Knappe Führung für das Klima
Seit einer halben Stunde sitzen die Delegierten wieder im Plenum. Fünf Stunden lang haben die Minister und Delegationschefs den Text der südafrikanischen Präsidentschaft durchgekaut. Dabei wurde hart um einzelne Formulierungen gestritten und sowohl EU-Klima-Kommissarin Hedegard, Bundesumweltminister Röttgen als auch US-Delegtionschef Stern kamen immer wieder raus, um uns zu berichten, dass man sich zäh und langsam auf einander zubewege.
Jetzt läuft das Plenum und es werden nun die Texte öffentlich debattiert, Änderungsvorschläge eingebracht, argumentiert … so eine Versammlung der 194 Staaten läuft vom Grundsatz her nicht anders ab als die Eigentümerversammlung einer großen Wohnanlage mit 194 Eigentümern, in der es um die Anschaffung neuer Mülltonnen, den Anstrich der Tiefgarage, die Entlassung des gemeinsamen Gärtners und – vor allem! – um das ständige, lästige Holzkohle-Grillen der jungen Leute im Erdgeschoss geht.
Mich beruhigt sowas ungemein. Klar bedeutet das, dass der Fortschritt in einer solchen Demokratie eine Schnecke sein muss. Aber zu sehen, wie die Vertreter von kleinen Staaten wie Grenada oder Gambia den USA kräftig Kontra geben, entschädigt für durchwachte Nächte und schmerzende Füße.
Das kann hier noch scheitern, klar, wenn am Ende ein Staat aufsteht und sein Veto einlegt. Aber das, was auf dem Tisch liegt, sieht brauchbar aus. Die USA, China und die großen Schwellenländer sollen ab 2020 mit hinein in einen völkerrechtlich bindenden Vertrag oder sowas Ähnliches. Daumen drücken!
1 Kommentar | 10. Dezember 2011 | 19:56 Uhr |
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Als ob das Klima nur vom CO² abhängt. Was ist mit SO² und Feinstaub, das eine klimabkühlende Wirkung hat? Erwärmte sich das Klima nicht erst ab dem Zeitpunkt, als man die Schwefeldioxidfilter in die Schornsteine der Kohlekraftwerke einbaute?
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