Der Gipfel war ein Erfolg – Durban gab uns Momente einer Weltbasisdemokratie

Unfassbar. Nachts um drei. Die Präsidentin der COP 17 , die südafrikanische Aussenministerin, unterbricht das Abschlussplenum. Eine Menschentraube schart sich um die Tische der indischen Delegation und der EU. Die letzte Kuh muss vom Eis. Eine halbe Stunde wird um eine Formulierung gerungen, Minister und Botschafter werfen sich Worte zu. Wie soll das Ding heissen, dass bis 2015 ausgearbeitet und 2020 in Kraft treten soll? Das völkerrechtliche Ding, das alle großen Treibhausgasemittenten zwingen soll, Reduktionen einzuführen?
Die einzelnen Begriffe zu nennen, spare ich mir. Es sind juristische Floskeln, die normalen Menschen nicht zu neuer Erkenntnis verhelfen. Fakt ist, dass der Klimagipfel sich auf eine Art Abkommen geeinigt hat, mit dem man zukünftig wird arbeiten können. Fakt ist, dass das Kyoto-Protokoll bis 2017 verlängert wird – und hoffentlich so verschärft wird, dass es zu weiteren Reduktionen führt und nicht zu Stillstand wie zuletzt.

Es ist fünf Uhr morgens. Über Durban wird es hell. Der Gipfel, der um mehr als einen ganzen Tag verlängert wurde, ist zu Ende. Tausende Teilnehmer hatten Zimmer verlängert und Flüge umgebucht. Geschlafen wurde die letzten zwei Tage und Nächte kaum. Ich jedenfalls bin platt, aber dennoch froh, dabei gewesen zu sein. Ich habe Momente einer Weltbasisdemokratie erlebt, die man nur schwer beschreiben kann, wenn man nicht dabei war. Anstrengende Momente. Unverständliche Momente. Witzige und nervige Momente. Der Weltklimagipfel von Durban war ein Erfolg. Vor zwei Wochen hätte ich darauf keinen Pfifferling gesetzt.

12 Kommentare | 11. Dezember 2011 | 05:20 Uhr | Twittern | Facebook

12 Kommentare

  1. Wenn man weiss, daß im letzten IPCC-Bericht 2007 überhaupt keine gefährliche globale Erwärmung ausgewiesen worden ist und DAS eigentlich die ARD- und ZDF-Journalisten auch wissen müssten, empfindet man diese heuchlerische ARD- und ZDF Berichterstattung (und auch diesen Blog) nur noch als widerlich !!!

    Irgendwann, Herr Beckhardt, werden auch Sie feststellen, dass man Glaubwürdigkeit nicht kaufen kann.

    Rainer Hoffmann | 11. Dezember 2011 | 09:30 | Antworten
    • –> Rainer Hoffmann:
      Sie scheinen den IPCC-Bericht 2007 nicht zu kennen. Hier ein paar Auszüge:
      1) The global atmospheric concentration of carbon dioxide has increased from a pre-industrial value of about 280 ppm to 379 ppm3 in 2005. The atmospheric concentration of carbon dioxide in 2005 exceeds by far the natural range over the last 650,000 years (180 to 300 ppm) as determined from ice cores.
      2) Palaeoclimatic information supports the interpretation
      that the warmth of the last half century is unusual in at least the previous 1,300 years.
      3) There is now higher confidence in projected patterns
      of warming and other regional-scale features,
      including changes in wind patterns, precipitation
      and some aspects of extremes and of ice.
      4) Anthropogenic warming and sea level rise would
      continue for centuries due to the time scales
      associated with climate processes and feedbacks,
      even if greenhouse gas concentrations were to be
      stabilised.

      http://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar4/wg1/ar4-wg1-spm.pdf

      Aktuelle wurde im Nov. 2011 in Wien der “Special Report on Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation” des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) präsentiert. Wenn wir weiter Öl, Gas und Kohle verbrennen erhöht sich die CO2-Konzentration von derzeit 389 auf 600 ppm, die Erdatmosphäre würde sich laut IPCC um acht Grad erwärmen. Alle Küstenbewohner können dann schon mal die Koffer packen, für eine Reise ohne Wiederkehr. Wenn das keine gefährliche Klimaerwärmung ist, was dann?

