Der Weg zum Himmel führt über Benedikt
Der Papst bleibt sich selbst treu – und fordert das auch von seinen Gläubigen: Absolute Treue zum Vatikan verlangt der katholische Oberhirte von seinen Schäfchen – eine Ohrfeige für diejenigen Gläubigen, die auf Reformen hoffen. Die Besucher der Messe in Freiburg sind aber weder enttäuscht noch erschrocken.
Hubert Krech | 15 Kommentare | 25. September 2011 | 13:58 Uhr
Ich bin zwar katholisch, aber nicht so vernarrt dass ich andere Religionen ausschließen würde. Jeder soll nach seiner Fasson selig werden. Jesus hat ja gesagt “nach euerem Glauben soll euch geschehen” – und nicht nach euerer Religion…
Zudem war Jesus weder katholisch noch evangelisch – also was soll der Quatsch??
Mir klingt seine Moralpredigt eher als manipulative Schuldzuweisung und das ist im Fachjargon der Psychologie eine Charakterschwäche.
Ich lass mich jedenfalls nicht einschüchtern sondern vertrete meine Meinung:
Wer zufrieden mit sich selber ist, der empfindet auch den Frieden Gottes mehr in sich.
Ganz genau,weil er mit sich und seinem gewissen im Einklang ist,was auch im asiatischen praktiziert wird mit den chinesischen Meditationen.Ich bin der Meinung,es gibt soviel Regeln in den vielen Religionen,die alle behaupten,sie seine die Wahre Anbetung,dass man ja wirklich nicht mehr weiß, wem man vertrauen sollte,so dass es kein Wunder ist, wenn viel konfessionslose Gläubige an Gott sind.@Heidi
Na ja, ich erlebe es so, wie ich es als Kind in einer Familie mit einem guten Vater auch erleben und halten würde. Grundsätzlich stehe ich zu ihm, höre ihm zu, versuche von ihm zu lernen, reibe mich an ihm, widerspreche ihm auch, lehne mich auf und gebe nie meine liebende Verbundenheit zu ihm auf.
Ich fühle mich nicht geohrfeigt vom Papst, obwohl ich ebenso, wie viele andere Katholiken auf mehr Öffnung der Kirche bei so manchen Themen hoffe. Der Papst hat lediglich seine Meinung kundgetan und das ist sein gutes Recht. Natürlich hat er Erwartungen an uns, so wie wir katholischen Christen an ihn. Wieso bitteschön sollen seine Erwartungen an uns Ohrfeigen sein und wieso sind unsere Erwartungen an ihn keine? Weil wir alle das gleiche Recht auf freie Meinungen haben! Der Papst hat uns keine Strafe angedroht, sollten wir eben nicht 100 % Vatikantreu sein, oder etwa doch?
Also, wo sind wir geohrfeigt worden????? Wo wurden wir epresst, unter Druck gesetzt oder sonstiges?
Vielleicht sollten wir mal unsere eigenen Erwartungen überprüfen und dann können wir schauen, ob wir wirklich schreien möchten.
Sehr geehrte Ilonka w., nein, der Papst hat nicht nur “lediglich seine Meinung kundgetan”, sondern: was der Papst sagt, ist gültig für die ganze katholische Weltkirche!
Meine Frage: warum ist er der “heilige Vater”? Er ist weder heilig noch mein Vater! Er läßt keine Frau Priesterin werden, kath. Pfarrer dürfen nicht heiraten, evangelische Partner von Katholiken dürfen nicht am Abendmahl teilnehmen usw.: das ist alles nicht biblisch! Wenn er sich konkret an der Bibel orientieren würde, müßte er (wie Jesus und seine Jünger) zu Fuß gehen oder auf einem Esel reiten und dürfte nicht die Pracht und den Pomp veranstalten, wie er es macht!
Außerdem ist mir aufgefallen, dass die ganzen Feiern nur auf “Show” und auf Symmetrie ausgerichtet sind, da gibt es extra “Aufpasser” und Organisatoren.
