Franziskus und die Synodalität

Nach der Synode ist vor der Synode. Normalerweise findet etwa alle drei Jahre eine ordentliche Bischofssynode statt. Demnach wäre Oktober 2018 der nächste Termin. Doch im Pontifikat eines Papstes, der die Synodalität stärken möchte, klingt das nach einer Ewigkeit. Noch ist nicht klar, ob Franziskus einen neuen „synodalen Prozess“ anstoßen wird, vergleichbar mit dem zu „Ehe und Familie“. Der begann im Oktober 2013 mit einer Umfrage und endete vor wenigen Tagen mit dem nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia. Zwei Tage lang hat er in dieser Woche mit dem Synodenrat beraten, über mögliche Themen und Reformen der Struktur der Bischofssynode. Worum es genau ging, teilte der Vatikan nicht mit. Wie üblich war das offizielle Kommuniqué des Presseamts dünn.

Eine Synode kann anstrengend sein. Papst Franziskus im Oktober 2014 während der Außerordentlichen Synode zu Ehe und Familie. (Quelle: ap)

Eine Synode kann anstrengend sein. Papst Franziskus im Oktober 2014 während der Außerordentlichen Bischofssynode zu Ehe und Familie. (Quelle: ap)

Worum geht es beim nächsten Mal?

Was wird das Thema der nächsten Synode sein? Das ist noch offen. Ein bunter Blumenstrauß an Vorschlägen war zuletzt in Rom zu hören: Jugend, Synodalität, Priesterausbildung oder gar Priesteramt ganz allgemein. Eines wird aus der Vatikanerklärung klar: Es wurden im Vorfeld des Treffens die vatikanischen Dikasterien, die Bischofskonferenzen, die orientalischen katholischen Kirchen sowie die Ordensoberenkonferenz konsultiert. Von früheren Synoden ist das so öffentlich nicht bekannt. Die Ergebnisse hat jetzt der Synodenrat „breit“ diskutiert. Am Ende wollte man dem Papst drei Themen vorlegen, aus denen er dann eines auswählt. Gebunden ist er daran natürlich nicht. Allerdings würde er sein eigenes Anliegen ad absurdum führen, wenn er dann ein völlig neues Thema aus dem Hut zaubern würde.

Zweites großes Thema beim Treffen des Synodenrats war die Reform des Instruments „Bischofssynode“. Dazu gab es im Februar ein Expertentreffen, das hinter verschlossenen Türen stattfand. Es geht zum einen um strukturelle Reformen der Bischofssynode. Dazu zählt etwa die Frage, welche Rolle die Vertreter der Kurie bei den Beratungen spielen. Vor einiger Zeit wurde beispielsweise diskutiert, ob sie bei den Synoden nur noch beratende Funktion haben sollten, aber kein Stimmrecht; oder vielleicht ein Stimmrecht nur für die Kurienvertreter, deren Dikasterium vom Thema betroffen ist. Eine andere Frage war, wie man die Zahl der Kurienvertreter im Synodenrat begrenzen kann. Franziskus sieht die Synode als ein Beratungsgremium des Weltepiskopats. Die Kurie ist ein anderer Bereich. Das soll sich auch in der Zusammensetzung des Synodenrats ausdrücken. Derzeit sind vier Kuriale im Synodenrat. Das Reglement sieht vor, dass das Plenum der Bischofssynode für jeden Kontinent drei Vertreter wählt (Afrika, Asien/Ozeanien, Amerika, Europa). Zusätzlich beruft der Papst drei Mitglieder. Es liegt also eigentlich an der Synode selbst, wie viele Kuriale sie in den Rat wählt. Doch der Papst und seine engsten Berater sehen da Regelungsbedarf. Der Synodenrat ist das Gremium, das zwischen den großen Treffen der Bischofssynoden den Papst zu Themen und Struktur der Bischofssynoden berät. Früher hat er auch an der Ausarbeitung des nachsynodalen Schreibens mitgewirkt. Das ist unter Franziskus nicht mehr so.