      Roger Hackstock | 11. Dezember 2011 | 18:19 | Antworten
      • Die “gefährliche” globale Erwärmung beginnt ab 15°C. Und diese 15°C wurde seit 150 Jahren nicht einmal erreicht, geschweige denn überschritten, was im letzten IPCC-Bericht aus 2007 dokumentiert ist…

        Sie können noch so viel Zahlen hier reinwerfen.

        Fakt ist, dass der IPCC bei der globalen Mitteltemperatur nachweislich “getrickst” hat, um eine angeblich gefährlich-ansteigende globale Mitteltemperatur auszuweisen, die es in Wahrheit gar nicht gibt…

        Erschreckend ist, dass mit Gebührengeldern der Zuschauer finanzierte Journalisten, wie L. Beckhardt diese Tatsachen kennen werden, aber darüber nicht berichten und aufklären (dürfen) und stattdessen “Klimapanik” verbreiten !!

        Rainer Hoffmann | 11. Dezember 2011 | 20:46 | Antworten
  2. Auf nano ist Verlass!!
    Man will am Morgen wissen, wie die Verhandlungen ausgegangen sind und findet eine bewegende Beschreibung der letzten Stunden aus Durban.
    Jetzt ist ein klein wenig vom pessimistischen Blick auf die “Weltfamilie” abgebröckelt und das tut gut. Wenn man bei greenpeace über die “dirty dozen” liest und um die Anwesenheit von Vertretern dieser Konzerne auf der Weltklimakonferenz weiß, ist das Ergebnis doch sehr bemerkenswert.Es zeigt, dass einige/viele? Verhandler (und auch Protestierer vor den Türen)ihr Hoffnung permanent hoch gehalten und von ihren Forderungen kaum abgewichen sind (siehe Herr Röttgen in Interviews). Alle Achtung vor diesen Persönlickeiten.

    Vielen Dank für die Berichte aus Durban.

    Urlmann | 11. Dezember 2011 | 10:53 | Antworten
  3. Seriöse und freie Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen wiedersprechen diesem Schwachsinn auf ganz der Linie. Von wegen – es herrscht Einigkeit in der Wissenschaft – es geht um Propaganda und angstmachende Verblödung des Volkes und un Abkassiererei, das war´s auch schon mit der Stichhaltigkeit.
    Das Klima verändert sich (Klima = Neigung – also welches denn?). Das hat es schon immer – Grönland war einstmals das “grüne Land”, daher der Name. Freilich müssen wir ein wenig zusammenrücken (oder Gewohnheiten verändern, aber das ist DAS LEBEN)und die regionalen Wetterfaktoren verändern sich, aber nicht wegen des CO2-Ausstoßes, ganz bestimmt NICHT.
    Viel bestimmender sind da zB die Sonnenaktivitäten. Der geneigte Leser möge sich da mal schlau machen…
    GhG
    Namasté
    Michael

    Michael | 11. Dezember 2011 | 19:04 | Antworten
  4. WIDERsprechen natürlich

    Michael | 11. Dezember 2011 | 19:05 | Antworten
  5. In DURBAN wurde wieder mal gemeinsam in den Schnee (haben die dort welchen, derzeit) gebrunzt – das war´s auch schon. Wer ist diesmal der Buhmann? Haben sie den schon bestimmt?
    Alles was auf einem solchen Gipfel “beschlossen” werden kann, muss dann erst in den nationalen Parlamenten und Gremien umgesetzt werden, hat also erstmal NULL Relevanz. Und im Endeffekt beleibts auch genau dabei. Denn selbst wenn die einzelnen Staaten den angeblichen Beschlüssen folgen sollten (was eh nicht passiert), wird es wieder einen oder zwei Buhmänner geben, die als Ausrede herhalten, damit auch wir nichts verändern müssen *gg*

    Es lebe die Demokratie!
    Hauptsache es war nett in Durban und das Buffet war vom Feinsten ;-)

