophen, die Gefangenen und Arbeitslosen sowie die Opfer der modernen Sklaverei, von Folter sowie andere Personen, deren Würde in Gefahr sei. Zu diesem Zweck soll das Dikasterium mit den nationalen Bischofskonferenzen sowie kirchlichen und nichtkirchlichen Institutionen, die auf den Gebieten aktiv sind, zusammenarbeiten.

Laien in Leitungsebene möglich

Wie schon beim Dikasterium für „Laien, Familie und Leben“ wird die neue Behörde von einem Präfekten geleitet, der Kleriker ist. Ihm zur Seite stehen ein Sekretär und mindestens ein Untersekretär, die auch Laien sein können. Bisher gab es in den betroffenen Päpstlichen Räten nur bei Justitia et Pax mit der Untersekretärin Flaminia Giovanelli  einen Laien auf Leitungsebene. Das dürfte sich künftig ändern. Wann die weiteren Personalentscheidungen fallen, ist unklar. Morgen nimmt das neue Dikasterium für „Laien, Familie und Leben“ seine Arbeit auf. Außer dem Präfekten ist bisher noch keine Führungsposition benannt. Auch ist noch nicht bekannt, was mit der bisherigen Leitung des Laienrats, Kardinal Stanislaw Rylko und Bischof Josef Clemens, passiert.

Interessant wird es sein, wie sich das neue Ministerium im Verhältnis zum Staatssekretariat als politischer Schaltzentrale der katholischen Kirche positionieren wird. Denn es gibt große Schnittmengen. Das wird auch aus den Statuten deutlich. Das Staatsekretariat behält alleinige Kompetenz, was die Kontakte zu den Staaten und internationalen Organisationen anbetrifft. Zugleich soll es eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung der beiden Kurienbehörden geben. Dies geht bis hin zu gemeinsamen Delegationen bei internationalen Konferenzen. So versucht man den Sachverstand mit der Erfahrung der vatikanischen Diplomatie noch enger zu verzahnen. Allerdings gab es schon in der Vergangenheit gemischte Delegationen bei internationalen Tagungen etwa bei UN-Konferenzen.

Zusammenarbeiten wird das neue Dikasterium künftig auch mit der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften und dem Dachverband kirchlicher Hilfswerke „Caritas Internationalis“. Beide behalten allerdings in der bisherigen Form ihre Selbständigkeit. Mit Blick auf Caritas Internationalis gab es in den vergangenen Jahren wiederholt das Bestreben des Vatikans, bisher mittels des Päpstlichen Rats Cor unum, mehr Einfluss auf die Arbeit der Organisation zu bekommen. Die Revision der Statuten zog sich von 2007 bis 2012 hin. Dem Vatikan ging es unter anderem um eine Schärfung des katholischen Profils der Caritasorganisationen, um der kirchlichen Lehre deutlicher Geltung zu verschaffen.

Politik im Sinne des Papstes

Das neue Dikasterium bearbeitet die Herzensanliegen des amtierenden Papstes. Das sieht man schon allein daran, dass er sich beim Thema Migration ins operative Geschäft einschalten will. Auch die anderen Themen wie Ökologie, moderne Sklaverei, die Förderung der Menschen- und Kinderrechte stehen ganz oben auf der Agenda von Papst Franziskus. Der Titel des Dikasteriums macht deutlich, worum es dem Papst und damit der katholischen Kirche in ihrem sozial-politischen Engagement geht: „die ganzheitliche Entwicklung des Menschen“ zu fördern. Das hat nichts mit einseitiger Parteipolitik zu tun. Geht es nach dem Willen des Papstes, geht es bei allen Versuchen der Einflussnahme auf politische Prozesse nicht um eigenes Machtinteresse sondern um den „Dienst an der ganzheitlichen Entwicklung“. Dazu gehört auch der verantwortliche Umgang mit der Schöpfung und der Dienst an den Bedürftigen, welcher Art auch immer.

Direkt einmischen in nationale Belange will sich Papst Franziskus etwa im Falle Kolumbiens nicht. Mitte August hatte er die Anfrage aus dem mittelamerikanischen Land bekommen, einen kirchlichen Vertreter für das Komitee zu benennen, das die Richter eines Sondergerichts im Rahmen des Friedensprozesses nominieren soll. In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Meldungen gegeben, Franziskus beteilige sich an dem Verfahren. Doch er lehnte dankend ab, wie das Staatsekretariat heute mitteilte. Mit Blick auf den universalen Auftrag der katholischen Kirche und den Charakter des Papstamtes sollten eher andere Parteien mit der Aufgabe betraut werden. Damit hält sich die katholischen Kirche die Möglichkeit offen, auch künftig in einem Konfliktfall als Vermittler aufzutreten.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

45 Kommentare

  • Wanda
    31.08.2016, 21:26 Uhr.

    Ketzerische Frage: setzt sich da etwa nun auch im Vatikan das Parkinsonsche Gesetz des Bürokratiewachstum durch, wonach mit neuen Einrichtungen und Begriffen (hier: Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen*) Personal in diesen neu geschaffenen Bereichen verschwendet wird, während zugleich Kernaufgaben vernachlässigt werden ?
    *) welch ein nichts- und allesagender (Kaugummi-)Begriff…

    • Wanda
      01.09.2016, 5:02 Uhr.

      P.S. Und was das „sich hüten“ vor abwertenden Frauenbildern angeht, Letztere haben ja nun eine lang und liebevoll gepflegte Tradition in der Amtskirche, oder ? Der hl. Thomas von Aquin (und andere Heilige) lassen grüssen.
      Wer will, kann dessen geistig beschränkte Auslassungen über die Frauen ja selbst nachlesen. Tut seiner Heiligkeit aber offenbar keinen Abbruch…

    • Alberto Knox
      01.09.2016, 22:16 Uhr.

      was wäre denn die kernaufgabe? ich kann in der aufgabenbeschreibung der neuen behörde (die keineswegs aufgebläht ist – es sind ja ein paar prälaten arbeitslos geworden, oder?) nur lauter christliche kernaufgaben sehen.

      • Wrightflyer
        04.09.2016, 23:39 Uhr.

