Apple und YouTube gehen getrennte App-Wege
In Apples neuem iOS6-Betriebssystem für mobile Geräte wird es keine separate Youtube-App mehr geben. Das bestätigte Apple The Verge, einem Onlinemagazin aus den USA. Nutzer, die in Zukunft Youtube-Videos schauen möchten, müssen dazu den Browser Mobile Safari nutzen. iOS6 soll im Herbst herauskommen.
Vom wem die Trennung ausging ist noch unklar. Für beide Seiten kann sie vorteilhaft sein. Apple muss die Nutzer nicht auf eine fremde Plattform lassen und Google ist nicht weiter gezwungen, seine Videos in der Umgebung der App werbefrei laufen zu lassen.
Eigentlich keine große Sache, möchte man meinen, warum sollte man sich als Nutzer von mobilen Geräten, Laptop oder PCs nun plötzlich verstärkt um die Politik der Konzerne in Sachen Betriebssystem und Allianzen kümmern? Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch: Wir befinden uns mitten in einem erbitterten Konkurrenzkampf um Umsatz, im Bereich E-commerce und um Nutzerzahlen. Nicht nur Apple und Google sind daran beteiligt, auch Facebook, Twitter, Amazon und Microsoft mischen mit.
Richtungsentscheidung
Für den Nutzer wird die Entscheidung für ein Betriebssystem (egal ob mobil oder stationär) immer mehr zu einer fast finalen Richtungsentscheidung. Denn die angesprochenen Konzerne sind dabei, jeweils neue Betriebsysteme für das Netz zu entwickeln – für ihr Netz. Wobei man den Begriff in diesem Fall ruhig im Sinne von Fischernetz interpretieren darf, mit dem die Nutzer eingefangen werden sollen. Das gilt umso mehr, als sich mobile Betriebssysteme denen von PC und Laptop immer mehr annähern, weil sich auch die Funktionen der Geräte immer mehr gleichen bzw. es immer weniger Unterschiede in der Nutzung von mobilem und stationären Internet gibt.
Diese konzerneigenen Netz-Unterabteilungen soll der Nutzer möglichst nicht mehr verlassen. Am Ende soll er gar nicht mehr merken, dass es so etwas wie das “freie Internet” überhaupt noch gibt. Und die Konzerne haben Erfolg: Mehr und mehr halten sich die Nutzer in Apps auf – das freie Surfen von Hyperlink zu Hyperlink bekommt fast etwas Exotisches. Bei vielen Jugendlichen ist ein weiterer Trend zu beobachten: Sie kennen zwar jede Unterfunktion von Facebook im Schlaf, fremdeln aber mehr und mehr, wenn dieses digitale Biotop der Freunde und Freundesfreunde verlassen wird. Beide Entwicklungen sind im Sinne der Konzerne.
Beschränkungen durch Hard- und Software
Bei Apple ist es nicht anders: Jeder, der ein Apple Gerät hat, freut sich über den Komfort, wenn alles fast wie von selbst funktioniert und ein Dienst nahtlos in den anderen übergeht – aber er kennt auch die eingebauten technischen Begrenzungen, dieser schönen neuen Computerwelt, z.B. wenn die sonst üblichen Anschlüsse oder Kartenslots fehlen. Neben die hardwareseitige Behinderung tritt die softwaremäßige Beschränkung: Welche Dienste (problemlos) genutzt werden können, entscheiden mehr und mehr die Unternehmen. Die Partnerpolitik – wie in diesem aktuellen Fall sehr deutlich wird – entscheidet darüber, wer bevorzugt und wer behindert wird.
Das ist alles nicht neu und im Grunde nur eine Wiederholung der Politik von Microsoft. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit ebenfalls stets versucht, die Nutzer durch vorinstallierte Dienste in die gewünschte Richtung zu lenken und wurde dabei manches Mal sogar von der Politik gestoppt – aber eben vor dem Hintergrund eines freien Internet, welches man damals ansteuerte. Und das ändert sich nun.
Gefangen in der Cloud
Dass das so genannte „Sharen“, also das Teilen von Inhalten, eine gute Sache ist, ist dabei eines dieser Märchen, die den Nutzern jeden Tag aufs neue von den Marketingstrategen eingebläut wird. Sicher: Teilen ist gut, das wissen wir schon seit St. Martin, aber in dieser Welt hilft es hauptsächlich den Firmen, denn wenn wir uns (mit)-teilen, wird das Geteilte sofort zum Unternehmenseigentum.
