Der oberste Glaubenshüter über Papst Franziskus

Kardinal Gerhard-Ludwig Müller ist Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation. Papst Franziskus hat ihn nach seiner Wahl vor einem Jahr als einen der ersten Chefs der Kurie im Amt bestätigt. Das hat viele verwundert; denn etwa beim Thema wiederverheiratete Geschiedene scheint es einen klaren Dissens in den Positionen von Papst und oberstem Glaubenshüter zu geben. Franziskus möchte eine Änderung. Müller sieht mit Verweis auf die Tradition keinen Spielraum. Das verspricht Spannung für den synodalen Prozess zum Thema „Ehe und Familie“, den Papst Franziskus gestartet hat und der bis mindestens Ende 2015 dauern wird.

Kardinal Müller ist ein Kenner der Kirche in Lateinamerika. Wie Papst Franziskus hat er eine große Nähe zur Theologie der Befreiung, die in den 1970er und 1980er Jahren in Lateinamerika entstanden ist und die Armen in den Mittelpunkt rückt. Der 66-Jährige analysiert im ZDF-Interview die Unterschiede zwischen der Kirche in der Heimat des Papstes und in Europa. Er spricht über den Stil von Franziskus und den synodalen Prozess zu „Ehe und Familie“.

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Jürgen Erbacher

Seit 2005 berichte ich für die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben katholisch“ über die Themen Papst, Vatikan, Theologie und katholische Kirche. Dafür pendle ich regelmäßig zwischen Mainz und Rom - meiner zweiten Heimat. Dort habe ich vor meiner ZDF-Zeit mehrere Jahre gelebt und für Radio Vatikan gearbeitet. Studiert habe ich Politikwissenschaft und Katholische Theologie in Freiburg i.Br. und Rom.