Weltklimagipfel · Klimagipfel Durban 2011
Auf der Klimakonferenz herrscht Totenruhe, aber draußen tanzt der Bär
Sehe ich recht? Was macht ein Sioux-Häuptling mit langen Zöpfen und Amulett am Strand von Durban? Er protestiere gegen den Stillstand bei den internationalen Klimaverhandlungen, sagt mir Tom Go Tooth, der, wie er betont, zum Stamm der Navajo und ebenso zum Stamm der Sioux gehöre, was ich ihm einfach glauben muss, denn die verwandtschaftlichen Binnenstrukturen der nordamerikanischen Ureinwohner sind mir nicht vertraut.
Tom sitzt mit einer Gruppe von „indigenous people“, in Deutschland sagt man bisweilen noch schlicht „Indianer“, am Strand und palavert. Er ist aus South-Dakota angereist und er hat an der Demonstration teilgenommen, die lautstark und bunt zum Ende der ersten Verhandlungswoche des 17. Weltklimagipfels durch die Straßen von Durban getanzt ist. Internationale Umweltorganisationen, südafrikanische Gewerkschaften und viele Kleinstgruppen haben dazu aufgerufen, die Stimme der so genannten Zivilgesellschaft rund um das ICC, das Internationale Konferenzzentrum von Durban, vernehmbar zu machen.
Die Lobby der Wirtschaftsbosse, die Stromkonzerne, die Öl- und Kohleproduzenten seien zu stark und zu gut vertreten bei den Klimaverhandlungen, sie hielten die offiziellen Delegationen der Industrieländer fest im Griff, findet Tom – und die umsitzenden Klimaschützer aus den USA nicken heftig.
Das stört auch Martin Kaiser, den Chef der Klimaabteilung von Greenpeace, der im Block seiner Organisation mitmarschiert. Der große Einfuss der Energiekonzerne und der Automoblindustrie lähme die Verhandlungsposition der deutschen Delegation, meint Kaiser, zudem sei die im Konzert der Industriestaaten sonst eher fortschrittliche Stimme der EU durch die polnische EU-Ratspräsidentschaft zu leise geworden.
Dass die Polen die EU nicht gut vertreten, sieht auch Christoph Bals so. Er ist der politische Direktor von Germanwatch, einer Organisation, die auch Delegationsmitglieder von Entwicklungsländern im Umgang mit ihren gewieften Kollegen aus den Industrieländern berät, was ihm intime Informationen direkt aus den nicht-öffentlichen Beratungen verschafft. Die Polen, sagt Bals, stünden in Klimafragen den USA näher als Deutschland, weshalb er sich vom Eintreffen des deutschen Umweltministers Norbert Röttgen den notwendigen Schub erhofft. Röttgen wird zu Beginn der zweiten Verhandlungswoche in Durban erwartet und er soll, wenn es nach Bals geht, Dynamik in die festgefahrenen Verhandlungen bringen. Wobei, schiebt Bals nach, er sich nicht sicher sei, ob Röttgen vor dem Hintergrund der Eurokrise noch etwas bewegen könne und wolle.
Europa hat andere Probleme als den Klimawandel, das ist den Menschen in Durban längst klar – und wenn die bisher führende Kraft im UN-Klimaprozess schwächelt, was kann dann überhaupt noch herauskommen aus Durban?
Die Südafrikaner, die den Vorsitz der Konferenz haben, machten ihre Sache jedenfalls bisher gut, höre ich allenthalben. Wobei die Nagelprobe erst bevorsteht, wenn der Showdown der zweiten Woche beginnt, das „High-Level-Segment“, wie es im Klimasprech heißt. Als Schwellenland besitzt Südafrika die nötige Glaubwürdigkeit sowohl bei den den Industrie- als auch bei den Entwicklungsländern, um bei schwierigen Themen zu moderieren.
Jedenfalls spüre ich deutlicher als noch in Cancún in den Gesprächen mit Delegierten und Klimaschützern die Sorge, dass Durban scheitern könne, wobei die Erwartungen schon sehr tief hängen. Für das Hauptziel aus Sicht der meisten Konferenzteilnehmer, die Verlängerung des Kyoto-Protokolls, des bisher einzigen völkerrechtlich verbindlichen Abkommens zur Reduziereung von klimaschädlichen Treibhausgasen, gibt es schon so etwas wie eine inoffizielle, neue Sprachregelung. Die USA, Japan und Kanada, heißt es, werden sowieso nicht dabei sein und Russland nur dann, wenn es uneingeschränkt weiterwirtschaften darf wie bisher. Als neue treibende Kraft tauchen jetzt neben der EU die BASIC-Staaten auf, das sind die großen Schwellenländer Brasilien, Südafrika, Indien und China.
