Allgemein
Die Video-Tipps für Dezember/Januar 2010/2011
Quelle: tape.tv
Musikvideos sind – wenn sie gut gemacht werden – eine eigene Kunstform.
In meist nur wenigen Minuten erzählen sie dann Geschichten, spielen mit
filmischen Traditionen und Ästhetiken, präsentieren üppig ausgestattete
Bilder, oder sprengen als epische Mini-Spielfilme gleich ganz den
gängigen Rahmen von Single-Auskopplungen (wie etwa Michael Jacksons
“Thriller”-Video). Kulturzeit präsentiert deshalb monatlich eine Auswahl
der besten Neuerscheinungen aus Pop, Rock und Independent, bei denen
nicht nur die Musik, sondern auch das Video überzeugt haben. Klicken Sie
sich durch unseren Video-Player.
Arcade Fire
“The Suburbs”
Album: “The Suburbs”
City Slang/Universal 2010
Arcade Fire haben sich mit ihrem Indie-Folkrock in den letzten Jahren von feinen Songskizzen zu großformatiger Stadionunterhaltung entwickelt. Das Video zur Single “The Suburbs” – ein Zusammenschnitt aus einem Kurzfilm von Spike Jonze – vereint beide Qualitäten: Während der Song dezent-sehnsuchtsvoll Kindheitserinnerungen pflegt, bricht im Bild die Gewalt in die Vorstadt-Idylle einiger Teenagern ein.
Sufjan Stevens
“Too Much”
Album: “The Age Of Adz”
Asthmatic Kitty/Soulfood 2010
Sufjan Stevens schreibt einzigartig schöne Singer/Songwriter-Musik – wenn er seine akustischen Kleinode nicht gerade wie auf “The Age Of Adz” elektronischen Experimenten unterwirft. “Too Much” prüft mit seinem Video nicht nur Hör-, sondern auch Sehgewohn- heiten: Mit der grellbunten MTV-Ästhetik und der abgehackten Stop-Motion-Optik ist der Song zur Entspannung eher nur bedingt geeignet – vor allem am Ende.
Beat!Beat!Beat!
“We Are Waves”
Album: “Lightmares”
Richard Mohlmann/Universal 2010
Röhrenjeans und V-Ausschnitt, Schrammelgitarre und lässiger Groove: Beat!BeatBeat!s Debüt “Lightmares” klingt englisch-routiniert, dabei hat das Quartett gerade erst die Schule in seiner nordrhein-westfälischen Heimat Viersen beendet. Ihr Video zu “We Are Waves” ist durchdrungen von jugend- licher Sehnsucht und Aufbruchs-stimmung – ein Nachtbad mit Kleidung scheint da nur passend zu sein.
Coldplay
“Christmas Lights”
Single: “Christmas Lights”
EMI 2010
Kleine, intime Indie-Songs haben Coldplay bekannt gemacht, weltberühmt wurde die englische Band aber erst mit Pathos-Pop und großen Gesten. Ihre Weihnachts-Single “Christmas Lights” eignet sich dafür perfekt: Zu sanften Klavierakkorden und vor charmanter Varieté-Kulisse geben sich Coldplay zunächst besinnlich, bevor Song und Video in Lampenmeer und Feuerwerk glanzvoll ausufern.
Anajo
“Mädchenmusik”
Single: “Mädchenmusik”
Tapete/Indigo 2010
Anajo beherrschen noch die Tugend der Selbstironie: Zum aufgekratzten Powerpop ihrer Single “Mädchenmusik” zeichnen sie die ganze Vorurteilspalette nach, die ihnen im Musikeralltag begegnet: Bionade-trinkende Weicheier, bekannt von Stefan Raab, die beim coolen Stammpublikum keine fünf Minuten überleben – mit Beinahe-Punk und Wackelkamera überzeugt die Band hier vom Gegenteil.
The Wombats
“Tokyo [Vampires & Wolves]“
Single: “Tokyo [Vampires & Wolves]“
14th Floor Records 2010
Nie zuvor waren The Wombats aus Liverpool so tanzbar wie mit “Tokyo [Vampires & Wolves]“. Über süße Synthesizer-Pop-Fundamente und einen treibenden 4/4-Disco-Takt reißt Sänger Matthew Murphy das Leben leidenschaftlich an sich, und auch im Video kostet das Trio sein Dasein in vollen Zügen aus: Statt PR-Arbeit zu verrichten, vergnügt sich die Band lieber im bunten Tokioer Nachtleben.
1 Kommentar | 17. Dezember 2010 | 16:00 Uhr |
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Wann schaffen Sie es endlich mal, das tagesaktuelle Video auch am gleichen Tag auf Ihrer Homepage zu veröffentlichen.
Wenn Sie dafür werben, wie aktuell das Intrnet und Ihre Homepage sind, dann sollte es wohl 2011 möglich sein, auch einen Hinweis auf die Band des Tages online zu stellen.
Ich habe leider keine Lust und auch keine Zeit, mir Tage später die Gruppen auf Ihrer Homepape herauszusuchen, die Ihre an sich sehr, sehr gute Rubrik (und dadurch auch Ihr überaus ausgezeichneter Musikgeschmack) eine Woche vorher empfohlen hatte.
Machen Sie weiter so gute Arbeit und geben Sie weiterhin so gute Empfehlungen, jedoch beheben Sie oben genannten Mangel.
DANKE