Hacks / Hackers Buenos Aires: Erfolgreiche Media Party
“Wir waren überrascht, dass alles ablief wie geplant”, sagt Mariano Blejman. Der argentinische Journalist ist Gründer des Kapitels (Ortsverband) von Hacks / Hackers in Buenos Aires. Ende August fand dort drei Tage lang die Hacks / Hackers Buenos Aires Media Party statt, an der Journalisten, Programmierer und Webdesigner aus ganz Amerika, Afrika und Europa teilnahmen.
Hacks/Hackers ist eine Ende 2009 in San Francisco gegründete Organisation, die Journalisten (“hacks”) und Programmierer (“hackers”) zusammenbringen will. “Rebooting Journalism” ist der Slogan, ein Neustart des Journalismus. Die Organisation wächst schnell, mittlerweile gibt es Dutzende von Ablegern in den unterschiedlichsten Städten. Eine davon ist Buenos Aires. Im März 2011 gründete Blejman, Redakteur des Ressorts für digitale Kultur der argentinischen Zeitung página12 das dortige Kapitel.
Regellos
Hauptziel dabei sei es, die beiden Welten Technologie und Journalismus miteinander zu verbinden. Darin bestand auch die Motivation des achtköpfigen Teams, das die Media Party in Buenos Aires organisierte. “Außerdem wollten wir internationale Aufmerksamkeit auf uns, auf Buenos Aires ziehen”, erklärt Blejman. Zudem bestand der Wunsch nach Austausch von Erfahrung auf internationalem Level.
Die Hacks / Hackers Media Party in Buenos Aires war das bisher größte Event der Organisation. Teams der digitalen Ressorts der New York Times und des Guardian waren anwesend, sowie die Redakteure aller großen Zeitungen in Argentinien. Das war an sich schon außergewöhnlich. Journalisten von Publikationen wie La Nación, Clarín oder Télam an einen Tisch zu bekommen ist nicht einfach. Zu groß ist normalerweise der Unterschied zwischen den redaktionellen Linien und der politischen Meinung.
Hackathon
Bei der Media Party ging es dagegen friedlich zu. 400 Teilnehmer waren jeweils an den ersten beiden Tagen an 23 parallel stattfindenden Workshops dabei. Diese waren vielfältig. Sie drehten sich unter anderem um die Auswertung größerer Datenmengen, das Umgehen von Zensur im Internet oder um Basiswerkzeuge für Journalisten im Netz.
Am dritten Tag der Media Party fand ein Hackathon statt, an dem sich 250 Interessierte beteiligten. Während diesem arbeiteten interdisziplinäre Teams an bereits bestehenden Projekten oder entwickelten neue Ideen. “Hacks / Hackers Buenos Aires ist im Vergleich zu anderen Kapiteln besonders produktiv”, sagt Blejman. Statt nur regelmäßig Treffen abzuhalten, wie das in den meisten Städten der Fall sei, konzentriere man sich mehr auf Hackathons. Bei diesen entstanden bereits diverse interessante Projekte, die auch bei der Medienmesse während des Events vorgestellt wurden. Mapa76 etwa, eine Software, mit der größere Datenmengen extrahiert werden können. Idee des Projektes ist es, die Prozesse in Zusammenhang mit der argentinischen Militärdiktatur zu analysieren. Die Software kann jedoch auch in anderen Feldern angewandt werden. Bemerkenswert ist außerdem Chequeado.com, eine Online-Zeitung, die Aussagen von Politikern und anderen in der Öffentlichkeit stehenden Personen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Alle Projekte sind frei zugänglich und können von jedem genutzt werden. Es handelt sich um Open-Source-Software.
Gut vernetzt
Hacks / Hackers Buenos Aires ist international gut vernetzt. Die Media Party wurde unter anderem von der Knight Foundation, dem International Center for Journalists, der Mozilla Foundation sowie diversen lokalen Sponsoren unterstützt. Blejman legt insbesonders Wert auf die Zusammenarbeit mit Afrika: “Es ist wichtig, mehr Süd-Süd-Kooperation zu haben und nicht nur die zwischen dem Süden und Norden.”
Die Gemeinschaft wächst
Dank der Media Party und der Anwesenheit der Teams der New York Times und des Guardian, stieg die Zahl der Mitglieder von Hacks / Hackers Buenos Aires rasant an. Die Organisation konnte so noch mehr Aufmerksamkeit erregen. Insgesamt 1500 Personen sind bei dem Kapitel mittlerweile registriert. Zum Vergleich: Beim ersten Treffen im März 2011 waren es 120. Buenos Aires ist damit weltweit nach New York der zweitgrößte Ableger von Hacks / Hackers.
In Zukunft mehr Spanisch
Pläne für die Zukunft gibt es viele. Vor allem die Finanzierung für bereits entwickelte Projekte möchte Hacks / Hackers Buenos Aires sichern. Man wolle sich außerdem erst einmal mehr auf lokale Initiativen konzentrieren und auf das, was im Bereich des digitalen Journalismus speziell für Argentinien und Südamerika allgemein relevant sei. Einerseits ist das die Entwicklung von Web-Tools auf Spanisch. “Viele Journalisten in Südamerika sprechen kaum oder gar kein Englisch. Die meisten Tools sind aber nur auf Englisch verfügbar”, erklärt Blejman.
Zunächst werde Hacks / Hackers Buenos Aires aber ein kleines “Nickerchen” machen. Um anschließend selbst an internationalen Events teilzunehmen, und der Welt zu zeigen, was in Buenos Aires so los ist.
Ein Text von Maria Wölfle
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3 Kommentare | 05. September 2012 | 13:46 Uhr |
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Jetzt weiß ich, was ein “Hackathon” ist und finde gut, wofür in Argentinien Mapa76 genutzt werden soll. Vielen Dank für die Informationen durch diesen Beitrag.
…Da Ihr “Hyperland” noch in Kindergartensalter denken und schreiben, eine Botschaft an ZDF-Blog Kennzeichnen Digital:
Wir warten sehnsuchtig auf den versprochenen Oktober-Reload…
…übrigens sollte man eure Artikel gelesen haben?…
…Nachfrage-Angebot ist bei Ihnen nie ein Thema gewesen oder…
…ich hoffe Ihr “Hyperland” Auftrag irgendwann endet…
Ist heute schon wieder Vollmond?
Bei einigen Kommentaren frage ich mich, welches Hasenhirn sowas verfasst …