        @Silvia und @Wanda:
        Soweit ich das verstanden habe, handelt es sich tatsächlich um eine Verschlankung, d.h. aus mehreren parallel arbeitenden Behörden wurde eine gemacht.
        Allerdings wird Franziskus kaum Lust haben, einen ganzen Schwung Angestellte vor die Tür zu setzen, in einem Italien in dem die Jobs auch nicht auf Bäumen wachsen.
        Und warum soll der Vatikan nicht im Bereich Gerechtigkeit, Frieden, Flüchtlinge, Arbeitslose, Ökologie usw., also überall dort wo man Menschen tatsächlich Gutes tun kann, aufrüsten? Warum soll er ausgerechnet da abbauen?

        @Herr Knox:
        Tja, was soll ich sagen?
        Als die Bahn noch staatlich war, war sie pünktlich und zuverlässig und es gab noch Nachtzüge, Autozüge und den Eurocity.
        Und ich gehe jede Wette ein, daß es bei der Post auch weniger Diebstähle gab als die noch staatlich war.

        „wenn z.b. ein atomkraftwerk in die luft geflogen wäre.“
        MALEN SIE DEN TEUFEL NICHT AN DIE WAND!!!!
        Tatsache ist leider, daß uns genau das tatsächlich blüht! Das sind nicht irgendwelche hochgeheimen Insiderinfos, das geben die ganz normalen Nachrichten zu Tihange, Doel, Creusot Forge und Flamanville her!
        Vor einigen Monaten hieß es sogar, daß das Notkühlwasser von Tihange vorgewärmt wird.

        Ich war auch mal AKW-Befürworterin. Mittlerweile bin ich es aus 4 Gründen nicht mehr.
        Tschernobyl ist keiner der Gründe. Was da gelaufen ist, ist technisch einfach nur jenseits von Gut und Böse.
        Aber wenn man liest was in Frankreich und Belgien für Hämmer passieren, bekommt man wirklich sehr sehr große Angst. Und ich bin kein Mensch der zu Hysterie neigt…

    • Silvia
      02.09.2016, 15:52 Uhr.

      Wanda
      31.08.2016, 21:26 Uhr.

      Mich interessiert das Personalgedöns inzwischen nur noch am Rande. Meine Vorstellung von „franziskanischer“ Kurienreform war eine Verschlankung der Kurie,dh., weniger Behörden, weniger Bürokratie, weniger Personal und dadurch frei gewordene Priester zurück in die Seelsorge.

      Was Thomas von Aquin betrifft, das war ein Kirchenlehrer des Mittelalters, sein Frauenbild war also das des Mittelalters.

      Inzwischen hat sich die Kirche weiter entwickelt, wenngleich ihr Verhältnis zu den Frauen noch sehr hinter dem Jahr 2016 herhinkt, aber mittelalterlich ist es nicht mehr.

      Auch wollen viele Frauen, aus mir unverständlichen Gründen, gar nicht, dass Frauen in der Kirche wirklich gleichberechtigt werden.

      • Alberto Knox
        03.09.2016, 15:33 Uhr.

        eine verschlankung von behörden ist mittlweile ein fester topos geworden, wenn es um kritik an regierungen geht. es wird gar nicht mehr darüber diskutiert, warum weniger behörde denn eigentlich gut sein soll. da muss alles „schlank“ sein.
        einmal davon abgesehen, dass jetzt tatsächlich weniger leitungsfiguren da sind – man sollte ernsthaft dieses neoliberale schlagwort von „weniger behörde ist besser“ in frage stellen.
        man kann sicher über die politik von frau merkel, eine gute million flüchtlinge ins land zu lassen, unterschiedlicher meinung sein (ich halte der bundeskanzlerin entscheidung nach wie vor für die moralisch einzig mögliche), aber für eines bin ich den flüchtlingen wirklich dankbar: der flüchtlingsstrom mit seinen behördlichen erfordernissen hat für die brd offengelegt, dass wir nicht zuviel, sondern zuwenig öffentlich angestellte und beamten (polizist*innen und lehrer*innen) haben. und ich bin froh, dass das herausgekommen ist, indem nur flüchtlinge gekommen sind. ich möchte nicht wissen, wie das behördenchaos gewesen wäre, wenn z.b. ein atomkraftwerk in die luft geflogen wäre.

        • Silvia
          04.09.2016, 22:35 Uhr.

          Alberto Knox
          03.09.2016, 15:33 Uhr

          Mir geht es hier ausschließlich um die Bürokratie der Kirche, nicht die des Staates.

          • Suarez
            08.09.2016, 14:12 Uhr.

            Gilt für die Bürokratie der Kirche (ein notwendiges Übel) nicht dasselbe wie für die Bürokratie des Staates?

          • Silvia
            09.09.2016, 17:11 Uhr.

            Suarez
            08.09.2016, 14:12 Uhr.

            Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist!

      • Wanda
        04.09.2016, 1:22 Uhr.

        – Letzteres liefert den „Frauen-Empfindlichen“ des obersten Klerus leider jeden Einwand und DAS Gegenargument. Eine bedauerliche Tatsache. Nur, woran liegt’s ?

        • Silvia
          04.09.2016, 12:59 Uhr.

          Wanda
          04.09.2016, 1:22 Uhr.

          Die Frage, woran es liegt, dass viele Frauen in der Kirche keinesfalls andere Frauen hochkommen lassen wollen, stelle ich mir auch.

          Neulich habe ich gelesen, dass dies in ALLEN patriarchalischen Gesellschaften und Strukturen so sei.

          Eine Erklärung wurde da auch nicht gegeben. Ich denke, dies wäre eine Frage an die Psychologie.

          Spontan fällt mir da der Begriff „Stockholmsyndrom“ ein.

          Bezogen auf Frauen in den o.g. Strukturen würde das heißen, dass sie sich mit ihren männlichen Unterdrückern identifizieren. Indem sie zu Handlangern des Systems werden und mit dazu beitragen, die Mehrheit der Frauen zu unterdrücken, haben sie – vermeintlich oder tatsächlich – etwas Anteil an der Macht der unterdrückenden Männer.

  • Alberto Knox
    01.09.2016, 2:40 Uhr.

    das ist mal wirklich politik, die den namen auch verdient: da wird für die sache von bürger und für die bürgerschaft gearbeitet – und das vorbildlich. chapeau, papst franziskus! ich bete weiterhin für den guten und vorbildlich christlichen kurs, den die kirche nun endlich wieder eingeschlagen hat!

  • Wrightflyer
    01.09.2016, 23:44 Uhr.

