Smartcameras machen Smartphones Konkurrenz

Samsung-Kamera mit Handy-Anmutung (Foto: Samsung)

Samsung-Kamera mit Handy-Anmutung (Foto: Samsung)

Mit fast jedem Handy kann man Fotos machen. Auf der Bilder-Community Flickr führt ein iPhone die Hitparade der meistgenutzten Knipsen an. Die derart bedrängten Kamerahersteller wollen bis zum 23. September in Köln auf der Photokina zeigen, warum es sich trotzdem lohnt, “echte” Fotoapparate zu kaufen: Neue Modelle versprechen eine bessere Bildqualität als die Telefone und können sich trotzdem wie diese auch mit dem Internet verbinden.

 

Nikon und Samsung verwenden dazu das Betriebssystem Android, denn das bringt praktischerweise ein bereits etabliertes App-Ökosystem für den Umgang mit Bildern mit. Dank Android sind die neuen Geräte dabei ganz nah am Netz: Gerade eben erst geschossene Fotos lassen sich sofort über Mail, Twitter, Facebook oder Foto-Sharing-Systeme wie Instagram, Flickr und Snapr verteilen – ein WLAN-Hotspot genügt.

Die Android-Kompakte: Nikon Coolpix S800c

Mit 187 Gramm Gewicht konkurriert die Nikon Coolpix S800c mit normalen Kompaktkameras. Dank Android 2.3 lädt sie beliebige Anwendungen aus “Google Play” (wie Google seinen App-Store nennt) direkt auf die Kamera, ganz egal, ob es sich um Apps für Fotos oder Social Media handelt. Der 3,5-Zoll-Touchscreen lässt sich ebenso bedienen wie der eines Smartphones. Ein 16-Megapixel-Sensor und ein bildstabilisiertes Objektiv mit optischem 10-fach-Zoom (bei 25 mm Brennweite) bilden das optische Herz der Kamera. Als Datenverbindung nutzt die Kamera wahlweise einen verfügbaren Zugangspunkt in der Nähe oder den mobilen Hotspot eines Smartphones oder Tablets, den man bei Vorhandensein eines entsprechenden Gerätes samt passendem Mobilfunkvertrag selbst einrichten kann. Das 400 Euro teure Gerät soll noch in diesem Monat erscheinen.

Android-Bolide mit Funktelefon: Samsung Galaxy

Samsung schickt gleich mehrere netzwerkfähige Modelle vom Typ “Smartcamera“ mit Bilderuploadmöglichkeit ins Rennen. Größte Aufmerksamkeit erregt dabei das mit 305 Gramm eher schwere Modell “Galaxy“: Sein Sensor löst 16,3 Megapixel auf, das lichtstarke 21-fach-Zoom beginnt bei 23 Millimetern Brennweite. Das Display bietet mit 4,77 Zoll Bildschirmdiagonale reichlich Touchscreen, um das verwendete Android 4.1 gut bedienen zu können. Sprachsteuerung gibt es obendrauf.

Auch Nikon bietet Kameras mit Android-Betriebssystem (Foto: Nikon)

Auch Nikon bietet Kameras mit Android-Betriebssystem (Foto: Nikon)

Ein Vorteil: Das Gerät ist autark, wenn es um den Netzzugang geht. Um sich mit dem Internet zu verbinden, kann Samsungs Galaxy nicht nur WLAN-Hotspots, sondern direkt auch 3G/4G-Netze verwenden – eine SIM-Karte mit Datentarif reicht, um direkt “ins Netz zu fotografieren.” Preise und einen Termin für den Verkaufsstart gibt es noch nicht.

Vernetzte Systemkameras ohne Android

Sony präsentiert mit den Alpha-Modellen NEX-5R und NEX-6 spiegellose 16-Megapixel-Systemkameras mit Wechselobjektiven. Sie verbinden sich auch ohne Android via WLAN mit dem Internet: über den hauseigenen Dienst PlayMemories. Über dessen App-Shop laden sie zusätzliche Feature- und Filter-Apps nach. Mit 18-55-Millimeter-Objektiv soll die Alpha NEX-5R noch vor Jahresende für knapp 750 Euro erscheinen.

Die Panasonic Lumix DMC-GH3 koppelt sich per Wi-Fi an Smartphones oder Tablets (Android oder iOS) und macht aus diesen ein externes Live-Display mit Fernsteuerungsfunktionen. Über die Lumix Club Cloud lassen sich die Bilder außerdem an die üblichen Fotosharing-Netze verteilen. Der Preis soll bei 1.200 Euro (ohne Objektiv) liegen, das Gerät kommt im November auf den Markt.

Spaß auch ohne Vernetzung

Doch auch ohne Netz lässt es sich gut fotografieren: Neue Modelle für Hobbyfotografen locken mit lichtstärkeren Objektiven (etwa Samsung EX2F oder Panasonic DMC-LX7 mit F1,4) und größeren Bildsensoren (Sonys RX1 mit Vollformat-Sensor). Aktuelle spiegellose Systeme (Canon EOS M, Fuji X-E1, Nikon 1 J2, Pentax Q10) machen den Amateur-Spiegelreflexkameras mächtig Konkurrenz. Zugleich locken aber neue Vollformat-Spiegelreflexmodelle wie Nikon D600, Canon 6D mit Wi-Fi zu Einsteigerpreisen von etwa 2.000 Euro fortgeschrittene Hobbyisten zum Aufstieg ein.

(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)

2 Kommentare | 18. September 2012 | 14:45 Uhr | Twittern | Facebook

2 Kommentare

  1. Was’n Quatsch. Als ob die Welt untergeht, wenn man seinen Schnappschuss nicht instant irgendwoe hochladen kann. Meh.

    fancyPT | 19. September 2012 | 21:14
  2. Die Welt geht auch nicht unter, wenn man nur von Münzfernsprechern aus telefonieren kann, und praktisch jede Generation vor uns ist ohne PCs ausgekommen ;-)

    Allerdings können Berichterstatter auf diese Weise auch nicht mehr durch Beschlagnahme des Geräts mundtot gemacht werden: Die Fotos sind dann schon unterwegs.

    Andreas Winterer | 20. September 2012 | 14:21