Verhältnis von Kollegialität und Synodalität

Ein anderes Thema des Expertentreffens vom Februar war die Frage, wie sich Synodalität und Kollegialität zueinander verhalten. Denn, so erklärte der Sekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, die beiden Dinge seien nicht synonym zu verstehen. Sie seien zwar engstens aufeinander bezogen; doch müssten sie unterschieden werden. Kollegialität bezieht sich demnach auf die Autorität der Bischöfe, die diese „sub et cum Petro“ (mit und unter dem Papst) ausübten. Synodalität hingegen beziehe das ganze Volk Gottes mit ein und zwar nicht nur als passives Objekt, sondern als aktives gemäß der jeweiligen „Funktionen, Charismen und Ämter“. Synodalität entwickle sich aus einem „zirkulierenden Weg“, der von unten nach oben und von oben nach unten verlaufe. Es sei ein Konzept, das die Kirche als einen lebendigen Organismus sehe, der sich auf verschiedenen Ebenen bewege, ohne dass diese gegeneinander abgeschottet seien. Es gehe um eine Kirche, die sich in einer „affektiven Gemeinschaft“ realisiere, die sich weder nur mit der Spitze noch nur mit der Basis identifiziere.

Was sich im synodalen Prozess zu Ehe und Familie angedeutet hat, soll nun ausgebaut und institutionalisiert werden. Mit Blick auf die nächste Synode wird daher nicht nur das Thema spannend. Auch das Prozedere wird interessant. Franziskus war übrigens die meiste Zeit beim Treffen des Synodenrats dabei und hat damit große Teile der Diskussion mitbekommen – und damit auch das Für und Wider bestimmter Themen, aber auch strukturelle Veränderungen betreffend. Am Ende muss und wird er dann entscheiden.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.

32 Kommentare

  • Alberto Knox
    21.04.2016, 19:10 Uhr.

    „Synodalität hingegen beziehe das ganze Volk Gottes mit ein und zwar nicht nur als passives Objekt, sondern als aktives gemäß der jeweiligen „Funktionen, Charismen und Ämter“.“

    damit sprengt baldisseri sehr eindeutig das enggeführte synodalverständnis von trient bis zum ii. vaticanum auf – in diesem engen verständnis war ja nicht mehr erklärbar, in welcher funktion und warum ordensobere ohne bischofsweihe überhaupt mitdiskutieren und -abstimmen durften.
    das klingt vielversprechend. jugend und christentum wäre ein wichtiges thema. ob man sich darantraut, endlich den zölibat zu beerdigen, um den gemeinden auch ihr sonntägliches recht auf die eucharistiefeier zukommen lassen? ich bin skeptisch. aber geschiedene wiederverheiratete dürfen ja auch zur kommunion – und ich habe mich in den zeiten des theologischen betonstalinismus unter b16 selbst einen träumer genannt, wenn ich dies erhoffte (wie auch die seligsprechung von romero oder paul vi.).

  • Silvia
    21.04.2016, 21:24 Uhr.

    Wird wohl dann wieder eine Fragebogenaktion für die Gläubigen geben. Im Prinzip richig, sofern dann was mit Hand und Fuß dabei raus kommt.

    Der Aufwand für die zweiteilige Bischofssynode scheint mir im Verhältnis zm Ergebnis zu hoch gewesen zu sein.

    Vor allem sollte das Ergebnis einer Synode für Klarheit zum jeweiligen Thema sorgen und nicht Verwirrung und innerkirchlichen Streit noch vergrößern.

    • Wrightflyer
      25.04.2016, 23:04 Uhr.

      Mit anderen Worten:
      Die Leute sollen auf dem Fragebogen nur ankreuzen dürfen, ob sie die päpstlichen Vorgaben verstanden haben und daß (nicht ob!) sie gehorsam sind und den päpstlichen Vorgaben folgen?

      • Silvia
        26.04.2016, 19:58 Uhr.

        Nee, SO habe ich das garantiert nicht gemeint!

  • Student
    21.04.2016, 22:24 Uhr.