    Michael | 11. Dezember 2011 | 19:09 | Antworten
  6. die DRAMATIK wird beim hinsehen erst wirklich klar, alle reden vom dahinschmelzen….. das ist extrem undeutlich, ! ” der GLETSCHER SCHMILZT SCHNELLER, trotzdem er dem Hang hinabgleitet, also nachschiebt: mehr als doppelte Geschwindigkeit…… )( wie schaut die Dynamik aus, die Progression….. wird dass nun mal langsam ALLEN klar, wo wir stehen. Entscheidungen statt bla bla. Bin froh für eindeutige Bilder…… IST KLAR WO WIR HEUTE STEHEN – umkehr
    Chile: Gletscher schwindet mit Rekordgeschwindigkeit – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,802509,00.html

    Karlheinz Georg Rückert | 11. Dezember 2011 | 21:12 | Antworten
  7. Was der ständige Reporter von NANO beim Klimagipfel schreibt und sonst so äussert, zeigt das er scheinbar keine Ahnung hat! Wenn man die Ergebnisse von Durban als Erfolg verkaufen will, lobt man natürlich alles, was dort passiert ist.
    Aber eigentlich ist dort nichts passiert! Alles erstmal wieder verschoben. In 5-10 Jahren will man dann Beschlüsse fassen. So ein Müll! Das ist doch kein Erfolg!

    antares56 | 13. Dezember 2011 | 11:03 | Antworten
  8. Weltbasisdemokratie – lächerlich! Canada steigt aus, wegen etwas mehr als 10 Milliarden möglicher Strafzahlung (statt weniger Emissionen, 35% mehr!), gefährlich kurzsichtig. Wer wird folgen? Ansonten immer noch eine Fahrt mit der Titanic. Nur diesmal ganz ohne Rettungsboote und ohne ein Rettungsschiff in der Nähe. Sind denn alle Regierungen dieser Welt blind und dumm? Die jetzige Weltwirtschaftsordnung zeigt immer mehr ihre Grenzen, aber alle machen weiter so. Der Club of Rome hat schon in den 50′er Jahren gewarnt und versucht, Grenzen zu setzen/zu beschreiben. Besondere Warnungen hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung auf unserem Planeten. Niemand – weder Regierungen noch die Religionen – hat darauf reagiert. Deutschlands dümmliche Entscheidung zum Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie wird ebenfalls negative Auswirkungen haben. Eine völlig falsche Beispielwirkung. China (u.a.) geht da einen anderen Weg, Kernfusion ist da eine/die Technologie der Zukunft. In Deutschland sind wir zwar führend in dieser Technologie mit Wendelstein-7x und Mitarbeit bei ITER (und nicht nur da), aber dank kurzsichtiger (machtgeiler) Politiker und fehlgeleiteter (teils unwissender) Atomkraftgegner könnte ihr das AUS in Zukunft drohen, ein wirklicher GAU – Größter Anzunehmender Unfug! Ich bin zwar optimistisch eingestellt, habe immer noch Hoffnung, aber doch auch gewisse Zweifel, ob diese Menschheit unter diesen weltlichen wie auch religiösen Führern die nächte Zivilisationsstufe je erreichen wird!? Wenn wir nicht bald aufwachen, dann nur noch Niedriegere als jetzt.

    Peter Krisch | 13. Dezember 2011 | 12:22 | Antworten
  9. Lorenz Beckhardt

    @Michael
    @antares56
    @Karl-Heinz Georg Rückert

    Selbstverständlic retten die Beschlüsse von Durban nicht das Klima, ob man das nun “in den Schnee gebrunzt” nennen muss, steht dahin. Aber der Gebrauch der Fäkalsprache zeigt, die große Unzufriedenheit mit dem UN-Klimaprozess als Ganzes – und die vollziehe ich nach.
    Und dass der gestrige Ausstieg Kanadas aus Kyoto eine Ohrfeige für den Rest der Welt ist, eigentlich eine bodenlose Unverschämtheit, die mindestens mit einem Öl-Import-Boykott durch die EU beantwortet werden müsste, ist auch klar. Kanada, da bin ich mir sicher, wird das international noch zu spüren bekommen.

