Strompreise: Energiefresser Internet

Google, Facebook & Co verbrauchen so viel Strom wie ganze Großstädte. Kein Wunder, dass die Unternehmen große Anstrengungen in Sachen Energieeffizienz unternehmen. (Quelle: Google-Website, Screenshot.)
Wenn die Politik am Strompreis dreht, leiden die Betreiber von Serverparks besonders. Doch allzu große Auswirkungen auf das Netz hat dies nicht: Die Rechenzentren von Google, Facebook und Co sind bereits dort, wo die Energie billiger ist.
Egal, was wir im Internet tun – ob surfen, Musik hören oder Fernsehsendungen streamen – die Bereitstellung dieser Dienste kostet gewaltige Energiemengen. Irgendwo auf der Welt muss ein Server die Daten aufbereiten, über unzählige Router werden sie quer durch die Welt zu unserem PC oder einem Smartphone geleitet. Jeder einzelne Schritt kostet Energie. Und so ist die erhöhte Umlage für erneuerbare Energien, die die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber verkündeten, daher ganz im Blickpunkt der IT-Industrie: “Wenn eine hohe Umlage kommt, hat das natürlich Auswirkungen auf unser Geschäft” sagt Patrick Pulvermüller, Geschäftsführer des Providers Host Europe.
Energiefressende Kühlung
Das Unternehmen betreibt über 9.000 Server in zwei Rechenzentren in Köln – und verbraucht dabei 24 Gigawattstunden pro Jahr. Bereits jetzt zahlt das Unternehmen mehr als 250.000 Euro für die Abgaben aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, den gleichen Beitrag wird das Unternehmen wohl für die erhöhten Abgaben einkalkulieren müssen.
Trotzdem sieht Pulvermüller keinen Grund zur Panik. “Der Preis für Energie ist auf einem historisch niedrigem Niveau”, sagt Pulvermüller. Sein Unternehmen habe bereits die Energie für die kommenden vier Jahre eingekauft – Energiebörsen machen es möglich. Trotzdem setzt das Unternehmen auf Sparsamkeit und hat seine Rechenzentren nach den neuesten Erkenntnissen umgestaltet – beispielsweise die Server so angelegt, dass sie nicht so viel gekühlt werden müssen. Denn die Energie, die in die riesigen Rechenzentren gesteckt wird, wird dort in Wärme verwandet – die Kühlung verschlingt einen großen Teil des Energiebedarfs. “Mit der Energie, die wir einsparen, könnten wir 2.000 Vier-Personen-Haushalte versorgen”, sagt Pulvermüller.
Effiziente Rechenzentren
Doch Host Europe ist gemessen an den großen Konzernen im Datengeschäft nur ein kleiner Fisch. Allein Google hat 2011 in seinen Rechenzentren rund um die Welt 2,68 Milliarden Kilowattstunden verbraucht – das Hundertfache von Host Europe. Eine ganze Großstadt könnte man mit dieser Energie versorgen. Dabei ist Google ein Spitzenreiter in Sachen Energieeffizienz: Da die Server bei Google sehr spezifische Aufgaben erfüllen, können die Konstrukteure die Rechenzentren passgenau planen, so dass keine Energie verschwendet wird. Auch Facebook hat mit seinem neuen Design für Rechenzentren für Furore gesorgt.
Gleichzeitig investiert Google in erneuerbare Energien. Dafür gibt es dann sogar Lob von Greenpeace. Die Ankündigung des Konzerns, 48 Megawatt aus Windenergie zu beziehen, nennt die Umweltorganisation einen “Akt unternehmerischer Führerschaft”. Nicht alle Konzerne sind so umweltbewusst. So verteilt Greenpeace in einer Energiebilanz zum Cloudcomputing gute Noten an Google und Facebook, Microsoft und Amazon hingegen erhalten schlechte Noten.
Speckgürtel rund um Deutschland
Doch die ganz großen Datencenter sind ohnehin nicht in Deutschland angesiedelt. Während immer mehr Dienstleistungen in die Cloud, also in die Rechenzentren großer Konzerne verlegt werden, partizipierten deutsche Unternehmen bisher kaum daran. “Es entsteht ein regelrechter Speckgürtel rund um Deutschland”, erklärt Harald Summa, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Internetwirtschaft eco.
“Es ist einfach wirtschaftlicher ein Rechenzentrum in Frankreich zu betreiben als in Deutschland”, sagt Summa im Gespräch mit ZDF Hyperland. So nutzten zwar viele Deutsche die Dienste von Facebook, Google, Microsoft und anderen Anbietern, die zuständigen Rechenzentren lägen aber meist an Standorten wie Irland, Amsterdam oder Luxemburg. Für Summa ist das eine bedenkliche Entwicklung: “Wir haben keine Computerhersteller mehr in Deutschland und sind auf dem besten Wege auch beim Cloudcomputing nicht mehr mitspielen zu können.”