    Ist denn sowas aber nicht viel zu riskant!?
    Damit könnte auf lange Sicht die Einheit der Kirche gefährdet werden! Diese ist ja sowieso in letzter Zeit wieder sehr gespannt…
    So viel Unzufriedenheit gab es schon lange nicht mehr in einem Pontifikat.
    Die Progressiven sind ja eh immer mies drauf, Franziskus kann ihnen ja nicht schnell genug alles über Bord werfen!
    Das in diesem Pontifikat aber auch die Christen nicht zufrieden sind, die eher traditionsbewusst sind und so…die „bösen“ Konservativen also, dass ist doch schon sehr erstaunlich! Es ist vielleicht eine nicht beabsichtigte Folge dieses Pontifikats, dass zwischen diesen „Gruppen“ die Gräben größer werden…
    Das Franziskus mit seiner Amtsführung vielen vor den Kopf stößt, trägt auch nicht dazu bei, dass eine wahre innerkirchliche Einheit entstehen kann…
    Insgesamt bin ich sehr enttäuscht von Papst Franziskus, ja, er gibt viele wichtige Impulse für diese Zeit, aber allgemein macht er mich ziemlich traurig, es ist ja schon traurig, dass man sich als Christ nicht mehr richtig am Papst orientieren kann, weil man ihn in vielen Punkten kritisiert…
    Nun aber zurück zur Synode.
    Das weltweite Episkopat ist doch kein Debattierclub?! In der Kirche sollte doch Harmonie herrschen, dazu wird doch im Neuen Testament gemahnt!
    Die viele Zeit, die die Bischöfe auf der Synode verbringen, geht ihnen in der Diözese verloren!
    Wenn auf diesen Synoden immer nur gestritten wird, dann bricht eines Tages die Kirche auseinander!
    Warum sollen weiterhin nicht alle Bischöfe und Kardinäle die ein Dikasterium der Kurie leiten an einer Synode teilnehmen dürfen?
    Sie kommen doch auch aus aller Welt, haben Erfahrung und können diese mit Weisheit einbringen.
    Oder soll auf diesem Wege unbequemen (weil „konservative“) Prälaten die Teilnahme an einer Synode von vornherein verwehrt sein?!
    Zum Thema der nächsten Synode habe ich nur meine kleine eigene Meinung zu sagen:
    Es soll bitte über die Jugend gesprochen werden!
    Diese jungen Menschen sind teilweise so leer!
    Sie nehmen Drogen und verfallen anderen Süchten (Computer, Konsum) um die leere in sich selbst zu füllen!
    Aber es kann doch nur Christus ein Herz mit Liebe ausstatten! Viel zu viel Egoismus breitet sich aus, nicht nur im westlichen Europa! Gerade weil viele, zu viele, Christus und seine Botschaft nicht kennen! Darüber müssen die Bischöfe reden!

    • Wrightflyer
      25.04.2016, 23:19 Uhr.

      Die Spaltungen gab es in der rk-Kirche schon lange! Nur kommen sie jetzt eben ehrlich zum Vorschein!
      Ein unehrliches verlogenes Einigkeitsgetue, während untendrunter Verbitterungen und Verletzungen herrschen, kann einer Kirche niemals guttun!

      Daß eine Glaubenskongregation dafür gesorgt hat, daß alle Amtsträger im Sinn der vatikanischen Sicht der Dinge spuren und ja nichts kontroverses sagen, hat weder die Gottesdienste voller gemacht noch das rk-Glaubensleben irgendwie intensiviert!

      „Insgesamt bin ich sehr enttäuscht von Papst Franziskus, ja, er gibt viele wichtige Impulse für diese Zeit, aber allgemein macht er mich ziemlich traurig, es ist ja schon traurig, dass man sich als Christ nicht mehr richtig am Papst orientieren kann, weil man ihn in vielen Punkten kritisiert…“
      Sind Christen alles Kleinkinder?? Müssen Christen immer auf einen Erwachsenen warten der ihnen sagt was sie zu tun und zu lassen haben??
      An JESUS hat sich ein Christ zu orientieren!! Der Papst ist nicht Jesus, der Papst ist ein Bischof!