    Wenn ich den Gipfel als Erfolg bezeichne, dann vor dem Hintergrund der Erwartungen und realen Möglichkeiten VOR dem Gipfel. Es ist eine Tatsache, dass niemand nur einen Pfifferling darauf gegeben hätte, dass sich die USA und China auch nur verbal bewegen. Sie haben es aber getan. Das lag daran, dass ihnen in den Verhandlungen zahlreiche Vertreter von Entwicklungsländern hart und wüst begegnet sind. Den Frust und Ärger, den auch hier in den Kommentaren einige zeigen, den verspüren auch viele Afrikaner, Asiaten und Bewohner kleiner Inselstaaten. Ich sehe es durchaus als Erfolg an, dass der öffentliche, durch uns Medien vermittelte Druck dieser Länder Bewegung gebracht hat. Wohlgemerkt: das war erst mal nur Bewegung auf dem diplomatischen Parkett.
    Was jetzt natürlich folgen muss, ist weiterer Druck der Umweltorganisationen und der Völkergemeinschaft auf China, USA, auch und gerade auf Kanada etc. etc., damit Durban keine bloße Rhetorik bleibt.

    Allen, denen diese UN-Veranstaltungen zu sinnlos und zu teuer erscheinen, rate ich einmal die Perspektive des Vertreters eines kleinen Inselstaates, eines zentralafrikanischen Staates … einzunehmen. Das sind Länder, die ihren Delegierten nur mit Mühe ein Hotel in Durban zahlen konnten. Da sind Länder drunter, die frühzeitig aus Durban abreisen mussten, weil sie kein Geld für die Umbuchung des Rückfluges hatten. Diese Leute, die billige Anzüge aus No-Name-Läden tragen und, obwohl sie Diplomaten sind, weniger verdienen als womöglich die meisten Kommentatoren dieses Blogs, die fahren dahin, weil sie die Chance haben wollen, vor dem Hintergrund des Klimawandels die Industrieländer öffentlich für die Verschwendung von Ressourcen, die Verschmutzung der Atmosphäre, für den Anstieg des Meeresspiegels und, ja auch für den Kolonialismus mit seinen noch heute spürbaren Folgen anzuklagen. Diese Menschen fordern Rechenschaft und Wiedergutmachung.

    Man muss schon auf einem sehr hohen Ross sitzen und dabei die Brille des weissen Mannes tragen, wenn man das nicht sehen will oder diesen Menschen die Möglichkeit nehmen will, ihre Gedanken und Themen wenigstens einmal im Jahr öffentlichkeitswirksam zu verbreiten. Dass jetzt dadurch nicht sofort eine Reduktion des Ausstosses an Treibhausgasen folgt, dass kann man nicht der UNO anhängen. Das ist auch keine Frage der Medienberichterstattung. Das liegt am mangelnden politischen Druck in den Industrieländern. Aktivitäten im Netz allein reichen eben auch nicht.

    Mich würde daher schon mal interessieren, welche sinnvollen, wirksamen Massnahmen Ihr zB dem UN-Botschafter Grenadas ratet, der in Durban einen flammenden Appell u.a. auch an Indien gerichtet hat, dass sein Land absäuft, wenn die Schwellenländer den gleichen Weg wie die Industrieländer einschlagen, auch wenn niemand Indien mit Europa, USA etc. auf eine Stufe stellen will.
    Was sagt Ihr diesem Mann?
    Fahr nach Hause, Junge, Du hast wohl noch nicht kapiert, dass bei diesen Klimagipfeln nichts herauskommt!
    Oder: pack Deine Koffer und zieh um nach Europa, wobei Du dann allerdings zuerst versuchen musst, das italienische Flüchtlingslager in Lampedusa zu erreichen und nach Deutschland kannst Du wg. der Dritt-Staaten-Regelung ohnehin nicht reisen?
    Oder einfach: tja, dumm gelaufen?

    Lorenz Beckhardt | 14. Dezember 2011 | 16:56 | Antworten
  10. The credit loans are essential for people, which are willing to ground their own organization. By the way, it’s not very hard to receive a small business loan.

    CARNEY19Ramona | 20. Dezember 2011 | 07:36 | Antworten

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