Aus Sicht der Papstes war der Besuch erfolgreich
Der Papst ist auf dem Rückweg nach Rom. Aus seiner Sicht ist die Reise erfolgreich verlaufen. Die Gläubigen waren in großer Zahl zu den Gottesdiensten gekommen. Er hat viel Zustimmung erfahren. Mit seiner Rede vor dem Bundestag sorgte er für eine Überraschung, als er die ökologische Bewegung würdigte und auch eine Ökologie des Menschen forderte – den Schutz des menschlichen Lebens.
In seinen Reden hat er die Themen gesetzt, die ihm wichtig waren: die Suche nach Gott, die Freiheit des Menschen, die sich an ethischen Maßstäben orientieren muss, die Kirche in Deutschland, die er zu einer Erneuerung von Innen aufgefordert hat. Gerade in diesem Punkt werden seine Reden heftige innerkirchliche Diskussionen auslösen.
Benedikt XVI. ging auf die Forderungen nach Reformen nicht konkret ein. Er sprach zwar davon, dass auch die Kirche sich verändern müsse; doch richtete er den Akzent auf eine spirituelle Erneuerung. Ob sein Worte zur Beruhigung der sich in den vergangenen Jahren verschärfenden innerkirchlichen Debatten zwischen Reformern und Konservativen beitragen können, muss sich zeigen. Ahnlich verhält es sich bei der Ökumene. Die Reaktionen der Protestanten auf die Begegnung in Erfurt waren eher verhalten. Man würdigte die Geste, dass Benedikt XVI. mit seinem Besuch im Erfurter Augustinerkloster einen starken ökumenischen Akzent in Richtung Protestanten setzte. Doch substantielle Fortschritte gab es nicht. Kirchenvertreter hatten im Vorfeld bereits vor überzogenen Erwartungen gewarnt. Auch hier ist noch nicht abzusehen, welche Früchte der Besuch bringen wird.
Der Papstbesuch hat gezeigt, dass Interesse an der Kirche und ihrer Botschaft da ist. Doch selbst viele Besucher der Veranstaltungen äußerten den Wunsch nach Veränderungen. Am Ende der dritten Deutschlandreise von Papst Benedikt XVI. sind viele Fragen offen. Es liegt nun an den Bischöfen vor Ort, Antworten zu geben. Nun ruhen hohe Erwartungen auf ihnen.
Jürgen Erbacher | 23 Kommentare | 25. September 2011 | 19:10 Uhr

Die “substantiellen Fortschritte” “macht” nicht der Papst, und natürlich nicht in 4 Tagen Stippvisite.
Er kommt hörenden Herzens, er gibt nachdenklich machende wie hoffnungsvolle Impulse und begleitet die Gläubigen so auf ihrer Suche, damit die den Glauben immer tiefer begreifen und im Glauben reifen können.
Die substantiellen Fortschritte passieren dadurch, dass sich die Gläubigen und Interessierten tatsächlich gemeinsam auf den Weg der spirituellen Erneuerung, im Gebet, im Glaubenswissen, in einem in Gemeinschaft gelebten Glauben machen.
Das ist das was trägt, und das ist das, was doch so viele fordern (oder besser: sich wünschen und worum sie beten): Eine lebendige Kirche, die Strahlkraft und Identität hat.
Insofern ist die Erneuerung, eine, die von so einem Besuch in besonderer Weise ihren Ausgang nehmen kann, nicht eine, die mit so einem Besuch beschlossene Sache ist, eingetütet und konsumfertig.
Die Verantwortung wahrnhemen zu können, den eigenen Glauben zu vertiefen und weiterzutragen ist ein Grund zur Freude, die weit mehr und weit Schöneres ist als nur “Last” auf den Schultern einzelner Bischöfen.
Eine Herausforderung, in der Liebe und als Person zu wachsen – Gott traut uns das zu und begleitet jeden auf diesem Weg!
Liebe Ronja,
ja, der Papst hat in seinen Predigten starke Impulse zur Erneuerung gesetzt. Impulse, die tatsächlich revolutionäres Potenzial haben – allerdings nicht in dem Sinne, wie die enttäuschten Stimmen das erwartet haben. Ich hoffe und bete, dass trotzdem die Offenheit da ist, sich mit dem Unerwarteten und Unerhofften konstruktiv auseinanderzusetzen.
