Sprechen wir über Paul (Folge 5)
Ich habe die Zeit nicht gestoppt, aber gefühlt hat Paul Weston ungefähr 1,5 Minuten gebraucht von dem Satz “Ich will hier nicht in Therapie” und “Wie wäre es, wenn ich wieder zu Ihnen kommen würde, zur Therapie.”
Ist in dieser Zeit etwas passiert, dass ihn überzeugt hat? Wenn ja, was?
Das Thema “Mutter”?
Oder war es von Anfang klar, dass er diesmal richtig Hilfe brauchen würde? Schließlich schämt er sich schon in der Eröffnungsszene seines Berufs.
Was ist los mit Paul Weston?
23 Kommentare | 22. März 2011 | 10:58 Uhr |
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Ja – ich kümmere mich weitgehend alleine um den Blog. Daher kann auch eine Rundumbetreuung nicht gewährleistet werden. Ich werde hier keine folgenbezogenen Artikel mehr einstellen – bitte führt den Diskussionsstrang unter den entsprechenden Figuren weiter.
Liebe Grüße
Ekki Voigt
die inhaltsbezogenen Schreiber wurden anscheinend erfolgreich vergrault hier
Was ist denn hier passiert? Wo sind denn die ganzen Kommentare?
Was ist denn hier passiert? Wo sind den die ganzen Kommentare abgeblieben?
Der Schock über die vielen verschwundenen Kommentare ist noch nicht ganz überwunden. Hier nun ein zaghafter Versuch, wieder etwas in Gang zu bringen.
Es ist interessant zu sehen, dass Paul, wenn er “nur” Patient” ist, trotz seiner Ausbildung zum Therapeuten sich nicht anders verhält als seine eigenen Patienten. Es wirkt so, als würde ihm sein ganzes Wissen für seine Problematik wenig helfen. Ich bin gespannt, was sich aus der Geschichte mit Tammie entwickelt. Lebt die alte Liebe wieder auf?
Noch ein Wort zu Gabriel Byrne: Die schauspielerische Leistung in der Rolle des Paul Weston ist einfach klasse.
Sehe ich ähnlich wie du, Anna. Ein anfängliches Winden und Sichdrücken und die Offenbarung, dass er nichts weiß – und sich dies scheinbar in diesem Bild der Amnesie ausdrückt.
Und abgesehen von jenem Weihnachtsabend ist auch interessant, dass er sich nicht im Klaren ist, welche Rückschlüsse aus dem Getanen in seinem Leben für die Zukunft erwachsen könnten. Aussichtslosigkeit. Und das in einem Alter, wo die Gesellschaft ja allgemeinhin gerne annimmt, dass man seinen Platz gefunden hat. Diese Verzweiflung, dass er im Grunde absolut zurückfällt – ohne Substanz, ohne Halt – bewegt mich als Zuschauer sehr.
Er steht ja nun an einem Punkt, wo sein gesamtes Leben zusammenzubrechen droht. Ehescheidung – Umzug – Klage am Hals – teil schwierige Patienten – Identitätskrise….
Er erwähnt das in etwa selbst zu Beginn des Gesprächs.
Geschickt, wie Gina auf seine Ankündigung reagiert, dass er keine Therapie haben will.
Ach wie schön ist es, hier vorbeizuschauen und einzutauchen in die gedankengänge von vertrauten und sicherlich bald vertrauten bloggenden…ich fühle mich in besonders angenehmer atmosphäre hier, danke dafür.