Lisa
Hallo liebe Lisa, wieso man den Papst als “heiligen Vater” bezeichnet verstehe ich auch nicht, für mich ist er das auch nicht, sondern ein Mann, der in ein bestimmtes Amt berufen wurde. Für mich repräsentiert dieses Amt aber schon ein gewisses “Vateramt”, da der Papst eben Gottes Sohn vertreten soll, bzw. Gott. Daran kann man glauben oder nicht – für mich ist es so, deshalb habe ich den Vergleich ja auch gewählt. Natürlich haben Sie recht, es liegt sehr viel im argen in der Katholischen Kirche und Sie dürfen mir glauben, auch ich leide darunter und kämpfe für mehr Offenheit. Dennoch … unsere Erwartungen an einen 4-tägigen Papstbesuch in Deutschland müssen wir einfach realistisch ansehen. Es war doch eigentlich klar, dass dieser Besuch keine Türen für umwerfende Reformen öffnen würde. 1., weil die Zeit dafür zu kurz war und 2., weil dieser Papst dafür nicht der richtige ist. Tja, ich kann nur wiederholen, ich fühle mich nicht geohrfeigt … möglicherweise auch, weil ich keine überzogenen Erwartungen hatte?
Meine Meinung ist,wer danach im kath Glauben weiter leben will,solles tun können,aber als Volljähriger,Kinder sollte man nach dem Kindeswohlprinzip des Familienrechts herraushalten und lieber dann taufen, wenn sie als Volljährige es wollen.Wer mit den Prinzipien des Papstes nich einverstanden ist,kann ja gehen und sich nach einer anderen Konfession umsehen.@ilonka w.
Genauso ist es!
Sehr geehrte Frau Mack,
Frauen dürfen nicht Priester werden; Kath. Pfarrer dürfen nicht heiraten, ist sehr wohl biblisch:
1 Timotheus, 2, 11-14 lehrt uns:”Eine Frau soll still und in aller Unterordnung belehren lassen. Dass eine Frau lehrt, erlaube ich nicht, auch nicht, dass sie über ihren Mann herrscht; sie soll sich still verhalten. Denn zuerst wurde Adam erschaffen, danach Eva. Und nicht Adam wurde verführt, sondern die Frau ließ sich verführen und übertrat das Gebot.”
Das Warum ist weiter begründet in Epheser 5, 22-24: “Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn (Christus); denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist; er hat sie gerettet, denn sie ist sein Leib. Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, sollen sich die Frauen in allem den Männern unterordnen.”
1Korinther 11, 3-12:”Ihr sollt aber wissen, dass Christus das Haupt des Mannes ist, der Mann das Haupt der Frau und Gott das Haupt Christi….weil er (der Mann) Abbild und Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes…. Der Mann wurde auch nicht für die Frau geschaffen, sondern die Frau für den Mann.”
Matthäus 19, 10-12 erklärt, warum ein Jünger Christi nicht heiraten soll. Die genauere Begründung liegt ebenfalls in 1 Korinther 7, 25-38.
Wir dürfen uns nicht durch die Wahrheit in der Bibel verletzt fühlen, wenn Papst in der Kath. Lehre unfehlbar handelt. Denn in Jesajia 55, 8-10 spricht der Herr:”Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken/ und eure Wege sind nicht meine Wege./ So hoch der Himmel über der Erde ist,/ so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege/ und meine Gedanken über eure Gedanken.”
Mit Worten lässt sich trefflich streiten… “Absolute Treue zum Vatikan” – ich kann mich nicht erinnern, diese Worte aus dem Mund des Heiligen Vaters so gehört zu haben.
Wichtig ist doch der gelebte christliche Glaube in Wahrhaftigkeit und Liebe – und da sind doch Kirchenstrukturen irrelevant.
Nein,Kirchenstrukturen können auch bei Meinungsverschiedenheit zum Streit führen.Der Glaube allein,Gott wird es schon richten,hilft dann nicht mehr,sonst wäre es nie zur reformation von Luther gekommen.
Sehr geehrte(r) Frau/Herr M.G.:
Luther und Calvin’s Reformation war begründet auf zwei Schlagwörter, nämlich “Sola fide”(der Glaube allein rechtfertigt) und “Sola scriptura”(die Bibel allein als Autorität); auf diesen beiden Säulen/inneren Prinzipien der Lutherischen Lehre steht oder fällt die protestantische Gemeinde.
gerade die Bibel lehrt nirgends das. Vielmehr heißt es im Jakobusbrief, dass der Mensch aufgrund des Glaubens und der Werke gerechtfertigt ist. Der Glaube ohne Werke ist tot. Paulus lehrt uns im Galater 5,6:”Denn in Christus Jesus kommt es nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.” Somit ist “sola fide” nicht biblisch.
