Auf der Suche nach der Werbeform der Zukunft

Großer Andrang auf der Onlinewerbemesse Dmexco in Köln (Foto: HolgerRings CC BY-NC-ND 2.0; Quelle: Flickr)
Browser, Internetvideos, Smart-TVs, klassisches Fernsehen – die Aufmerksamkeit verteilt sich auf immer mehr verschiedene Medien und Kanäle. Die Werbeindustrie fragt sich inzwischen, wo sie ihre Zielgruppen noch erreichen kann.
“Es darf nicht sein, dass wir immer nur mehr Kanäle bekommen, es darf nicht sein, dass alles noch kleinteiliger wird”, sagt Marc Nabinger, Chef des Mediaplaners Carat, auf der Branchenmesse Dmexco in Köln. Denn die Werbeindustrie ist ratlos, wie sie den Wandel hinbekommen kann: Von wenigen Programmen mit viel Publikum zu einem quasi unbegrenzten Programmangebot.
Die Vielfalt der Inhalte ist nicht das einzige Problem: Conrad Fritzsch, Chef des Online-Musiksenders tape.tv beschreibt das Dilemma der Branche: “Mein Smartphone ist mittlerweile mein first screen” – das heißt: Wenn er Unterhaltung oder Information sucht, greift er zuerst zum mobilen Gerät und schaltet nicht den Fernseher ein. Damit sieht er sich auf der Seite vieler jüngerer Konsumenten in Deutschland. Zwar steht in den meisten Wohnzimmern nach wie vor ein Fernseher, der auch noch häufig eingeschaltet wird. Wenn jedoch der Zuschauer gleichzeitig ein Tablet oder ein Smartphone zur Hand hat, wird er dem Werbeblock kaum noch Aufmerksamkeit schenken. Den Zuschauer tatsächlich lange genug an ein Medium zu binden, um ihm nebenbei Werbebotschaften zu vermitteln, scheint immer schwieriger.
Smart-TV: Flimmerkiste mit mehr Knöpfen
Hoffnung setzen die Werber in die Smart-TVs. “Das Internet wird den Fernseher retten”, sagt zum Beispiel Fritzsch. Durch die Aufrüstung des Geräts werde es auch wieder attraktiver für Zuschauer, die mit dem linearen Massen-Fernsehen eigentlich nichts mehr anfangen können. Die Gerätehersteller rechnen damit, dass alleine in Deutschland 5,7 bis 5,9 Millionen internetfähiger Fernsehgeräte verkauft werden. Allerdings nutzen bisher nur die wenigsten neue Funktionen wie YouTube oder Skype auf dem Fernseher, das Hightech-Gerät ist für viele immer noch die gute alte Flimmerkiste mit Knöpfen.
Ein Grund für die Skepsis der Zuschauer: die Geräte der ersten Generationen noch etwas träge und unübersichtlich, die Auswahl der Anwendungen noch sehr eingeschränkt. Ein Beispiel: Wer Internet-Anwendungen für Samsung-Fernseher anbietet, muss für Panasonic-Geräte eine weitere Version programmieren und eine dritte für Sony. Auch Google, Apple und Microsoft drängen auf den TV-Markt, was die Aussichten für Diensteanbieter noch unsicherer macht: Ein Programm, das heute für Smart-TV entwickelt wird, kann morgen schon veraltet sein oder von einem der großen Hersteller aus dem Markt gekegelt werden.
Neue Werbeformen
Doch trotzdem interessieren sich schon einige Anbieter für die neuen Möglichkeiten. So hat das US-Unternehmen Rovi schon die Zusammenarbeit mit den Smart-TV-Herstellern aufgenommen, um Werbung in deren Menüs zu integrieren. Wer die Smart-TV-Taste drückt, bekommt nicht nur Infos zu den sonstigen Funktionen, sondern auch gleich Werbebanner angezeigt: Den Trailer zu einem aktuellen Film, Hinweise auf neue Apps oder ganz normale Produktwerbung. So können die Gerätehersteller bei den sinkenden Gerätepreisen trotzdem neue Gewinne schöpfen.
