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Campus Party in Berlin: Mega-Fest für Computerfans
Etwa 10.000 Entwickler, Gamer, Blogger treffen sich erstmals in Berlin zur internationalen Campus Party. Eine Woche lang bringt das Internet-Festival Talente und Fans zusammen, die sich über die neuesten Trends in der digitalen Welt austauschen. Stargast ist der WWW-Erfinder, Sir Berners-Lee.
Die Trauer, die der Anfang August verkündete Wegzug des Chaos Communication Congress (CCC) bei vielen Technologie-Fans auslöste, dürfte ab heute vergessen sein: Die Campus Party findet erstmals auch in Berlin statt und bereichert die Stadt, die immer mehr zum neuen Mekka der Digital-Wirtschaft wird.
Programm auf acht Bühnen
Das nach eigenen Aussagen weltweit größte Technologiefestival findet auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof statt. Die Macher rechnen mit 10.000 Teilnehmern aus aller Welt, von denen viele auf dem Gelände zelten. Die Teilnehmer können sich auf ein Who’s who des globalen Internet-Diskurses freuen: Der Schriftsteller Paulo Coelho spricht über Social Media und Kreativität, die Internet-Veteranen Sir Tim Berners-Lee und Paul Mockapetris bilden einen Kontrast zu den Digital Natives im Publikum, der US-Management-Professor Don Tapscott stellt sein neues Buch vor und die Geschäftsführer von Linux International und der Mozilla Foundation repräsentieren die Open-Source-Fraktion.
Nach der Eröffnungsveranstaltung am Abend teilt sich die Konferenz in 24 Themenschwerpunkte auf. Diese finden auf acht “Stages” statt, die nach Denkern und Kunstschaffenden der europäischen Geschichte benannt sind und die Schwerpunkte bündeln: Auf der Socrates-Bühne etwa gibt es Veranstaltungen zu Betriebssystemen und zu freier Software, im Leonardo-Raum geht es um Biotechnologie, Nanotechnologie, Biohacking und Green Tech. Im “Stadium” finden geschlossene und offene Spiele-Turniere statt.
Die Campus Party im Ökosystem deutscher Internet-Konferenzen
Bei aller Vielfalt des Programms fällt auf, dass die Campus Party einen klaren nicht-kommerziellen Fokus hat. Neben Linux und Mozilla sind viele andere globale Netz-NGOs wie Wikimedia, die Free Software Foundation und die Electronic Frontier Foundation vertreten. Die Campus Party ist am ehesten eine Mischung aus der Re:publica und dem nach Hamburg gezogenen Hacker-Kongress. Es finden sich kaum Veranstaltungen zu Marketing- oder Optimierungs-Aspekten, die bei Veranstaltungen wie der Berliner Next oder der Kölner Dmexco im Fokus stehen. Die kommerzielle Seite des Netzes ist aber zumindest über den Entrepreneurship-Schwerpunkt und über die Sponsoren vertreten.
Berlin als digitale Metropole
Nach der eigenen Legende entstand die Campus Party im Jahr 1996 als Initiative von vier Technologie-vernarrten Freunden in dem kleinen südspanischen Dorf Mollina. Die Konferenz fand schnell Anhänger, wechselte ins größere Valencia und findet 2012 zum 16. Mal in Spanien statt. Neben den Veranstaltungen in Spanien gibt es Ableger in Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Ecuador. Die Berliner Konferenz ist die erste Campus Party außerhalb des spanisch-portugiesischen Sprachraums.
Berlin entwickelt sich damit immer mehr zu einem globalen Hotspot der digitalen Wirtschaft und verringert den Vorsprung, den das Silicon Valley hat. Erfolgreiche Startups wie SoundCloud oder Amen haben in der Hauptstadt ihren Sitz, und große US-amerikanische Risiko-Kapital-Investoren, die Startups mit Geld versorgen, machen dort Filialen auf. Vor allem zieht die Stadt junge, gut ausgebildete Leute aus dem Ausland an, die sich in einem Bohème-artigen Lebensstil als Künstler oder Startup-Gründer durchschlagen und einen kleinen Erfolg oder auch mal den großen Wurf schaffen. Laut Klaus Burkart, Pressesprecher der Berliner Campus Party, hatten die Macher Berlin schon länger auf der Agenda: “Sie hatten mitbekommen, dass Berlin zu Recht total gehypt ist, weil es hier viele junge, kreative Leute gibt, viele gute Programmierer, interessante Startups und viele Parties,“ sagt Burkart gegenüber Hyperland.
Die Konferenz beginnt heute 21:30 Uhr mit der Eröffnungsveranstaltung. Von Mittwoch bis Sonnabend treten etwa 450 Redner auf. Jeweils um 12 Uhr spricht einer der vier prominenten Keynote-Speaker. Eine Besonderheit stellt der zweite Tag da, am Donnerstag wird der “Woman in Tech”-Day ausgerufen. Die Konferenz ist ausverkauft, die einzelnen Veranstaltungen werden aber in einem Live-Broadcast gestreamt.
(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)
4 Kommentare | 21. August 2012 | 11:59 Uhr |
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Das scheint die große Variante der Webinale zu sein, betrachtet man das Angebot an Talks und Workshops. Schön, dass Berlin für internationale Entwickler und junge Startups immer interessanter wird. Da tut sich wenigstens was.
Hier siedeln sich immer mehr Hightech-Firmen in Berlin an. Daher ist es nur verständlich, dass solche Veranstaltungen auch in der Hauptstadt stattfinden.
“[...] dass die Campus Party einen klaren nicht-kommerziellen Fokus hat.”
Bei einer stark durch Sponsoring finanzierten Veranstaltung, bei der die Teilnehmer in Zelten mit o2-Logo campen, wirkt “nicht-kommerziell” recht ironisch.
Der Vergleich zum Kongress des CCC wirkt recht weit hergeholt, da wohl fast alles für das der CCC steht hier ins Gegenteil verkehrt wird. Hier empfiehlt sich ein Blick in die AGB und anschliessende Verwunderung wie restriktive Regeln es dort gibt.
Mega Geil. ROFL und LOL