Verzögerte Abreise

Hildegard Werth vor der Polarstern: im Hintergrund der defekte Bugkran mit gebrochenem Bolzen

Sonntag, 20.01.2013. Beim Eisbrechen hat eines der Echolote der Polarstern Schaden genommen. Es hat ein Leck und funktioniert nicht mehr. Blöd für die Biologen, die damit eigentlich Krill- und Fischschwärme orten und analysieren wollten. Taucher haben heute den Schaden unter Wasser inspiziert. Repariert werden kann er erst nach unserer Rückkehr in zwei Monaten. Zum Glück gibt es noch andere Echolote, mit denen die Forscher ersatzweise arbeiten könnten. Und noch mehr Pech: Im Hafen ist an dem großen Bugkran eine Hydraulikstange gebrochen …

Der Kran kann nun nicht mehr ordnungsgemäß auf Deck abgelegt werden. Ein mobiler Kran musste von weither herangeschafft werden, um den defekten Kran zu sichern und die Container im vorderen Bereich des Schiffes zu entladen. Aus Deutschland sind Mitarbeiter der Reederei angereist, um das weitere Vorgehen zu organisieren. Fazit: Unsere Abreise verzögert sich. Noch ist nicht ganz klar, wie lange …

Ein Segen, dass die Kranhydraulik erst hier in Punta Arenas den Geist aufgegeben hat! So konnte die Polarstern im Dezember noch planmäßig die deutsche Polarforschungsstation “Neumayer III” mit Nachschub versorgen. Das wäre ohne diesen Kran nicht möglich gewesen!

Autor: Hildegard Werth

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Die mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftsjournalistin arbeitet seit über 30 Jahren für das ZDF. Hildegard Werth ist die dienstälteste Reporterin des "heute-journals" und im Sender die Expertin für Raumfahrt.
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