    Ich verstehe noch immer nicht, was an Franziskus soooo schwer zu verstehen soll. Oder warum seine Absichten angeblich soooo unklar sein sollen.

    Vielleicht für Leute wie katholisches.info, für die Kirche hauptsächlich aus Klerusrochaden besteht, und manche die sich zwar für Reformer halten weil sie Abschaffung des Zölibats und Frauenordination usw. verlangen aber eigentlich mit katholisches.info ziemlich geistesverwandt sind.

    Ist doch völlig eindeutig welchen Kurs Franziskus steuert!
    In allem was den Kern des Evangeliums angeht, Barmherzigkeit, Verteidigung der Menschenwürde, Kampf für Arbeit, Gerechtigkeit und Frieden, aber auch Fürsorge für die schöpfung und Kampf gegen Umweltverschmutzung, rüstet Franziskus massiv auf.
    Die berüchtigte Glaubenskongregation dagegen, die früher so fleißig darüber zu wachen hatte, daß zumindest alle die irgendwie beruflich im kirchlichen Bereich tätig sind, Kleriker, Hochschulprofs ect., linientreu und lehramtstreu glauben, spielt ganz offensichtlich keine große Rolle mehr. (Insofern halte ich es auch für Zeitverschwendung darüber zu faseln welches Verhältnis Franziskus genau zu Müller hat und was mit Müller geschehen soll usw.) Franziskus lässt bei diversen Themen auch bewusst Spielräume für das jeweilige Gewissen sowohl der Priester wie auch der Gläubigen. Mit anderen Worten: Es ist jetzt in der rk-Kirche ausdrücklich erlaubt, verschiedene Glaubensauffassungen zu haben. Somit geht es auch nicht mehr primär darum, ob man für oder gegen den Papst ist, man wird praktisch schon dazu gezwungen, sich mit den Themen auseinanderzusetzen. In Glaubensdingen zwingt er die römisch-katholische Kirche also, erwachsen zu werden, d.h. selbst glaubensmündig.

    „Es wird lediglich gesagt, dass eine Sektion sich speziell mit Migration beschäftigen wird und diese „vorübergehend“ vom Papst selbst geleitet.“
    Franziskus ist selbst Einwandererkind. In „El Jesuíta“ steht durchaus, daß ihn seine Familie sehr geprägt hat.

    „Die Revision der Statuten zog sich von 2007 bis 2012 hin. Dem Vatikan ging es unter anderem um eine Schärfung des katholischen Profils der Caritasorganisationen, um der kirchlichen Lehre deutlicher Geltung zu verschaffen.“
    Ich interpretiere das mal als: Die Caritasorganisationen sollten auf linientreue gebügelt werden. Korregieren Sie mich, Herr Erbacher, wenn ich mich irre.

    „Geht es nach dem Willen des Papstes, geht es bei allen Versuchen der Einflussnahme auf politische Prozesse nicht um eigenes Machtinteresse sondern um den „Dienst an der ganzheitlichen Entwicklung“.“
    Das ist auch prinzipiell zu befürworten.
    Andererseits kritisiere ich nach wie vor die Art und Weise, wenn Franziskus nette Kaffeekränzchen mit Politikern hält. Die Politik ist eine immer skrupellosere Welt, auch in den westlichen Demokratien.
    Die DDR war eine Diktatur. Ja! ABER: Die mausgraue Parteielite der DDR bestand aus Leuten die von ihrem System überzeugt waren! Sie taten was sie taten im Glauben, etwas Gutes und Richtiges zu tun! Daß sie im Glauben, einen besseren Menschen zu erzeugen in Wirklichkeit einen viel schlechteren erzeugt haben, einen egoistischen und unsolidarischen der Menschen die noch viel schlimmeres hinter sich haben, Krieg und Hunger und all das, nichtmal das Schwarze unterm Fingernagel gönnt, ist ein anderes Thema. Mit Menschen die noch Ideale haben, wenn auch falsche, kann man auf jeden Fall Brücken bauen. Mit Menschen die nur für ihre Gier und Machtgier leben muss man anderst umgehen.
    Mit Honecker war eine Verständigung sicher leichter als z.B. mit einem Dick Cheney, der im Irak die Bevölkerung massakrieren lässt um seinem eigenen Unternehmen die Ölquellen zu sichern.

  • bernardo
    04.09.2016, 11:53 Uhr.

    @ Knox: Das mit der „einzig moralisch möglichen Entscheidung“ Merkels wird auch durch Wiederholung nicht richtiger. Aber mein Kompliment zu Ihrer gender-korrekten Schreibweise „polizist*innen und lehrer*innen“, mit der Sie auch die 60 oder 600 oder 6000 weiteren Geschlechter inkludieren. btw, ich habe Schriften von Joseph Ratzinger gelesen: Ihm vorzuwerfen, er habe Augustinus nicht richtig verstanden, ist schon bemerkenswert. Nun ja, ihn wird es nicht kümmern: […]* 🙂

    @ Wrightflyer: Es geht doch nicht um Einwanderer oder nicht. (Übrigens ist auch Donald Trump ein Einwanderersohn.) Es geht doch darum, welche Einwanderer. Die Einwanderer aus dem Piemont, aus Ligurien oder dem Veneto in Argentinien hatten denselben Glauben wie die argentinische Mehrheitsgesellschaft, vor allem aber hatten sie die Bereitschaft, sich nicht nur zu integrieren, sondern zu assimilieren. Inzwischen gibt es mehr Argentinier italienischer als spanischer Herkunft.

    @ Herrn Erbacher: Es ist mir ein Rätsel, dass mir Verleumdung von Papst Franziskus vorgeworfen wird, wenn ich seine Verhaltensweise während der Junta als „jesuitisch“ benenne, obwohl ich ihn von dem Vorwurf freispreche, er sei ein „Junta-Kumpel“ gewesen, während schlimmste Vorwürfe gegen Papst Benedikt – natürlich ohne jeglichen Beleg, geschweige denn Beweis – erhoben werden. Und nein, damit meine ich nicht den intellektuellen Dünkel, den akademische Oberräte an den Tag legen…

    *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Alberto Knox
      04.09.2016, 18:25 Uhr.

      „mit der Sie auch die 60 oder 600 oder 6000 weiteren Geschlechter inkludieren“. man kann natürlich polemisieren wie die afd oder schlicht biologische ergebnisse würdigen.