Ja was ist mit Paul los? Der arme rudert gar etwas ausser kontrolle und hüllt sich wie ein kleiner trotzkopf in seine unzulänglichkeit sich selber gegenüber. Er traut seinen gefühlen nicht über den weg – tragisch, dies von einem erfahrenen therapeuten mitansehen zu müssen. Ich leide mit ihm und als Gina in ihrer einzigartigen ruhigen art zum nebentischchen geht, wo ihre handtasche steht, diese kurz entschlossen packt und den völlig perplexen Paul mit seiner unschlüssigkeit – therapie ja oder nein – alleine im raum zu lassen gedenkt um einkäufe zu tätigen, werde ich an meine eigenen reaktionen meinen ab und zu bockigen kindern oder umwelt gegenüber konfrontiert. Genau so reagiere ich, wenn sie einfach nicht auf mein bitten, dies oder jenes zu tun oder besser zu lassen, reagieren wollen…
Und ich bin nach wie vor fasziniert von Ginas charisma das so beeindruckend aus ihrem entzückenden lächeln strahlt – eine wundervolle gereifte lady in meinen augen. Und die haare kunstvoll hochgesteckt und das ausdruckstarke gesicht freigebend wirkt auf mich noch enttrückter, noch eleganter – sehr schön.
p.s. dieser kommentar gehört hierher, danke Chuck
Paul ist in der Tat völlig durcheinander und muss wieder neu anfangen. Aber ich denke trotzdem, dass er jetzt viel weiter ist als am Anfang der ersten Staffel, wo bei ihm so alles geregelt und “richtig” war. Denn dieses Durcheinander ist eine Voraussetzung dafür, dass er sich wieder fängt.
Man könnte ihn mit jemanden vergleichen, der seinen Arm vor langer Zeit gebrochen und keine richtige Therapie bekommen hatte, sodass der Arm falsch zusammen wuchs und deswegen ständige Schmerzen verursacht. Es scheint uns klar zu sein, dass der Mann zum Arzt muss, der ihm den Arm wieder bricht und dann richtig schient, sodass am Ende eine vollständige Genesung möglich ist.
Paul am Anfang der ersten Staffel war der Mann mit dem falsch zusammengewachsenen Arm. Am Anfang der zweiten Staffel ist er der Mann, dessen Arm gerade neu gebrochen ist und dessen Schmerzen deswegen viel stärker als sonst sind. Jetzt ist die Frage, ob er eine richtige Therapie bekommt und diese auch anzunehmen vermag. Denn der Arzt legt eine Schiene an, der Körper des Patienten muss das Übrige tun.
Aber was war bei Paul, was bei ihm falsch zusammen wuchs? Paul vergab sich nie, dass er seiner Mutter nicht zu helfen vermochte. Die rationalen Argumente, nach dem Motto: “Du warst doch nur ein Kind, die Eltern müssen sich um die Kinder kümmern…” ziehen bei ihm nicht, mindestens nicht auf emotionaler Ebene. Er konnte sich nie verzeihen, dass er seiner Meinung nach die Mutter im Stich ließ. Seitdem versucht er all die Patienten zu retten, die zu ihm kommen, als Buße sozusagen. Aber es ist nie genug, das frisst ihn auf…
Das Ziel ist also für ihn zu erkennen, dass manche Menschen verloren gehen ohne dass man etwas dagegen tun kann. In Pauls Fall muss er emotional erkennen, dass er als Kind selbst Hilfe brauchte und kein Therapeut für seine Mutter sein könnte. Aber auch wenn die Mutter einen fähigen Therapeuten zur Seite hatte, es ist nicht gesagt, das dieser Erfolg bei ihr hätte.
Man kann höchstens die Hand reichen, aber der andere muss sie auch ergreifen, was schon eine schwere Arbeit an sich ist. Nicht jeder, der die Hilfe braucht, ist imstande, sie auch anzunehmen. Alex konnte es nicht, Laura dagegen scheint den Bogen gekriegt zu haben.
Manche schaffen es und manche tun es nicht. Paul muss seine Grenzen als etwas Gegebenes, Normales akzeptieren. Dass sie ihm aufgelegt sind, dass er seine Mutter oder manche Patienten verliert, liegt nicht daran, weil er etwas nicht gut genug gemacht hat, sondern weil sich einiges einfach nicht ändern lässt. Aber das muss er nicht nur mit seiner Vernunft, sondern mit seinem ganzen Wesen erkennen. Kein leichtes Ziel…
Aber so oder so, ich denke, dass unter anderem auch sein Leiden ihn zu einem derart guten Therapeuten macht…
Kann es sein, dass Paul von der Institution Ehe nicht besonders viel hält? Er bricht mit Leichtigkeit und ohne erkennbaren Gewissenskonflikt in die Ehe von Tammy ein (die offensichtlich auch keinerlei echte Probleme damit zu haben scheint), er bricht seine eigene Ehe und wurde betrogen. Harmoniert das mit seiner Einstellung zu seinem Vater und dessen Ehebruch?