      Das Thema Jugend wäre tatsächlich ein interessantes Thema für die nächste Synode, ich halte es für sehr wichtig.
      Wir haben in der ak-Kirche dieses Jahr auch Synode, da habe ich die Jugendarbeit als Thema vorgeschlagen, da ist noch kräftig Luft nach oben.
      Die anderen Themenvorschläge wären aber ebenfalls wichtig.

  • Wrightflyer
    21.04.2016, 22:25 Uhr.

    Das was ich an Franziskus nicht ausstehen kann ist, wenn er mal wieder einen auf schwangere Auster macht. Irgendwas ist drin, aber man kriegt ihn nicht auf…
    „Noch ist nicht klar, ob Franziskus einen neuen „synodalen Prozess“ anstoßen wird, vergleichbar mit dem zu „Ehe und Familie“.“
    Ich denke daß er das wird, so wie ich ihn bislang einschätze, daß ihm das Thema Synodalität sehr am Herzen liegt. Aber er wird es nicht mehr genauso machen, also er wird schon irgendetwas anderst machen, da er sich ja auch sehr geärgert hat, wie sich in der Öffentlichkeit plötzlich alles auf das Thema WvG fokussiert hat, obwohl es noch viele andere ebenfalls sehr wichtige Themen gab.

    „Allerdings würde er sein eigenes Anliegen ad absurdum führen, wenn er dann ein völlig neues Thema aus dem Hut zaubern würde.“
    Ja, würde er. Genauso ist es.
    Deswegen finde ich es ja auch sehr gut daß er in Amoris Laetitia nicht über den Rahmen dessen was die Synode beschlossen hat, hinausgegangen ist. Auch wenn ich persönlich so 2-3 Punkte anderst sehe.

    Was meiner Ansicht nach dringend geändert werden müsste:
    Es müsste auch Stimmrecht für Laienvertreter geben.

    „Synodalität hingegen beziehe das ganze Volk Gottes mit ein und zwar nicht nur als passives Objekt, sondern als aktives gemäß der jeweiligen „Funktionen, Charismen und Ämter“.“
    Korrekt! Völlig korrekt!
    Ey, gehen jetzt etwa die Träume für die ich 2010 ak wurde, etwa noch zu meinen Lebzeiten in der rk-Kirche in Erfüllung??

    „Eine Synode kann anstrengend sein. Papst Franziskus im Oktober 2014 während der Außerordentlichen Bischofssynode zu Ehe und Familie. (Quelle: ap)“
    …und übrigens eine volle Wasserflasche und ein umgedrehtes also nicht benutztes Glas.
    Das Problem vieler alter Leute, zu wenig Durst zu haben??

    • Alberto Knox
      23.04.2016, 15:43 Uhr.

      „Ist denn sowas aber nicht viel zu riskant!?“

      das ist die frage derer, die dem hl. geist nicht trauen.

      • Wrightflyer
        25.04.2016, 23:00 Uhr.

        Häh?? Meinen Sie mich damit??

        • Suarez
          26.04.2016, 22:38 Uhr.

          Sieht man das nicht durch Zitat, dass wohl @student gemeint ist?!? So hätte ich Alberto Knox zumindest gelesen.

          • Albert Knox
            27.04.2016, 10:32 Uhr.

            genauso hab ich’s gemeint.

  • Silberdistel
    22.04.2016, 8:51 Uhr.

    Wenn sich im Inneren eine gewisse Orientierungslosigkeit breit zu machen droht, so kann der Fokus auch nach Außen gerichtet werden, was in der Politik ein recht probates Mittel der Mächtigen war und ist. „Amoris laetitia“ muß ja auch erstmal verdaut werden. Bzw. herausgefunden werden, wie die annähernd 200 Seiten päpstliche Vision der Praxis zugeführt werden könnten. Denn da scheint nur eines klar, das noch vieles im Trüben liegt.

    Franziskus sollte seine auch nicht unendliche Schaffenskraft lieber weiter auf die globale Ökumene richten, sowie der Institutionalisierung der UNdR (UNderReligionen). An die diesbezüglichen bemerkenswerten Erfolge seines Pontifikats anknüpfen und „Amoris laetitia“ der geruhsamen katholischen Kontemplation überlassen.

    • Wrightflyer
      25.04.2016, 22:57 Uhr.