      „ich habe Schriften von Joseph Ratzinger gelesen:“im internet lässt sich viel behaupten. und lesen bedeutet nicht automatisch verstehen
      „Ihm vorzuwerfen, er habe Augustinus nicht richtig verstanden, ist schon bemerkenswert.“naja, dazu muss man nur augustinus daneben halten. 15 bücher de trinitate z.b. neben die spärlichen ausführungen ratzingers zur trinität, da ist das urteil klar. den heftig antijudaistischen äußerungen augustins steht ratzinger (ausweislich lexikaartikel) jedenfalls wenig nach, das gebe ich gern zu.

      „schlimmste Vorwürfe gegen Papst Benedikt – natürlich ohne jeglichen Beleg, geschweige denn Beweis – erhoben werden.“

      wenn darauf angespielt wird, dass ich joseph ratzinger für schwul halte:
      1) homosexualität ist kein vorwurf, sondern völlig normal.
      2) wie kommt man eigentlich darauf, dass ratzinger hetero sein sollte? seine homosexualität ist evident. genauso wie es auch jeder bei liberace oder johannes von thurn und taxis gewusst hat. man betrüge sich doch nicht selbst.
      3) was ich ratzinger vorwerfe, ist, dass er seine homosexualität psychologisch nicht verarbeitet hat, sondern verdrängt hat, wodurch sie schlimme diskriminierende „blüten“ getrieben hat, die richtiggehend antichristlich sind.

      • neuhamsterdam
        05.09.2016, 18:45 Uhr.

        Alberto Knox: „dass ich joseph ratzinger für schwul halte: […] seine homosexualität ist evident. genauso wie es auch jeder bei liberace oder johannes von thurn
        und taxis gewusst hat. man betrüge sich doch nicht selbst.

        3) was ich ratzinger vorwerfe, ist, dass er seine homosexualität psychologisch nicht verarbeitet hat“
        Ich jedenfalls hab keine Ahnung, wovon doch das kollektive jeder gewusst haben sollte. neuhamsterdam ist folglich uninformiert.
        Da es mir als Teil von jeder eigentlich bekannt gewesen sein müsste, mache ich mir was vor. neuhamsterdam betrügt sich selber.
        Man könnte auch Ratzinger vorwerfen, dass er sich um das Papstamt hätte bewerben hätte sollen, weil er dann gesehen hätte, was passieren würde, wenn er zurückträte. Wenn er sein Amt als Mitglied der Glaubenskongregation verarbeitet hätte, wäre aus ihm bestimmt noch was geworden. Aber das kennt man ja auch aus weltlichen Wahlen. Die ausgemachten Kronprinzen haben überdurchschnittlich gute Chancen, Kronprinzen zu bleiben.
        Vielleicht wäre Ratzinger über den Umweg der Couch… Schon kommt die nächste Interessengruppe und fordert dieses Thema niemals zu bearbeiten, weil es eine Lebensrealität sei und durch Bearbeitung die Menschenrechte auf freie Entfaltung der Persönlichkeit sekantiert wären.
        Somit beißt sich aus logischer Sicht diese Normalität mit der Verarbeitungsforderung.
        Als Mann wäre Ratzinger bestimmt ein guter Papst geworden. Wenn er nur das Zölibatäre nicht dermassen vorgezogen hätte. Was man alles mit Rhetorik umeinanderbasteln kann, wenn man aus Informationsbedürfnis über diese Normalität Begründungen anmahnt wird man zum Bittsteller und kann man sich antun, muß man aber nicht (mehr; aus Erfahrung). Was bleibt, das ist das stehenbleibende Wort ohne Begründung. Wozu auch. Wenn jeder es weiß.

        • Alberto Knox
          07.09.2016, 17:55 Uhr.

          „Ich jedenfalls hab keine Ahnung, wovon doch das kollektive jeder gewusst haben sollte. neuhamsterdam ist folglich uninformiert.“

          ja.

          „Da es mir als Teil von jeder eigentlich bekannt gewesen sein müsste, mache ich mir was vor. neuhamsterdam betrügt sich selber.“

          schwieriger propositionaler gehalt, aber wahrscheinlich: ja.

      • bernardo
        05.09.2016, 18:58 Uhr.

        @ Knox: Die Biologie kennt zwei Geschlechter, eines mit xx Chromosomen, eines mit xy Chromosomen, und einige bedauerliche Zwischenformen. Diese Menschen verdienen unser Mitleid.

        Ich habe seine Interviews mit Sebald gelesen, seine Eschatologie, seine Jesusbücher und verschiedene Aufsätze (z.B. über das Verhältnis der Religionen). Reicht das?

        Nein, ich halte es zwar für Unfug, ihm eine homosexuelle Veranlagung zu unterstellen und weiß auch nicht, worauf sich ihre psychologische Diagnose stützt, aber ich meine den Vorwurf des Vertuschens von Straftaten.

        • Wrightflyer
          07.09.2016, 9:41 Uhr.

          Menschen mit nicht eindeutigem Geschlecht verdienen kein „Mitleid“, denn diese Art von Mitleid ist nichts anderes als Verachtung!
          Menschen mit nicht eindeutigem Geschlecht verdienen Respekt, genau wie jeder andere auch!

        • Alberto Knox
          07.09.2016, 17:53 Uhr.

          „und einige bedauerliche Zwischenformen. Diese Menschen verdienen unser Mitleid.“

          leider nicht letzter stand der biologie. und das gerede von mitleid zeugt letztlich von nichts als verachtung und wieder chauvinismus. ich hoffe wenigstens, dass dies nur die worte und nicht die dahinterliegende geisteshaltung betrifft.

          „Ich habe seine Interviews mit Sebald gelesen, seine Eschatologie, seine Jesusbücher und verschiedene Aufsätze (z.B. über das Verhältnis der Religionen). Reicht das?“

          nein, für ein verantwortliches urteil über seine theologie reicht das nicht. interviews, das ist ja nicht einmal als genre satisfaktionsfähig.

          die definitive verwicklung in die vertuschung von missbrauchsfällen kann man natürlich einfach ableugnen. aber sie verschwindet dadurch nicht, im gegenteil.

          ratzinger hatte in münchen die letzte verantwortung – und vor dem gericht gottes wird er sich dem auch stellen müssen, genauso wie für die zehntausende katholik*innen, die sein falscher kirchenpolitischer kurs aus der kirche getrieben hat und genauso wie für die tausenden abgetriebenen kinder, die durch den von ihm mitverantworteten ausstieg aus der schwangerenkonfliktberatung getötet wurden.

