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Die Herausforderung bleibt
Nach vier Tagen Ausnahmezustand für viele deutsche Katholiken, für die Orte Berlin, Erfurt, Etzelsbach und Freiburg kehrt mit dem Abflug von Benedikt XVI. wieder Ruhe ein. Und was bleibt? Hat sich der Aufwand gelohnt? Das kommt auf die Betrachtungsweise an. Der hohe Sicherheitsaufwand und die eingeschränkten Fortbewegungsmöglichkeiten wirkten übertrieben, aber waren andererseits auch Garant dafür, dass nichts passiert ist.
Der Papst konnte die Kritiker nicht umstimmen. Aber es ist ihm doch gelungen, im Bundestag und bei anderen Reden, Impulse zum Nachdenken zu geben, die Kurzatmigkeit und Oberflächlichkeit der Politik zu hinterfragen und die Menschen zu erinnern an ihre Verantwortung für einen größeren Zusammenhang. Er hat die prophetische Aufgabe der Kirche für die Gesellschaft betont, ihre Aufgabe als Mahnerin im Interesse des Gemeinwohls.
27 Kommentare | (ZDF) Michaela Pilters | 25. September 2011 | 19:15 Uhr
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Aus Sicht der Papstes war der Besuch erfolgreich
Der Papst ist auf dem Rückweg nach Rom. Aus seiner Sicht ist die Reise erfolgreich verlaufen. Die Gläubigen waren in großer Zahl zu den Gottesdiensten gekommen. Er hat viel Zustimmung erfahren. Mit seiner Rede vor dem Bundestag sorgte er für eine Überraschung, als er die ökologische Bewegung würdigte und auch eine Ökologie des Menschen forderte – den Schutz des menschlichen Lebens.
In seinen Reden hat er die Themen gesetzt, die ihm wichtig waren: die Suche nach Gott, die Freiheit des Menschen, die sich an ethischen Maßstäben orientieren muss, die Kirche in Deutschland, die er zu einer Erneuerung von Innen aufgefordert hat. Gerade in diesem Punkt werden seine Reden heftige innerkirchliche Diskussionen auslösen.
23 Kommentare | Jürgen Erbacher | 25. September 2011 | 19:10 Uhr
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Papst fordert Entweltlichung
Die Kirche muss eine zu enge Verbindung zum Staat vermeiden, um sich der Welt zuwenden zu können, so Papst Benedikt XVI. In seiner Ansprache an engagierte Katholiken aus Kirche und Gesellschaft spricht er sich für eine “Entweltlichung der Kirche” aus. “Die von ihrer materiellen und politischen Last befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein”, erklärte Benedikt XVI. Das missionarische Zeugnis trete in einer entweltlichen Kirche klarer zutage. In diesem Sinne kann der Papst der Enteignung von Kirchengütern und der Streichung von Privilegien durch die Säkularisierung Positives abgewinnen.
Im Vorfeld des Papstbesuches wurde die Rede im Konzerthaus stets in enge Verbindung mit der Rede im Reichstag am ersten Besuchstag gebracht. Die beiden Ansprachen sollten gleichsam den gesellschaftspolitischen Rahmen, die Klammer des Besuchs bilden. Vor diesem Hintergrund überraschen die Aussagen des Papstes im Konzerthaus. Denn Benedikt XVI. äußert sich nur indirekt über das gesellschaftliche Engagament der Kirche, von einem kurzen konkreten Verweis auf das caritative Wirken der Kirche abgesehen. Und selbst dabei fordert er eine “Entweltlichung”, damit dieser Arbeit “nicht angesichts der zunehmenden Entkirchlichung ihre Wurzeln vertrocknen”.
22 Kommentare | Jürgen Erbacher | 25. September 2011 | 17:29 Uhr



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