      Ich meine damit ganz ausdrücklich nicht Sie persönlich, @silberdistel, ist nur eine allgemeine Bemerkung:

      Von Franziskus erst Dinge zu erwarten die gegen das Gewissen von Teilen der rk-Kirche wären, z.B. gegen das vieler afrikanischer Christen die Mühe haben, generell erstmal sowas wie richtige verantwortungsvolle und treue Ehen in ihrer Heimat einzuführen, und dann hysterisch keifen wenn Franziskus nicht alle Wünsche erfüllt hat und irgendetwas zusammenfaseln das schon lange nicht mehr die Realität der rk-Kirche ist, ist eher nicht die Lösung…

  • JasJu
    22.04.2016, 12:01 Uhr.

    Dergleichen Ankündigungen und Vorbereitungen sind heutzutage in der Kirche nur Spielereien. Bergoglio wird weiter autokratisch regieren, ob nun Bischöfe zusammentreten oder nicht. Glaubenstreue Kirchenführer werden weiter muntot gemacht und marginalisiert werden. Nach der schweren Beschädigung der Sakramente Beichte,Ehe und Eucharistie wird Bergoglio die nächsten Säulen des Glaubens ins Visier nehmen. Der Schaden, den er schon jetzt angerichtet hat, ist so ungeheuerlich, daß nur ein Papst von der Statur eines hlg. JP II oder Benedikt XVI. die Scherben nach Bergoglio wieder zusammenkitten werden kann – mit energischer Hilfe des Heiligen Geistes.

    • Silberdistel
      23.04.2016, 11:05 Uhr.

      JasJu
      22.04. 12:01 h

      Für Sie ist das immer noch Papst Franziskus und nicht ´Bergoglio´. Sie wissen, das Sie als guter Katholik Ihrem Papst Loyalität schuldig sind?

      • Wrightflyer
        25.04.2016, 22:32 Uhr.

        Ich nenne alle Päpste bis auf Franziskus auch nach ihrem bürgerlichen Namen, habe das schon getan als ich noch rk war. Bei Franziskus mache ich eine Ausnahme von der Regel, da er wirklich etwas besonderes ist. Und wissen Sie was? Schon meine sehr konservative, stramm römisch-katholische und papsttreue Großmutter hat die Päpste immer nach ihrem bürgerlichen Namen genannt. Auch Wojtywa, den sie sehr verehrt hat, auch Pacelli, den sie durchaus positiv gesehen hat.

    • Alberto Knox
      23.04.2016, 15:45 Uhr.

      man sollte nicht vergessen, dass 2/3 – also eine qualifizierte mehrheit – dem den weg bereitet haben, was papst franziskus (und so heißt er immer noch für katholiken und nicht einfach bergoglio) verabschiedet hat. das kann man nun eben nicht „autokratisch“ nennen… das ist nicht nur eine maior, sondern auch eine sanior pars.

      • Wanda
        25.04.2016, 17:32 Uhr.

        – er heisst von Beginn an Jorge Mario Bergoglio und nennt sich nur Franziskus, eine Wunschvorstellung von ihm, mehr nicht…
        Ob er dann später im Paradies von seinem Chef als ursprünglich Jorge Mario oder Franziskus angesprochen wird, wer weiss ?

    • Wrightflyer
      25.04.2016, 22:48 Uhr.

      […]*
      Franziskus hat NIRGENDS in Amoris Laetitia irgendetwas festgelegt, das im Widerspruch zur vergangenen Synode steht. Und am Ende dieser Synode haben 2/3 der Bischöfe einem anderen Umgang mit gewissen Themen zugestimmt.

      Niemand hat ein Recht darauf zu verlangen, daß eine kleine Gruppe von sehr konservativen Personen die sich selbst für etwas besseres hält, die gesamte rk-Kirche beherrscht. Oder irgendeine Kirche, also irgendeinen Teil des Gottesvolkes.
      *editiert wegen des Verstoßes gegen die Netiquette

  • Silvia
    23.04.2016, 11:40 Uhr.