        • Suarez
          08.09.2016, 14:16 Uhr.

          Sehr geehrter Herr Erbacher,

          mit großem Erschrecken habe ich diese Wortmeldung gelesen: „Die Biologie kennt zwei Geschlechter, eines mit xx Chromosomen, eines mit xy Chromosomen, und einige bedauerliche Zwischenformen. Diese Menschen verdienen unser Mitleid.“

          Das ist m.E. ein klarer Verstoß gegen die Nettique. Warum wurde eine solch diskriminierende Äußerung, die nicht einmal dem biologisch-medizinischen Wissensstand, geschweige denn den Empfehlungen des nationalen Ethikrates entspricht, freigeschaltet? Christlich ist so eine Äußerung jedenfalls nicht!

          • Jürgen Erbacher
            Jürgen Erbacher
            09.09.2016, 7:21 Uhr.

            Es geht bei der Frage nach einem Verstoß gegen die Netiquette nicht um die Frage, ob eine Position christlich ist oder nicht. In diesem Fall handelte es sich um eine Meinungsäußerung. Die Veröffentlichung hier besagt nichts über deren Richtigkeit aus.

          • Alberto Knox
            09.09.2016, 19:59 Uhr.

            naja, alle nicht xx/xy-menschen müssen sich aber diskriminiert und verunglimpft fühlen von dieser äußerung. eigentlich eine schwere beleidigung. da kann ich @suarez nur beipflichten.

      • Silvia
        06.09.2016, 11:31 Uhr.

        Alberto Knox
        04.09.2016, 18:25 Uhr.

        David Berger, der das Gerücht über die – angebliche oder tatsächliche – Homosexualität Benedikts in die Welt gesetzt hat, hat sich bei diesem inzwischen öffentlich entschuldigt, nachzulesen auf Bergers Homepage.

        • Alberto Knox
          07.09.2016, 17:45 Uhr.

          ich brauche diesen seltsamen berger nicht, um das evidente auszusprechen.
          offenkundiges kann ja schlecht ein gerücht sein. und wenn ich den berger richtig lese (ich bin da auch offenkundig nicht allein, wenn ich mich in foren umschau), hat er sich entschuldigt für seine wortwahl, hält aber durchaus fest daran, dass er ratzinger für schwul hält. dass berger strategische aussagen macht, ist ja offen sichtbar. er hat sichtbar xenophobe züge, deswegen ist er auch bei der schwulen-zeitung rausgeflogen. wenn er jetzt wieder seiner alten klientel charmiert, sollte man schon fragen, ob er weiterhin schwulen sex hat – mit wechselnden partnern, wie er selber sagt.

    • Wrightflyer
      04.09.2016, 23:01 Uhr.

      „Knox: Das mit der „einzig moralisch möglichen Entscheidung“ Merkels wird auch durch Wiederholung nicht richtiger.“
      Was wäre denn richtiger? Im Mittelmeer ersaufen lassen? Den Griechen den ganzen Kram überlassen, also einem Land das selbst in sehr sehr großen Schwierigkeiten steckt? Knarre, wie Frauke Petry und der Storch vorschlagen?
      Ich mache mir schon Gedanken, wieviele Flüchtlinge Deutschland definitiv aufnehmen kann. Ohne einen Zusammenbruch des Landes zu riskieren, denn letzterer würde auch keinem Flüchtling irgendetwas nützen. Aber wir dürfen bei der moralischen Wertung eines auf keinen Fall vergessen: a) Das sind Menschen, und Menschen lässt man nicht ertrinken oder verhungern oder durch Krieg oder Folter sterben! b) Die haben die selben Rechte zu leben wie wir, bzw. wir haben kein Stück mehr Recht auf ein gesichertes Leben als die!

      Und zum Thema Argentinien vergessen Sie eines:
      ALLE weißen Argentinier stammen von illegalen Einwanderern ab. Schließlich wurden die urspünglichen Eigentümer des Landes nicht gefragt.
      Die Einwanderer aus dem Piemont, aus Ligurien oder dem Veneto haben sich kein Stück integriert! Sie sind eine abgeschlossene weiße Gesellschaft geblieben die nichts mit den Einheimischen zu tun haben wollte!
      Ich liebe Argentinien, ich liebe die heutige argentinische Gesellschaft, aber leider ist es so!

      „während schlimmste Vorwürfe gegen Papst Benedikt – natürlich ohne jeglichen Beleg, geschweige denn Beweis – erhoben werden.“
      Man kommt nunmal um die Tatsache herum, daß das mit dem Missbrauch z.B. in den USA die Spatzen schon dermaßen von den Dächern pfiffen daß das Thema in gleich zwei Hollywood-Blockbustern aufgegriffen wurde.
      Natürlich wurde irgendwann mal etwas getan… NACHDEM das Kind in den Brunnen gefallen war. Und ich mit weichen Knien und einem riesengroßen Knoten im Magen auf meinen mehrheitlich atheistischen Stammtisch ging obwohl ich bereits nach ak konvertiert war!

      • bernardo
        05.09.2016, 13:40 Uhr.

        Wrightflyer: Ich will das Thema Merkel nicht durchexerzieren, aber die Entscheidung war falsch, die Tatsache, aus der Einzelentscheidung eine Dauereinrichtung zu machen und das Ganze nicht einmal im Bundestag abstimmen zu lassen, war falsch. Und ihre gesamte Kommunikation war falsch. (Gut, man kann wirklich nicht behaupten, dass Kommunikation ihre Stärke ist.) Sie hat bei den Migranten den Eindruck erweckt, als wolle Deutschland sie allesamt aufnehmen.

        Argentinien: Als die Italiener ins Land kamen, waren die „Indigenas“ bereits zurückgedrängt. Ich meinte Integration und Assimilation in die Mehrheitsgesellschaft. Das beginnt mit der Sprache. btw, das stark deutsch eingefärbte Italienisch Benedikts war grammatikalisch korrekter als das stark hispanisch gefärbte Italienisch Franziskus‘.

        Joseph Ratzinger hat, so berichtete es die meistens gut über das Geschehen im Vatikan informierte italienische Presse, als Glaubenspräfekt versucht, dagegen vorzugehen. Er ist am Widerstand vieler Kurialer gescheitert, sicher auch an der mangelnden Unterstützung seines Vorgängers, der aber vielleicht nicht mehr amtsfähig war.