Die (in den Medien die letzten Tage stark repräsentierten) innerkirchlichen Protestbewegungen haben sich anderes erhofft. Aber die Erneuerung der Kirche geschieht nicht durch Aufhebung von Zölibat, Änderung der Sexuallehre, Frauenpriestertum. Die Erneuerung geschieht in der lebendigen Beziehung zu Christus, wie Papst Benedikt heute in Freiburg so schön dargelegt hat.
Papst Benedikt möchte, wie er im Augustinerkloster in Erfurt gesagt hat, durchaus eine Verheutigung, aber nicht eine Aufgabe zeitloser Wahrheiten und Überzeugungen.
Und die Wünsche der Enttäuschten (Frauenordination, kein Pflichtzölibat, zeitgeistgemäße Sexuallehre) sind in der evangelischen Kirche durchgehend umgesetzt. Hat sie deshalb mehr geistliche Ausstrahlung?
Ich finde ja da man mehr Mitgefühl miteinander sehen kann,aber dies muss jeder für sich entscheiden@MaFe.
nun ja, wenn der Oberste Kirchenfürst meint seine Reise sei ein Erfolg gewesen, dann könnte man das auch als eitles Eigenlob bezeichnen…
Die Reise des Heiligen Vaters ist sicher ein Gewinn für alle, die sich die Mühe machen, seine Ansprachen noch einmal genau durchzulesen. Jenseits von aller plakativer Übertönung durch die Medien, die letztendlich nur darauf hinausläuft, die letzte große antimodernistische Bastion zu schleifen, hat man beispielsweise bei der Rede im Bundestag gesehen, daß dieser Papst uns allen, viele substantielle Dinge zu sagen hat, auf die man auch einmal genau hinhören sollte. Er ist wahrlich gekommen, um seine Brüder zu stärken. Danke Heiliger Vater.
Im Übrigen geht alles so weiter, wie bis her auch in der Regierung,so dass der Papst nur dort erfolgreich war, wo er es sonst auch war.@Pater Thomas Aschatz ISPN
“Was bleibt vom Papstbesuch?”-so fragen heute die Zeitungen.Wenn diese Reise nur soviel erreicht hat zu vermitteln,daß es die seit Jahrzehnten geforderten linkskatholischen glaubensfernen Reformen unter diesem und wohl auch unter einem späteren Papst nicht geben wird, dann hat es sich sicher gelohnt, daß der Steuerzahler dafür soviel aufbringen mußte wie für einen Tag Fußball-Bundesliga.Leider sind nicht alle in der Kirche so wie der Heilige Vater Benedikt XVI., sondern folgen lieber jenen, die sich ihre eigene Wahrheit zurechtlegen. Ergo müssen auch nach dem Papstbesuch die Katholiken wieder zusehen, sich um jene Priester zu scharen, die noch wahrhaft katholisch sind. Im Übrigen volle Zustimmung zu kath-info.de. Die Ansprachen Seiner Heiligkeit können auch auf kath.net und gloria.tv abgerufen werden. “Papst-Kater” schreiben die Mainstreamzeitungen. So sind sie eben die Teutonen.
Das große Anliegen des Papstes ist die Erneuerung von Innen!
Niemand weiß wie er, daß die eigentliche Krise der Kirche in Deutschland und Europa die Krise des Glaubens ist.
In Freiburg sagte er: “Wenn wir nicht zu einer wirklichen Erneuerung des Glaubens finden, wird alle strukturelle Reform wirkungslos bleiben!”
Darüber sollten alle Reformkritiker einmal nachdenken.
Nur in einem Berührtsein von Gott, und somit neu gelebter Glaube, in einem hörenden Herz auf Jesus Christus hin, haben wir die Chance alle Probleme in rechter Art und Weise anzugehen.
Im Übrigen schließe ich mich Pater Thomas Achatz an, die Ansprachen des Papstes einmal genau zu studieren.
Und trostzedem,auch bei genauem Studium, bleiben Fragen offen.@Tina S.
Was auch sehr interessant ist die Wahreit liegt im alten
und ich hoffe auch für die angehenden Priester das sie wo hinkommen wo keine modernistische Theologie gelehrt wird sonder das Alte konservative wie es früher war.