    Interessant: Egal, ob man sich persönlich eher als konservativ oder liberal verortet, in einem scheinen wir uns, bis auf Ausnahmen, ziemlich einig zu sein, nämlich, dass Franziskus die innerkirchlichen Gräben immer weiter vertieft und immer mehr Verwirrung und Streit schafft.

    Und dass das ein großer Schaden für die Kirche ist.

    Ich bin heute schon gespannt, was für einen Menschentyp man im nächsten Konklave als Papst wählen wird.

    Aber so oder so, der Nachfolger wird es schwer haben, das Chaos aufzuräumen.

    Ich muss gestehen, dass mich die nächste Synode nicht mehr sonderlich interessiert.

    Mal ein polemisches Beispiel:

    Angenommen, der Pflichtzölibat der Priester würde zur Diskussion stehen, welches Ergebnis wäre dann zu erwarten?

    Vielleicht so: Der Zölibat ist heilig und wird NIEMALS abgeschafft werden, er ist ein erstrebenswertes Ideal.

    Leider, leider schaffen es aber nur Wenige, lebenslang dieses Ideal zu leben. Wir wissen, dass viele Priester im heimlichen Konkubinat leben. Diese Heimlichkeiten schaden der Kirche.

    Lasst uns also in Zukunft ehrlich sein und das Konkubinat vieler Priester als eine Lebenswirklichkeit in der Kirche anerkennen und wertschätzen. Wo immer es möglich ist, sollten sie mit ihren Frauen und eventuellen Kindern ganz offen zusammen im Pfarrhaus leben dürfen.

    Auch eine standesamtliche Heirat für Priester wäre in Betracht zu ziehen.

    Eine SAKRAMENTALE Eheschließung NACH der Priesterweihe schließen wir aber bis in alle Ewigkeit aus, weil wir den Pflichtzölibat an sich niemals abschaffen werden.

    • Wanda
      23.04.2016, 18:54 Uhr.

      – aha, der Zölibat ein erstrebenswertes Ideal ?
      Dann muss der Schöpfer doch irgendwas falsch gemacht haben mit seiner Planverwirklichung, d.h. der Erschaffung von Frau UND Mann…
      Wieso ist IHM und SEINER Weisheit denn nicht eingefallen, dieses „erstrebenswerte Ideal“ gleich als gegeben zu schaffen ? Da muss nun also erst das unvollkommene Geschöpf Mensch in Gestalt der Priester seinen Gott aufklären, dass dieser mit den von IHM geschaffene Voraussetzungen und natürlichen Gegebenheiten (nämlich Männlein UND Weiblein) eigentlich daneben lag bzw. diese Kombination gar nicht ideal ist ?
      Starker Tobak, wenn nicht gar eine Majestätsbeleidigung…

      • Silvia
        24.04.2016, 11:24 Uhr.

        Wanda
        23.04.2016, 18:54 Uhr.

        ich schrieb doch, dass es sich um einen POLEMISCHEN Beitrag meinerseits handelt. Das war also so was wie schwarzer Humor und nicht ernst gemeint von mir.

        • Wanda
          27.04.2016, 0:59 Uhr.

          Silvia 13:51
          – genauso habe ich ihn verstanden und den Ball denn auch aufgefangen…

      • Wrightflyer
        25.04.2016, 21:36 Uhr.

        Das geht noch auf diesen griechischen Einfluss zurück, der LEIDER!!! ins Christentum gerutscht ist.
        Es gab damals diese philosophischen Strömungen die alles Körperliche als pfui! betrachtet haben. Gerade die Sexualität. Dieses antike Griechenland war teilweise schon merkwürdig: Einerseits diese öffentlichen Nackedeistatuen, andererseits teilweise ein Misstrauen gegen Frauen wie heutzutage bei den Wahabiten.

        Daß diese verkrampfte Sexualmoral die sich früh im Christentum entwickelt hatte, und wo man die Jungfräulichkeit in den Himmel gelobt hat, über viele Jahrhunderte unermesslichen Schaden angerichtet hat, wissen wir.
        Es geht meiner Ansicht nach bei allen Reformbemühungen in der rk-Kirche als erstes nicht darum, die rk-Kirche der heutigen Zeit anzupassen, sondern erstmal schlechte Zeitgeister vergangener Jahrhunderte zwischen Jesu Auferstehung und dem 2. Vatikanum loszuwerden.