Auffällig auch wieder seine hohe Aggressivität am Anfang der Sitzung. Woher kam die? Von dem abweisenden Verhalten von Tammy – die offensichtlich mit Gina über ihre Nacht mit Paul gesprochen hat. Oder macht ihn die Aussicht, sich in der Therapie öffnen zu sollen, per se schon aggressiv?
Auch interessant, dass er aus dieser Weihnachtsnacht soviel von den Erinnerungen ausgeblendet hat. Hat er wirklich nicht mitbekommen, dass sein Vater da war? Und warum hat der Vater erst rel. spät den Suizidversuch der Mutter mitbekommen? Es bleibt immer noch manches im Dunkeln.
Dinge geschehen, damit die Sache am Laufen bleibt.
Grübelnde TV-Zuschauer.
Macht Therapie das Leben schwerer oder leichter?
Es geschieht manches, WEIL….
Hallo Wildgans,
ich frage mich gerade, ob du wohl auch fähig bist ganze Sätze zu schreiben und nicht nur kryptische Satzfetzen zu hinterlassen?
Es bleibt immer noch manches im Dunkeln.
Im Grunde meine ich genau das!
Gruß von wildgoose:-)
Schade, dass ich nur die Hälfte dieser Folge habe sehen können. Und weil mir der inhaltliche Beginn fehlt, bleiben mir zwei Eindrücke. Zum Einen so eine Ungeduld und ein Widerwille von Paul, fast schon wie ein trotziges Kind – er würde es zu gerne alleine richten -, und andererseits eine stutzig wirkende Gina nach der Stunde. Was ich total erholsam empfinde, ist ein nicht vorhandenes Machtgefälle.
Zum Inhalt der dir fehlt:
Die Folge begann am Morgen dieses Tages, wo Paul nach einer leidenschaftlichen Nacht mit Tammy ein Frühstück bereitet hat, welches sie aber – wohl auch aus Zeitgründen – nicht gegessen hat. Tammy bezeichnete das Fremdgehen mit Paul als etwas, “was sich bequem anfühlt” und schiebt nach, sie meine damit vertraut. Tammy will nicht, dass Paul mit ihr zusammen, im selben Zug in die alte Heimat Pauls fährt, denn sie will nicht mit ihm zusammen gesehen werden.
In Ginas Praxis laufen sich Tammy und Paul kurz über den Weg und Tammy zeigt sich sehr ausweichend und abweisend. Paul erwähnt Gina gegenüber nichts von dieser Nacht.
Hier im englischen Original zu sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=RvZHG2jiGtY
oh vielen Danke Chuck! nach der folge habe ich schon lange gesucht. ich habe mich im laufe der zeit zu einem intreatment junkie entwickelt, der keine folge verpassen darf. mich fasziniert an paul ganz allgemein diese ruhe, die er seinen patienten gegenüber ausstrahlt und die im starken kontrast zu den meist hoch aggressiven energieen gegenüber gina stehen. (mir ist klar, dass es sich dabei um eine übertragung handelt)
wie kann ein mensch sich auf der einen seite so stark im griff haben und eigene gefühle im umgang mit seinen patienten ja fast komplett ausblenden – und auf der anderen seite in der lage ist die barriere des alltags (man spricht nur über oberflächliches, gedanken, erinnerungen die negative oder aggressive gefühle erzeugen werden nicht erwähnt)bei gina zu überwinden… eine faszinierende serie mit eindeutig suchtcharakter!
Das “Bild” mit “Ich lebe in einer Höhle, in der die Bären fehlen” fand ich stark.
Paul ist schwer auf der Suche.
Eindringliche Hinweise auf das “Menschsein an sich”, was ein Menschenleben ausmacht.
Stark die Szenen am Totenbett des Vaters!
