Live dabei beim Weltuntergang

An vielen Stellen im Netz gibt es "Liveberichterstattung" zum Weltuntergang. (Foto: Screenshot)

An vielen Stellen im Netz gibt es "Liveberichterstattung" zum Weltuntergang. (Foto: Screenshot)

 

Der Tag, an dem die Welt untergehen soll, ist da, doch bisher steht noch alles. Im Internet ist das Ende des Maya-Kalenders schon seit Wochen heiß diskutiert.

An der Diskussion im Web beteiligen sich Verschwörungstheoretiker, traditionelle Medien, Wissenschaftler und jede Menge (Hobby-)Komiker. Mehr als 10 Millionen Treffer liefert die Suche nach “Weltuntergang 2012″ bei Google.

Egal, auf welche News-Website man in diesen Tagen schaut, am prophezeiten Weltuntergang kommt man nicht vorbei. Auch die seriösesten Medien schnüren seit Wochen ihr “Weltuntergangs-Themenpaket” zwischen Hype und dem Versuch eines Gegenbeweises. So kurz vor Weihnachten ist das Thema dankbar, keine Frage. Es lässt sich gut vorbereiten und verspricht viele Klicks.

Welt.de hat einen Liveticker plus Countdown eingerichtet. Auch das ZDF überträgt den Weltuntergang live. Das passende Blog zur Show gibt es schon seit Ende November. Auf vielen anderen Seiten kann man die wichtigsten Fragen und Antworten zum Ende der Welt finden. “Tut Apokalypse weh?” fragt etwa die Bild. Die ruft auch dazu auf, unter dem Hashtag #apokalypsewow den Weltuntergang “einfach wegzulachen”.

Die Witzbolde

Sowieso: Wer im Web etwas auf sich hält, der äußert sich zum Weltuntergang, am besten möglichst kreativ und witzreich. Webphänomen Hans Sarpei twittert das “vorläufige Programm zum Weltuntergang” und das Höllenwetter, das am Freitag auf der Erde eintrifft. Beide Witze hatten vorher schon in sozialen Netzwerken die Runde gemacht.

Gerne wird in diesen Tagen auch die Biene Maja zitiert, immerhin trägt die (fast) den gleichen Namen wie das Weltuntergang prophezeiende Völkchen aus Mittelamerika. Ein Bild des (Biene-)Maja-Adventskalenders, nur echt mit 21 Türchen, macht die Runde unter denjenigen, die mit einem Lächeln auf den Lippen aus der Welt scheiden wollen. Zur Beruhigung gibt es aber auch schon die ersten “Biene Maja”-Kalender für 2013.

Die Satire-Website “Der Postillon“ prophezeite für den 21. Dezember nicht etwa den Weltuntergang, sondern ein Phänomen mit dem Namen “Wochenende”, das der gregorianische Kalender schon seit dem 16. Jahrhundert vorhersagt.

Die Gläubigen

Die Zahl derjenigen, die tatsächlich befürchten, dass es mit uns schon heute zu Ende sein könnte, scheint im Internet unterrepräsentiert. Einige Websites wie www.21dezember2012.org liefern haufenweise Indizien, warum die Welt auf jeden Fall untergeht und auch in den Kommentaren zu Youtube-Videos, die den Weltuntergang widerlegen wollen, finden sich Stimmen von Verschwörungstheoretikern und Apokalyptikern.

Die Maya

Und was denken die Maya selbst? Die profitieren vielleicht vom Tourismus nach Mexiko und der “Weltuntergangs-Industrie”, glauben aber selbst nicht daran, dass alles heute ein Ende hat – wie man unter anderem in einem Youtube-Video sehen kann, in dem ein Maya-Stammesältester das Kalendersystem seines Volkes erklärt.

Die seriösen Wissenschaftsblogs und vor allem die NASA versuchen, den Weltuntergang rational zu widerlegen. NASA-Forscher Donald Yeomans hat bereits Anfang des Jahres in einem Interview einer Apokalypse in naher Zukunft widersprochen und etliche Gründe dafür genannt, warum der Maya-Kalender weitergeht.

Beim Wissenschaftsblog “Astrodictocum simplex“ finden sich die meistgestellten Fragen und Antworten zum Thema, von einem Astronom und Experten auf dem Gebiet rein rational betrachtet und aufgeschrieben. Dort kann man in jedem Fall etwas dazulernen – zieht man einen möglichen Weltuntergang in Betracht, werden Zweifel am Weiterbestehen der Erde hier ausgeräumt – hat man sich mit dem Thema bisher wenig beschäftigt, kann man über Planet X, Magnetfelder und den Zyklus von Naturkatastrophen lesen. Auch hier gibt es ein Liveblog des Wissenschaftlers, der sich am meisten auf den 22. Dezember freut “wenn der ganze Unsinn endlich vorbei ist”.

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

Autor: Rabea Ottenhues

Autorenbild

Rabea Ottenhues, Jahrgang 1986, macht ihre Ausbildung an der RTL Journalistenschule - treibt sich neben dem Fernsehen aber gerne online rum. Digitales ist für sie besonders interessant, wenn es um die Schnittmenge mit dem Analogen, um gesellschaftliche Themen, geht.
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