Papstgezwitscher
Jetzt twittert auch der Papst. Ab 12. Dezember wird er im Anschluss an die Generalaudienz über seinen Account @pontifex eine Glaubensbotschaft senden. Die Internetnutzer können ab sofort unter #askpontifex Fragen an Benedikt XVI. stellen. Man darf gespannt sein, wie dieses Angebot angenommen wird und ob der Papst sich auf einen ernsthaften Dialog mit seinen Followern einlassen wird. Die wenigen Zeichen, die ein Tweet erlaubt, (140 Zeichen) machen wohl kaum differenzierte Aussagen möglich.
Andererseits ist es nur konsequent, wenn der Papst die digitale Neuevangelisierung, die er in seiner Botschaft zum Weltkommunikationstag gefordert hat, auch selbst in Angriff nimmt. Der Vatikan dokumentiert damit, dass er die Welt von Twitter, Blog und Social Media zur Kenntnis nimmt. Bislang wurden Medien jedoch meist wahrgenommen ausschließlich als Instrumente, mit denen die Botschaft des Evangeliums verkündet werden kann. Dass die Medien auch ein Eigenleben entfalten und großen Einfluss auf die Lebenswirklichkeit haben, sie auch verändern, das sieht der Präsident des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel, Claudio Celli, zwar sehr klar, aber Konsequenzen daraus werden im pastoralen Handeln der Kirche noch sehr wenig gezogen.
4 Kommentare | 03. Dezember 2012 | 17:36 Uhr |
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ich fürchte auch, dass das twittern lediglich eine neue plattform darstellt, auf der der papst uns wieder anpredigen (mit seiner “Katechese” “neu-evangelisieren”) will. wenn ich mir außerdem die bisherigen internetseiten ansehe, die unter der überschrift “frag den …” laufen, so versammelt sich da ohnehin der fanclub der jeweiligen geistlichkeit und sucht seine selbstbestätigung durch fragen an den entsprechenden oberhirten, die in sich schon die fromme antwort enthalten. tasächlich findet dort kein dialog sondern nur ein selbstgespräch statt – ist solche plattform überhaupt dafür geeignet? wieviel zeit kann ein geistlicher “hirte” eigentlich auf solchen foren verwenden?
Der Papst twittert
Zitat aus dem Beitrag von Frau Pilters:
»Bislang wurden Medien jedoch meist wahrgenommen ausschließlich als Instrumente, mit denen die Botschaft des Evangeliums verkündet werden kann.«
Zitatende
Die Verkündung des Evangeliums ist die Hauptaufgabe der christlichen Kirchen.
Diese Aufgabe haben bisher Pfarrer in den Gotteshäusern übernommen. Hier wurden Sendschreiben der Bischöfe und des Papstes dem Gläubigen mitgeteilt.
Wenn aber immer weniger Menschen an den Gottesdiensten teilnehmen… wie kann man die Menschen erreichen? Wie kann man dann das Evangelium verkünden?
Gemeindepfarrer stellen sich nicht bei jedem Wetter an eine Straßenecke und rufen den Passanten die »Frohe Botschaft« zu. Einige religiöse Eiferer und Frömmler tun sich das an.
Sie werden meistens belächelt oder gar ignoriert.
Aber wie soll man in der heutigen Zeit die Menschen erreichen?
Radio Vatikan – wer hört sich die deutschsprachige Sendung an?
Zeitungen und Fernsehen – na ja!
Und nun diese Twitter-Geschichte!
Ich meine, hier hat der Medienberater des Vatikan in die falsche Kiste gegriffen.
Nicht alles, was modern ist, ist deshalb auch gut. Was sollte man den Interessierten in einem kurzen Text mitteilen? 140 Zeichen zwingen den Schreiber zum Telegrammstil. Den Glauben, das Evangelium im Telegrammstil erklären?
Nehmen Sie, meine lieben Leser, als Beispiel das Zitat, das ich am Anfang meines Beitrags erwähne: Der zitierte Satz von Frau Pilters besteht aus 125 Zeichen ohne Leerzeichen, mit Leerzeichen sind es dann 142 Zeichen.
Ja, der Papst wird twittern – ich glaube nicht, dass er sich das antun wird.
Gruß aus Eisenach
Natürlich wird ein Papstgläubiger davon begeistert sein, wird jedes übertragene Byte loben, das Display des Empfangsgerätes heilig sprechen… und die Festplatte nie mehr Formatieren. Wer den auferstandenen Jesus gegen einen Stellvertreter eintauscht und sich vor sterblichen Menschen beugt, dem sind auch die abstrusesten Idole eine willkommende Seeligpreisung. Jedes Lebewesen findet zu seinem gleichen und nur Vögel der gleichen Art nisten zusammen.
susi
Tja, nun ist es doch ganz anders gekommen … so ein unprofessionelles gezwitscher wäre johannes paul II. nicht passiert. der hatte gute berater in sachen medien.