        • Alberto Knox
          05.09.2016, 18:34 Uhr.

          „Als die Italiener ins Land kamen, waren die „Indigenas“ bereits zurückgedrängt.“

          das ist eine ganz ekelerregende formulierung – „zurückgedrängt“. dass durch die eroberung der neuen welt die indigenas (warum eigentlich in anführungszeichen? sie sind doch tatsächlich die einheimischen gewesen) zu 75 % ausgerottet wurden, kümmert offenbar nicht. eine solche haltung ist nichts anderes als europäische chauvinismus.

          „Ich meinte Integration und Assimilation in die Mehrheitsgesellschaft.“

          was auch immer das sein soll.

          „Das beginnt mit der Sprache.“

          die ist in friesland anders als im bayerischen wald.

          „btw, das stark deutsch eingefärbte Italienisch Benedikts war grammatikalisch korrekter als das stark hispanisch gefärbte Italienisch Franziskus‘.“

          das ist eine meinung, keine tatsache. das italienisch von papst franziskus ist jedenfalls nicht weniger einwandfrei als das von ratzinger, der bekanntlich ausgerechnet in summorum pontificum probleme mit der lateinischen grammatik hatte…

          • bernardo
            06.09.2016, 18:19 Uhr.

            „das ist eine ganz ekelerregende formulierung – „zurückgedrängt“. dass durch die eroberung der neuen welt die indigenas (warum eigentlich in anführungszeichen? sie sind doch tatsächlich die einheimischen gewesen) zu 75 % ausgerottet wurden, kümmert offenbar nicht. eine solche haltung ist nichts anderes als europäische chauvinismus.“

            Ihnen auch einen schönen Tag.

            „was auch immer das sein soll.“

            Aha, Integration und Assimilation sind Ihnen unbekannt. Klar, Multikulti heißt das Zauberwort.

            „Das beginnt mit der Sprache.“

            die ist in friesland anders als im bayerischen wald.

            „das ist eine meinung, keine tatsache. das italienisch von papst franziskus ist jedenfalls nicht weniger einwandfrei als das von ratzinger, der bekanntlich ausgerechnet in summorum pontificum probleme mit der lateinischen grammatik hatte…“

            Dio mio, was hat denn Latein mit Italienisch zu tun? Es handelt sich um zwei verschiedene Sprachen: Ich kenne einen Priester, der ein wunderbares Latein spricht, sein Italienisch hingegen ist… naja, lassen wir das. btw, als Muttersprachler werde ich wohl eher beurteilen können, wie gut das Italienisch von Benedikt und Franziskus ist als Sie. Hannah Arendt: „Realitätsflucht liegt in der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen.“

          • Suarez
            08.09.2016, 14:18 Uhr.

            „Dio mio, was hat denn Latein mit Italienisch zu tun?“

            Eine erstaunliche Aussage für einen Muttersprachler. Der sollte wissen, dass es eine doch sehr direkte Kontinuität zwischen Italienisch und Latein gibt.

          • Wrightflyer
            08.09.2016, 19:54 Uhr.

            „Aha, Integration und Assimilation sind Ihnen unbekannt. Klar, Multikulti heißt das Zauberwort.“
            Bleibt die Tatsache bestehen, daß die weißen Einwanderer, egal ob Spanier oder Italiener, NICHTS von Integration und Assimilation in die einheimischen Südamerikanischen Kulturen hielten.

        • Suarez
          08.09.2016, 14:22 Uhr.

          „Ich will das Thema Merkel nicht durchexerzieren, aber die Entscheidung war falsch.“

          Jede und jeder hat in Deutschland das Recht, auch moralisch falsche Äußerungen von sich zu geben. Nur werden Sie nicht richtiger davon.
          Also, @bernardo, hätte die Kanzlerin sehenden Auges und mit vollem Wissen die Syrer in Ungarn in katastrophalsten Bedingungen umkommen lassen sollen? Zum Amtseid der Kanzlerin gehört auch die Wahrung des Grundgesetzes. Und zu diesem die Wahrung der Menschenwürde. Und zwar nicht nur der Menschenwürde der Deutschen, sondern sogar der Italiener. Oder Syrer. Oder derer, um deren Not man weiß und denen man ohne größere Probleme helfen kann.

          • Alberto Knox
            09.09.2016, 19:57 Uhr.

            gut und absolut treffend argumentiert!

      • Wanda
        05.09.2016, 23:09 Uhr.

        Immer diese Halbwahrheiten:
        – vollkommen abwegig, das mit den illegalen Einwanderern Argentiniens: es gab überhaupt keinen Staat oder ein auch nur annähernd so zu nennnendes Gebilde, welches um Erlaubnis hätte gefragt werden können. Es existierten lediglich Stammes- und Clan-Strukturen und auch die nur äusserst dürftig, gemessen an den andinischen und mesoamerikanischen Hochkulturen.
        Dass die Europäer diese ethnischen Gruppen in dem nur sehr dünn bevölkerten Gebiet (Sie vergessen übrigens Paraguay und Uruguay) nicht fragten, ist eine andere Sache.
        Und da Sie nur norditalienische Einwanderer erwähnen: wieso wird eigentlich in Argentinien spanisch gesprochen ? Wollen Sie etwa die spanischblütigen Einwanderer unterschlagen, von denen z.B. ein ganz massgeblicher Teil aus Galicien und der Estremadura stammte ?

        • Wrightflyer
          07.09.2016, 9:22 Uhr.

          „vollkommen abwegig, das mit den illegalen Einwanderern Argentiniens: es gab überhaupt keinen Staat oder ein auch nur annähernd so zu nennnendes Gebilde, welches um Erlaubnis hätte gefragt werden können.“
          Es gab durchaus Menschen die verdammt viel dagegen hatten, daß sie versklavt wurden und ihnen ihr Land genommen wurde!!
          Indios sind doch nicht alles kleine zurückgebliebenen Kinder! Genau wie Europäer sind die Indios auch Erwachsene die sehr wohl die Frage beantworten können ob man in ihrer Nachbarschaft siedeln DARF oder nicht!
          Wenn man ohne Erlaubnis der anerkannten Stammesautoritäten auf Indioterritorium siedelt, ist das illegal!

        • Wrightflyer
          07.09.2016, 9:25 Uhr.

