Die Video-Tipps für März 2011

Quelle: tape.tv

Musikvideos sind – wenn sie gut gemacht werden – eine eigene Kunstform. In meist nur wenigen Minuten erzählen sie dann Geschichten, spielen mit filmischen Traditionen und Ästhetiken, präsentieren üppig ausgestattete Bilder, oder sprengen als epische Mini-Spielfilme gleich ganz den gängigen Rahmen von Single-Auskopplungen (wie etwa Michael Jacksons “Thriller”-Video). Kulturzeit präsentiert deshalb monatlich eine Auswahl der besten Neuerscheinungen aus Pop, Rock und Independent, bei denen nicht nur die Musik, sondern auch das Video überzeugt haben. Klicken Sie sich durch unseren Video-Player.

 


The Joy Formidable

“Austere”

Album: “The Big Roar”

Rykodisc (Warner)

The Joy Formidable überzeugen mit gutgelauntem, eingängigen Indie-Rock à la Blood Red Shoes. Prägnante, simple Schlagzeugbeats, verzerrte Gitarrenriffs und die schmale Mädchenstimme von Ritzy Bryan machen das Debüt “The Big Roar” zum Soundtrack für alles Ausgelassene. Das Video zu “Austere” ist ein ästhetisiertes Feuerwerk der Farben.

 

 

 

 


Lykke Li

“I Follow Rivers”

Album: “Wounded Rhymes”

Warner Music

“Wounded Rhymes” heißt das zweite Album der melancholischen Schwedin Lykke Li - produziert von Peter Bjorn and John-Musiker Björn Yttling. Wie in ihrem Debüt “Youth Novels” mischt sie darauf bittersüßen Pop mit Elektro. Doch was zuvor mädchenhaft verspielt klang, wirkt nun erwachsen und kraftvoller - so wie das düstere, beschwörend rhythmische “I Follow Rivers”.

 

  

 


The Streets

“Going Through Hell”

Album: “Computers And Blues”

Warner Music

Es ist ein Abschied mit Ansage: “Computers And Blues” wird das letzte Werk von The Streets sein, drei Jahre hat Mike Skinner daran gefeilt. Der MC mit Cockney-Charme war mit seinen fünf Alben wegweisend für den Spagat zwischen HipHop, Pop und Alternative. Im Video zu “Going Through Hell” macht ein verschmitzt wirkender Skinner allerdings nicht den Eindruck, abtreten zu wollen.

 

 

 

 


Stateless

“Ariel”

Album: “Matilda”

Ninja Tune 

“Ariel” aus dem Album “Mathilda” von Stateless handelt vom Kampf Gut gegen Böse. Schwirrende Elektrobeats, gypsy-artige Gitarren-Riffs und der ätherische Gesang von Chris James entwickeln einen energetischen Sog. Für das Video haben Grafikdesigner Tanzsequenzen kunstvoll animiert: Die Schlacht zwischen Engel und Teufel – ein visueller Rausch.

 

 




The Kills

“Satellite”

Album: “Blood Pressures”

Domino Records (Goodtogo)

Alison Mosshart, alias VV, und Jamie Hince von The Kills kultivieren ein gepflegtes Rock’n'Roll-Image, so auch auf ihrem vierten Album “Blood Pressure”. Mossharts schwermütiger Gesang und düstere Dub-Rythmen dominieren die erste Single “Satellite”. Das Video wirft (alp-)traumartige Schlaglichter auf Roadmovie-Szenen – Regie führte die Musikvideo-Künstlerin Sophie Muller.

 

 


PJ Harvey

“The Words That Maketh Murder”

Album: “Let England Shake”

Island (Universal)

Eine Kirche in ihrer Heimat Dorset diente PJ Harvey als Studio für ihr achtes Album “Let England Shake”. Komponiert hat sie es überwiegend auf der Zither-ähnlichen Autoharp. Es kreist thematisch um Krieg und Tod – wie die Single ”The Words That Maketh Murder”: Was zunächst wie ein harmloser Folk-Pop-Song klingt, entpuppt sich als grausige Beschreibung von Kriegsszenen.

 

 

Kommentieren | 02. März 2011 | 12:30 Uhr | Twittern | Facebook

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