Doch auf dem deutschen Markt hat Rovi Startschwierigkeiten: Hier machen TV-Sender noch per Plakatwerbung auf Programmhöhepunkte aufmerksam. “In den USA oder Großbritannien würden die Sender hingegen den Großteil ihres Budgets in Werbung in elektronische Programmführer stecken.” Doch in Deutschland sähen die Sender eine solche Technik skeptisch, deshalb bleiben die Programmführer werbefrei. Vorerst.
Bei den vielen neuen Möglichkeiten müssen sie Werber nicht nur die Zuschauer überzeugen, sondern auch ihre Kunden. Angesichts der Vorschläge crossmedialer Kampagnen, die spannende Markengeschichten erzählen und dabei Smart-TVs und Tablets, Twitter und Facebook integrieren, schlagen die Kreativen-Herzen höher. Die zahlende Kundschaft hingegen ist skeptisch: Auf der Dmexco erklärte Susanne Wallraff vom Lebensmittelkonzern Danone: “Bei der normalen Hausfrau komme ich mit so einem Ansatz nicht weiter.”
(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)
9 Kommentare | 14. September 2012 | 10:45 Uhr |
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Aufdringliche Werbung ist für die meisten Menschen störend. Egal, ob Overlay im Web oder die Werbeunterbrechung im Fernsehen.
Leider scheint der “Will-auch-haben”-Effekt noch beim Großteil der Masse zu funktionieren, sonst würde es diesen Werbe-Overkill kaum geben.
Schade eigentlich …
Auf das sie noch lange lange suchen werden!
Das Jammern der Werbebranche ist für mich als Verbraucher der “ungestört” konsumieren möchte, vollkommen gleichgültig. Penetrante Werbung wo auch immer sie gesetzt wird ist “nervig wie ein Stein im Schuh!”
Der heute wohl wirklich aufmerksame Verbraucher und User entscheidet selbst, wann und wo er “Produktinformationen” sich anschaut und annimmt.
Werbung ist Teufelswerk, wer dass nicht erkennt….
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Ich kann nur jeden raten den Weg zu Jesus zu finden, er existiert und er ist unser Schöpfer mit dem Vater und er liebt alle Menschen.
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Jesus und Gottvater Jahwe leiden unsagbar unter all den falschen Götzen und Dämonen den die Menschen anbeten.
Wer sich nicht auf den dreieinen Gott taufen läßt hat nicht das ewige Leben.
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Anonym
Sie leiden ganz offensichtlich auch sehr.
Nicht nur das die Werbung nervt, sind auch viele Werbespots so grottenschlecht, dass sie schon in Richtung Negativwerbung gehen. Flüge.d. Mobil.. usw. kommen schon wegen der Werbung für mich nicht in Frage.
Jetzt bläßt man in Spiegel Online schon zum finalen Dolchstoß gegen jede Form jetzig und künftiger Islamkritik und Islamkritischen Bewegungen. Spiegel Online zufolge (hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/sudan-sturm-auf-deutsche-botschaft-war-gezielte-attacke-a-855919.html) wurde heut die deutsche Botschaft im Sudan nur gestürmt weil Zitat: „Der Hass entlud sich offenbar wegen Anti-Islam-Demos von Rechten in der Bundesrepublik.“ Zitat Ende. Es ist doch nicht mehr auszuhalten…die Kriecherei
Die Werbeindustrie ist überflüssig.
@Stefan: ohne “Werbeindustrie” gäbe es nur Websites wie die vom ZDF, zwangsfinanziert durch GEZ und die Regierung, bezahlt von Dir.
Sogar Google und Spiegel Online leben ausschließlich von Werbung. Ohne Werbung keine geäußerte Meinungsfreiheit und -Vielfalt und keine wirksame Kontrolle der Demokratie – trotz so manchen Werber-Irrsinns.
@Ralf
Sicher das Du mich meinst?
Die Werbeindustrie hat durchaus eine Daseinsberechtigung, nur ist mir unverständlich, warum etliche Werbespots so am eigentlichen Produkt vorbei entwickelt wurden und das auch noch schlecht.