Papstgezwitscher

Jetzt twittert auch der Papst. Ab 12. Dezember wird er im Anschluss an die Generalaudienz über seinen Account @pontifex eine Glaubensbotschaft senden. Die Internetnutzer können ab sofort unter #askpontifex Fragen an Benedikt XVI. stellen. Man darf gespannt sein, wie dieses Angebot angenommen wird und ob der Papst sich auf einen ernsthaften Dialog mit seinen Followern einlassen wird. Die wenigen Zeichen, die ein Tweet erlaubt, (140 Zeichen) machen wohl kaum differenzierte Aussagen möglich.

Andererseits ist es nur konsequent, wenn der Papst die digitale Neuevangelisierung, die er in seiner Botschaft zum Weltkommunikationstag gefordert hat, auch selbst in Angriff nimmt. Der Vatikan dokumentiert damit, dass er die Welt von Twitter, Blog und Social Media zur Kenntnis nimmt. Bislang wurden Medien jedoch meist wahrgenommen ausschließlich als Instrumente, mit denen die Botschaft des Evangeliums verkündet werden kann. Dass die Medien auch ein Eigenleben entfalten und großen Einfluss auf die Lebenswirklichkeit haben, sie auch verändern, das sieht der Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel, Claudio Celli, zwar sehr klar, aber  Konsequenzen daraus werden im pastoralen Handeln der Kirche noch sehr wenig gezogen.

Autor: Michaela Pilters

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Ich leite seit 1985 die ZDF-Redaktion „Kirche und Leben/kath“. Bevor ich zum ZDF kam, war ich bei der Katholischen Nachrichtenagentur in Bonn und beim Hessischen Rundfunk in der Kirchenredaktion - also viele Jahre Erfahrung mit kirchlichen Themen. Mein Studium der katholischen Theologie (Diplom) habe ich in München gemacht.
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