Ja, auch China! Die Chinesen, raunt man mir zu, werden vielleicht einmal die USA als Weltmacht überholen – und dazu gehöre ein Umschwenken auf ein klimafreundliches, von erneuerbaren Energien angetriebenes Wirtschaftswachstum. Das lasse ich mal so stehen.
Jedenfalls sehnen sich die Klimafreunde in Durban danach, dass die BASIC-Staaten zusammen mit den Europäern eine neues, strengeres Abkommen als das Kyoto-Protokoll zustande bringen, dem andere Schwergewichte der Treibhausgasproduktion wie die USA später beitreten können. Denn eins steht fest: 1997 in Kyoto kamen die Schwellenländer noch ohne Auflagen davon, aber ihre Schonfrist ist jetzt abgelaufen. Das begreifen auch die Demonstranten vor dem Konferenzzentrum, sogar die südafrikanischen Gewerkschafter, deren Herzen noch an den Jobs im Kohlebergbau hängen. In knallroten Hemden laufen ein paar Demonstranten einer „One Million Climate Jobs Campaign“ durch die Straßen. Dabei ist allen klar, dass Südafrika keine so schnelle Energiewende gelingen wird, wie sie Deutschland anstrebt. Aber mit deutschem Geld für deutsche Technologie soll der Anteil an Sonne und Wind bis 2025 auf immerhin 15 Prozent steigen. Sari (South African Renewables Initiative) heißt das Konzept der hiesigen Regierung und ein Abkommen dazu mit Deutschland und anderen europäischen Staaten soll am Rande der Konferenz verkündet werden.
In den Köpfen der Südafrikaner dreht sich also Einiges. Viele Bewohner der Townships, der einstigen Schwarzen-Ghettos, haben erst nach dem Ende der Apartheid überhaupt einen Stromanschluss bekommen. Dadurch ist der Energiebedarf im Land noch einmal gigantisch gestiegen. Zudem stammen 88 Prozent des südafrikanischen Stroms immer noch aus Kohle. Und jetzt soll Südafrika sich mit an die Spitze einer Ausstiegsbewegung raus aus den fossilen Energieträgern setzen? Warum eigentlich nicht?
Die Apartheid ist seit 17 Jahren Geschichte. Genauso lang verhandelt die Weltgemeinschaft nun schon auf endlos zähen Klimagipfeln über eine gerechte Zukunft des Planeten. Die Südafrikaner wissen, wie man Geschichte macht. Vielleicht erleben wir ja eine Überraschung.
2 Kommentare | 05. Dezember 2011 | 12:23 Uhr |
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1. Socken verschwinden in der Waschmaschine wenn sie zwischen Waschtrommel und Tür geraten, nach und nach weiter mitgerissen werden, und schließlich im Abwasserstrom landen… Man findet sie in der Regel hinter dem Flusensieb, welches sich links unten an der Maschine herausschrauben lässt…
2. Das Universum ist nicht unendlich groß, und dehnt sich auch nicht aus, nur weil man mehr rotes als blaues Licht sieht!!
Weißes Licht ist die Summe aus allen Farben, und so überlagern sich ganz einfach alle Wellenlängen… Rotes Licht hat nun mal die kleinste Frequenz, und kommt somit am weitesten…
Ein roter Laser schneidet besser wie ein blauer, weil er nicht so sehr streut, sondern eher seine Energie bündelt!!
Schallwellen überlagern sich auch, wenn die Dampflock kommt, da wird gar nichts gestaucht!! Denn Lärm ist die Mischung aus allen Tönen, was das Ohr überreizt, und zum Tinitous führen kann!!
Aber das ist ja auch nur eine Theorie von mir!!
Im Jahre 2006 wurde der Nobelpreis für Physik an George Smoot für die Messung der “NEW AETHER DRIFT” verliehen. Einstein hat in seiner Leydenrede 1920 den Aether wieder eingeführt und daher ist die RT falsch. Von NANO würde ich mehr prezison bei der Wissenschaftsdiskussion erwarten.
Was heisst Physik am Kollaps. Die Relativitätstheorien sind einfach falsch, warum kommt das niemandem über die Lippen?