Die Video-Tipps für Februar 2011

Quelle: tape.tv

Musikvideos sind – wenn sie gut gemacht werden – eine eigene Kunstform. In meist nur wenigen Minuten erzählen sie dann Geschichten, spielen mit filmischen Traditionen und Ästhetiken, präsentieren üppig ausgestattete Bilder, oder sprengen als epische Mini-Spielfilme gleich ganz den gängigen Rahmen von Single-Auskopplungen (wie etwa Michael Jacksons “Thriller”-Video). Kulturzeit präsentiert deshalb monatlich eine Auswahl der besten Neuerscheinungen aus Pop, Rock und Independent, bei denen nicht nur die Musik, sondern auch das Video überzeugt haben. Klicken Sie sich durch unseren Video-Player.

Joan As Police Woman
“The Magic”
Album: “The Deep Field “
Pias Recordings/Rough Trade 2011

Mit ihrem dritten Album “The Deep Field” beweist Joan Wasser, alias Joan As Police Woman, dass sie auch ohne die Hilfe ihrer berühmten Freunde ein außergewöhnliches Pop-Album aufnehmen kann. Groovige Linien und eine Schmirgelpapier-Stimme zeichnen die studierte Violinistin aus. Ihre Single “The Magic” ist ein echter Ohrwurm.

 


Broken Social Scene
“Texico Bitches”
Album: “Forgiveness Rock Record”
City Slang/Universal 2010

Homoerotisches Ringen in schwarzem Öl: Das Video zu “Texico Bitches” vom Album “Forgiveness Rock Record” des kanadischen Indie-Kollektivs Broken Social Scene liest sich als handfeste Kritik an den Öl-Multis dieser Welt. Musikalisch kommt der poppige Song gut gelaunt und leichtfüßig daher, gebrochen wird dieser Eindruck allerdings durch an Militärparaden mutende Schlagzeugparts.

  


Jeans Team
“Totes Kino”
Maxi Single: “Totes Kino / Cocktailständer”
Alkomerz 2010

Jeans Team – das sind minimalistische Texte, Synthies, treibende Elektrobeats und strenges Staccato. Nachdem das Elektro-Duo im Oktober 2010 sein eigenes Label Alkomerz aus der Taufe gehoben hatte, schritt es bald darauf wieder zur Tat und veröffentlichte “Totes Kino / Cocktailständer”, eine Maxi-Single. Das Video zu “Totes Kino” zeugt von ungezügeltem Wahnsinn.

 
 

This Is The Arrival
“New York’s Got A Piece Of My Chest”
Album: “This Is The Arrival”
Dienje Music/Rough Trade 2010

Von der bayrischen Schülerformation zur erfolgreichen Indie-Pop-Band: This Is The Arrival haben eine Bilderbuch-Karriere hingelegt. Entdeckt und gefördert von dem Münchner Produzenten und Musiker Ron Flieger, haben die vier Jungs ihr erstes Album auch gleich auf dessen Label veröffentlicht. “This Is The Arrival” strotzt vor glänzenden Indie-Pop-Perlen, wie “New York’s Got A Piece Of My Chest”.


 




Beatsteaks
“Milk And Honey”
Album: “Boombox”
Warner Music 2011

Viel gesagt werden muss da nicht: Die Beatsteaks sind eine Institution, der Stolz des deutschen Punkrocks. Das sechste Studioalbum der Band, “Boombox”, ist stilistisch breit gefächert. Die Klaviatur reicht von lässigem Tanzen über wildes Schunkeln bis zu Headbangen. “Milk And Honey”, die erste Single, hat Hymnen-Qualität. Sie ist zum Mitsingen gemacht – das zeigt auch das Video.


Rae Spoon
“Love Is A Hunter”
Album: “Love Is A Hunter”
Import/Pid 2010

In seinem ersten Leben war der Transgender Rae Spoon eine Frau – davon zeugt nicht nur sein androgynes Äußeres, sondern auch seine sanfte, mädchenhafte Stimme. Mit verträumten, melancholischen Indie-Folk-Songs erinnert der Kanadier an Bands wie Azure Ray oder Rilo Kiley. Im Zentrum des animierten Clips zur Single “Love Is A Hunter” vom gleichnamigen Album steht der verletzliche, weibliche Körper.

Kommentieren | 31. Januar 2011 | 10:35 Uhr | Twittern | Facebook

Was sagen Sie dazu?