(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)
5 Kommentare | 15. Oktober 2012 | 10:10 Uhr |
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Solange die vielen kleinen Napoleons von Politik und Journalie vor diebischer Freude geradezu aufjauchzen, wenn die Gesamtkosten für Energie dem von ihnen selbst exzessiv gewollten und auch gezüchteten “Prekariat” geradezu die Luft abschnüren, dienen Beiträge wie der obige nur einem Zweck: Die Opfer auch noch zu veräppeln, zu verhöhnen und für dumm zu verkaufen, indem man ihnen den eigenen Stumpfsinn einbläut: Ihr spart halt noch nicht genug!
Bei den Sachsen und Germanen hat man eben noch nie gewusst, wann man aufhören sollte, und man wird es auch in Zukunft nicht lernen. Erstaunlich allerdings, dass dieses immer noch so erfolgreich funktioniert – auf dem gesamtdeutschen Kasernenhof… Die Leute scheinen sich geradezu unwohl zu fühlen, wenn die Preise nicht ständig weiter hochgehen und am Monatsende noch etwas im Geldbeutel übrig ist. Kann doch nicht sein, dass einer von einem einzigen Job sich selbst ernähren kann, geschweige denn eine ganze Familie… unerhört das!
Man schüttelt sich vor Schaudern… und wendet sich angewidert ab.
Volltreffer @Lolli
Sie haben mit wenigen Worten alles gesagt, was es dazu zu sagen gibt.
Ich werde zusammenfassend noch etwas ergänzen:
_“Die Welt will betrogen sein, und sie werde betrogen“!_
Na ja, sehen Sie es mal so: Alles was globale Abzocker im europäischen Um- und ausland aufgrund der dort zusammenbrechenden Wirtschaft nicht mehr einnehmen können, das holen sie sich also durch aggressive Preistreiberei von den Deutschen. Die Deutschen Politiker machen das so lange mit, wie
a) die Deutschland-AG nicht mit geplündert wird. Denn die ernährt sie ja.
b) der deutsche Staat seinen Anteil vom Beutezug mit abbekommt.
Nachdem etwa die französische Regierung die Benzin-Preise per Gesetz gedrosselt hat, dürften sich die üblichen Verdächtugen die Differenz nun evtl. in Deutschland hereinholen.
Ich finde es auch interessant, dass die Krankenkassen – obwohl sie gar keine Banken sind – heute Milliarden anhäufen und die Operationssääle deutscher Krankenhäuser gleichzeitig in bakterieller Versäuchung versinken, weil sie mit der Stoppuhr von wandelnden Bazillenmuseen “gereinigt” werden. Aber wen kümmern schon die paar “verreckten Frühchen”. Solange man uns die Lebenszeit “zugunsten” von Riester-Absahnern und zusammengekürzten Rentenkassen auf 90-120 Jahre hochrechnet, interessiert es keinen, wenn schon bald in unterkühlten Wohnungen die rheumatischen Erkrankungen ins Kraut schießen und operative Eingriffe oder Krankenhausaufenthalte überhaupt zu einem ernsthaften Risiko werden.
Die toitsche Mentalität hat schon etwas hübsch-ranziges – in jedem Falle ist sie aber totalverarschend. Es kommt nie das bei allem heraus, was zuvor (nicht) beabsichtigt war.
Cheers
Hallo,
so oder so wird alles teurer. Die Haushalte werden aktiv sowie passiv belastet werden. Die eigenen Nebenkosten und die Verteurung der Waren und Dienstleistungen summieren sich bestimmt zu eine ziemlich hohe Summe.
Egal ob es für Unternehmen wie Serverparks oder andere sind, am ende muss es der Kunde auszahle.
Ich frage mich nur, wenn die Menschen in Deutschland soviel Geld in die Erneueren Energien investieren über ihre Strompreise, Wieviel Prozent dieser erneuerbaren Energieanlagen am ende des tages tatsächlich den Bürger gehören.
Besonders durch die Erhöhung der EEG-Umlage zum 1. Januar 2013 und steigende Netzentgelte droht Deutschland eine Welle von Strompreiserhöhungen.
Meiner Meinung nach sollten Verbraucher beim Abschluss eines neuen Stromtarifs auf die richtige Preisgarantie oder Preisfixierung achten. Eine Nettopreisgarantie beinhaltet alle Preisbestandteile außer der Mehrwertsteuer. Nur so entgehen Kunden einem möglichen Preisanstieg in Folge der EEG-Anpassung.
Laut http://energie.pr-gateway.de/drohende-strompreiserhohungen-auf-tarife-mit-preisgarantie-achten/ wird die EEG-Umlage im nächsten Jahr um 47 Prozent auf 5,28 Cent pro Kilowattstunde steigen. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden zahlt damit 314 Euro pro Jahr für die Ökostromförderung und damit rund 100 Euro mehr als 2012.