Benthos-Forscher im Glück

Der schönste von allen – ein Riesenseestern mit über einem halben Meter Durchmesser ist ins Netz gegangen.

Samstag, 09.02.2013. Endlich haben auch die Biologen des Benthos-Projekts ihren ersten wirklich überzeugenden Fang gemacht. Ihr so genanntes Agassiz-Schleppnetz stellt die höchsten Anforderungen an Schiff und Besatzung. Es wird über dem Kontinentalsockel bis zum Meeresboden in etwa 200 Metern Tiefe abgelassen und für etwa zehn Minuten über den Boden geschleppt, um Proben der dort lebenden Meeresfauna einzusammeln. Dabei muss das Schiff immer in Bewegung sein, damit der Draht, an dem das Netz befestigt ist, sich nicht verheddert. Wenn zu viel Eis den Weg versperrt, kann das Agassiz-Netz nicht ausgebracht werden. Letzte Nacht waren die Bedingungen perfekt. Es spricht sich in Windeseile bis zur Brücke herum: Sie haben einen gewaltigen Seestern mit mehr als einem halben Meter Durchmesser gefangen! Ausserdem jede Menge Seespinnen, Seeigel, Manteltiere und Schwämme.

Ein guter Fang! Irene mit Seespinnen

Noch eine Seespinne

Schlangensterne

Gelber Seestern

Wenn nach der Schlammschlacht auf dem Arbeitsdeck der letzte Wissenschaftler mit dem Wasserschlauch saubergespritzt ist …

Weg mit dem Schlamm!

… geht die Arbeit erst richtig los. Die ganze Nacht sortieren und sezieren sie den Fang.

Chantal und Bruno bearbeiten Seesterne

Erstaunlicherweise ist der Artenreichtum in der Antarktis weit größer als beispielsweise in der Nordsee. Man schätzt, dass es im Südpolarmeer etwa 15.000 Arten gibt, in der Arktis dagegen nur 5000 bis 10.000 und in der Nordsee nicht mehr als 2000.

 

Autor: Hildegard Werth

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Die mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftsjournalistin arbeitet seit über 30 Jahren für das ZDF. Hildegard Werth ist die dienstälteste Reporterin des "heute-journals" und im Sender die Expertin für Raumfahrt.
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2 Kommentare

  • Rosemarie Schlegel
    12.02.2013, 09:00 Uhr.

    Liebe Frau Werth,
    danke für die interessanten Berichte mit Fotos von dem Südpolarmeer.
    M.f.G.
    R.Schl.

  • Arne Jensen
    12.02.2013, 16:29 Uhr.

    Was für ein toller Seestern! Ihren eigenen Kommentaren nach zu schließen, ist das auch für die Biologen ein ungewöhnliches Exemplar gewesen, oder?
    Die Seespinne finde ich recht skurril. Auch wenn der Körper ja nicht sehr groß ist, so ist die Länge der Beine mit seinen nadelfeinen Enden doch recht beträchtlich. Der Diameter bei ausgestreckten Beinen dürfte wohl größer sein als bei z.B. einer Vogelspinne?
    Wenn diese Tiere, so wie Sie sagen, aus etwa 200m Tiefe heraufgebracht werden, sterben sie dann kurz danach durch den schlagartigen Druckabfall?
    Wird alles seziert, oder gewisse Arten nur gezählt?
    Werden auch besondere Exemplare konserviert?
    Haben Ihre Forscherteams auf dieser Expedition bereits neue Arten entdeckt?

    Weiterhin „Petri Heil“.

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