Das olympische Drehkreuz

Das Olympic Hub sammelt die Social-Media-Aktivitäten der Athleten. Screenshot: http://hub.olympic.org/
Mit dem Beginn der Olympischen Spiele will das Internationale Olympische Komitee (IOC) erstmals in vollem Umfang auf sozialen Netzwerken präsent sein. Doch wie das auszusehen hat, ist sehr genau vorgeschrieben.
Sozial auf allen Kanälen
Eine Millionen Follower auf Twitter, knapp 70.000 auf Instagram, mehrere verschiedene Tumblr-Accounts, 3,2 Millionen Fans auf Facebook, eine Foursquare-Seite, ein Account auf Google+ und Wettbewerbe für Olympia-Fans – die Intention ist klar: Das IOC will die Distanz zwischen den Fans und den Athleten aufheben, die Spiele sollen nicht nur olympisch sein, sondern 2012 zum ersten Mal auch in vollem Umfang sozial. Das heißt, jeder kann dabei sein und schauen, was die Sportprofis zu erzählen haben und direkt sehen, warum sich der Ex-Basketball-Profi Shaquille O’Neal auf Twitter gerade mit seinen Fans ein wenig zofft.
Der Hub
Möglich wird das über den “Olympic Hub“, der Kommunikations-Schnittstelle des IOC. Dort haben sich bis dato mehr als 2.000 Athleten angemeldet. All ihre Updates, sei es auf Facebook, Twitter oder Instagram erscheinen im Hub. Als Fan hat das den Vorteil, dass alle Infos, Fotos und Gedanken der Sportler an einem zentralen Punkt zusammen laufen. Die Athleten mit den meisten Fans werden in einem gesonderten Bereich angezeigt. Derzeit steht der Basketball-Profi LeBron James auf Platz 1: Er hat knapp 17,5 Millionen Fans. Per Suche kann man einstellen, wenn man zum Beispiel nur Sportler aus Deutschland sehen will. Der Hub ermöglicht es, die Sportler als Menschen zu erleben, teilzuhaben an ihrer Zeit in London und ihren Gedanken. Wie das auszusehen hat, ist aber genau festgelegt in den Social Media Guidelines (PDF).
Die Guidelines wurden im Vergleich zu 2010 in Vancouver penibler ausformuliert. Grundsätzlich heißt es, dass die Athleten ruhig twittern, bloggen und fotografieren sollen. Konkret steht dort aber, dass Tweets und Blogeinträge in der ersten Person geschrieben werden müssen – und sich auf keinen Fall auf die Aktionen von anderen Teilnehmern beziehen dürfen. Alle Einträge sollen dem olympischen Geist entsprechen. Ein Foto von sich mit zwei Shotguns in den Händen auf Facebook zu posten, wie es der australische Schwimmer Nick D’Arcy gemacht hat, das entspricht nicht dem olympischen Geist. Fotos dürfen geschossen und geteilt werden – aber nur für den privaten Gebrauch. Videos hingegen dürfen zwar aufgenommen, aber nicht ins Netz gestellt werden. Als Grund dafür gibt Alex Huot, Social Media Manager der Olympischen Spiele, die Vertragsbedingungen mit den traditionellen Medienhäusern an.

Beliebtester Sportler im Hub: der US-Basketballer LeBron James. Screenshot: Das Olympic Hub sammelt die Social-Media-Aktivitäten der Athleten. Screenshot: http://hub.olympic.org/
Strikte Vorgaben
Auch für Besucher gelten diese harschen Veröffentlichungs-Kriterien. Auf den Tickets steht, dass sämtliche Bilder und Videos nur für den privaten Gebrauch gemacht werden dürfen. Auch hier wird auf die Rechteinhaber verwiesen. Diese würden viel Geld zahlen und könnten demzufolge auch erwarten, dass sie die Exklusivrechte besäßen, sagt Sir Keith Mills, stellvertretender Vorsitzender von Locog, verantwortlich für die Planung der Olympischen Spiele. Man sei sich aber durchaus im Klaren darüber, dass man nicht alles kontrollieren könne, was online passiert. Auch das IOC vertritt diese Position und betont, dass der Normalbürger nicht mit einer Klage zu rechnen hat, wenn er Videos von den Olympischen Spielen verbreitet. So sozial ist man dann doch.
(Das ZDF ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich)
2 Kommentare | 29. Juli 2012 | 13:55 Uhr |
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Wenn das alles hier so schlimm ist – warum sind Sie dann immer in diesem sozialen Netz? Haben Sie kein echtes Leben?
Hol mir mal ‘ne Flache Bier.