Wer ist nicht mal von seinem Vater als “Kleiner Hosenschisser” betitelt worden.
Pauls Hand auf des Vaters Hand. Einfach GUT.
Was mich hier verwirrt hat, ist die Tatsache, dass die Episode Tammy Freitag 15.45 Uhr heißt. Wahrscheinlich gibt es wieder mehrere Namen dafür, aber Tammy passt nicht wirklich zu dieser Episode.
Ja, die Episode war wie immer stark.
Das Leitmotiv ist wohl: Schließe deinen Frieden mit deinen Eltern, nicht unbedingt weil sie es verdienen, sondern weil du es verdienst… Irgendwann sagte ich mir genau diesen Satz.
Es war ein Stück harter Arbeit, aber ich kriegte es hin, meinen Eltern zu verzeihen. Ich verstand, dass sie auch nur Menschen waren, die es versuchten, aus ihrem Leben das Beste zu machen, aber nicht in der Lage waren, ihr Bestes zu geben. Sowie ich jeden Tag versuche und doch meine Fehler mache, sodass ich eine Weile später zurückblicke und weiß, dass ich es noch besser machen konnte, wenn ich etwas weiser wäre. Aber in dem Moment war ich es nicht, und das ist in Ordnung so. Sowie meine Eltern es auch besser machen konnten, aber sie waren dazu nicht imstande.
Wir sind nur dazu in der Lage, wofür wir in diesem Moment in der Lage sind. Nicht mehr und nicht weniger.
Beeindruckend war der Satz von Paul, wo er sagt, dass er jetzt weiß, dass der Vater nicht in der Lage war, die Mutter zu retten, so wie Paul es auch nicht konnte.
Es ist wichtig den Grenzen gewahr zu werden, die uns auferlegt sind. Sowohl unsere Eltern, die zu einem bestimmten Zeitpunkt unseres Lebens die allmächtigen Götter in unserem Leben waren, als auch wir selbst haben einen Weg zu gehen. Auf diesem Weg machen wir viel falsch und lernen hoffentlich etwas daraus, um dann später ganz andere Fehler zu machen. Und das ist auch gut so. Und dennoch ist es so schwer genau diesen Umstand zu akzeptieren. Denn es scheint ein ewiger nie endender Kreis zu sein, aber dennoch ist jeder Fehler eine Chance, mehr über sich, über die Welt, über das Leben selbst zu erfahren. Mindestens wiederhole ich mir das immer wieder.
Diese Folge, Tammy genannt, war einer der intensivsten und bewegendsten aller bisherigen zwei – oder besser eineinhalb – Staffeln. Es ist faszinierend, einen ganzen langen Tag (!!!) später noch darüber nachzudenken, wie man selbst wohl in vergleichbarer Situation reagieren würde. Interessanterweise ist die Parallel-Folge von Bi Tipul völlig anders konzipiert.
Schreibe sonst eigentlich nicht in solchen Foren. Aber das ist wirklich ein Juwel auf einem gut versteckten Sendeplatz, seit Ende Februar ein absolutes MUSS jeden Montag. Nur ist Paul Synchronstimme gewöhnungsbedürftig mit dem Original in den Ohren. Macht aber weiter nichts.
Für alle, die das vielleicht interessant finden: Im israelischen Original wird der Therapeut von Assi Dayan, dem Sohn (!!!) von Moshe Dayan, gespielt.
Ich werde Dr. Paul Westen alias Gabriel Byrne vermissen. Schade, dass es nun zu Ende ist und schade, dass die Umstände, die Serie zu schauen, so schwierig waren. Diese Serie war ein echtes Highlight.
Schade, das wars. Eine megagute Serie bis zum Schluß. Auch wenn ich bei der gestrigen letzten Folge ein wenig zu kritisieren hätte. Aber wozu. Dies Blog war ja nun so gut wie sinnlos, im Gegensatz zu dem der ersten Staffel, da war er hochspannend. Die Ursache des Misslingens kennen wir ja.
Mir bleibt nur noch, zum Abschied alle Mitkommentatoren herzlich zu grüßen, lassen Sie es sich gut gehen!
Ines
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