          „Und da Sie nur norditalienische Einwanderer erwähnen: wieso wird eigentlich in Argentinien spanisch gesprochen ?“
          Ich habe da bernardos Aufzählung wiederholt, der hatte es lediglich von den italienischen Einwanderern.
          Übrigens stimmt es meiner Erinnerung nach, daß im Großraum Buenos Aires die Mehrheit italienische Verfahren hat. Das Landesinnere, Córdoba, da wo ich damals hauptsächlich war, ist wesentlich spanischer geprägt. Was auch einen kulturellen Bruch innerhalb der weißen argentinischen Gesellschaft bedeutet. Nicht umsonst nennt sich die große Tageszeitung von Córdoba „Die Stimme des Landesinneren“ (La voz del interior).

    • Wanda
      06.09.2016, 0:16 Uhr.

      Wollte eigentlich nicht auf die Asyl- und Flüchtlingsproblematik eingehen, die uns Frau Merkel mit ihrem Alleingang in der EU beschert hat. Bevorzuge für mich das Wort Ankömmlinge, denn viele von denen sind weder Flüchtlinge noch asylberechtigt. Das aber nur nebenbei.
      Nehmen wir zwei ARD-Meldungen von heute:
      – 2,5 Mio Kinder in Deutschland leben in Armut. Besserung nicht in Sicht…
      – Zahl der Asylbewerber 2015 stark gestiegen. Kosten: fast 5,3 Mrd Euro…
      Nachfragen bitte an die Kanzlerin.
      P.S. Altersarmut in DEU wurde von der ARD nicht erwähnt…

    • Wrightflyer
      07.09.2016, 9:58 Uhr.

      Und zum Thema ob Ratzinger schwul ist oder nicht:
      Statistisch gesheen müsste mindestens ein Papst schwul gewesen sein. Und ja, während Franziskus eindeutig männlich wirkt und am Thema Frauen auch sehr interessiert ist (ob er dabei alles richtig macht ist eine andere Frage), hat Ratzinger etwas auffallend feminines an sich, ich kann es beim besten Willen nicht leugnen. Und Frauenfragen spielten für ihn wenig bis garkeine Rolle. Die Wahrscheinlichkeit daß er schwul ist, ist in meinen Augen schon deutlich vorhanden.

      ABER:
      Die Art und Weise wie man Ratzinger meint in Schutz nehmen zu müssen beleidigt sehr viele Menschen, nämlich alle tatsächlich homosexuellen!!
      Ich kenne sehr anständige moralisch gefestigte und liebenswerte homosexuelle Menschen!!

      • Silvia
        07.09.2016, 13:14 Uhr.

        Wrightflyer
        07.09.2016, 9:58 Uhr.

        Nicht jeder homosexuelle Mann wirkt feminin und ist ein Frauenfeind.

        Es gibt auch homosexuelle Männer, die ausgesprochen männlich wirken und gut mit Frauen können.

        Und es gibt auch heterosexuelle Männer, die ein wenig feminin wirken, in meiner Jugendzeit nannte man die Softies und die waren bei den Frauen damals begehrt, weil wir die Nase voll hatten von Machos (ich bin Jahrgang 1951).

        Wir jungen Frauen damals fingen an, uns zu emanzipieren und dabei Qualitäten zu entwickeln, die bisher als typisch männlich galten.

        Also bitte keine neuen Vorurteile schüren.

        • Wrightflyer
          08.09.2016, 19:50 Uhr.

          „Nicht jeder homosexuelle Mann wirkt feminin und ist ein Frauenfeind.“
          Habe ich ja auch nicht behauptet!

          • neuhamsterdam
            09.09.2016, 14:09 Uhr.

            Die „Vermutung“ von Ratzingers „möglicherweisen“ Homosexualität folgt doch den merkantilen Gesetzen der Aufmerksamkeitserregung. Wenn es stimmen sollte, dann hat man es eh schon immer gewußt und wenn es nicht stimmen sollte, dann hat man nur gemeint. Und meinen wird man doch noch sagen dürfen.
            Wobei die Frage einer Neigung eines Menschen abseits des Schlagzeilenblickfangs ohne eindeutige Äußerung des Ferndiagnostizierten (sofern diese auch stimmt, wieder ein Unsicherheitsmoment) erst gar nicht zu Entscheidung kommt.
            Eine sehr komfortable Position des „Vermutens“, denn die unterhaltende Wirkung bleibt nicht aus. Die Verkaufszahlen der Presse (und entscheidend deren Anzeigenwert) lassen dauf schließen, daß die Leute eine solche Form des Infotainments in Abwägung mit der damit mitbestellten Werbefläche gerne konsumieren. Vom Verstand her wird zwar gesagt, man WISSE, daß man unterhalten wird und die Möglichkeit besteht, daß es nur auf Vermutungen basierende Behauptungen und Geschichten sind, ABER (abgesehen davon, daß man jede Antwort aus einem Menschen herausfragen kann), entsteht eine Vorstellung von der Welt, die real wirkt und wiederum sich in Umfrageergebnissen niederschlägt. Somit entsteht ein „natürlicher“ Vorgang: Auf dem Weg des Bedürfnisses von Unterhaltung wird dem Konsumenten die Interessen von Interessengruppen nahegebracht. Die Gehirnforschung wird das bestätigen können. Dazu muß es gar nicht einen schwulen Papst haben (eine (in)offizielle Bestätigung wäre sogar kontraproduktiv, weil es dann keine Unterhaltung mehr wäre) es reicht die Vermutung und eines ist noch wichtig: Es muß einen allgemein bekannten Anknüpfungspunkt geben um den Konsumenten der Geschichte sich bestätigt zu fühlen. Seht ihr, erst Homolobby jetzt selber… aber nix genaues weiß man nicht, man wird doch noch Meinungen platzieren dürfen. Und immer an Interessen der Kunden denken, die bringen schließlich das Geld, man ist doch kein Sozialverein! (Das wird man doch noch offziell anders formulieren dürfen.)
            Es ist somit vergebene Mühe, die Grundlage einer solchen (in sich widersprüchlichen) Behauptung wissen zu wollen, weil einerseits vorausgesetzt wird, daß Homosexualität es als Normalität gar nicht verdiene, besonders herausgehoben zu werden und trotzdem wird eine Vermutung in die Welt gesetzt, die auf Äußerlichkeiten basiert. Also was nun? Man läßt sich gerne als verstandesmäßig und weltoffen und aufgeklärt feiern (wir sind doch nur allzugerne modern) und dann muß man im modernsten aller Medien mit dem Ruf der allerrichtigsten und unmittelbarsten Wahrheitsreports (make die riipooot sexier) auf Aufmerksamkeitsgenerierung getrimmte „Normalitäten“vermutungen erleiden.
            Ratzinger sieht aus wie ein Papst, er redet theologisch, er ist zurückhaltend und trotzdem würden sich die Vermuter hüten, zu insinuieren, uiuiuiui, er wäre… Eben, nix genaues weiß man nicht.