        Das einzige was für das Zölibat in der rk-Kirche sprechen würde, ist meiner Ansicht nach ein rein praktischer Grund, nämlich wie finanzieren sich Priesterfamilien in ärmeren Ländern. Wenn das geklärt ist, kann das wirklich ins Museum wandern. Jedenfalls für Geistliche die keine Ordensleute sind, Ordensleben ist wieder etwas anderes.

        • Wanda
          27.04.2016, 1:20 Uhr.

          Wrightflyer 21:36
          – eine allerdings nur für die Gläubigen freiwillige Kirchensteuer erhöhen…
          Ketzerische Frage: wie hat die „normale“ Geistlichkeit ihre Familien vor dem Zölibat „finanziert“ ?
          Ich meine damit jetzt nicht den historischen Oberen Klerus, die Bischöfe, Kardinäle und Päpste mit ihren (manchmal regelrechten)Familien, Kebsweibern und unehelichen Kindern. Von denen weiss man´s zur Genüge…

      • Wrightflyer
        25.04.2016, 21:51 Uhr.

        […]*
        Was die rk-Geistlichkeit insgesamt vom Zölibat hält, ob sie ihn gern abschaffen würde, ob sie eher Probleme darin sieht, ihn abzuschaffen, muss sie selbst frei sagen und diskutieren können, […]*
        Das Problem ist, daß über viele Jahrzehnte die Geistlichen der rk-Kirche über viele Themen nicht frei ihre Meinung sagen durften. Z.B. nicht über die Frauenordination, auch das Zölibat war so ein Thema, wo ein Priester oder Bischof befürchten müsste, Strafmaßnahmen abzubekommen. Wenn aber jemand nicht seine Meinung sagen darf, was ist dann die Folge davon? Richtig: Man kann nur raten, bzw. aus kleinen Signalen schließen was einer wirklich denkt. Man bekommt das was er sagen SOLL serviert, das was er sagen WILL muss man zwischen den Zeilen lesen.

        Kann man also guten Gewissens sagen daß die ganze rk-Geistlichkeit heute glühend das Zölibat verteidigen würde? Ich halte diese Annahme für ausgesprochen fahrlässig.

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

      • Wrightflyer
        25.04.2016, 22:20 Uhr.

        […]*
        Stimmt zwar alles mit griechischem Einfluss und den Zeitgeistern, aber darum geht es, wie ich jetzt gemerkt habe, garnicht. Es geht eigentlich um allgemeine Abscheu gegen Synodalität.

        *Der Beitrag wurde wegen des Verstoßes gegen die Netiquette editiert.

    • Alberto Knox
      23.04.2016, 20:02 Uhr.

      ich bitte um präzisierung, denn irgendwie ging *s argumentation durcheinander.

      • Silvia
        24.04.2016, 13:51 Uhr.

        Alberto Knox
        23.04.2016, 20:02 Uhr.

        Mein obiger Beitrag war der – offenbar misslungene – Versuch einer Satire auf das Ergebnis der nächsten Synode, FALLS diese sich mit dem Pflichtzölibat beschäftigen sollte.

        Ich habe ja extra darauf hingewiesen, dass dieser Beitrag POLEMISCH gemeint ist. Da ich dachte, dieser Hinweis samt Einleitung sei klar genug, habe ich auf „IRONIE ON““ und „IRONIE OFF“ zur weiteren Kennzeichnung verzichtet.

    • Wrightflyer
      25.04.2016, 22:14 Uhr.

      Um über Synodalität sachlich diskutieren zu können, müsste man vor allem mal verstehen, was es mit Synodalität eigentlich auf sich hat.
      Es geht gerade NICHT darum, ein fertiges päpstliches Dokument vorzulesen und brav dazu zu nicken.