Der Modernismus geht an der Wahrheit vorbei.
http://www.kath-info.de/falschlehrer.html
Da soviel Fragen offen bleiben, bedarf es einer Nachbearbeitung. Ich fände es gut wenn auch die Medien mit sehr gut qualifizierten und seriösen Expertenrunden dazu beitrügen. Aber bitte ohne Polemik!
Streit kann ja als Rechtsantrag bei den zuständigen Amtsgericht beantragt werden, damit auch Juristen mal beteiligt werden und ihre Meinung äußern können und auch mal etwas daran verdienen nicht nur die Kirchen.@Tina S.
An Katholisch Christ:
Ich könnte Ihnen jetzt seitenlang erzählen, was die katholischen Priester schon ihren Schäfchen erzählt haben über die bösen Protestanten und den Ketzer Martin Luther.
Und dass sie ja keine evangelische Kirche betreten dürfen. Als meine Tochter Erstklässlerin war und ihr Lehrer geheiratet hat, durften die Kinder mit einer Sonnenblume Spalier stehen. Ich fragte eine andere Mutter, ob wir nicht zur Trauung gehen sollen. Da hat sie gemeint, sie wisse nicht, ob sie diese evang. Kirche betreten darf. Sie war aus Bayern und streng katholisch.
Das war vor 36 Jahren.
Richtig verblüfft war ich dann vor etwa einem Jahr, als in der Sendung “Menschen der Woche” bei Frank Elstner die Sängerin Dagmar Koller dasselbe sagte. Ihr verstorbener Mann war Oberbürgermeister in Wien. Sie würde eigentlich jeden Tag in eine Kirche gehen und habe hier in Baden-Baden nur eine evangelische gefunden und wisse aber nicht, ob sie da hineingehen dürfe (wegen ihrem strengen Glauben).
Frank Elstner hat sie lachend beruhigt und ihr versichert, dass sie da problemlos hineingehen darf.
Liebe Leute, angefangen von Pater Achatz bis Tina S., ich kann Sie wohl mit noch so vielen Tatsachen nicht ändern und überzeugen – ich lasse es bleiben und denke
mir, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist.
“Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR
von dir fordert: Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.”
Im Grunde finde ich es egalt in welcher Kirche man ist,Hauptsache ist, man kann mit Gott ein Wörtchen reden.@Elisabeth Mach
Ja, da haben Sie recht, M.G.
Nur: wenn der Papst und die Priester ihren Schäfchen erzählen, dass es eine ganz schlimme Sache ist und man bestraft wird, wenn man einmal in eine evangelische Kirche geht, dann wird es kritisch. Und vor allem wird es kritisch, wenn die Schäfchen das glauben. Und das sehe ich hier in diesem Forum an vielen Beiträgen.
Und das haut dem Faß den Boden aus !!!
Götzendienst gegenüber Götzebilder ist ja auch gewünscht von der Bibel aus,also kann es doch erst recht egal sein, in welche Kirche gebetet wird.@Elisabeth Mack
Ich meinte Götzenbdienst an Götzenbilder sind nicht gewünscht von der Bibel.
Jesus hat gesagt Petrus Du bist der Fels auf Dich werde ich meine Kirche bauen.
Damit hat er aber immer noch keine Anbetung von Götzen wie Heilige,Heiligenbilder und Maria erlaubt und vom Blut sollte sich auch enthalten werden.So genau niehmen es mit dem Nachleben von Jesus und Petrus auch nicht die Katholiken.@Katholisch Christ
Die Kath. Kirche ist goldrichtig und macht es richtig.
LG.
Jeder hat seine Auffassung,Ihre teile ich jedenfalls nicht,sondern eher jener Glaubigen, welche sich wirkluich an der Bibel orientiern und nich am Kathechismus.Sie überzeugen mich nicht.@Katholisch Christ
Mich überzeugen die anderen auch nicht, die sich von der Kirche Petri abgesondert haben die der Herr gegründet hat und die seine Kirche ist und immer bleiben wird…
Die Abgesonderten brauchen Sie auch nicht überzeugen,dennoch gebrauchen sie ihr Recht auf Weltanschauungsfreiheit,von daher kann uns kein Katholik zur Rückkehr zwingen, auch wenn sie nicht überzeugen.@Katholisch Christ