Die Bibel lehrt auch nirgendswo, dass die Bibel allein für uns die Autorität ist.
1 Timotheus 3, 14-16 sagt, dass die Kirche die Säule und das Fundament der Wahrheit ist. 2 Timotheus 3,16 und 2 Thessal.2,15 teilen uns mit, dass jede von Gott eingegebene Schrift, auch die Überlieferungen, sei es mündlich oder schriftlich, nützlich sind zur Belehrung, Widerlegung, Besserung und Erziehung in Gerechtigkeit, an denen wir festhalten sollen. “Sola scriptura” ist keineswegs biblisch.
Liebe Frau Merkel,
Sie schreiben: “Wichtig ist doch der gelebte christliche Glaube in Wahrhaftigkeit und Liebe – und da sind doch Kirchenstrukturen irrelevant.”.
Gerne würde ich Ihnen hier jubelnd entgegenrufen: JAA, genau das ist es, nur darauf kommt es an, was scheren uns Strukturen, lasst uns leben, wie Jesus es uns gelehrt hat. Wie wunderbar wäre das. Aber würden wir da nicht die Rechnung ohne uns Menschen machen? Zwei Beispiele, die mir begegnet sind: eine Kindergartenleiterin und ein Oberarzt, also 2 Menschen in leitenden Funktionen in katholischen Einrichtungen. Beide wirklich wahrhaftig im Glauben und gleichzeitig ausgestattet mit einem hohen Maß an Fachkompetenz. Sie beide ließen sich scheiden und heirateten erneut, was die Kündigung nach sich zog.
Hier wurden also Existenzen (fast) vernichtet, obwohl diese Menschen wahrhaftig und liebend im Glauben zu Gott geblieben waren. Aber, dennoch wurden Kirchenstrukturen hier für sie sehr relevant für ihr weiteres Leben. Also, so einfach ist das alles nicht immer, wie man sieht, zumindest dann nicht, wenn man existenziell abhängig ist von Kirch (z.B. über Arbeit).
Ich hoffe beide Fachkräfte haben jetzt wenigstens vom Staat arbeit erhalten,@Ilonka Weber
Ich bin immer wieder erstaunt, wie überzeugt der Papst mit dem Maßstab der Vernunft argumentiert, in seiner Rede von Regensburg an die Muslime und jetzt wieder im Bundestag. So als sei die Vernunft des Menschen von der Sünde völlig unberührt geblieben und damit rein göttlich und der Vatikan handele nur vernünftig und damit göttlich. Das alles aber lässt sich so nicht aufrechterhalten.
Die Vernunft des Menschen ist auch von Sünde durchsäuert. Und 1.Kor. 1, 18 ff. scheinen unbekannt zu sein, dafür aber um so mehr der vernünftige Thomas von Aquin. Jesu Kreuzesopfer und Auferstehung, seine wahrhaftige Gegenwart im Abendmahl in, mit und unter Brot und Wein, Gottes Trinität usw. lassen sich mit der natürlichen Vernunft gerade nicht erfassen, sie sind Mysterium, Geheimnisse Gottes, die nur im Glauben erfasst werden können. Augustinus sagt, ich will nicht erkennen, um glauben zu können, sondern ich glaube, um erkennen zu können.
Einem Muslim, Atheisten und verweltlichten Mitbürger muss das Argumentieren mit der Vernunft lächerlich vorkommen.
Ich bin froh, dass der Papst wieder im Vatikanstaat ist und das leben wieder seinen gewohnten Gang hat,denn den kath. Glauben halte ich genausowenig für vernünftig wie,den Islam,da er mehr diktatorisch und vor allen Frauenbenachteiligend ist als wirklich glaubwürdig.Bei mir im Wohnort war zumindest das Wochenende auch ohne den Papst heilig,weil sie ihre Ruhe haben wollten.@Detlef Löhnde