      Es geht darum, gemeinsam die Wahrheit herauszufinden. Der Weg ist nicht immer bequem, man muss sich auch mit Meinungen auseinandersetzen die einem so garnicht in den Kram passen. Nur gibt es eben in der rk-Kirche schon sehr lange sehr viele sehr unterschiedliche Positionen die bislang nicht zu Wort kamen sondern sehr unterdrückt waren und ja, auch Spaltungen, und zwar nicht erst seit Franziskus, sondern schon sehr lange. Diese Spaltungen kann kein Papst heilen wenn er diktatorisch eine Linie durchzieht und alle Abweichler straft. Es gibt Heilige die imstande sind, auch dann noch Liebe und Herzensgüte zu verströmen wenn sie schwer gedemütigt und mundtot gemacht werden, aber das schafft nicht jeder. Die meisten nicht. Die meisten würden sich unter einem diktatorischen, absolutistischen Papst in ihre Wut und Bitterkeit gegenüber der Kirche zurückziehen.

      Wenn die rk-Kirche ihre Wunden heilen will, dann geht das nur über einen wirklichen synodalen Geist.

      Und zum Zölibat:
      Einfach zu behaupten daß die gesamte rk-Geistlichkeit glühend das Zölibat verteidigen würde, ohne weiteren Nachweis, obwohl, wie Sie selbst sagen, nachweislich nicht jeder damit zurechtkommt, ist hochgradig fahrlässig.
      Ob die rk-Geistlichkeit das Zölibat beibehalten will oder nicht, wissen wir nur wenn sie die Gelegenheit hatte, sich freimütig und angstfrei dazu zu äußern und sich auch über ihre unterschiedlichen Positionen auszutauschen. Da gibt es mindestens einen sehr bekannten Bischof, Erwin Kräutler, der es ganz offensichtlich für verzichtbar hält, und er ist bei weitem nicht der einzige.
      Meiner Ansicht nach spricht nur ein praktischer Grund für das Zölibat, weiter nichts, also wenn der Punkt geklärt ist, kann das meiner Ansicht nach abgeschafft werden, aber selbst wenn sich die rk-Geistlichkeit dafür aussprechen würde: Was gibt hier irgendjemandem das Recht, sie in der Hinsicht zu bevormunden?? Die rk-Geistlichkeit soll sich entscheiden dürfen, ob sie das Zölibat beibehalten oder abschaffen will.

      • Wanda
        27.04.2016, 1:09 Uhr.

        Wrightflyer 22:14
        – na sowas: in einer Kirche, die das Ideal der Nächstenliebe predigt, gibt es keine Gelegenheit für die r.k. Geistlichkeit sich freimütig und angstfrei zu äussern ?
        Da besteht aber ein ganz schlimmer Nachholbedarf…

    • Silvia
      26.04.2016, 20:03 Uhr.

      Ironie on:Vielleicht so: Der Zölibat ist heilig und wird NIEMALS abgeschafft werden, er ist ein erstrebenswertes Ideal.
      Leider, leider schaffen es aber nur Wenige, lebenslang dieses Ideal zu leben. Wir wissen, dass viele Priester im heimlichen Konkubinat leben. Diese Heimlichkeiten schaden der Kirche.
      Lasst uns also in Zukunft ehrlich sein und das Konkubinat vieler Priester als eine Lebenswirklichkeit in der Kirche anerkennen und wertschätzen. Wo immer es möglich ist, sollten sie mit ihren Frauen und eventuellen Kindern ganz offen zusammen im Pfarrhaus leben dürfen.
      Auch eine standesamtliche Heirat für Priester wäre in Betracht zu ziehen.
      Eine SAKRAMENTALE Eheschließung NACH der Priesterweihe schließen wir aber bis in alle Ewigkeit aus, weil wir den Pflichtzölibat an sich niemals abschaffen werden.
      Ironie off

      Für ALLE, die meinen obigen Beitrag noch immer nicht verstanden haben:

      Dieser war eine PARODIE auf das, was in einem nachsynodalen Schreiben zum Thema Zölibat stehen KÖNNTE, sofern eine Synode sich mit diesem Thema befassen SOLLTE!

      Ähnlichkeiten mit der Realität sind natürlich reiner Zufall.

      Also Leute, das war ein Witz und kein Grund, sich aufzuregen!!!!!!!

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