Movember: Mit Schnauzbart gegen Prostatakrebs

Im Movember wachsen die Schnurrbärte für einen guten Zweck. (Bild: Movember-Facebook-Seite)

Im Movember wachsen die Schnurrbärte für einen guten Zweck. (Bild: Movember-Facebook-Seite)

Den ganzen Monat über haben sich Millionen von Männern weltweit einen Schnurrbart wachsen lassen, Fotos von ihrem Schnauzer gepostet und Videos hochgeladen. Jetzt neigt sich mit dem Monatsende auch der Movember seinem Ende entgegen. Durch die Aktion sollen das Bewusstsein für Prostatakrebs gestärkt und Spenden gesammelt werden. Zum Ende des diesjährigen Movember stellt Hyperland das Webphänomen vor.

Movember funktioniert so: Egal, ob man eigentlich Bartträger ist oder das Gesicht lieber haarfrei hält – am 1. November wird glattrasiert gestartet, um dann für den Rest des Monats einen hübschen Schnurrbart wachsen zu lassen. Daher rührt auch der Name “Movember”: er ist zusammengesetzt aus “Moustache” (“Schnurrbart”) und “November”.

Die Bewegung hat 2004 im australischen Melbourne ihren Anfang genommen und sich in den folgenden Jahren schnell in die USA, Kanada, nach Europa, aber auch nach Afrika und Asien verbreitet. In 21 Ländern gibt es mittlerweile offizielle Kampagnen und das “Global Journal” hat die Organisation 2012 zu einer der 100 führenden NGOs weltweit gewählt.

So sieht eine gelungene Online-Kampagne aus

Der Movember lebt vor allem von seinen digitalen Initiativen. Die Initiatoren der Aktion haben ausgerechnet, dass ein einziger Movember-Schnurrbart durch die Verbreitung im Internet durchschnittlich elf Facebook-Updates und zehn Tweets generiert und 36 Mal in persönlichen Unterhaltungen erwähnt wird. So lässt sich Aufmerksamkeit generieren und jeder schnauzertragende Mann wird zum Werbeträger für die Bekämpfung von Prostatakrebs.

Herzstück der Kampagne ist die Movember-Webseite, die es in 25 Versionen für unterschiedliche Länder und Regionen gibt. Die Aufmachung kommt hip und mit Vintage-Design daher. Man kann sich auch jetzt zum Monatsende noch registrieren und so zum “Mo Bro” werden. Dann kann man nicht nur selbst spenden, sondern auch andere, denen der Oberlippenbart gefällt, für sich spenden lassen. Wie man dabei am besten vorgeht, wird natürlich ebenfalls erklärt.

In diesem Jahr sind so schon mehr als 60 Millionen Euro zusammengekommen, im letzten Jahr waren es zum Ende des Monats über 90 Millionen Euro für den guten Zweck. Die deutschen Bartträger sind noch wenig erfolgreich im Fundraising, dort steht der Zähler gerade einmal bei 85.000 Euro.

Facebook, Twitter, YouTube und eine App – Movember auf allen Kanälen

Dabei hat Movember Deutschland schon mehr als 7700 Fans bei Facebook, natürlich gibt es auch einen offiziellen Twitter-Account. Spannender als die perfekte PR-Strategie der Movember-NGO ist das Hashtag #movember, das neben Spendenaufrufen quasi sekündlich neue Tweets mit witzigen Movember-Kommentaren und eine riesige Galerie der schönsten Schnauzbarte liefert.

Beim Youtube-Kanal setzt man auf (virale) Videos, um Öffentlichkeit zu generieren. Mehr als 150 Videos sind hochgeladen, unter anderem Testimonials von berühmten Schnurrbartträgern wie Hulk Hogan. Auch hier findet man professionelle Anleitungen, um möglichst viele Spenden für den guten Zweck zu sammeln.

In diesem Jahr trägt man auch der wachsenden Bedeutung von Smartphones Rechnung und hat eine App für Smartphones herausgebracht. Die bietet unter anderem einen “Mo Tracker”, um den eigenen Bartwuchs in einem Zeitraffervideo zu dokumentieren.

Auch Meister Proper trägt jetzt Schnäuzer

Schließlich setzen die Movember-Organisatoren auf Unterstützung aus Showbiz, Sport und Wirtschaft. In den USA hat es schon Tradition, dass sich ganze Sportteams dem Movember verschreiben. In Deutschland hat in diesem Jahr die Mannschaft von Fortuna Köln mitgemacht und viele unbekanntere Teams, auch aus anderen Sportarten, haben Fotos hochgeladen. Schalke-Spieler Roman Neustädter hat ein Foto von sich mit aufgemaltem Finger-Schnurrbart gepostet und sammelt jetzt Spenden. Und auch Meister Propper trägt auf seiner Facebook-Seite jetzt Schnauzer.

Die große Gala zum Abschluss des Movembers findet übrigens heute Abend in Berlin statt und auch in Hamburg ist am Freitag eine Movember-Party zum Monatsabschluss geplant.

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

Autor: Rabea Ottenhues

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Rabea Ottenhues, Jahrgang 1986, macht ihre Ausbildung an der RTL Journalistenschule - treibt sich neben dem Fernsehen aber gerne online rum. Digitales ist für sie besonders interessant, wenn es um die Schnittmenge mit dem Analogen, um gesellschaftliche Themen, geht.
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