Intelligente Sensoren: Kontrolle und Überwachung

Das Internet der Dinge nimmt Gestalt an: Intelligente Sensoren bringen selbst Container ins Netz (Bild: s_volenszki, CC BY-NC 2.0)

Das Internet der Dinge nimmt Gestalt an: Intelligente Sensoren bringen selbst Container ins Netz (Bild: s_volenszki, CC BY-NC 2.0)

Spezielle Sensoren sammeln allerlei Umweltdaten und speisen sie ins Netz ein: Was banal klingt, wird unser Leben nachhaltig verändern. In ersten Einsätzen zeigt sich der praktische Nutzen, Pilotprojekte loten die Möglichkeiten aus.  Unternehmen wie Telekom, DHL oder Siemens wittern neue Geschäftsmodelle.

Das Internet der Dinge

Das oft beschworene Internet der Dinge nimmt allmählich Form an. In diesem “Web 3.0″ sollen Objekte selbstständig und ohne menschliches Zutun Informationen mit dem Netz austauschen. Ein fast schon klassisches Beispiel dafür ist der Kühlschrank der Zukunft, der via Internet automatisch Lebensmittel ordert, sobald die Vorräte zuneige gehen.

Damit der Kühlschrank dies tun kann, werden intelligente Sensoren benötigt, die Informationen erfassen und ins Internet einspeisen können. Genau solche Sensoren hat die spanische Firma Libelium entwickelt und wurde dafür Ende November auf der Emtech Spain prompt ausgezeichnet:  “Unsere Sensoren sind in der Lage, die verschiedensten Daten aufzuzeichnen und diese etwa via 3G an Cloud-Systeme weiterzugeben”, so David Gascón, Ingenieur von Libelium.

Radioaktivität, Parkplatz und die Luft

Ihren praktischen Einsatz fanden die Sensoren etwa bei der Reaktorkatastrophe von Fukushima, als sie binnen Stunden den Grad der Radioaktivität rund um das verseuchte Gebiet maßen und weiterleiteten. Aus diesen Daten ließen sich dann digitale Karten mit den verschiedenen Strahlungsleveln erstellen.

“Den bislang größten Einsatz haben die Sensoren in der spanischen Stadt Santander gehabt. Dort haben wir rund 1.000 Sensoren installiert. 400 wurden unter der Erde installiert und geben in Echtzeit wieder, wie die Parksituation in der Stadt ist. Sie zeigen an, wo noch freie Parkplätze sind. 600 Sensoren wurden installiert, um die Luftqualität zu messen”, sagt Gascón.

Messen und kontrollieren

In Deutschland werden die Sensoren bislang nur zur Forschung eingesetzt. Am Zentrum für Intelligente Objekte des Fraunhofer Institutes laufen momentan etwa mehrere Projekte mit Sensoren unterschiedlicher Hersteller. Hier arbeitet man in Zusammenarbeit mit T-System, einem Unternehmen der Deutschen Telekom AG, am Projekt OPAL Health: “Hier erforschen wir die Überwachung von mobilen Anlagen. Das sogenannte Asset-Tracking erlaubt uns mithilfe der Sensoren zu wissen, wo genau sich ein Gegenstand in einer Einrichtung wie einem Krankenhaus befindet”, sagt Ulli Münch vom Fraunhofer Institut.

Was mit Gegenständen geht, geht natürlich auch mit Menschen. In einem anderen Projekt mit dem Namen Olog-PAT – hier heißt der Kooperationspartner Siemens – forscht das Institut an einem Sensornetzwerk zur Lokalisierung von Patienten. Dazu werden spezielle Armbänder eingesetzt, die ihre aktuelle Position (und damit die des Patienten) kontinuierlich weiterleiten.

In Zusammenarbeit mit DHL untersucht das Zentrum die Kontrolle von logistischen Containern durch die Sensoren: “In Zukunft wird es uns möglich sein zu überwachen, was und in welchem Zustand in Containern transportiert wird.” Die Sensoren sollen zum Beispiel kontrollieren, ob ein Container unautorisiert geöffnet oder beschädigt wurde.

Messung von Umweltdaten

Auch an der TU Darmstadt beschäftigt man sich intensiv mit der neuen Technologie. Hier konzentriert man sich auf die Messung von Umweltdaten. So wurden Straßenbahnen und Ampeln in Darmstadt mit Messgeräten und Sensoren ausgestattet. Die Sensoren erfassen kontinuierlich Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Verkehrsdichte und übermitteln sie an eine eigens geschaffene Internet-Plattform. Das Darmstädter Umweltamt hat angekündigt, diese Daten für eine Mikroklimakarte der Innenstadt zu nutzen.

Noch steckt das Internet der Dinge in den Kinderschuhen, doch die ersten Feldversuche und Pilotprojekte lassen die Möglichkeiten erahnen. Sicher scheint jedenfalls eins: In Zukunft wird tatsächlich alles mit allem vernetzt sein.

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

 

Autor: Giuseppe Paletta

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Giuseppe Paletta: Nach dem Journalistikstudium in Leipzig widmete sich Giuseppe Paletta in seiner redaktionellen Arbeit vor allem Themen aus dem World Wide Web: Von Big Data über Crowdfunding bis zu Rasterfahndungen im Netz. Seine Texte lassen sich bei ZEIT Online, taz, Spiegel Online oder im Hyperland-Blog nachlesen.
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