Dem Weihnachtsmann auf den Fersen

Seit über 50 Jahren verfolgt das US-Militär den Weihnachtsmann bei seiner Tour um den Globus (Bild: Screenshot)

Seit über 50 Jahren verfolgt das US-Militär den Weihnachtsmann bei seiner Tour um den Globus (Bild: Screenshot)

Der Weihnachtsmann, der mit Schlitten und Rentieren um den Globus eilt, um Kindern Geschenke zu bringen, ist besonders in den USA ungemein populär. Seit 1955 wird sein Weg rund um den Globus vom US-Militär verfolgt. Auslöser war ein simpler Druckfehler in einer Anzeige.

Es war einmal … ein Druckfehler

Am 24. Dezember 1955 schaltete das Kaufhaus Sears eine Anzeige, in der Kinder aufgefordert wurden, den Weihnachtsmann auf seinem “privaten Telefon” anzurufen. Die Nummer sollte die Kinder natürlich mit dem Kaufhaus verbinden, doch ein Druckfehler sorgte dafür, dass die Anrufer beim “Colorado Springs’ Continental Air Defense Command” (CONAD) landeten.

Dort reagierte man schnell. Der diensthabende Colonel Harry Shoup wies das Personal an, die Kinder nicht zu enttäuschen. Stattdessen erzählte man ihnen, man verfolge Santa Claus via Radar und gab den Kindern seine  “genaue Position” durch.

Dies wurde auch in den folgenden Jahren beibehalten und 1958 von der Nachfolgeorganisation “North American Aerospace Defense Command” (NORAD) fortgeführt. Heute ist “NORAD Tracks Santa” in den USA eine populäre weihnachtliche Tradition, die von freiwilligen Helfern organisiert und von rund 50 Unternehmen unterstützt wird.

Mediale Breitseite

Das Militär erkannte früh die Werbetauglichkeit des Angebots und förderte es von Anfang an mit erheblichem medialen Einsatz, gegen den vergleichbare Aktionen in anderen Ländern – wie etwa die in Deutschland, Österreich und der Schweiz üblichen Weihnachtspostämter – doch eher ein wenig behäbig, wenn nicht gar dilettantisch wirken.

Es wurden Anzeigen geschaltet, Telefonhotlines eingerichtet, Schallplatten aufgenommen und für TV-Stationen war ein Hinweis auf die aktuelle Position des Weihnachtsmanns selbstverständlicher Bestandteil des Wetterberichts.

Heute gehören Internet und Social Media zum Medienmix des Projekts. Natürlich hat man eine eigene, mehrsprachige Webseite, einen YouTube-Kanal mit mehr als 95 Millionen Abrufen, bei Facebook sammelte Noradsanta mehr als 1 Million Likes, bei Twitter hat der Account @NoradSanta aktuell gut 98.000 Follower und bei Google+ kommt man auf knapp 7.000 Kontakte.

Neuerdings ist man auch auf Smartphones und Tablets vertreten. Die App “NORAD Tracks Santa” gibt es für Android, für iPhone & Co und Windows-8-Phones.

Microsoft statt Google

Seit Dezember 2007 beteiligt sich auch Google an der Suche nach dem Weihnachtsmann. Nun konnte man den Weg des Weihnachtsmannes via Google Maps und Google Earth in Echtzeit verfolgen.

Doch damit ist es in diesem Jahr vorbei. Man habe die Kooperation in gegenseitigem Einvernehmen beendet und werde in Zukunft eigene Wege gehen. Eine Begründung für die Trennung gibt es nicht, allerdings gab NORAD bekannt, dass man in diesem Jahr mit Microsofts Suchmaschine Bing Kindern auf aller Welt die Position des Weihnachtsmanns live zeigen werde.

Wer bei so wichtigen Fragen wie die nach der genauen Position des Weihnachtsmanns lieber auf Google als auf Microsoft vertraut, muss aber nicht verzagen, bietet Google doch inzwischen einen eigenen “Santatracker” an, der allerdings eher aufs Google-Imperium beschränkt bleibt. Es gibt eine Erweiterung für Googles Chrome, eine App für Android, Google Earth ist natürlich auch dabei – aber iOS oder Windows 8 bleiben außen vor.

Doch das Santa-Tracking ist inzwischen nicht mehr auf NORAD oder Google beschränkt – entsprechende Apps für alle Plattformen gibt es inzwischen von verschiedenen Anbietern. Und natürlich wurde die nette Idee auch als Geldquelle entdeckt. 1,18 Euro kostet der Santa Tracker Christmas für Android, 99 Cent der Weihnachtsmannradar für Windows Phone.

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

 

Autor: Giesbert Damaschke

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Giesbert Damaschke studierte Germanistik und Philosophie in Bonn und arbeitet seit über 30 Jahren mit Computern. Er unterrichtet, schreibt und lebt in München. Im Netz ist er unter www.damaschke.de zu finden.
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3 Kommentare

  • Stefan
    24.12.2012, 14:01 Uhr.

    Wie schön wäre unsere Welt, wenn die Militärs immer in derart friedlicher Mission unterwegs wäre.

    Wünsche allen Hyperland-Autoren und Lesern ein schönes und friedliches Weihnachtsfest.

  • Dana
    24.12.2012, 23:24 Uhr.

    Interessant was sich so alles getan hat und was noch getan werden muss. Viele Grüße und frohe Weihnachten an das Hyperland Team.

  • Bernd Munder
    26.12.2012, 18:32 Uhr.

    Santatracker? Bei uns kommt aber eher das Christkind. (Christkindtracker) Das kann man google ja mal vorschlagen. Vielleicht läßt sich damit in Deutschland auch noch Geld verdienen und die lieben Kinderlein haben dann vor Heiligabend eine Beschäftigung. Auf der Suche nach dem Christkind.
    Einen guten Beschluß und ein gutes neues Jahr.

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