          • Alberto Knox
            09.09.2016, 19:56 Uhr.

            ich auch nicht. es geht auch nicht um femininität, sondern unterdrückte homosexualität, die sich anderweitig phänomenologisch die bahn bricht.

  • Wrightflyer
    07.09.2016, 9:39 Uhr.

    @bernardo @Wanda:

    Ich bin weiß Gott kein Fan von Angela Merkel. Ich verurteile TTIP und CETA aufs Schärfste, sowie ihre Kriecherei und Buckelei vor Erdogan.
    Daß die Gesellschaft unter Merkel immer brachialkapitalistischer wurde, immer grober und unsozialer, weiß ich selbst! Und die Agenda 2010 von ihrem Vorgänger ist ein Verbrechen!

    ABER:
    Ich hatte letzten Herbst interessante und anstrengende Zeiten. Gerade erst wenige Wochen im neuen Job musste ich meinen Chefs vor Ort (beide aus dem nahen europäischen Ausland) beibringen daß ich mal dringend ab und zu zu THW-Einsätzen müsste. Und ich habe dann noch mal eben von einer schweren Bronchitis auferstanden die langen Einsätze als wir die Flüchtlingsunterkünfte bis spät in die Nacht aufgebaut haben durchgestanden. Im Winter habe ich dann noch in der Kleiderkammer ausgeholfen, ich nehme das wohl nächste Woche wieder auf, ich warte nurnoch auf eine Durchsage von meiner Firma ob ich wieder meine Sachen packe oder nicht.
    Ich habe geflucht als ich noch zur Arbeit pendeln musste und die Straßenbahnen abends regelmäßig voller Flüchtlinge waren so daß da kein Platz mehr drin war.
    Wieviel hatten SIE schon mit Flüchtlingen zu tun?
    JA, ich stehe noch immer hinter Merkels Entscheidung in Sachen Flüchtlingen, denn ich habe da vor allem eines gesehen: MENSCHEN!!

    Es sind keine grünen Marsmännchen, es sind Menschen, genau wie unsere Obdachlosen, unsere verarmten Rentner, unsere Kinder aus Hartz-IV-Familien!
    Es ist hochgradig perfide, die eine Gruppe Arme gegen die andere Gruppe auszuspielen! Das ist „teile und herrsche“, damit die Notleidenden aufeinander rumhacken und die Reichen in Ruhe die Korken knallen lassen können!

    Angeblich explodieren seit 20 Jahren die Unternehmensgewinne. Die Reallöhne bleiben aber nahezu gleich und die Armut steigt.
    Waxs hier falsch läuft ist nicht die Flüchtlingspolitik, was falsch läuft sind ganz andere Sachen!!

    • Wanda
      07.09.2016, 15:10 Uhr.

      Sie vergessen, dass ich selbst Migrant bin. Allerdings verhalte ich mich auch dementsprechend, d.h. ich bin dem Land das mich aufgenommen hat dankbar, falle ihm nicht zur Last, akzeptiere seine Sitten und Gebräuche und vor allem auch all die Hürden zur Aufenthaltsberechtigung (die man sich in DEU überhaupt nicht vorstellen kann) als absolut gerechtfertigt. Denn jedes Land hat das Recht zu bestimmen, wen man aufnimmt und wie man das kanalisiert. Und diese Regeln sind hier rigoros. Eine soziale Belastung für die Einheimischen wird ausgeschlossen und das ist gut so ! Damit gibt es auch keine sozialen Querelen und Neid…
      Wenn ich als Ankömmling dazu nicht bereit bin, zurück dorthin wo ich hergekommen bin. So einfach ist das oder könnte es sein…
      P.S. dass ich die Sprache erlernte war selbstverständlich, angebotene Kurse behördlicherseits wie in DEU Fehlanzeige. Hier eine Bringschuld wie die ganze Integration. Wird hier kompromisslos eingefordert bis man nach 5 Jahren regelmässiger Vorstellung und Erfüllung der Bestimmungen endlich den entsprechenden Status der ständigen Aufenthaltsgenehmigung erhält. Und dieser kann bei nicht-Wohlverhalten sofort wieder aberkannt werden.
      Einfach vorbildlich, davon könnte Deutschland lernen…

      • Wrightflyer
        08.09.2016, 19:41 Uhr.

        Wenn man Rente aus der Heimat bekommt oder sonstwie materiell gesichert ist, ist es natürlich völlig korrekt, all diese Dinge von einem Einwanderer zu verlangen.
        Niemand möchte daß jemand der einheimischen Sozialkasse zur Last fällt obwohl er Rente aus dem Heimatland bezieht!

        Wir reden hier aber von FLÜCHTLINGEN.
        Menschen die oft nurnoch die Klamotten am Leib und ihr Handy besitzen. Die hierher kommen entweder um ihr nacktes Leben zu retten vor Krieg oder Verfolgung oder weil es daheim keine Möglichkeit mehr gibt entweder von einer bezahlten Arbeit oder vom eigenen Stück Land zu leben oder wenigstens vom Staat das absolute Lebensminimum finanziert zu bekommen, wie hier.

        Natürlich würde ich hier keinem saudischen Austauschstudenten BAFöG zahlen.
        Wir reden hier aber von Menschen die, wenn sie Geld dabeihaben, mal eben ihre letzten Ersparnisse mitbringen. Die furchtbares hinter sich haben und einer fremden Behörde in einem Land dessen Sprache sie nicht sprechen (und die wenigsten bringen deutschsprachige Ehepartner mit) ausgeliefert sind. Sie leben die erste Zeit in Massenunterkünften und vertragen teilweise unser Essen nicht.
        Kurz: Wir reden hier von Situationen wo hochtrabende Vorträge was diese Menschen alles an Bringschuld hätten meistens fehl am Platz sind.

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