Mit den vielen Clouddiensten, die jetzt überall in den Himmel wachsen, wird diese Entwicklung noch beschleunigt. Denn nicht nur die (im Zweifel schnell austauschbare) Hardware legt den Nutzer auf einen Anbieter fest. Die Cloudangebote zur Speicherung eigener Daten auf über das Netz erreichbaren Firmenservern, erschweren den Anbieterwechsel. Wer seine Daten aber erst einmal in der Apple-, Google-, Microsoft- oder sonstwo-Cloud hat, wird sie dort nicht mehr so leicht rausbekommen. Es hat den Anschein, als seinen AOL und Compuserve (selig) die großen Vorbilder dieser Politik. Der Nutzer wird umworben, gelockt, geködert und findet sich am Ende am Fliegenfänger des jeweiligen Anbieters.
(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)
9 Kommentare | 07. August 2012 | 15:11 Uhr |
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Wahrscheinlich schmeckt es Apple nicht, dass Android inzwischen mehr als 50% Marktanteil bei den Smartphone-OS besitzt.
Die großen Konzerne kämpfen auf den unterschiedlichsten Schauplätzen. Da war es nur eine Frage der Zeit, wann Apple seinen Mitbewerber Google aus dem Boot wirft. Ich hätte gedacht, dass es schon viel früher passiert.
Konkrete Beispiele wären zum Verständnis hilfreich.
Schon der erste Satz ist leider falsch. Richtig ist, dass die App nicht mehr vorinstalliert ist. Es kann nach wie vor über den Browser auf Youtube zugegriffen werden. Eine neue App ist zudem in Entwicklung. Zudem basiert die “Trennung” auf dem simplen Auslaufen einer Lizenz.
Bitte, liebe Hyperland Redakteure, besser recherchieren. Zudem ist zweiten Absatz ein fetter Grammatikfehler.
“Zudem ist zweiten Absatz ein fetter Grammatikfehler.”
Hab mir vor Lachen gerade in die Hose geschissen
Schön, dass ich zur allgemeinen Erheiterung beitragen konnte. Jetzt muss ich nur noch rausfinden, wie ich mich dafür vom ZDF bezahlen lassen kann. ^^
Beiträge editieren, löschen, oder einen Admin kontaktieren scheint hier auch nicht möglich zu sein. Schade.
Hallo,
was genau möchten Sie denn tun?
viele Grüße,
Julius Endert
Hallo Herr Endert,
Ich hätte gerne meinen ersten Beitrag mit dem fehlenden Wort korrigiert. Das ist aber nicht so wichtig. Wenn man gewohnt ist, seine Beiträge editieren zu können, ist es nur etwas ärgerlich, wenn man erst nach einem fehlerhaften Post merkt, dass diese Funktion hier fehlt. Besonders wenn man in diesem Post Steine aus dem Glashaus geworfen hat.
Ich finde es aber prima, dass Sie hier mal in die Kommentare schauen. Da kann ich die Gelegenheit ja auch gleich beim Schopfe packen und meine Kritik konkretisieren: Ich teile die Bedenken, die Sie in ihrem Eintrag äußern, in sehr großen Teilen. Der Aufhänger scheint mir aber nicht gut gewählt.
Die Youtube App ist zig Jahre alt und wurde kaum noch gewartet. Jetzt wird eine neue App entwickelt und diese muss in Zukunft über den App-Store bezogen werden. Der Satz, dass iOS Nutzer den Browser benutzen müssen, trifft also nicht zu. Aus Sicht der Benutzer ist das nur zu begrüßen. Sie bekommen erstens eine neu entwickelte App und zweitens weniger vorinstallierten Ballast. Microsoft wurde immer vorgeworfen, dass sie zuviel mitinstallieren und so die Konkurrenz ausboten wollen. Apple installiert jetzt weniger mit und muss sich den gleichen Vorwurf gefallen lassen? Das macht wenig Sinn.
Einen Seitenhieb in Richtung eines Konkurrenten kann ich hier nicht erkennen, weder von Google, noch von Apple aus. Der Konkurrenzkampf zwischen den Größen der Branche tobt an mancher Stelle und z.T. in grotesken Formen. Die Neuauflage der Youtube App hat aus meiner Sicher aber wenig damit zu tun.
Viele Grüße,
B. Zurmaar
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Dafür gibt es ein Plugin, welches das Editieren für 10 Minuten ermöglicht.
Zudem sollte beim Kommentarfeld auch stehen, welcher Code beim Kommentieren möglich ist und auch die Blogregeln wäre hier angebracht.