Berlusconi beginnt Online-Wahlkampf

Keine Ahnung vom Internet, aber ein eigenes Netzwerk: Silvio Berlusconi bereitet sich auf den Wahlkampf im Internet vor (Screenshot: Giuseppe Paletta; Quelle: forzasilvio.it)
Silvio Berlusconi, Regierungschef a. D., würde gerne wieder Italien regieren. Im Juli hat seine Partei Popolo della Libertà (Volk der Freiheit) verkündet, ihn als Kandidaten für die Ministerpräsidentenwahl 2013 aufzustellen. Bislang aber macht der 75-Jährige eine Kandidatur von einer Änderung des bestehenden Wahlsystems abhängig. Im Internet bereitet er sich dennoch mit einem eigenen sozialen Netzwerk auf die Wahl vor: Er lässt seine treuesten Anhänger bereits über die politischen Ziele abstimmen.
Zuständig für Berlusconis Internetpräsenz ist der Abgeordnete und Internetbeauftragte von Berlusconi, Antonio Palmieri. Er soll dafür sorgen, dass der 75-Jährige auch im Internet eine bella figura macht. Palmieri zeigt sich auch für Berlusconis Web-2.0-Netzwerk forzasilvio.it verantwortlich: “Das Netzwerk forzasilvio.it ist bereits im Jahr 2008 entstanden. Als Inspiration diente uns Obamas damaliger Wahlkampf, der zum großen Teil ja auch im Internet geführt wurde. Mit forzasilvio.it wollen wir im Dialog mit unseren stärksten Unterstützern bleiben”, sagte Palmieri gegenüber Hyperland.
Fragen an Silvio
Rund 243.000 Nutzer sollen laut Palmieri auf forzasilvio.it registriert sein. Insgesamt zeigt sich der Internetauftritt auf den ersten Blick vielseitig: Es werden Bücher empfohlen, Reden von Berlusconi hochgeladen, Nutzer können unter der Rubrik “Silvio antwortet” gar dem Cavaliere höchstselbst Fragen stellen. Bislang hat Berlusconi aber erst auf fünf Fragen geantwortet, wobei nicht klar wird, wie die Fragen ausgewählt werden.
Ein Beispiel: “Herr Berlusconi, warum plagt sich ein so reicher und glücklicher Mann wie Sie damit herum, sein politisches Leben für Italien zu opfern?”, soll ein gewisser Gianpiero gefragt haben. “Ja, Gianpiero, du legst den Finger auf die Wunde”, antwortet Berlusconi per Podcast, um dann in Selbstmitleid zu verfallen. Ein echter Dialog sieht anders aus.
Das politische Programm bestimmen
Das Interessanteste an forzasilvio.it ist die Rubrik “Focus Group”. Hier findet sich der Punkt: “Berlusconi ist zurück auf dem Feld: Wie sollte er vorgehen?”. Die registrierten Nutzer können abstimmen, welche Ziele der 75-Jährige bei einer Wiederwahl verfolgen sollte. Neun Ziele stehen zur Auswahl. Einige Beispiele: Ob Berlusconi sich weiter für den Präsidentialismus einsetzen sollte, der den Bürgern das Recht geben würde, den Präsidenten zu wählen. Ob er sich für eine Reform der Europäischen Union einsetzen sollte. Ob er die Sparpolitik Ministerpräsident Mario Montis weiterführen, dabei die drakonischen Einschnitte vermeiden und die Steuern senken sollte.
Als Nutzer kann man nur ein Ziel auswählen, und nach der Auswahl gelangt man nicht mehr auf die Liste der Ziele zurück. Auch ein Gesamtergebnis der Abstimmung wird nicht angezeigt.
“Unsere Webkampagne hat noch nicht richtig begonnen”, entschuldigt Antonio Palmieri die Defizite der Seite. Erst einmal müsse das italienische Wahlsystem reformiert werden. Außerdem funktioniere seine Webstrategie wie ein Orchester: “Jedes Webinstrument, sei es die Webseite der Partei, das Netzwerk von Silvio oder sein Facebook-Account, fügt sich letztlich zu einer Art Orchester zusammen. Sie funktionieren nur im Zusammenspiel.”
Angst vor Google?
Auf YouTube ist Berlusconi zwar vertreten, hat aber (noch?) keinen offiziellen Kanal. Auch wenn italienische Journalisten einen solchen hinter dem Kanal BerlusconiVideo vermuten. Wie der Internetbeauftragte Palmieri gegenüber Hyperland bestätigte, ist es kein offizieller Kanal. Vielleicht hat der Cavaliere Angst, hat er doch den YouTube-Eigentümer Google vor vier Jahren auf 500 Millionen Schadenersatz verklagt.
(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)
3 Kommentare | 24. September 2012 | 10:00 Uhr |
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se c’é una persona della quale l’Italia non ha assolutamente bisogno,é proprio il ns caro “Cavaliere” // die letze Person,die Italien in dieser mißligen Lage noch braucht.
Il “Cavaliere” hat sich mit seiner politischen Karriere nur selbst bereichert, Italien aber ins Abseits getrieben und hoch verschuldet. Herr Silvio missbraucht die Politik um in die Gunst der parlamentarischen Immunitaet zu kommen und sich somit vor der Justiz zu schuetzen. Andere Ziele hat Berlusconi nie verfolgt.
“Andere Ziele hat Berlusconi nie verfolgt.”
Sich in das Rampenlicht zu stellen, ist ihm auch sehr wichtig und die damit verbundene Macht.
Man kann nur hoffen, dass er nicht mehr an das Ruder kommt und damit Italien noch weiter herunterwirtschaftet.