Die lähmende Ruhe vor dem Sturm
Der vorletzte Tag des Klimagipfels. Ich bin müde, denn es tut sich wenig, was mich wachhalten könnte. Auch der deutsche Umweltminister hat Ringe unter den Augen, denn die Verhandlungsnächte werden immer länger.
Gerade bilden sich neue Kolalitionen in der UNO. Die EU, die afrikanischen Staaten, die LDCs, die am wenigsten entwickelten Länder und die Gruppe der Inselstaaten AOSIS schließen sich eng zusammen, um Druck auf China und die USA auszuüben, ein verzweifelter Hilferuf, von dem viele befürchten, dass er verpufft.
Über 120 Staaten vereint dieses Bündnis. Hätten wir eine Weltdemokratie, dann wäre das eine satte absolute Mehrheit. Aber wir haben keine Weltdemokratie und die großen Treibhausgasemittenten USA und China bilden weiter den Block der Ignoranten.
Auch der überraschend laute Protest im Plenum, als Todd Stern, der US-Verhandlungsführer heute ans Rednerpult tritt, wird die US-Position nicht ändern, fürchte ich. Was von Sterns schönen Worten bleibt, ist nicht mehr als ein paar Gramm Kohlendioxid, das er dabei ausatmet.
Bevor morgen der große Show-down im letzten Plenum beginnt, werde ich versuchen, noch ein paar normale Chinesen und Amerikaner zu fragen, was sie von der Blockadehaltung ihrer Regierungen halten. Dazu wird es hier ein Video geben.
Morgen, am Tag X von Durban.
Kommentieren | 08. Dezember 2011 | 19:36 Uhr |
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